
Überflutete Straßen, weggeschwemmte Autos, eingestürzte Häuser und zerstörte Brücken – Starkregen und Hochwasser haben Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz (oben im Bild der Ort Insul an der Ahr) verwüstet. Es gibt zahlreiche Vermisste und an die 100 Tote, Stand Freitagmittag.
Wenn Menschen sterben, sind Sachschäden zweitrangig. Doch spätestens, wenn das Wasser weg ist, stellt sich die Frage, wer für die Schäden aufkommt. In diesen Fällen zahlen Versicherungen:
Bei Schäden am Gebäude leistet die Wohngebäudeversicherung – aber nur wenn Du gegen Elementarschäden wie Starkregen und Überflutung versichert bist. Das ist ein Baustein, den Du extra vereinbaren musst. Gleiches gilt für Schäden an Gegenständen in Deinem Haus: Dafür kommt die Hausratversicherung nur auf, wenn sie auch Elementarschäden abdeckt. Standardmäßig abgesichert in beiden Versicherungen sind etwa Schäden durch Sturm und Hagel.
Die Höhe der Entschädigung hängt ab von der Versicherungssumme, vom Ausmaß des Schadens und davon, ob Du eine Selbstbeteiligung vereinbart hast. Bei einigen Versicherern musst Du bei Elementarschäden eine Selbstbeteiligung von 10 Prozent des Schadens zahlen. Andere nehmen nur den auch für andere Schäden vereinbarten Eigenanteil.
Wird Dein Auto oder Motorrad durch Überflutung beschädigt, springt die Teil- oder Vollkasko ein. Hattest Du die realistische Möglichkeit, Dein Fahrzeug aus dem Überschwemmungsgebiet zu fahren und in Sicherheit zu bringen, kann Dein Versicherer die Leistung verweigern. Bei derart dramatischen Unwetter-Katastrophen wie der aktuellen, deren Folgen noch nicht annähernd abzusehen sind, dürfte sich der Versicherer allerdings nicht darauf berufen können.
Um am Ende wirklich an Dein Geld zu kommen, solltest Du Deinen Versicherer unbedingt fragen, worauf Du nun genau achten musst. Am wichtigsten: Dokumentiere alle Schäden mit Fotos und Videos, bevor Du etwas bewegst oder aufräumst.
Nicolas Heronymus war bis Sommer 2022 Redakteur im Newsletter-Team von Finanztip und schrieb über die wichtigsten aktuellen Geldthemen. Nicolas hat bei Finanztip volontiert und dabei auch bei Zeit Online hospitiert. Vor Finanztip sammelte er erste Erfahrungen in der Finanz- und Versicherungswelt. Er hat Politikwissenschaft in Lüneburg, Berlin und Rom studiert.
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