Tipps & Tricks

BU-Rente: Diese 80-%-Regel solltest Du kennen

Ist Deine BU-Rente hoch genug, um im Ernstfall davon zu leben? Mit einer einfachen Rechnung findest Du raus, wie viel Du absichern solltest.

Nathanael Häfner
Von Nathanael Häfner und Joanna Chmielecki
Vertrag und Geld

Berufsunfähigkeit: Nur ⌀ 1.337 € BU-Rente versichert 
Faustregel: 80 % von Deinem Netto sollten es sein 
Wichtig: Dynamik & Nachversicherungsgarantie nutzen

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließt, versichert ⌀ 1.337 € BU-Rente im Monat. Das zeigt eine exklusive Finanztip-Anfrage beim Analysehaus Franke & Bornberg. Grundlage ist eine Auswertung aus dem Juni 2026 zu Neuverträgen aus dem Jahr 2024.

Tatsächlich ausgezahlt werden aus bestehenden Verträgen sogar nur ⌀ 1.261 € im Monat.

1.337 € BU-Rente sind oft zu wenig

Zum Vergleich: Der Mindestlohn von 13,90 € entspricht bei 40 Stunden pro Woche rund 2.409 € brutto im Monat. Der Medianverdienst von Vollzeitbeschäftigten lag 2025 sogar bei 54.066 € brutto im Jahr inklusive Sonderzahlungen.

Bruttogehalt und BU-Rente lassen sich zwar nicht eins zu eins vergleichen. Denn von beiden können unterschiedlich hohe Abgaben abgehen. Die Zahlen zeigen aber, wie groß die Einkommenslücke werden kann, wenn Du langfristig nicht mehr arbeiten kannst.

Sichere rund 80 % Deines Nettogehalts ab

Finanztip empfiehlt als Faustregel, rund 80 % Deines Nettogehalts mit der BU-Rente abzusichern. Denn im Ernstfall bekommst Du die Rente, die Du im Vertrag vereinbart hast – nicht automatisch einen bestimmten Anteil Deines letzten Gehalts.

Beispiel: Verdienst Du 2.500 € netto, sieht die Rechnung so aus:

2.500 € × 80 % = 2.000 € BU-Rente

Das sind 663 € mehr als die durchschnittlich neu vereinbarten 1.337 € – aufs Jahr gerechnet 7.956 € Unterschied. Dieses Geld kann entscheidend sein, wenn Du davon dauerhaft Miete, Lebensmittel und andere laufende Kosten bezahlen musst.

So hältst Du Deine BU-Rente hoch genug

1. Starte hoch genug

Wenn möglich, versicher bereits während Ausbildung oder Studium 1.500 oder 2.000 € BU-Rente. Versicherst Du eine niedrigere Summe, zahlst Du zwar weniger Beitrag. Deine BU-Rente reicht dann aber im Ernstfall womöglich nicht.  

2. Vereinbar eine Beitragsdynamik

Damit steigen Dein Beitrag und Deine versicherte BU-Rente regelmäßig, zum Beispiel um 3 bis 5 % pro Jahr. So kann Dein Schutz mit der Zeit mitwachsen.

3. Achte auf die Nachversicherungsgarantie

Damit kannst Du Deine BU-Rente später meist ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen – z. B. nach einer Gehaltserhöhung, Heirat, Geburt eines Kindes oder beim Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit. Achte auf die Fristen in Deinem Vertrag.

Von der BU-Rente können noch Abgaben runtergehen

Wichtig: Die vereinbarte BU-Rente ist nicht automatisch der Betrag, den Du später ausgeben kannst. Je nach Krankenversicherung, weiteren Einkünften und Art Deiner BU, etwa privat oder betrieblich, können Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Einkommensteuer davon abgehen.

Müsstest Du z. B. von 1.337 € rund 19 % für Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, blieben:

1.337 € - 254 € = 1.083 €

Das gilt nicht für alle Versicherten, zeigt aber: Plan Deine BU-Rente nicht zu knapp.

So bekommst Du eine gute BU

Für die Suche nach einer passenden BU empfehlen wir Dir die spezialisierten Makler Hoesch & Partner, Von Buddenbrock Concepts, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung, BVLG – Beamtenversorgung leicht gemacht und Capital Synergy. Sie vergleichen Angebote verschiedener Versicherer und helfen Dir, einen Tarif mit ausreichend hoher BU-Rente zu finden. 

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