Lohnt sich gerade … schnell diesen Heizungscheck zu machen?

Die Regierung beschließt eine Fernwärmereform. Die bringt zwar eine strenge Preisaufsicht, hat aber auch einen Haken. Welchen Check Du zügig machen solltest.

Sandra Duy, Redakteurin für den Bereich Energetische Sanierung
Sandra Duy Energetische Sanierung
Heizung, Rechner, Strom

Die Regierung hat Eckpunkte für eine Reform des Fernwärmerechts beschlossen. Dadurch soll es mehr Transparenz bei Preisen und eine strengere Preisaufsicht geben. Denn bei Fernwärme gibt‘s in der Regel nur einen Anbieter pro Region. Du bist also fast vollständig von seinen Preisen abhängig und kannst nicht den Anbieter wechseln, um zu sparen wie z. B. beim Gas mit unserem Vergleich (enthält Werbelinks).

Der Haken am neuen Fernwärmeplan

Geplant ist aber auch, Deine einzige Möglichkeit zu beschränken, mit dem Du Deine Fernwärmekosten bisher senken kannst: Stand heute darfst Du einmal im Jahr Deine Anschlussleistung anpassen – um bis zu 50 % und ohne Auflagen. Die Anschlussleistung bestimmt Deinen Grundpreis. Ist sie zu hoch gewählt, zahlst Du mehr als Du überhaupt verheizt.

Künftig sollst Du eine zu hohe Leistung nur noch in den ersten drei Vertragsjahren anpassen dürfen. Ansonsten geht das nur noch, wenn Du sanierst oder Teile der Fernwärme durch erneuerbare Energien ersetzt. Zusätzlich musst Du vorab eine Energieberatung machen. Für schon bestehende Fernwärmeverträge ist eine Übergangsregel geplant. Wie lange Du die Leistung dann noch anpassen kannst, steht aber noch nicht fest.

Warum das ein Problem ist

  1. Du musst erstmal merken, dass Deine Leistung zu hoch ist. Viele finden das erst nach mehreren Abrechnungen raus. Dann könnte es mit der neuen Regelung schon zu spät sein
  2. Die Anschlussleistung wird in der Praxis anfangs oft zu hoch angesetzt: Eine nicht repräsentative Auswertung Hunderter Prüffälle der Energieberatung Senercon hat 2024 gezeigt, dass 62 % der Anschlüsse überdimensioniert waren – um ø 34 %, also ein Drittel

So viel macht das aus

Das haben wir in einer Stichprobe für die Preise bei zehn großen Anbietern durchgerechnet. Reduzierst Du Deine Anschlussleistung von 18 auf 12 Kilowatt – also um ein Drittel wie im Schnitt unserer Stichprobe – sinkt der jährliche Leistungspreis je nach Anbieter um rund 112 bis 794 € brutto. Bei acht der zehn Anbieter liegt Deine Ersparnis bei über 300 €/Jahr.

Finanztip-Faustformel: Jetzt Anschlussleistung checken

Heißt für Dich: Die Eckpunkte sind zwar beschlossen, bis daraus neue Regeln werden, dauert es aber noch. Trotzdem solltest Du am besten schon jetzt checken, ob Deine Leistung zu hoch gewählt ist. Mietest Du, mach Deine Vermieterin bzw. Deinen Vermieter darauf aufmerksam.

Nutz dafür diese Faustregel als ersten Eindruck:

Jahresverbrauch in kWh aus Deiner Abrechnung / Anschlussleistung in kW

Kommt ein Wert deutlich unter dem Idealwert 1.800 raus, dürfte Deine Anschlussleistung zu hoch sein. Wie weit Du die Leistung tatsächlich reduzieren kannst, lässt sich daraus aber nicht zuverlässig berechnen. Dafür sollte Dein tatsächlicher Leistungsbedarf geprüft werden.

Dabei hilft Dir z. B. der Heiz-Check der Verbraucherzentrale. Der kostet max. 40 € und eine Energieberaterin oder ein -berater prüft bei Dir vor Ort, was der optimale Wert ist.

Im Anschluss forderst Du Deinen Versorger schriftlich dazu auf, die Anschlussleistung auf Deinen Wunschwert zu reduzieren. Bei einer Reduzierung um bis zu 50 % musst Du auch keinen Nachweis vorlegen.

Fernwärme und allgemein sanieren?

Du rätselst gerade generell, welche Heizung für Dein Haus künftig ideal ist – und was Du sonst noch sanieren solltest? Dann lass Dir am besten einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen. Dafür empfehlen wir die Energieberatung von Enwendo, Fuchs & Eule, Novo und Senercon. 50 % der Beratungskosten bzw. max. 650 € kannst Du Dir fördern lassen.

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