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Neue Renten-Prognose: Drohen höhere Beiträge?

Die Rentenversicherung erwartet ab 2028 einen stärkeren Anstieg der Beiträge als bisher. Das könnte Dein Gehalt belasten – und ist ein Warnsignal für das Rentensystem.

Jan Scharpenberg Rente
Rentenprognose

Die gesetzliche Rente gerät zunehmend unter Druck – und könnte für Dich teurer werden. Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zeigen, dass der Beitragssatz schon 2028 auf 19,9 % steigen könnte. Aktuell liegt er bei 18,6 %.

Was bedeutet das für Dich? Kurzfristig vor allem höhere Abzüge vom Gehalt. Langfristig sind die Zahlen ein Hinweis darauf, wie wichtig die eigene Altersvorsorge bleibt.

Warum die Rentenversicherung höhere Beiträge erwartet

Ein wichtiger Faktor ist die demografische Entwicklung: Die Beiträge der Beschäftigten finanzieren die Renten der Menschen, die schon im Ruhestand sind. Steigen die Ausgaben für diese Menschen stärker als die Einnahmen über die Beiträge, muss die Lücke durch höhere Beiträge, Steuermittel oder Reformen geschlossen werden.

Und hier rechnet die DRV mit höheren Beiträgen als bislang erwartet. Das zeigt, wie stark der demografische Wandel inzwischen auf das Rentensystem wirkt.

So viel könnte Dich die Erhöhung kosten

Du und Dein Arbeitgeber zahlen die Beiträge jeweils zur Hälfte. Steigt der Beitragssatz von 18,6 % auf 19,9 %, erhöht sich Dein Anteil also um 0,65 Prozentpunkte. Bei einem Bruttogehalt von 4.000 € im Monat wären das rund 26 € höhere Rentenbeiträge pro Monat, im Jahr 312 €.

Wichtig dabei: Die tatsächliche Einbuße beim Nettogehalt fällt etwas geringer aus. Denn Rentenbeiträge werden steuerlich berücksichtigt, Du musst wegen der höheren Beiträge also auch etwas weniger Steuern zahlen.

Was die Prognose für Dich bedeutet

Die höheren Beitragsprognosen sind kein Grund zur Panik, aber dennoch kannst Du Dich spätestens ab 2028 auf etwas höhere Abzüge einstellen.

Vor allem zeigen die Zahlen aber, dass das Rentensystem zunehmend unter Druck gerät. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie gut Du fürs Alter aufgestellt bist. Halt Dir dazu diese vier Punkte vor Augen:

1. Rentenansprüche prüfen

Ein guter erster Schritt ist ein Blick auf Deine Rentenansprüche. Die kannst Du online bei der DRV einsehen. So erfährst Du schnell, mit welcher gesetzlichen Rente Du nach heutigem Stand rechnen kannst.

Ab 27 und nach mindestens fünf Beitragsjahren bekommst Du außerdem jedes Jahr eine Renteninformation mit einer Schätzung Deiner späteren gesetzlichen Rente. Hier kannst Du Dich fragen: Würde Dir dieser Betrag später zum Leben reichen? Falls nicht, ist das noch kein Grund zur Sorge – aber ein wichtiger Anlass, Dich mit Deiner privaten Altersvorsorge zu beschäftigen.

2. Frühzeitig zusätzlich vorsorgen

Ein Sparplan auf einen breit gestreuten ETF ist die einfachste Möglichkeit, langfristig Vermögen fürs Alter aufzubauen. Je früher Du anfängst, desto mehr bringt Dir der Zinseszinseffekt. Du brauchst dafür ein gutes Depot und einen passenden ETF. Wir empfehlen Dir als DepotanbieterTraders Place, Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital (Free Broker), Comdirect Pure Depot und Trade Republic. Für den Sparplan einen ETF auf den MSCI ACWI IMI, Vanguard FTSE All-World, iShares MSCI ACWI oder SPDR MSCI ACWI.

3. Gehaltserhöhungen clever nutzen 

Steigende Sozialabgaben bedeuten nicht automatisch, dass Du später weniger Vermögen aufbauen kannst. 

Eine einfache Strategie: Plan einen Teil künftiger Gehaltserhöhungen direkt für Deine Altersvorsorge ein. So fällt das Sparen oft leichter, als jeden Monat bewusst auf Konsum zu verzichten.

4. Betriebliche Altersvorsorge prüfen

Eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) kann durch Arbeitgeberzuschüsse und steuerliche Vorteile lohnen. Wichtig ist die Flexibilität: Wechselst Du den Arbeitgeber, lässt sich ein bestehender Vertrag nicht immer problemlos weiterführen oder übertragen.

Wenn Du im Lauf Deines Berufslebens häufiger den Job wechselst, können sich dadurch mehrere kleinere Verträge bei verschiedenen Arbeitgebern ansammeln. Deshalb solltest Du nicht nur auf den Arbeitgeberzuschuss schauen – auch Deine beruflichen Pläne und die konkreten Vertragsbedingungen spielen eine Rolle.

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Von Jan Scharpenberg, und Martha Falkenburger
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