Tipps & Tricks
Droht Dir durch KI eine neue Finanzkrise?
Kann der KI-Boom das Finanzsystem ins Wanken bringen? Diese Risiken solltest Du kennen.

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Kann der KI-Boom das Finanzsystem ins Wanken bringen? Diese Risiken solltest Du kennen.


Die großen Investitionen in KI begegnen Dir in den Medien regelmäßig. Microsoft, Meta, Amazon und Google stecken gewaltige Summen in KI. Und finanzieren das zum Teil mit Schulden. Das funktioniert, solange der Boom weitergeht. Aber was, wenn die Erwartungen nicht aufgehen?
Schauen wir erstmal, um wie viel Geld es geht: Laut der US-Bank Morgan Stanley könnten bis 2028 weltweit etwa 2,9 Bio. $ in Rechenzentren und die dazugehörige Hardware fließen.
Die Investitionen steigen außerdem rasant an. 2025 haben globale Tech-Konzerne demnach ca. 440 Mrd. $ investiert. Für 2026 sind bereits rund 740 Mrd. $ angekündigt – 68 % mehr. Einen Großteil können die Konzerne selbst bezahlen, laut Morgan Stanley etwa 1,4 Bio. $. Aber eben nicht alles, es bleibt eine Lücke von rund 1,5 Bio. $. Dafür nehmen die Firmen Kredite auf.

Welche Rolle der KI-Boom für die Aktienkurse spielt, hast Du bereits im Finanztip Newsletter erfahren. Der zweite Faktor ist, ob die beteiligten Firmen ihre Schulden bezahlen können.
Und der wird durch eine Besonderheit verschärft: sogenannte zirkuläre Beziehungen. Vereinfacht gesagt beteiligen sich Chip- und Cloudkonzerne an Firmen, die KI entwickeln oder Rechenzentren betreiben.
Die erhalten dadurch Geld, das sie wiederum bei den Geldgebern investieren, z. B. für Chips. Ein Teil der Nachfrage entsteht also aus Geld, das in der KI-Branche herumgereicht wird.
Das Geld kommt nicht von Kunden, die für KI bezahlen. Das Problem: Kommt kein Geld mehr nach, baut das Druck auf. Auf die Umsätze, die Firmenbewertungen und auch die Rückzahlung der Schulden.
Das heißt für Dich: Es gibt nicht nur ein Risiko für den Aktienmarkt und Deinen ETF, sondern auch für die Finanzmärkte im Allgemeinen.
Denn ein großer Teil der Kredite – Morgan Stanley schätzt bis 2028 ca. 800 Mrd. $ – kommt nicht klassisch von Banken oder dem Anleihenmarkt. Sondern aus dem sogenannten Private Credit. Das sind Kredite außerhalb des klassischen Bankensystems und öffentlicher Anleihenmärkte.
Dafür sammeln z. B. große Vermögensverwalter über Fonds Geld ein, z. B. von Pensionskassen oder Versicherungen. Und vergeben dann direkt Kredite an Firmen. Das ist für Dich und auch die Bankenaufsicht weniger transparent.
In den USA sind die Ausfallraten bei Private Credit zuletzt gestiegen. Aber: Die Risiken werden diskutiert und sind bekannt. Das ist ein wichtiger Unterschied zur Finanzkrise 2007/08.
Gleichzeitig haben solche Fonds, die Kredite geben, mehr Eigenkapital als klassische Banken. Eine Studie von Forschern der Columbia University zeigt, dass in Private Credit Fonds 65 bis 80 % Eigenkapital liegen. Bei US-Banken liegt diese Quote typischerweise bei nur 10 %. Die Fonds haben also selbst viel Geld, mit dem sie die Verluste im Zweifel tragen.
Trotzdem bleibt ein Risiko: Durch Private Credit können Kreditausfälle schnell über die Tech-Branche hinausreichen.
Versuch, Dich trotzdem nicht verrückt machen zu lassen und investier normal weiter. Und kümmer Dich um ein sicheres Tagesgeld, auf dem max. 100.000 € pro Person und Bank liegen. Dabei hilft Dir unser Tagesgeldvergleich.
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