Viele Selbstständige kennen das: In einem Monat ist die Auftragslage super, im nächsten eher mau. Das macht das Sparen für die Rente oft schwierig. Dabei müssen Selbstständige ohne gesetzliche Rente in aller Regel deutlich mehr privat vorsorgen als Angestellte.
Wenn Du Dir im Alter eine Alternative zur gesetzlichen Rente wünschst, ist ein weltweiter Aktien-ETF für Dich die flexibelste Option. Darüber hinaus sind zwei weitere Möglichkeiten oft im Fokus: Freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen ein oder eine Rürup-Rentenversicherung. Deshalb vergleichen wir diese Optionen für Dich.
Übrigens: Entscheidest Du Dich für einen ETF-Sparplan, kannst Du die Höhe des Sparplans einfach entsprechend Deiner Auftragslage einfach anpassen, z. B. bei Trader’s Place oder Smartbroker.
Wie funktionieren Rürup und freiwillige Rentenbeiträge?
- Rürup: Du schließt einen Vertrag ab und zahlst Du jeden Monat einen Versicherungsbeitrag. Im Alter bekommst Du dann eine lebenslange Rente. In unserem Ratgeber findest Du alle Vertragsformen und wichtige Infos.
- Freiwillige gesetzliche Rente: Bist Du selbstständig, kannst Du freiwillig Renten-Beiträge zahlen. Je mehr Du einzahlst, desto mehr Rentenpunkte bekommst Du. Die bestimmen später die Höhe der Rente. Auch für beitragsfreie Zeiten, wie die Kindererziehungszeiten, bekommst Du extra Rentenpunkte.
Steuerlich kaum Unterschied
Bei beiden Alternativen sparst Du beim Ansparen Steuern: Du kannst die Beiträge bis 30.826 € pro Jahr bzw. 61.652 € als Ehepaar (2026) absetzen. Im Alter versteuerst Du die Rente mit Deinem persönlichen Steuersatz. Allerdings sind die jährlichen Beiträge zur gesetzlichen Rente auf 18.860,40 € pro Person beschränkt.
Kosten und Flexibilität
Bei der gesetzlichen Rentenversicherung zahlst Du keine Abschluss- oder Verwaltungskosten und kannst Deine Beiträge kostenlos anpassen oder aussetzen. Im Gegensatz zur Rürup-Rente ist auch die Hinterbliebenenrente kostenfrei.
Bei Rürup-Verträgen zahlst Du zudem für Abschluss und die laufende Verwaltung Gebühren. Wir von Finanztip raten deshalb zu Fondspolicen mit geringen Effektivkosten, etwa von Europa oder der Sutor Bank. Vor allem Verträge mit einem günstigen Welt-ETF als Fonds lohnen sich.
Bei beiden gibt es Abstriche bei der Flexibilität. Denn Du kannst nicht kündigen, verkaufen und Dir das Geld nicht vorzeitig (frühstens mit 62 Jahren) auszahlen lassen. Möchtest Du mehr Flexibilität, lohnt sich eher ein ETF-Sparplan.
Wie viel Rente gibt es?
Die gesetzliche Rente berechnet sich aus der Summe Deiner Rentenpunkte und dem Wert pro Punkt. Der wird meist jährlich angepasst, entsprechend der Reallöhne. Grob kannst Du hier mit etwa 1,7 % pro Jahr rechnen.
Bei der Rürup-Versicherung kommt es ganz auf den Vertrag an. Investiert Deine Fondspolice z. B. in einen günstigen Welt-ETF, der etwa 6 % Rendite pro Jahr macht, sind Deine Rendite-Chancen höher als bei einer klassischen Police mit Garantie.
Wichtig: Wie auch bei einem normalen ETF-Sparplan, sollte Dein fondsgebundener Vertrag mind. 15 Jahre laufen.
Welche Lösung passt zu Dir?
Die Rürup-Rente als Fondspolice lohnt sich für Dich in der Selbstständigkeit am ehesten wenn Du langfristig ein hohes, stabiles Einkommen hast und im Alter einen niedrigen Steuersatz erwartest. Vor allem wenn Du jung damit startest, kannst Du so vom Zinseszinseffekt profitieren.
Schwankt Dein Einkommen, bist Du der Rente zeitlich schon näher oder bist Du nur ein paar Jahre selbstständig, dann punktet die gesetzliche Rente: mehr Flexibilität, keine Kosten und mehr Sicherheit.
Im Vergleich zu ETFs oder fondsabhängigen Policen ist es die konservativere Anlage. In unserem Ratgeber findest Du weitere Details.