ADAC-Mitgliedschaft & Alternativen Pannenhilfe: Muss es der ADAC sein?

Kathrin Gotthold-Hildebrandt
Kathrin Gotthold-Hildebrandt
Expertin Vorsorge und Versicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Finanztip hat die Pannenhilfe verschiedener Automobilclubs verglichen und empfiehlt die Tarife Mobil Premium und Premium Partner+ bei Mobil in Deutschland e.V., den ACE Classic sowie den Mobilschutz EURO der BAVC-Bruderhilfe.
  • Deutschlands größter Automobilclub, der ADAC, ist schon jetzt keine Finanztip-Empfehlung und wird ab 2027 noch teurer. Wann er für Dich ausnahmsweise trotzdem infrage kommt, liest Du hier.
  • Mit den richtigen Spartipps, etwa wenn Dir europaweiter statt weltweiter Schutz reicht, sparst Du gegenüber dem ADAC bis zu 57 Euro im Jahr.
  • Auch ein Schutzbrief Deiner Kfz-Versicherung kann als Pannenhilfe ausreichen – und ist oft deutlich günstiger als die Mitgliedschaft im Automobilclub.
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Pannenhilfe zum günstigen Preis – welche Autoclubs empfiehlt Finanztip?

Um bei einem Unfall oder einer Panne die Leistungen eines Automobilclubs zu bekommen, muss es keineswegs zwingend der ADAC sein. Es gibt eine Reihe weiterer Automobilclubs, die bei der reinen Pannenhilfe mit dem Platzhirsch ADAC mithalten oder ihn sogar übertreffen können – auch wenn der ADAC über die Pannenhilfe hinaus noch weitere Club-Leistungen bietet.

Für Singles empfiehlt Finanztip die Tarife mobil Premium von Mobil in Deutschland, ACE Classic und den Mobilschutz EURO der BAVC-Bruderhilfe. Am günstigsten ist mobil Premium mit 68 Euro im Jahr, gefolgt von ACE Classic (82 Euro) und dem Mobilschutz EURO (84,50 Euro).

Für Familien empfiehlt Finanztip die Tarife ACE Classic (82 Euro), mobil Premium Partner+ von Mobil in Deutschland (88 Euro) und den Mobilschutz EURO der BAVC-Bruderhilfe (93,50 Euro). Am günstigsten ist ACE Classic: Der Tarif unterscheidet nicht zwischen Einzel- und Partnertarif, Partner und minderjährige Kinder sind automatisch und ohne Aufpreis mitversichert.

Nachdem wir die Leistungen bei allen Autoclubs geprüft haben, haben wir die Beiträge für Einzel- und Familien-/Paartarife abgefragt. Die genannten drei Tarife erfüllen alle Mindestkriterien und bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Unsere Mindestkriterien, die alle Pannendienstleister erfüllen mussten:

  • europaweite Hilfe
  • Kostenübernahme Pannenhilfe: unbegrenzt, dabei ist es in Ordnung, wenn die Kosten für selbst organisierte Hilfe begrenzt sind
  • Kostenübernahme Abschleppdienst: unbegrenzt, dabei ist es in Ordnung, wenn die Kosten für selbst organisierte Hilfe begrenzt sind
  • Kostenübernahme für Übernachtungen, wenn eine Weiterfahrt nicht am selben Tag möglich ist: mindestens 75 Euro pro Nacht, mindestens drei Nächte
  • Mietwagen für mindestens drei Tage und mindestens 50 Euro pro Tag
  • Taxigeld für Kurzfahren: 50 Euro

Diese Pannenhelfer stehen Dir zur Seite


ADAC schneidet beim isolierten Blick auf Pannenhilfe schwächer ab

Bei ADAC Plus und ADAC Premium ist die Kostenübernahme beim Abschleppen auf 300 Euro gedeckelt, sobald ein Partnerunternehmen statt der eigenen ADAC-Pannenhilfe zum Einsatz kommt. Eine unbegrenzte Alternative gibt es dafür nicht – damit erfüllen die ADAC-Tarife nicht unsere Mindestkriterien für eine empfehlenswerte Pannenhilfe.

Dafür bietet der ADAC über die reine Pannenhilfe hinaus weitere Club-Leistungen, etwa Rechtsschutz, die bei den stärker auf Pannenhilfe fokussierten Empfehlungen in dieser Form nicht enthalten sind.

Wie sparst Du bei der Wahl Deines Pannendienstes?

Ob Familientarif zum Singlepreis oder ein Neukundenrabatt mit versteckter Mindestlaufzeit: Bei der Wahl des passenden Pannendienstes gibt es einiges zu beachten. Die folgenden fünf Spartipps zeigen Dir, worauf es ankommt – gegenüber dem ADAC sparst Du damit bis zu 57 Euro im Jahr.

Spar-Tipp 1: Brauchst Du überhaupt eine Mitgliedschaft?

Bevor Du Tarife vergleichst, lohnt sich die Grundsatzfrage: Brauchst Du überhaupt eine eigene Mitgliedschaft? Okay, Du hast wahrscheinlich ein Auto – sonst würdest Du das hier nicht lesen. Aber: Hast Du einen Neuwagen, ist Pannenhilfe oft schon über die Herstellergarantie abgedeckt – meist kostenlos für die ersten zwei Jahre, meist unter der Bedingung einer regelmäßigen Wartung in einer Vertragswerkstatt

Auch ein Schutzbrief Deiner Kfz-Versicherung kann als Pannenhilfe ausreichen und ist mit rund 15 Euro im Jahr oft deutlich günstiger als eine Club-Mitgliedschaft. Mehr dazu liest Du in den Abschnitten Mobilitätsgarantie und Schutzbriefe weiter unten in diesem Text.

Wieviel kostet Dich eigentlich Dein Auto jedes Jahr? Mach den Finanztip-Autokosten-Check.

Spar-Tipp 2: Wann reicht Dir auch als Familie ein Single-Tarif?

Wer eine Familie hat, benötigt nicht zwingend einen Partnertarif. Ausschlaggebend ist vielmehr, wer das Auto nutzt.

Bei der Finanztip-Empfehlung ACE Classic stellt sich die Frage gar nicht: Der Beitrag von 82 Euro ist für Einzelpersonen und Familien identisch – Partner und minderjährige Kinder sind automatisch und ohne Aufpreis mitversichert. Wer sich für diesen Tarif entscheidet, bekommt den vollen Familienschutz zum Singlepreis.

Bei unserer Empfehlung, dem Einzeltarif mobil Premium, gilt dagegen: Für 68 Euro im Jahr gibt es keine der genannten Leistungen für den Partner, und keine Pannenhilfe, wenn jemand anderes mit dem Auto unterwegs ist. Wer das absichern will, braucht den Partnertarif mobil Premium Partner+ für 88 Euro.

Allgemein gilt für Familien: Ein meist günstigerer Einzeltarif reicht aus, wenn:

  • nur eine Person – das Mitglied selbst – das Auto fährt
  • die Familie zwar mitfährt, aber nicht selbst am Steuer sitzt: Personenbezogene Leistungen wie Übernachtungskosten gelten dann trotzdem für alle Mitreisenden und für minderjährige Kinder

Ein Familien- oder Partnertarif lohnt sich hingegen, wenn:

  • mehrere Personen abwechselnd dasselbe Auto fahren – sonst gibt es keine Pannenhilfe, wenn der Partner allein unterwegs ist
  • auch Leistungen wie Krankenrücktransport für den Partner gelten sollen; das hängt vom Tarif ab und ist sonst häufig nur für das Mitglied selbst eingeschlossen
    • Mögliche Ersparnis gegenüber ADAC: bis zu 82 Euro im Jahr
      Familie zum Singlepreis: spare 82 Euro im Jahr – ADAC Plus für Familien (maximal 164 Euro) gegenüber ACE Classic (82 Euro)

Weitere Tipps zum Sparen als Familie liest Du im Finanztip-Ratgeber Wichtige Versicherungen für Familien.

Spar-Tipp 3: Wie weit bist Du mit dem Auto unterwegs?

Die wenigsten brauchen tatsächlich eine weltweite Pannenhilfe. Für die meisten reicht eine europaweite Absicherung – zumal darin bei vielen Tarifen auch außereuropäische Nachbarstaaten am Mittelmeer automatisch mit eingeschlossen sind, etwa Marokko, Tunesien oder die Türkei.

  • Fährst Du im europäischen Ausland, aber nicht weltweit: Zwei unserer drei Empfehlungen – ACE Classic und der Mobilschutz EURO der BAVC-Bruderhilfe – gelten ohnehin nur europaweit. Du zahlst dort also nicht für eine weltweite Absicherung, die Du gar nicht brauchst. Nur mobil Premium gilt weltweit.
  • Bist Du mit dem Auto nie außerhalb Deutschlands unterwegs, reichen noch günstigere Tarife wie AvD Help für 49 Euro. Wichtig: Dieser Tarif erfüllt unsere Mindestkriterien nicht, weil er keine europaweite Pannenhilfe bietet – gehört also nicht zu unseren Empfehlungen, kann aber für reine Inlandsfahrten ausreichen.
    • Mögliche Ersparnis gegenüber ADAC: bis zu 57 Euro im Jahr
      Europa statt Welt: spare 57 Euro im Jahr – ADAC Premium (139 Euro) gegenüber ACE Classic (82 Euro)
      Deutschland statt Europa: spare 45 Euro im Jahr – ADAC Plus (94 Euro) gegenüber AvD Help (49 Euro)

Nicht nur der Geltungsbereich, auch Deine gefahrenen Kilometer wirken sich auf Deine Mobilitätskosten aus: Wie Du mit weniger Kilometern deutlich bei der Kfz-Versicherung sparst, liest Du im Finanztip-Ratgeber Fahrleistung.

Spar-Tipp 4: Neukundenrabatte mit Mindestlaufzeit vergleichen

Immer wieder gilt: genau rechnen bei Rabatten! Viele Anbieter locken mit einem günstigeren Erstjahresbeitrag – der Vergleich lohnt sich aber erst über die gesamte Laufzeit. Befristete Angebote etwa: Für ACE Classic und AvD Help Plus gibt es jeweils rund die Hälfte Rabatt im ersten Jahr (41 Euro beziehungsweise 46 Euro), doch der AvD bindet Dich dafür zwei Jahre lang. ACE ist ohne eine solche Mindestlaufzeit. 

Rechnest Du den AvD-Tarif über die volle Bindungsdauer, ist der Rabatt weniger wert, als es beim niedrigen Erstjahrespreis auf den ersten Blick wirkt. Du kannst außerdem länger nicht wechseln, selbst wenn ein günstigerer Tarif dazukommt – oder sich Deine Lebensumstände ändern.

Kleiner Reminder: Diese Rabattpreise waren nicht Teil unseres Tests – unsere Empfehlungen basieren durchgehend auf den regulären Jahresbeiträgen (82 Euro für ACE Classic, 92 Euro für AvD Help Plus).

  • Mögliche Ersparnis gegenüber ADAC: bis zu 53 Euro im ersten Jahr
    Ohne Mindestlaufzeit: spare 53 Euro im ersten Jahr – ADAC Plus (94 Euro) gegenüber ACE Classic im Rabattjahr (41 Euro)
    Mit zweijähriger Mindestlaufzeit: spare 48 Euro im ersten Jahr – ADAC Plus (94 Euro) gegenüber AvD Help Plus im Rabattjahr (46 Euro), aber Du bist an AvD für zwei Jahre gebunden

Spar-Tipp 5: Auslandskrankenversicherung, Rechtsschutz und Co. – prüfe, was Du schon hast

Automobilclub ist nicht gleich Automobilclub: Manche Mitgliedschaften bündeln neben der reinen Pannenhilfe noch weitere Leistungen, etwa eine Auslandskrankenversicherung wie bei der ADAC-Premium-Mitgliedschaft, Verkehrsrechtsschutz oder die Bereitstellung von Notgeld, Kreditkarten oder das Nachsenden von Hilfsmitteln. Diese Zusatzleistungen haben wir in unserem Pannenhilfe-Test nicht berücksichtigt.

  • Mögliche Ersparnis gegenüber ADAC: bis zu 54,50 Euro im Jahr
    Ohne Zusatzleistungen: spare 54,50 Euro im Jahr – ADAC Premium (139 Euro) gegenüber Mobilschutz EURO der BAVC-Bruderhilfe (84,50 Euro)

Bevor Du Dich für einen teureren Tarif entscheidest, lohnt sich ein Blick darauf, ob Du solche Zusatzleistungen nicht schon anderweitig hast – etwa über eine bestehende Reise- oder Rechtsschutzversicherung. Dann reicht meist der günstigere, auf reine Pannenhilfe fokussierte Tarif. Brauchst Du sie dagegen wirklich, kann sich eine umfassendere – und teurere – Mitgliedschaft wie beim ADAC lohnen. Wofür sich der ADAC konkret eignet, zeigt der folgende Abschnitt.

Für wen kann eine Mitgliedschaft beim ADAC sinnvoll sein?

Verglichen mit unseren Empfehlungen ist der ADAC teurer und beim Abschleppen auf 300 Euro gedeckelt, sobald ein Partnerunternehmen zum Einsatz kommt. Trotzdem kann sich die Mitgliedschaft lohnen. Etwa, wenn:

  • Du neben Deinem Auto auch Dein Fahrrad mit Pannenhilfe absichern willst: Seit dem 1. Juni 2022 ist Pannenhilfe fürs Fahrrad inklusive
  • Du Auto, Fahrrad und Reiseleistungen lieber bei einem einzigen Anbieter bündeln willst, statt mehrere spezialisierte Clubs zu kombinieren
  • Du auf ein besonders großes, deutschlandweites Servicenetz setzen willst: Der ADAC ist mit rund 22 Millionen Mitgliedern und über 1.700 eigenen Straßenwachtfahrzeugen der mit Abstand größte Automobilclub Deutschlands

In der Mitgliedschaft enthalten sind unter anderem folgende Services:

  • Pannenhilfe, Abschleppdienst
  • Übernachtungen nach Fahrzeugausfall finden und die Kosten übernehmen
  • Krankenrücktransport organisieren und die Kosten übernehmen
  • Leihwagen stellen
  • seit 1. Juni 2022 auch Pannenhilfe fürs Fahrrad

Was Du genau an Leistungen erwarten kannst, hängt von der Art Deiner Mitgliedschaft ab. Diese reicht vom Basisschutz bis zur Premium-Mitgliedschaft. Natürlich unterscheiden sich die Mitgliedschaften nicht nur in ihren Leistungen, sondern auch im Preis.

Wie hoch sind ADAC-Kosten?

Je mehr Leistungen Du möchtest, desto teurer die Mitgliedschaft.

ADAC-Mitgliedschaften im Überblick

 ADAC BasisADAC Basis Preis ab 2027ADAC PlusADAC Plus Preis ab 2027ADAC PremiumADAC Premium Preis ab 2027
Preis pro Jahrab 54 €1ab 64 €1ab 94 €1114 €1ab 139 €1174 €1
GeltungsbereichDeutschlandDeutschlandEuropaEuropaweltweitweltweit
maximale Kostenübernahme:      
Pannenhilfe durch den ADAC selbstunbegrenztunbegrenztunbegrenztunbegrenztunbegrenztunbegrenzt
Pannenhilfe über ein Partnerunternehmen2300 €300 €300 €300 €300 €300 €
Leistungen nach Fahrzeugausfall oder -diebstahl:      
Übernachtung0 €0 €85 €285 €285 €285 €2
Mietwagen pro Tag0 €0 €52 €352 €352 €352 €3
Taxifahrten0 €0 €50 €50 €50 €50 €

1 Beitrag für eine Person
2 Pro Nacht und Person; maximal drei Nächte, mindestens 50 Kilometer vom Wohnort entfernt
3 Kosten pro Tag, für maximal sieben Tage; alternativ bekommst Du maximal 500 Euro oder Bahnfahrt 1. Klasse oder Flugkosten ab 1.200 Kilometer; mietkostenfreies ADAC ClubMobil, wenn verfügbar
Quelle: ADAC (Stand: 30. Juli 2026)

Bei der Premium-Mitgliedschaft gehören eine weltweite Auslandskrankenversicherung und weitere Serviceleistungen dazu.

Hinweis: Ab 2027 will der ADAC seine Mitgliedsbeiträge erhöhen. Die Basis-Mitgliedschaft kostet dann 64 Euro statt 54 Euro, die Plus-Mitgliedschaft 114 Euro statt 94 Euro und die Premium-Mitgliedschaft 174 Euro statt 139 Euro pro Jahr. Wenn Du über eine ADAC-Mitgliedschaft nachdenkst, solltest Du deshalb auch die neuen Beiträge mit den Alternativen vergleichen.

Ein Schutzbrief vom ADAC auch für zuhause?

Seit einiger Zeit wirbt der ADAC auch für den Zuhause-Schutzbrief. In diesem werden die Leistungen auf Dein Haus oder Deine Wohnung ausgeweitet und haben mit einer Autopanne nichts mehr zu tun. Vielmehr beinhaltet er unter anderem:

  • Schlüsselnotdienst
  • Rohrreinigungsservice
  • Entfernen von Wespen- und Hornissennestern
  • Schädlingsbekämpfung
  • Notfall-Installateur-Service für Elektro, Heizung und Sanitär
  • Betreuung von Kindern und Haustieren im Notfall
  • juristische Erstberatung rund ums Wohnen und Bauen

Die Absicherung gibt es im normalen Tarif Exklusiv und einem Premium-Tarif mit weiteren Leistungen wie beispielsweise eine Haushaltshilfe für die Familie, wenn Du aufgrund eines Unfalls im Krankenhaus liegst. Der Schutz kostet für ADAC-Mitglieder 50 Euro beziehungsweise 75 Euro, wer kein Mitglied ist, bekommt das Exklusiv-Paket für 56 Euro pro Jahr, die Premium-Absicherung für jährlich 84 Euro.  

Ähnliche Angebote gibt es auch bei anderen Anbietern, vor allem Versicherungen. Unsere Pannenhilfe-Empfehlungen mobil und ACE bieten solche Leistungen nicht. Du brauchst sie aber auch nicht: 

Geht Dein Geschirrspüler kaputt, hast Du unter Umständen eine Gewährleistung oder Garantie vom Hersteller oder Verkäufer. Geht in Deiner Wohnung etwas kaputt, ist, zumindest für Mieter, der Vermieter zuständig. Hast Du versehentlich einen Defekt verursacht, ist das ein Fall für Deine Hausratversicherung. Kannst Du aufgrund einer schweren Krankheit den Haushalt länger nicht schmeißen, übernimmt Deine gesetzliche Krankenversicherung die Kosten einer Haushaltshilfe unter bestimmten Voraussetzungen. Nach einem Unfall wäre das eine Leistung der Unfallversicherung.

Fazit: Diese Leistungen sind in der Regel unnötig oder werden zum Teil von anderen Versicherungen übernommen. Die zum Teil recht hohen Beiträge kannst Du Dir also sparen.

Rauswurf? Preisanhebung? Was passiert, wenn Du häufig Pannenhilfe brauchst?

Eine Sperrliste unliebsamer Kunden führen Pannendienste und Versicherer mit Schutzbriefen nicht, haben sie gegenüber Finanztip mitgeteilt. Doch eine kleine Finanztip-Umfrage zeigt: Probleme kann es geben, wenn Du immer wieder wegen desselben, nicht reparierten Defekts Hilfe brauchst.

Um die Folgen abzuschätzen, was passiert, wenn ein Autofahrender häufig den Pannendienst ruft, hat Finanztip Pannenhelfer sowie Versicherer mit Schutzbriefen dazu befragt: Den ADAC, den ACE, die Allianz, die WGV und die Huk24. 

Ergebnis: Keiner der von uns angefragten Anbieter gab an, eine Sperrliste mit unerwünschten Kunden zu führen, die wegen zu vieler gemeldeter Schäden künftig keine Leistungen mehr erhalten sollen. Wer wegen einer Panne anruft, müsse außerdem nicht automatisch mit höheren Beiträgen oder einer Kündigung rechnen. 

Kritisch kann es jedoch werden, wenn wiederholt derselbe bekannte Defekt auftritt und nicht behoben wird. In solchen Fällen können Anbieter den Vorgang prüfen, weitere Hilfe genau für diesen Defekt ablehnen, zusätzliche Kosten verlangen oder den Fall insgesamt zurückweisen.

Beim ADAC gibt es in der Basis-Mitgliedschaft seit 2020 formal eine Grenze von vier kostenfreien Pannenfällen pro Kalenderjahr. Auch wenn die gleiche Leistung wegen derselben Ursache mehrfach erbracht wird, kann die Hilfe kostenpflichtig werden. Laut Angabe des ADAC gegenüber Finanztip wird diese Regel aktuell nicht strikt umgesetzt. Für Plus- und Premium-Mitglieder ist die Zahl der Pannenhilfen zudem nicht gedeckelt. Aber: Bei übermäßiger Nutzung kann der ADAC nach einem Schadensfall den Versicherungsanteil kündigen und die Mitgliedschaft auf Basis umstellen.

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Mobilitätsgarantie: Hast Du einen Neuwagen?

Wenn Du einen Neuwagen kaufst, bekommst Du vom Hersteller eine Mobilitätsgarantie. Das ist inzwischen gängige Praxis bei vielen Autoherstellern. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht jedoch nicht. 

Die Leistungen der Mobilitätsgarantie können sich je nach Hersteller unterscheiden. Normalerweise gehört dazu neben der Pannenhilfe auch das Abschleppen zur Werkstatt und ein Leihwagen. Dieser Service ist für die ersten beiden Jahre sogar kostenlos. Allerdings ist der Service an einige Bedingungen geknüpft, wie die regelmäßige Wartung in einer Vertragswerkstatt. Dafür sparst Du Dir die Beiträge für Automobilclub oder Schutzbrief.

Schutzbriefe: Pannenhilfe für wenig Geld?

Ist die Mobilitätsgarantie Deines Fahrzeugs abgelaufen oder möchtest Du Dein Auto nicht immer zum Vertragshändler bringen, kann ein Schutzbrief Deiner Kfz-Versicherung die beschriebenen Leistungen ersetzen. Er kostet bei Direktversicherern im Schnitt etwa 15 Euro im Jahr zusätzlich zur Kfz-Versicherung. Zur Erinnerung: Der Jahresbeitrag für die ADAC-Mitgliedschaft beträgt mindestens 54 und maximal 139 Euro – je nachdem, ob die Pannenhelfer nur in Deutschland oder weltweit ausrücken sollen.

Ein Schutzbrief Deiner Versicherung bietet ähnliche Leistungen wie ein Automobilclub. Bei der R+V Direktversicherung (R+V24) zum Beispiel bekommst Du neben dem Abschleppen Deines Fahrzeugs auch die Kosten für Übernachtung und Mietwagen – all das allerdings nur bis zu einer gewissen Obergrenze.

Die folgende Tabelle zeigt als Beispiel die Leistungen des Schutzbriefes von R+V24 im Vergleich zur ADAC-Mitgliedschaft. Wichtig dabei: Schutzbriefe sichern immer nur ein bestimmtes Fahrzeug ab, während die Leistungen des ADAC zwar an das einzelne Mitglied gebunden, aber unabhängig vom benutzten Auto sind.

Schutzbrief (R+V24) im Vergleich zur ADAC-Mitgliedschaft

 SchutzbriefADACADAC Plus
GeltungsbereichEuropaDeutschlandEuropa
Pannenhilfe150 €1300 €2300 €2
Abschleppen200 € 300 € 300 € 
Übernachtung100 €30 €85 €3
Mietwagen pro Tag70 €40 €52 €4
Taxifahrten50 €0 €50 €

1 unbegrenzt, wenn Pannenhilfe über Anbieter organisiert wurde
2 unbegrenzt bei Hilfe durch gelbe Engel 
3 pro Nacht und Person; maximal drei Nächte
4 pro Tag; maximal sieben Tage
Quelle: R+V24, ADAC (Stand: 21. April 2026)

So haben wir die Leistungen von Pannendiensten getestet

Wir haben nach einer Google-Suche acht Automobilclubs und Mobilitätsanbieter mit insgesamt 16 Tarifen geprüft, anhand unserer Mindestkriterien für Pannenhilfedienste:

  • europaweite, unbegrenzte Kostenübernahme bei organisierter Pannenhilfe und organisiertem Abschleppen,
  • mindestens drei Hotelnächte à 75 Euro,
  • mindestens drei Tage Mietwagen à 50 Euro pro Tag sowie
  • mindestens 50 Euro Taxigeld.

Grundlage waren die Vertragsbedingungen der Anbieter; bei Unklarheiten haben wir schriftlich bei den Anbietern nachgefragt und deren Antworten mit den Bedingungen abgeglichen.

Zwölf der 16 geprüften Tarife erfüllten alle Mindestkriterien. Bietet ein Anbieter mehrere passende Tarife an, haben wir für den Preisvergleich nur den jeweils günstigsten herangezogen – teurere Tarife desselben Anbieters bieten meist nur Zusatzleistungen oberhalb unserer Mindestanforderungen. 

Nachdem wir diese Leistungen bei allen Autoclubs geprüft haben, haben wir die Beiträge für Einzel- und Familien-/Paartarife abgefragt. 

Empfohlen haben wir jeweils die Top 3 günstigsten Tarife für Singles sowie für Familien/Paare. Die Grenze haben wir dort gezogen, wo der nächste Preissprung deutlich größer ausfiel – der Preisaufschlag zum nächstgünstigeren Tarif sollte gering bleiben, bei erkennbarem Leistungsmehrwert.

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