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Rekordrenditen bei Anleihen: Das ist der Haken

Die Renditen von Staatsanleihen sind stark gestiegen – auch bei sehr sicheren Papieren. Solltest Du also investieren? Was Du vorher wissen solltest.

Timo Halbe
Timo Halbe Geldanlage
Geldanstieg

Etwa 3,5 % p. a. über zehn Jahre – und das bei einer sehr sicheren Geldanlage: Dem deutschen Staat Geld zu leihen, bringt momentan ordentlich Rendite. Und zwar die beste seit ca. 15 Jahren. Trotzdem solltest Du Dir gut überlegen, ob Du investierst.

Darum sind die Renditen gestiegen

Gleich mehrere Ursachen sorgen für die höheren Renditen. Der wichtigste Grund sind die gestiegenen Energiepreise. Sie erhöhen die Sorge, dass die Inflation hoch bleibt.

Das wirkt sich doppelt aus. Steigt die Inflation, kostet Dich das Rendite. Dafür wollen Anlegerinnen und Anleger einen Ausgleich bei Geldanlagen mit festem Zins.

Steigender Leitzins wirkt sich auf Anleihen aus

Durch die hohen Energiepreise erhöhen Notenbanken wie vergangene Woche die EZB und in dieser Woche auch die Fed die Leitzinsen. Das erhöht das Zinsniveau am gesamten Markt und auch neue Anleihen werden mit höheren Zinsen ausgegeben.

Ältere Anleihen mit niedrigerem Zins werden dann unattraktiver. Ihre Kurse fallen – und die Rendite steigt.

Kurs fällt, Rendite steigt

Moment: Die Kurse fallen, aber die Rendite steigt? Das klingt paradox, vor allem im Vergleich zu Aktien-ETFs. Die Rendite beschreibt bei Anleihen aber, wie viel Du rausholen kannst, wenn Du die Anleihe jetzt kaufst und dann hältst, bis sie fällig ist.

Sinkt der Kurs, kaufst Du günstiger ein. Und machst so am Ende mehr Rendite im Vergleich zu einem höheren Kurs – sofern Du die Anleihe bis zum Schluss hältst.

Das sorgt noch für höhere Renditen

Zwei weitere Faktoren lassen die Renditen auch steigen:

  • Viele Staaten brauchen Geld. Deshalb bringen sie Anleihen auf den Markt. Damit sie dort Geld bekommen, müssen die Zinsen gut sein. Gute neue Zinsen senken dann den Kurs älterer Anleihen
  • Notenbanken kaufen weniger Staatsanleihen als früher, dadurch ist die Nachfrage geringer. Deshalb sinken die Kurse und die Rendite steigt

Das passiert bei Anleihen-ETFs

Die sinkenden Kurse wirken sich auch auf Anleihen-ETFs aus – denn auch deren Kurse fallen, wenn die Renditen steigen. Deshalb empfiehlt Finanztip solche ETFs nicht als Sicherheitsbaustein.

Wir finden: Ein guter Sicherheitsbaustein sollte möglichst keinen Schwankungen unterliegen. Setz dafür auf Tagesgeld, Festgeld oder auch einen Geldmarkt-ETF. Speziell mit Festgeld bekommst Du im Regelfall sowieso höhere Zinsen als bei Anleihen drin sind:

Bei Geldmarkt-ETFs spürst Du solche Schwankungen deutlich weniger. Sie halten entweder sehr kurz laufende Anleihen oder bilden einen kurzfristigen Referenzzins der EZB nach. Deswegen spürst Du die aktuellen Entwicklungen bei den Staatsanleihen in Deinem Geldmarkt-ETF fast gar nicht.

Unsere Empfehlungen findest Du in unserem Geldmarkt-ETF-Ratgeber.

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