Loslegen mit ETFs: So schaffst Du den Anfang
Expertengespräch am 09.07.2026
Sichere Dir als Finanztip Unterstützer für 8 €/Monat regelmäßig Deinen direkten Draht zu unseren Experten im Finanztip-Expertengespräch.
Das Wichtigste in Kürze
Klickst Du auf eine Empfehlung mit *, unterstützt das unsere Arbeit. Finanztip bekommt dann eine Vergütung. Empfehlungen sind aufwändig recherchiert und basieren auf den strengen Kriterien der Finanztip-Expertenredaktion. Mehr Infos
Kostengünstig, einfach und breit gestreut: ETFs haben einen guten Ruf und können Dir helfen, Dein Vermögen langfristig aufzubauen – auch als Altersvorsorge. Wie die beliebte Anlage funktioniert und welcher ETF für Dich der richtige sein könnte, darum geht es in diesem Ratgeber.
ETFs oder Exchange Traded Funds sind börsengehandelte Fonds, die meistens die Wertentwicklung eines Index wie den Dax oder den MSCI World abbilden. Ein solcher Börsenindex ist eine Gruppe von mehreren Wertpapieren. Im einfachsten Fall nimmt eine Fondsgesellschaft Dein Geld und das der anderen Anlegerinnen und Anleger und kauft dafür all jene Wertpapiere, die in diesem Index enthalten sind. Die Idee beim ETF ist also: Du kaufst ein einziges Wertpapier – den ETF – und beteiligst Dich damit an ganz vielen anderen Wertpapieren, in die der ETF das angelegte Geld steckt.
Meist handelt es sich um Aktien oder Anleihen. Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Bei einer Anleihe leihen Anlegerinnen und Anleger einem Unternehmen oder einem Staat Geld und bekommen dafür Zinsen. Sind die Begriffe neu für Dich, findest Du eine genaue Erklärung dazu in unseren Ratgebern zu Aktien und Anleihen.
Wie baut der ETF nun einen Börsenindex nach? Nehmen wir als Beispiel den deutschen Aktienindex Dax: Dieser Index zeigt an, wie viel die 40 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland wert sind. Ein ETF, der den Dax abbildet, würde nun genau diese 40 Aktien nachkaufen – und sich dann genauso im Wert entwickeln wie der Dax.
Ein Aktienindex fasst oft diejenigen Unternehmen zusammen, die an der Börse am meisten wert sind – also deren Börsenkurs multipliziert mit der Anzahl an Aktien den größten Betrag oder Börsenwert ergibt. Das sind gleichzeitig die bei der breiten Masse an Investierenden beliebtesten Unternehmen. Man spricht daher auch davon, dass ein Aktienindex „den Markt abbildet“.
Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Wertpapiere klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investierenden. Mit einem ETF kannst Du einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Du folgst der Mehrheit.
Welche Aktien oder Anleihen im Index und somit im ETF landen, wird mehrmals jährlich überprüft. Ändert sich die Zusammensetzung des Index, bessert auch der ETF nach. Bei den großen Indizes wie dem MSCI World oder dem FTSE All-World finden die Anpassungen vierteljährlich statt. Beim Dax gibt es halbjährlich eine solche Anpassung.
Die Begriffe Indexfonds und ETF werden oft gleichbedeutend benutzt. Es gibt aber einen Unterschied. Ein Fonds kann auch einen Index nachbilden, ohne börsengehandelt zu sein. Damit wäre er kein ETF, Du könntest den Indexfonds nur direkt von der Fondsgesellschaft bekommen und an sie verkaufen. Der Preis würde bloß einmal pro Börsentag festgestellt.
Ebenso werden ETFs oft automatisch mit passivem Investieren gleichgesetzt. Bei den meisten ETFs stimmt das auch. Sie bauen – wie in diesem Ratgeber beschrieben – einen Börsenindex einfach nach. Bei einem kleinen Teil von ETFs stellt aber ein aktives Management die Wertpapiere zusammen. Das führt bei diesen aktiven ETFs zu den gleichen Nachteilen wie bei aktiven nicht-börsengehandelten Fonds: häufig schlechtere Ergebnisse, aber höhere Kosten.
ETFs gehen unterschiedlich an die Aufgabe heran, einen Börsenindex nachzubilden. Man unterscheidet zwei verschiedene Bauarten und zwei verschiedene Wege, mit Ausschüttungen umzugehen. Das stellen wir im Folgenden vor.
Physischer ETF - Kauft ein ETF einfach genau die Wertpapiere wie Aktien im Index, sprechen Fachleute von einem „physisch replizierenden“ ETF. Sie sind bei Anlegerinnen und Anlegern in der Regel sehr beliebt, weil sie verständlich und transparent daherkommen: Man weiß immer genau, in welche Wertpapiere sie gerade Geld investiert haben. Es kann auch vorkommen, dass ein ETF nicht alle Wertpapiere tatsächlich kauft, sondern nur eine optimierte Auswahl. Der englische Begriff dafür ist optimized sampling.
Synthetischer ETF - Statt Wertpapiere einzeln nachzukaufen, kann sich der ETF-Anbieter die gewünschte Wertentwicklung auch von einer Bank zusichern lassen. Im Gegenzug erhält die Bank einen Korb bekannter Aktien oder Anleihen vom ETF-Anbieter. Dieser Tausch kann für beide Beteiligte am Ende günstiger sein.
Die Wertpapiere, die der ETF hält, schütten regelmäßig Geld an die Anlegerinnen und Anleger aus. Bei Anleihen sind dies Zinsen, bei Aktien Dividenden. Letztere sind ein Anteil des Unternehmensgewinns. ETFs können diese Ausschüttungen auf zwei Arten nutzen:
Wiederanlegender ETF - Ein solcher ETF investiert die Ausschüttungen automatisch wieder in das Fondsvermögen. Der Fachbegriff dafür ist thesaurierender ETF. Diese ETFs eignen sich, wenn Du langfristig Vermögen aufbauen willst. Denn so profitierst Du davon, dass die Ausschüttungen wiederum Renditen erzielen. Man spricht vom Zinseszinseffekt. Der ist Dein größter Freund, wenn es um den Vermögensaufbau für den Ruhestand geht.
Ausschüttender ETF - Ein solcher ETF sammelt die Zinsen und Dividenden der gehaltenen Wertpapiere und zahlt sie regelmäßig an die Anlegerinnen und Anleger aus. Meist passiert das zweimal im Jahr. Wichtig: Die Ausschüttung verringert den Wert, der im Fonds steckt. Dementsprechend ist der Zinseszinseffekt kleiner als bei wiederanlegenden Fonds. Dafür kannst Du mit der Ausschüttung machen, was Du möchtest, zum Beispiel Deinen Sparerpauschbetrag besser nutzen.
Möchtest Du langfristig Vermögen aufbauen, setzt Du am einfachsten auf einen wiederanlegenden ETF, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren.
Häufig ist mit dem Begriff ETF ein Aktien-ETF gemeint. Denn das ist die Variante, die gut zum Vermögensaufbau geeignet ist und deshalb stark zur Beliebtheit von ETFs beigetragen hat.
Allerdings gibt es auch andere ETF-Arten, insbesondere Anleihen-ETFs und Geldmarkt-ETFs. Sie spielen eher eine Rolle als Stabilitätsanker beziehungsweise Sicherheitsbaustein und können eine Alternative zu Tagesgeld und Festgeld sein. Wieder andere ETFs beziehen sich auf Rohstoffe oder mischen mehrere Wertpapierarten. Und auch innerhalb all dieser Gruppen gilt: ETF ist nicht gleich ETF.
Die folgende Grafik gibt Dir einen Überblick, in welchen Eigenschaften sich ETFs unterscheiden.
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 2026)
Die unterschiedlichen ETF-Arten sollten Dich aber nicht abschrecken. Orientiere Dich an den Finanztip-Ratgebern und unseren Empfehlungen, damit Du nicht einen Fonds kaufst, der anders funktioniert, als Du möchtest. Finanztip nimmt Dich an die Hand.
Loslegen mit ETFs: So schaffst Du den Anfang
Expertengespräch am 09.07.2026
Sichere Dir als Finanztip Unterstützer für 8 €/Monat regelmäßig Deinen direkten Draht zu unseren Experten im Finanztip-Expertengespräch.
Finanztip empfiehlt Dir, für die langfristige Geldanlage auf einen weltweiten Aktien-ETF zu setzen. Ein solcher ETF bildet Weltaktienindizes wie etwa den MSCI All Country World Investable Markets Index nach, kurz MSCI ACWI IMI. Solche Indizes bestehen aus Aktien von vielen Tausend Unternehmen. Du setzt damit auf ein Wachstum des Weltaktienmarktes und nicht nur einzelner Branchen oder Unternehmen. Der MSCI ACWI IMI repräsentiert 99 Prozent des Marktwerts der relevanten Börsenländer.
Wichtig ist, dass Du nur Geld investierst, welches Du langfristig nicht brauchst. Denn Du solltest die ETF-Anteile mindestens 15 Jahre halten, besser länger. So kannst Du zwischenzeitliche Kursschwankungen aussitzen.
Unsere Analysen zeigen, dass Du bei solchen ETFs langfristig durchschnittlich mit einer Rendite von sechs Prozent pro Jahr rechnen kannst. Wie viel Gewinn dadurch realistisch ist und wie Du Deine Geldanlage insgesamt aufstellen solltest, erfährst Du in unserem Ratgeber Geldanlage.
Neben dem MSCI ACWI IMI kannst Du auch auf ETFs auf den MSCI All Country World Index (MSCI ACWI) oder den FTSE All-World setzen. Sie enthalten eine kleinere Auswahl an Unternehmen, sind aber manchmal zu günstigen Kaufgebühren in Werbeaktionen von Depots erhältlich. Wer Wert auf eine ethische Geldanlage legt, kann einen Blick auf den nachhaltig ausgerichteten MSCI Socially Responsible World Index werfen.
Unser ETF-Finder zeigt Dir, welche von uns empfohlenen ETFs zur Deiner Anlageidee und Deinem Depot passen. Welche ETFs wir von Finanztip im Einzelnen empfehlen und warum, liest Du im Detail in unserem ETF Vergleich.
Der Finanztip-ETF-Finder basiert auf Daten von ETF-Anbietern, die wir selbst über deren Websites und Anlegerinformationen gesammelt haben. Daraus haben wir vergleichbare Kennzahlen wie eine durchschnittliche Fünf-Jahresrendite berechnet. Grundlage der Berechnungen war der monatliche Net-Asset-Value der jeweiligen ETFs. War dieser in US-Dollar angegeben, haben wir zur Umrechnung die offiziellen Wechselkurse der EZB verwendet.
Die von den Depotanbietern erhobenen Gebühren für Einmalkäufe und Sparpläne haben wir bei den Anbietern erfragt. Sie werden regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität können wir nicht übernehmen.
Die Reihenfolge der ETFs im Finder erfolgt standardmäßig nach der Marktabdeckung. Diese drückt aus, wie viel Prozent des weltweiten investierbaren Aktienmarkts der zugrundeliegende Index des ETF abbildet. Für die Berechnung haben wir die Maktkapitaliserung des Index mit der des MSCI ACWI + Frontier Markets All Cap Index verglichen. Ist diese gleich, wird die Reihenfolge standardmäßig durch (1) die Höhe der durchschnittlichen Fünf-Jahresrendite, (2) die Kaufkosten im gewählten Depot und (3) die Höhe der TER ermittelt. Anlegende können sich aus der Auswahl getesteter ETFs das Produkt aussuchen, was am besten zu ihren Bedürfnissen passt. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.
Die Auswahl der ETFs erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur ETFs, die (1) Stand Mai 2026 an der Referenzbörse Xetra gehandelt werden, (2) zum Stichtag 31.12.2025 mindestens fünf Jahre existieren, (3) ein Fondsvolumen von wenigstens 100 Millionen Euro haben, (4) nicht währungsbesichert sind, (5) deren deutschsprachige Anlegerinformationen online verfügbar sind und (6) die einen von uns empfohlenen Index abbilden. Wir berücksichtigen zudem nur Depots, die zu unseren Empfehlungen für Wertpapierdepots gehöre.
Statt einen Index nur nachzubilden, vervielfachen Hebel-ETFs die Gewinne und Verluste des Index. Bei einem zweifachen Hebel wird die Wertentwicklung des Index verdoppelt, bei einem dreifachen Hebel verdreifacht und so weiter.
Einen zweifachen Hebel wendet zum Beispiel der sogenannte „Heilige Amumbo“ auf den MSCI USA an. Hinter dem Spitznamen verbirgt sich der Amundi ETF Leveraged MSCI USA Daily (WKN A0X8ZS). Er wird auch im Finanztip-Forum häufig diskutiert.
Weil bei Hebel-ETFs die Gewinne und Verluste dadurch überproportional ausfallen, steigt das Risiko im Vergleich zu einem ETF ohne Hebel deutlich an. Das Risiko ist sogar so viel höher, dass es nicht im Verhältnis zum möglichen Gewinn steht.
Hebel-ETFs bilden kurzfristige – zum Beispiel tägliche – Bewegungen des Index ab, können seiner Entwicklung aber meist nicht zuverlässig über Monate oder Jahre folgen. Wer lange investiert bleibt, erleidet auch Verluste, wenn der Index kaum schwankt.
Langfristig entsteht bei Hebel-ETFs ein Schwankungsverlust, im Fachjargon Volatility Drag genannt. Der kann langfristig die Rendite drücken. So bleiben Hebel-ETFs oft deutlich hinter der aus Vergleichsindex und Hebel errechneten Rendite. Das zeigen verschiedeneStudien. Grund dafür ist, dass schwankende Kurse ein tägliches Umschichten durch den ETF oder Rebalancing erfordern. Warum sich Hebel-ETFs nicht für die langfristige Geldanlage eignen, erklärt unser Chefredakteur Saidi auch in diesem Video ausführlich.
So geht es auch dem „Heiligen Amumbo“, der wie andere Hebel-ETFs nicht für die langfristige Geldanlage empfehlenswert ist. Zudem streust Du mit dem Heiligen Amumbo Deine Anlage nicht weltweit, sondern setzt nur auf Unternehmen aus den USA.
Stattdessen raten wir Dir zu einem weltweiten Aktien-ETF ohne Hebel. Denn auch ohne das erhöhte Risiko durch den Hebel kannst Du nach unseren Berechnungen mit einer Rendite von sechs Prozent rechnen, wenn Du die Anteile mindestens 15 Jahre hältst. Den passenden ETF findest Du mit unserem ETF-Finder.
Um in einen ETF zu investieren, benötigst Du ein Wertpapierdepot. Darin wird Dein ETF dann digital für Dich verwahrt. Außerdem erhältst Du Zugang zur Börse, um dort ETFs zu kaufen und verkaufen.
Das Depot musst Du nicht unbedingt bei einer Filialbank eröffnen. Das funktioniert auch online bei einer Direktbank oder einem Neobroker. Bei diesen Anbietern fallen in der Regel deutlich weniger Kosten an. Hast Du noch kein Depot, findest Du ein passendes mit unserem Depot-Vergleich.
Der Finanztip-Depot-Vergleich basiert auf Daten von Banken, die wir selbst über die Websites der Anbieter, Preis- und Leistungsverzeichnisse und Abfragen bei den Anbietern gesammelt haben. Die Daten werden von uns monatlich kontrolliert und aktualisiert. Wir übernehmen keine Gewähr und Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen.
Die Reihenfolge der Depots in der Tabelle wird durch ein Scoring vorgegeben, Du hast die Wahl zwischen der Bewertung von Preis-Leistung, Kosten und Leistung. Beim Scoring spielen zum Beispiel folgende Konditionen eine Rolle: Verwahrgebühren, Ordergebühren, Anzahl von Handelsplätzen, Angebot der von Finanztip empfohlenen ETFs, Sparplanfunktion, Steuerinformationen oder Zinsen auf dazugehörigen Konten. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.
Das Depot von N26 wird aktuell mit null Punkten bewertet. Grund dafür sind aktuelle Maßnahmen der Bafin gegen diese Bank.
Die Auswahl der Depots erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur Depots, die deutschlandweit eröffnen werden können. Außerdem zeigen wir nur Anbieter, bei denen (1) das Depot komplett online eröffnet und geführt werden kann, (2) die Depotführung kostenlos ist oder durch Bedingungen wie die Ausführung eines Sparplans, bestimmte Wertpapiertransaktionen oder einen monatlichen Geldeingang auf dem dazugehörigen Girokonto kostenfrei gestellt werden kann, (3) neben ETFs auch Einzeltitel (also Aktien oder Anleihen) im selben Depot gehandelt werden können, (4) es die Möglichkeit gibt, automatische Sparpläne auf ETFs im selben Depot einzurichten, (5) es einen automatischen Abzug der deutschen Abgeltungssteuer gibt, (6) es keine Mindesteinlage gibt und (7) der Markteintritt nicht weniger als drei Monate her ist.
Hast Du das Depot eröffnet und Dich entschieden, in welchen Aktienindex Du investieren möchtest, hast Du es fast geschafft. Du musst nur die Wertpapier-Identifikationsnummer (ISIN) oder die Kennnummer (WKN) in die Suchfunktion Deines Depots eingeben und einige wenige einfache Schritte befolgen. Die Nummer findest Du immer bei unseren ETF-Empfehlungen in Klammern. In unserem ETF-Finder steht sie unter dem Namen des ETF.
Wie Du Schritt für Schritt beim Kauf vorgehst, erklären wir Dir in unserem Ratgeber Börsenhandel. Möchtest Du monatlich einen gewissen Betrag in einen ETF investieren, kannst Du einen ETF-Sparplan nutzen. Wie bei einem Dauerauftrag von Deinem Girokonto steckst Du damit Monat für Monat einen festen Betrag in den ETF. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber ETF-Sparplan.
Investierst Du in einen ETF, fallen mehrere Arten von Kosten an: für den Kauf der Anteile, während der Anlage und für den Verkauf. Die Gebühren für Kauf und Verkauf zahlst Du an Deinen Depotanbieter. Wie hoch sie sind, kannst Du im Preis- und Leistungsverzeichnis Deines Anbieters nachschauen. Kurz vor Abschluss des Kaufs oder Verkaufs müssen Dir die individuellen Gebühren in der Order- oder Eingabemaske Deiner App oder im Browser angezeigt werden.
Die laufenden Kosten heißen Gesamtkostenquote, auch Total Expense Ratio (TER). Sie wird in Prozent angegeben und bezieht sich immer auf ein Jahr. Zur TER zählen zum Beispiel die Kosten für die Verwaltung und den Vertrieb. Der Fondsanbieter entnimmt sie aus dem Fondsvermögen.
Weitere Begriffe, die Du kennen solltest, erklären wir Dir in unserem Ratgeber zu ETF-Kosten.
Die Strategie, einfach einen bekannten Aktienindex nachzuahmen, bringt ETFs einen großen Vorteil ein: Wegen geringerer Gebühren kosten sie deutlich weniger als sogenannte aktive Fonds, bei denen ein Fondsmanagement die Wertpapiere einzeln aussucht. Nicht nur zahlst Du keinen Ausgabeaufschlag für den Kauf von ETFs. Auch die laufenden Kosten für die Verwaltung machen im besten Fall nur ein Zehntel der Kosten aktiver Fonds aus. Im ETF bleibt also von vornherein mehr von der eigentlichen Wertentwicklung erhalten. Den Unterschied zeigt die folgende Tabelle.
| passive Aktien-Indexfonds (ETFs) | aktive Aktienfonds | |
|---|---|---|
| Anlageziel | Nachbildung eines Referenzindex | Schlagen des Referenzindex |
| laufende Kosten | etwa 0,1 bis 0,6 % pro Jahr | etwa 1,5 % pro Jahr |
| Anschaffungskosten | einmalig bis 0,25 %1 | einmalig bis zu 5 % |
| Gewinnbeteiligung | entfällt | bei einzelnen Fonds bis zu 20 % der Jahresrendite |
1 Abhängig von der Gebührenstruktur des Depots – Angabe bezieht sich auf eine größere Einmalanlage.
Quellen: Finanztip-Recherche (Stand: 2026)
Zudem haben diverse Studien gezeigt, dass nur die wenigsten aktiv gemanagten Fonds nach Abzug aller Kosten dauerhaft besser abschneiden als die breite Masse. Auch darum empfiehlt Finanztip bei der Aktienanlage ausschließlich passiv investierende Exchange Traded Funds.
Um günstig in ETFs zu investieren, ist vor allem ein günstiges Depot wichtig. Einen Überblick über gute und günstige Anbieter findest Du in unserem Depot-Vergleich. Dort findest Du auch Anbieter mit kostenlosen ETF-Sparplänen. Hast Du ein Depot eröffnet, kannst Du Dich für einen ETF mit geringen laufenden Kosten entscheiden. In unserem ETF-Finder wird Dir angezeigt, wie hoch Kaufgebühr und TER der ETFs bei Deinem Depotanbieter sind.
In Bitcoin investieren – oder lieber nicht? Und was ist die Blockchain? Das lernst Du in diesem Kurs.
Grundsätzlich ist Deine ETF-Investition durch gesetzliche Sicherheitsmaßnahmen geschützt: Investierst Du über ein Depot eines deutschen Anbieters in einen weltweiten Aktien-ETF, können Deine Fondsanteile nicht verloren gehen.
Sollte zum Beispiel Dein Broker Pleite gehen, würde ein Treuhänder seine Aufgaben übernehmen. Bei der Insolvenz der Fondsgesellschaft, die Deinen ETF ausgibt, würden Dir die Anteile weiterhin gehören. Denn das angelegte Geld ist Sondervermögen der Fondsgesellschaft. Es wird deswegen nicht von der Fondsgesellschaft selbst, sondern von einer unabhängigen Depotbank verwahrt. Das schreibt das Kapitalanlagegesetz (§ 92 KAGB) vor.
Neben dieser juristischen Absicherung kommt es noch auf den erzielbaren Verkaufspreis an.
Auf eine Sache solltest Du vorbereitet sein: Die Anteile eines Aktien-ETF werden im Wert schwanken. Das ist bei allen Investments an der Börse so und Du brauchst davon nicht beunruhigt sein.
Auch wenn eine Wirtschaftskrise für starke Kurseinbrüche sorgt, wird sich ein ETF auf den MSCI World und vergleichbare Börsenindizes in den absolut überwiegenden Fällen davon erholen. Selbst in der schlechtesten Phase für Anlegende, ab September 2000, hatte der Aktienindex nach 13 Jahren die Verluste wieder aufgeholt. Das zeigen Finanztip-Analysen. Bleibst Du also lange genug dabei, kannst Du zwischenzeitliche Schwankungen einfach aussitzen. Wir empfehlen Dir, gekaufte ETF-Anteile mindestens 15 Jahre zu halten. Ähnliches gilt auch für andere weltweite Aktien-ETFs wie solche auf den MSCI AWCI IMI.
Wichtig ist zudem, dass Du auf ETFs mit breiter Streuung setzt. ETFs mit nur einer Branche oder einem Thema haben höhere Risiken. Da Du mit solchen ETFs nicht auf einen breiten Markt setzt, können auch über lange Zeiträume wie 15 Jahre Verluste drohen.
Welche Risiken Du als Anleger oder Anlegerin kennen solltest und wie Du selbst Dein ETF-Investment sicherer machen kannst, liest Du in unserem Ratgeber zur Sicherheit von ETFs.
Steuern in nennenswerter Höhe fallen bei ETFs nur an, wenn Du Anteile mit Gewinn verkaufst. Dann zahlst Du auf Deine Erträge Abgeltungssteuer. Wenn Dein Depot bei einer inländischen Bank ist, musst du Dich nicht darum kümmern. Die Steuer wird automatisch abgeführt.
Du kannst mit der Finanztip-3x10-Strategie die Voraussetzungen dafür schaffen, beim späteren Verkauf zunächst weniger Steuern zu zahlen. Somit bliebe mehr Geld im ETF.
Auch in zwei weiteren Situationen zahlst Du Steuern:
Die Abgeltungssteuer beträgt 25 Prozent auf den Gewinnanteil beziehungsweise die Ausschüttung. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent, der für Kapitalerträge anfällt, sowie gegebenenfalls Kirchensteuer.
Bei ETFs mit mindestens 50 Prozent Aktienanteil bleiben dank der sogenannten Teilfreistellung 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Das trifft auf alle Finanztip-Empfehlungen für Aktien-ETFs zu. Die Steuer wird direkt einbehalten, es sei denn, Du stellst einen Freistellungsauftrag bei Deiner Depotbank. Jedes Jahr sind Kapitalerträge bis 1.000 Euro bei einzeln Veranlagten und bis zu 2.000 Euro bei gemeinsam Veranlagten steuerfrei.
Wie das Finanzamt Deine ETFs genau besteuert, liest Du in unserem Ratgeber zu Steuern bei ETFs.
In der folgenden Tabelle haben wir Dir die Vor- und Nachteile von ETFs zusammengefasst.
| Vorteile von ETFs | Nachteile von ETFs |
|---|---|
| kostengünstig: ETFs haben in der Regel niedrigere Verwaltungsgebühren (TER) als aktiv gemanagte Fonds. | Schwankungsrisiko: Der Wert von Aktien-ETFs kann stark schwanken, insbesondere in Krisenzeiten. |
| Renditebaustein Deiner Geldanlage: Um langfristig Gewinn zu erzielen, solltest Du, auch wenn Dir als Anleger oder Anlegerin Sicherheit wichtig ist, auf einen Welt-Aktien-ETF setzen. Langfristig kannst Du nach unseren Analysen mit etwa sechs Prozent Rendite pro Jahr rechnen. | geringer Einfluss: Anlegende haben keinen direkten Einfluss auf die Zusammensetzung des ETFs. Es entscheidet der jeweilige Index. |
| einfache Handhabung: ETFs sind im Vergleich zu anderen Anlageprodukten wie zum Beispiel gemanagten Fonds sehr transparent. Es ist leicht nachvollziehbar, wie sie zusammengesetzt sind. ETFs können wie Aktien an der Börse gehandelt werden. Sie eignen sich auch für Börsen-Neulinge. | keine Überrendite: ETFs erzielen meist nur die Rendite des Index und keine Outperformance. Aktiv gemanagte Fonds schaffen das manchmal, langfristig liegen sie aber meist unter ETFs. |
| breite Streuung: Ein ETF investiert in zahlreiche Wertpapiere, wodurch das Risiko gestreut wird. Besonders zu empfehlen sind weltweite Aktien-ETFs, zum Beispiel auf den MSCI ACWI IMI. | |
| Flexibilität: Über einen Sparplan kannst Du regelmäßig investieren – bei vielen Anbietern bereits ab wenigen Euro. Über die Börse kannst Du Deine Anteile täglich verkaufen. | |
| Sicherheitsmechanismen: ETFs gelten als Sondervermögen des Fondsanbieters, sodass sie bei dessen Insolvenz geschützt sind. |
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 2026)
Weitere Themen
* Was der Stern bedeutet:
Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.
Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).
Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.
Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.
Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.
