Geldmarktfonds Sicherer Geldparkplatz fürs Depot

Timo Halbe
Timo Halbe
Experte Geldanlage
Unsere Empfehlungen
ETFs, die den Geldmarktzins ESTR abbilden
Kurzlaufende Staatsanleihen-ETFs
iShares eb.rexx | DE000A0Q4RZ9
Deka Deutsche Börse Eurogov | DE000ETFL227

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So hat unsere Expertenredaktion ausgewählt

Das Wichtigste in Kürze

  • Geldmarktfonds sind Investmentfonds. Sie investieren am Geldmarkt, also zum Beispiel bei Banken oder in Anleihen mit kurzer Laufzeit.
  • Finanztip empfiehlt Geldmarkt-ETFs. Sie können eine gute Alternative zum Tagesgeld sein.
  • Die Zinsen am Geldmarkt liegen derzeit im Schnitt bei 2,19 Prozent pro Jahr. 
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Was sind Geldmarktfonds?

Geldmarktfonds investieren am sogenannten Geldmarkt. Sie sind risikoarm und versprechen meist eine Rendite etwas oberhalb der Zinsen für gutes Tagesgeld und deutlich oberhalb von Sparbuchzinsen.

Auf diesem Geldmarkt können sich Banken, Unternehmen oder Staaten kurzfristig Geld beschaffen oder überschüssiges Geld kurzfristig anlegen. Das läuft über gegenseitige Kredite mit einer sehr kurzen Laufzeit. 

Die Höhe der Zinsen dieser Kredite ist eng an den aktuellen Leitzins der Zentralbank gekoppelt. Mit diesen Zinsen erzielt ein Geldmarktfonds seine Rendite. Aktuell liegen die Zinsen am Geldmarkt bei durchschnittlich 2,19 Prozent pro Jahr.

Ein Geldmarktfonds bietet Dir die Möglichkeit, selbst auf dem Geldmarkt dabei zu sein und dort auch kurzfristig überschüssiges Geld zu parken. Geldmarktfonds haben in der Regel eine hohe Liquidität. Du kannst Anteile jederzeit sehr leicht an der Börse verkaufen oder an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Bis Du das Geld auf Deinem Girokonto hast, können allerdings je nach Depotanbieter ein bis vier Bankarbeitstage vergehen.

Klassische Geldmarktfonds sind aus Finanztip-Sicht aber nicht die beste Form für Dich, am Geldmarkt anzulegen. Denn darunter sind auch viele Fonds, die nur zu relativ hohen Gebühren oder nicht auf den gängigen Handelsplätzen erhältlich sind. 

Stattdessen raten wir Dir zu Geldmarkt-ETFs. Diese stellen wir im Abschnitt Welche Geldmarktfonds empfiehlt Finanztip vor.

Was steckt konkret in Geldmarktfonds?

Die EU hat in einer Verordnung über Geldmarktfonds genau festgelegt, worin ein Geldmarktfonds investieren darf. Das sind vor allem die sogenannten Geldmarktinstrumente: Schatzanweisungen, Termingelder oder Einlagenzertifikate von Banken, Unternehmen oder Staaten. 

Bei all diesen Anlagen leiht eine Partei der anderen Geld über einen kurzen Zeitraum und erhält dafür Zinsen. Die Laufzeit darf nicht länger als 397 Tage betragen, also höchstens rund ein Jahr und einen Monat.

Die Verordnung regelt außerdem, wie Geldmarktfonds die Investitionen über verschiedene Anlagemöglichkeiten verteilen müssen. Das soll für eine hohe Krisenfestigkeit der Fonds sorgen. Und sicherstellen, dass in einer Krise auch viele Anlegende gleichzeitig an ihr Geld herankommen, wenn sie möchten.

Was sind geldmarktnahe Fonds?

Neben Geldmarktfonds gibt es auch geldmarktnahe Fonds. Diese investieren nicht nur in Geldmarktinstrumente, sondern teilweise auch in Anleihen mit längerer Laufzeit als einem Jahr. 

Das verspricht zwar etwas mehr Rendite, birgt aber ein zusätzliches Risiko: Wie bei Rentenfonds fallen die Kurse dieser Fonds kurzfristig, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt.

Da solche Fonds nicht unter die EU-Verordnung über Geldmarktfonds fallen, dürfen sie sich in Verkaufsprospekten oder auf der Website des Anbieters auch nicht Geldmarktfonds nennen. Oft versuchen sie aber den Eindruck zu erwecken, indem sie zum Beispiel den Ausdruck „Geldmarkt“ im Namen tragen. 

Achte daher auf die konkreten Formulierungen in den Fondsinformationen, die Du vor dem Investment erhältst.

Welches Risiko birgt die Währung bei Geldmarktfonds?

Einige Geldmarktfonds investieren nicht nur in Euro-Zinspapiere, sondern auch in solche, die in Dollar oder anderen Währungen notiert sind. Das birgt ein großes Risiko, da die Rendite des Fonds dann stark vom aktuellen Wechselkurs abhängt. Wenn Du einen sicheren Parkplatz für Dein Geld suchst, sind solche Geldmarktfonds nicht dafür geeignet. Sie dienen Anlegerinnen und Anlegern eher als Wette auf bestimmte Entwicklungen bei den Wechselkursen.

Ausgewählte Empfehlungen

Tagesgeld mit den besten Aktionszinsen

  • 4 % p. a. für 4 Monate bei Chase
  • 3,91 % p. a. für 3 Monate bei Ikano Bank
  • 3,4 % p. a. für 6 Monate bei DHB Bank

Festgeld für 24 Monate

Die besten Angebote in unserem Depot-Vergleich

Die besten Alle-Länder-ETFs

  • Wiederanlegende ETFs: State Street SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66), Vanguard FTSE All-World (IE00BK5BQT80),  iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259) oder State Street SPDR MSCI ACWI (IE00B44Z5B48).
  • Ausschüttende ETFs: State Street SPDR MSCI ACWI IMI (IE000DD75KQ5) oder Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25).

Welche Geldmarktfonds empfiehlt Finanztip?

Wie Du es schon von Aktien kennst, empfehlen wir Dir auch für den Geldmarkt börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Da diese in der Regel nicht unter die EU-Geldmarktverordnung fallen, bezeichnen sie die Anbieter selbst nicht als Geldmarkt-ETFs, sondern sprechen von geldmarktnahen ETFs oder Overnight-ETFs. Mit diesen ETFs kannst Du einfach und günstig von den Renditen des Geldmarktes profitieren.

Wir empfehlen keine aktiv verwalteten Geldmarktfonds, bei denen ein Fondsmanagement entscheidet, wie investiert wird. Denn diese liefern wenig Transparenz über die Anlagerichtlinien. 

Für Dich ist schwer ersichtlich, worin der Fonds Dein Geld genau steckt und wie sich die einzelnen Fonds unterscheiden. Außerdem haben die aktiv verwalteten Fonds häufig hohe Kosten und werden nur selten an der Börse gehandelt.

Bei unseren Empfehlungen von Geldmarkt-ETFs unterscheiden wir zwischen zwei Kategorien: Euro-Short-Term-Rate-ETFs und kurzlaufende Staatsanleihen-ETFs.

Typ 1: Euro-Short-Term-Rate-ETFs

Die eine Kategorie sind die Euro-Short-Term-Rate-ETFs, kurz ESTR-ETFs. Ihr Prinzip ist dem von ETFs für Aktien ähnlich. Sie haben kein Fondsmanagement, das sich Wertpapiere für den Fonds aussucht. Stattdessen baut der ETF einfach einen Börsenindex nach. Bei Aktien-ETFs ist das zum Beispiel der Dax oder der MSCI ACWI IMI.

Die ESTR-ETFs zielen hingegen darauf ab, einen bestimmten Zinssatz zu erreichen. Konkret versuchen sie, die Entwicklung der Euro Short-Term Rate (kurz: ESTR oder auch €STR) abzubilden.

Was ist die Euro Short-Term Rate?

Die Euro Short-Term Rate ist ein Zinssatz, der von der Europäischen Zentralbank berechnet wird. Er gibt den durchschnittlichen Zins am europäischen Geldmarkt an, ein bisschen wie ein bankeninterner Tagesgeldzins. 

In die Berechnung fließen nur Geldmarktgeschäfte in der Währung Euro der 50 größten europäischen Banken ein. Außerdem bezieht sich der Zinssatz auf eine Übernachtfälligkeit, also für Kredite, die nur bis zum nächsten Tag laufen.

Die Euro-Short-Term Rate gibt somit den durchschnittlichen Zinssatz für Geldmarktpapiere an, die am nächsten Tag auslaufen. Der Zinssatz wird immer pro Jahr angegeben und ändert sich täglich. Die EZB veröffentlicht ihn jeweils rückwirkend am Folgetag.

Wie bilden die ETFs die ESTR nach? 

Da die ESTR kein Börsenindex ist, behelfen sich die Anbieter der ETFs mit einem Trick: Sie erstellen einen eigenen Index für die Entwicklung des Referenzzinssatzes. 

Der Index bewegt sich genau wie die tagesaktuellen Zinsen in kleinen Schritten auf oder ab. Nun verabreden die ETF-Anbieter mit einer Bank ein Tauschgeschäft – einen Swap. Resultat des Tauschgeschäfts: Ein ESTR-ETF liefert so die gleiche Rendite wie der ESTR-Zins.

Dieses Vorgehen heißt auch synthetische Nachbildung. Das kennst Du vielleicht von manchen Aktien-ETFs. 

Was ist synthetische Nachbildung?

Die synthetische Nachbildung funktioniert so: Der ETF investiert in Anleihen, die aber aufgrund ihrer längeren Laufzeit nicht unbedingt Teil des Geldmarktes sind und damit ein etwas höheres Risiko haben. 

Gleichzeitig schließt der ETF eine Vereinbarung mit einer Bank, die ihm die Entwicklung des ETF garantiert. Entwickelt sich der Index – also der tagesaktuelle Zins – besser als die Anleihen, zahlt die Bank die Differenz an den ETF aus. Im umgekehrten Fall zahlt der ETF an die Bank.

Von Aktien-ETFs kennst Du vielleicht eher die Methode der physischen Nachbildung. Dabei kauft der ETF einfach die Papiere, die auch im Index enthalten sind. Da der Referenzindex von den empfohlenen ESTR-ETFs aber eben nicht aus konkreten Wertpapieren besteht, wäre das hier nicht möglich.

Worin liegt das Risiko von synthetischer Nachbildung?

Die Nachbildung mit den Swaps birgt ein sogenanntes Kontrahentenrisiko. Gemeint ist damit folgendes Risiko: Die Partnerbank gerät in Zahlungsprobleme und kann nicht mehr die Differenz zwischen den gehaltenen Anleihen und dem Referenzindex ausgleichen. 

Wir schätzen dieses Risiko jedoch als sehr gering ein. Die Partnerbanken sind in der Regel sehr große Banken, die nur in einer großen Krise ins Wanken geraten. Zum anderen finden die Ausgleichszahlungen zwischen Fonds und Bank täglich statt – die Differenz zwischen beiden Seiten kann also höchstens den Kursunterschied von einem Tag ausmachen.

Hinzu kommt, dass die ETFs zum Großteil Staatsanleihen aus der Eurozone halten. Diese gelten als besonders sicher. Sollte tatsächlich der Swap-Partner ausfallen, ist der ETF immer noch in sehr sicheren Anleihen investiert. 

Möchtest Du dieses Kontrahentenrisiko trotzdem lieber vermeiden, sind die geldmarktnahen ETFs aus der zweiten Kategorie – kurzlaufende Staatsanleihen – eine Alternative. Wie diese funktionieren, erklären wir weiter unten.

Welche ESTR-ETFs empfiehlt Finanztip?

Wir empfehlen als Sicherheitsbaustein für Deine Geldanlage drei ESTR-ETFs von den Anbietern Xtrackers und Amundi. 

Zwei der ETFs – der von Xtrackers und der von Amundi – sind thesaurierend, das bedeutet, dass sie die Zinserträge automatisch wieder in das Fondsvermögen anlegen. Der andere ETF von Xtrackers ist hingegen ausschüttend. Die Zinsen werden Dir also regelmäßig auf Dein Verrechnungskonto ausgezahlt.

Xtrackers
Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C
ISIN: LU0290358497 / WKN: DBX0AN
  • ETF, der die Entwicklung der Euro-Short-Term Rate nachbildet
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Erträge werden wieder angelegt (thesaurierend)
Xtrackers
Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1D
ISIN: LU0335044896 / WKN: DBX0A2
  • ETF, der die Entwicklung der Euro-Short-Term-Rate nachbildet
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Erträge wieder an die Anleger aus
Amundi Euro Overnight Return UCITS ETF Acc
ISIN: FR0010510800 / WKN: LYX0B6
  • ETF, der die Entwicklung der Euro-Short-Term Rate nachbildet
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Erträge werden wieder angelegt (thesaurierend)

Warum empfiehlt Finanztip nicht den Amundi Smart Overnight?

Dieser ETF zählt nicht zu unseren Empfehlungen, weil wir seine Anlagestrategie für zu riskant halten. Zur Erklärung: Der ETF-Anbieter Amundi hat einen weiteren ETF im Angebot, der die Euro Short-Term Rate nachbildet. Er trägt den Namen „Amundi Smart Overnight Return Ucits ETF“. Es gibt ihn in einer ausschüttenden (ISIN: LU2082999306) und einer wiederanlegenden Variante (ISIN: LU1190417599).

Dieser ETF bildet die ESTR ebenfalls mittels Swaps nach. Zu unseren Empfehlungen gehört er trotzdem nicht. Denn sein Portfolio, auf das er die Tauschgeschäfte aufbaut, besteht nicht wie bei unseren Empfehlungen aus sicheren Staatsanleihen. Stattdessen investiert er in Aktien. Kommt es zu einem Ausfall des Swap-Partners, ist der ETF also in Aktien investiert. Das birgt aus unserer Sicht ein unnötiges Risiko für einen Sicherheitsbaustein.

Typ 2: Welche Staatsanleihen-ETFs empfiehlt Finanztip?

Als zweite Kategorie empfehlen wir ETFs, die in deutsche Staatsanleihen mit weniger als einem Jahr Laufzeit investieren. Diese ETFs bieten eine besondere Sicherheit. Denn es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre Anleihen nicht mehr zurückzahlen kann. 

Dafür musst Du hier tendenziell mit einer etwas geringeren Rendite rechnen als bei den ESTR-ETFs. Aufgrund der hohen Sicherheit sind die Zinsen für deutsche Staatsanleihen in der Regel ein Stück geringer als der Geldmarktzins, den die ESTR repräsentiert.

Wir empfehlen in dieser Kategorie einen ETF von iShares und einen der Deka. Beide ETFs schütten Erträge regelmäßig an Dich aus. Die beiden setzen auf eine physische Nachbildung des Referenzindex. Das bedeutet, dass sie jeweils die Wertpapiere des zugrundeliegenden Index kaufen. Ein Kontrahentenrisiko wie bei den ESTR-ETFs gibt es hier also nicht.

iShares eb.rexx Government Germany 0-1yr UCITS ETF (DE)
ISIN: DE000A0Q4RZ9 / WKN: A0Q4RZ
  • ETF investiert in deutsche Staatsanleihen mit weniger als einem Jahr Laufzeit
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Erträge wieder an die Anleger aus
Logo_Deka Deutsche Boerse
Deka Deutsche Börse EUROGOV® Germany Money Market UCITS ETF
ISIN: DE000ETFL227 / WKN: ETFL22
  • ETF investiert in deutsche Staatsanleihen mit weniger als einem Jahr Laufzeit
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Erträge wieder an die Anleger aus

Sind Geldmarktfonds besser als Tagesgeld?

Von beiden Anlagevarianten gibt es keine eindeutig bessere. Stattdessen ist es von Deinen individuellen Vorlieben und Deiner konkreten Situation abhängig, welches Produkt besser geeignet ist.  

Die folgende Tabelle hilft Dir einzuschätzen, mit welcher Variante Du besser fährst.

Ein Geldmarkt-ETF ist für Dich geeignet, wenn Du...
  • schon Börsenerfahrung hast oder sammeln willst und ein Wertpapierdepot besitzt.
  • Dich lieber auf bekannte allgemeine Renditemaße wie „den aktuellen Marktzins” verlässt. Also beispielsweise auf deutsche Staatsanleihen oder einen Interbankenzins, statt auf die Zinsangebote einzelner Banken.
  • schon einen separaten Notgroschen für ungeplante Ausgaben auf einem Tagesgeldkonto hast. Der Geldmarktfonds ist ein Sicherheitsbaustein Deiner Geldanlage.
  • ein Guthaben von über 100.000 Euro hast und das nicht auf mehrere Banken verteilen möchtest, um innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung zu bleiben.
Ein Tagesgeldkonto ist für Dich geeignet, wenn Du…
  • Dich noch nicht mit den Themen Depot und Börse beschäftigt hast.
  • Dich mit einem Bankkonto wohler fühlst als mit einem Investmentfonds.
  • besonderen Wert auf die Einlagensicherung legst und mit Deinem Guthaben innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro je Kunde oder Kundin und Bank bleibst.
  • oft Geld ein- und auszahlen willst. Hierfür würdest Du bei einem ETF jedes Mal Ordergebühren zahlen – was aber bei günstigen Depots weniger ins Gewicht fällt. 

Wie sind Renditen von Tagesgeld und Geldmarktfonds im Vergleich? 

In der folgenden Grafik siehst Du, welche Zinsen Du in den letzten Monaten für Tagesgeld und für einen Geldmarkt-ETF erhalten hast. Außerdem ist dort der Einlagenzins der Europäischen Zentralbank EZB abgebildet. Diesen Zinssatz bekommen Banken, wenn sie ihr Geld über Nacht bei der EZB parken. 

Die Grafik zeigt: Die Zinsen eines Geldmarkt-ETF lagen immer knapp unter dem Einlagenzins der EZB. Mit dem Geldmarkt-ETF gehen Anlegerinnen und Anleger die Zinsschritte der EZB also konstant mit. 

Beim Tagesgeld sind die Zinsen nicht so direkt an die Entwicklung des Leitzinses gekoppelt. Trotz der Zinssenkungen der EZB sind die Spitzenzinsen für Tagesgeldkonten kaum gefallen. Lagen die besten Angebote ohne zeitlich begrenzten Aktionszins früher noch ein Stückchen unter dem Einlagenzins der EZB, sind sie jetzt meist etwas höher.

Wer mit Tagesgeld spürbar mehr Zinsen als mit einem Geldmarkt-ETF rausholen wollte, musste hingegen auf Angebote mit befristeten Aktionszinsen setzen. 

Wie unterscheiden sich die Risiken?

Sowohl Geldmarkt-ETFs als auch Tagesgeld sind ziemlich sichere Formen der Geldanlage mit geringen Risiken. Sie unterschieden sich aber in der Art der Risiken.

Beim Tagesgeld besteht das Risiko, dass die Bank, bei der Du das Konto hast, pleitegeht und Dein Guthaben nicht mehr auszahlen kann. Allerdings schützt der Staat Dein Geld durch die gesetzliche Einlagensicherung. 

Sie greift bis zu einem Guthaben von 100.000 Euro pro Bank und Person. Bei einem Gemeinschaftskonto sind es sogar 200.000 Euro. Geht die Bank pleite, springt der Einlagensicherungsfonds ein und zahlt Dir Guthaben bis zu dieser Grenze aus.

Geldmarktfonds bringen hingegen ein kleines Kursrisiko mit sich. So kann der Wert des Geldmarktfonds nicht nur steigen, sondern auch fallen – wie in der Niedrigzinsphase vor 2022. In so einem Szenario würdest Du mit der Anlage beispielsweise ein Prozent Verlust machen, wenn Du bei einem niedrigen Kurs verkaufst. 

Bei einem Tagesgeld gibt es das nicht. Die von uns vorgestellten Fonds sind allerdings sehr schwankungsarm. Eine Nullzinsphase ist zudem normalerweise frühzeitig absehbar. Wir informieren Dich in diesem Ratgeber, in unserem Newsletter und in unserer App, wenn sich die Lage verändert.  

Außerdem besteht bei Geldmarktfonds das Risiko, dass die Herausgeber der gehaltenen Geldmarktinstrumente das Geld nicht mehr zurückzahlen können. Denn hier gibt es keine Einlagensicherung

Ein Ausfall bei vielen Emittenten gleichzeitig ist aber sehr unwahrscheinlich, da Geldmarktfonds ihr Geld nur an Emittenten in guter wirtschaftlicher Lage geben. Für eine größere Krise lässt sich das aber nicht völlig ausschließen. Trotz der eben beschriebenen Risiken gehören Geldmarktfonds zu den Wertpapieren mit dem geringsten Ausfallrisiko. So werden sie zum Beispiel in den Informationsblättern für Anlegende in der Risikoklasse 1 eingestuft. Das Risiko für Wertverluste halten wir für sehr gering.

Wie unterscheidet sich das Handling? 

Der Unterschied zwischen Tagesgeld und einem Geldmarkt-ETF liegt vor allem in der Art des Produkts. Der Geldmarkt-ETF ist ein Fonds, an den Du über ein Wertpapierdepot Anteile erwirbst. Das Tagesgeld ist hingegen ein Bankkonto, auf das Du Guthaben einzahlst. Es funktioniert ähnlich wie ein Girokonto. Für wirklich gute Zinsen kann das Tagesgeldkonto allerdings auch eine Menge Arbeit machen. Den Zins des Tagesgeldkontos legt die Bank frei fest und kann ihn – daher der Name – täglich ändern. Neue Kundinnen und Kunden bekommen oft einen höheren Aktionszins, der dann aber nur ein paar Monate lang gilt. 

Danach kann es passieren, dass Du auf einen deutlich niedrigeren Standardzins zurückfällst. Der kann durchaus mehr als zwei Prozentpunkte niedriger liegen als der Lockzins. 

Um Dir dauerhaft gute Zinsen zu sichern, musst Du beim Tagesgeld also unter Umständen häufig das Konto wechseln. Diesen ständigen Wechsel braucht es bei Geldmarktfonds nicht.

Bei einem Geldmarktfonds ist es hingegen wichtig, auch die Kosten beim Kauf und Verkauf der Anteile zu bedenken. Sie fallen jedes Mal an, wenn Du Geld in den Fonds ein- oder auszahlen willst, und schmälern Deine Rendite. 

Ein Geldmarktfonds lohnt sich daher häufig nur, wenn Du eine größere Summe investierst und nicht andauernd Geld ein- und auszahlen willst. 

Wenn Du Dein Depot bei einem Broker mit geringen Ordergebühren hast, können sich auch kleinere Summen lohnen, da die Gebühren dort nicht so stark ins Gewicht fallen.

Gute Geldmarkt-ETFs Ein Stabilitätsanker im Depot

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Fonds

waren in der Auswahl unserer Finanztip-Expertinnen und Experten: sowohl ETFs wie auch aktiv verwaltete Geldmarktfonds.

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Kategorien

von ETFs stellen wir im Ratgeber Geldmarktfonds ausführlich vor: ETFs, die den Referenzzins ESTR der Europäischen Zentralbank nachbilden sowie ETFs mit kurzlaufenden deutschen Staatsanleihen.

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Empfehlungen

Als Sicherheitsbaustein Deiner Geldanlage eignen sich aus unserer Sicht die drei ESTR-ETFs DBX0AN, DBX0A2 und LYX0B6 sowie die beiden Staatsanleihen-ETFs A0Q4RZ und ETFL22.

Wann solltest Du in Geldmarktfonds investieren?

Geldmarktfonds können eine Rolle in Deiner langfristigen Geldanlage spielen – über 15 oder mehr Jahre. Du solltest neben einem Aktien-ETF als Renditebaustein auch einen Teil Deines Geldes in einen Sicherheitsbaustein investieren. 

Kommt es jedoch wieder zu einer Niedrigzinsphase, solltest Du am besten Dein Geld aus dem Geldmarktfonds in Tagesgeld umschichten. Darüber informieren wir Dich dann in unserem Newsletter und in unserer App.

Wie viel Geld sollte in den Sicherheitsbaustein?

Wie die Aufteilung zwischen Sicherheits- und Renditebaustein aussehen könnte, zeigt ein Beispiel: Möchtest Du zum Beispiel 50.000 Euro langfristig anlegen, kannst Du jeweils die Hälfte – 25.000 Euro – in einen breitgestreuten Aktien-ETF und in einen Geldmarktfonds stecken. Die kurzfristigen starken Schwankungen des Aktien-ETF fallen so in Deinem Depot weniger stark ins Gewicht. Gerade für die Altersvorsorge empfehlen wir Dir aber einen deutlich höheren Aktienanteil. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber zur Geldanlage.

Bevor Du langfristig investierst, solltest Du unbedingt einen Notgroschen von mindestens drei bis fünf Monatsgehältern für unerwartete Ausgaben aufbauen. Für diesen Notgroschen empfehlen wir Tagesgeld statt Geldmarktfonds.

Sinnvoll sind Geldmarktfonds hingegen auch für Geld, das Du absehbar schon in wenigen Jahren benötigst. Denn in diesem Fall solltest Du Aktien-ETFs ganz weglassen, da Du zu wenig Zeit hast, um deren mögliche Kursschwankungen auszusitzen.

Für beide beschriebenen Fälle sind aber Tages- und Festgeld genauso gut geeignet wie Geldmarktfonds. Welche der beiden Anlageklassen in Deinem Fall besser passt, hängt von Deiner persönlichen Vorliebe und anderen Faktoren wie der Höhe der Anlagesumme und Deiner Anlageerfahrung ab. 

Natürlich passt auch eine Kombination aus Geldmarktfonds und Tagesgeld. Du kannst den Notgroschen und ein weiteres Sicherheitspolster auf ein gutes Tagesgeldkonto legen und zugleich einen monatlichen Sparplan auf einen Geldmarkt-ETF starten. Dafür haben wir eine Reihe passender Fonds ausgewählt.

Geldmarkt-ETF vs. Tagesgeld im Video

Welche Renditen bringen Geldmarkt-ETFs?

In den beiden folgenden Tabellen findest Du die Renditen der vergangenen fünf Jahre für die Geldmarkt-ETFs, die Finanztip empfiehlt. 

Grundsätzlich gilt: Du erzielst mit Geldmarkt-ETFs eine Rendite, die immer dem aktuellen Marktniveau für kurzfristige sichere Anlagen entspricht. 

Unsere Empfehlungen: Gewinn der ESTR-ETFs 

Name/ISIN
ausschüttend oder wiederanlegend?
Wertentwicklung p.a. 2020 bis 2025Kosten/TER p. a.
Geldmarktzins EONIA  1,76 % 
Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C
(LU0290358497)
thesaurierend1,72 %0,1 %
Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1D (LU0335044896)ausschüttend1,72 %0,1 %
Amundi Euro Overnight Return UCITS ETF - Acc (FR0010510800)thesaurierend1,64 %0,1 %

1 Kalenderjahr
Quellen: Angaben der Anbieter (Stand: 2026)

Wie weiter oben beschrieben, sind ETFs mit deutschen Bundesanleihen noch eine Spur risikoärmer als die ESTR-ETFs. Die Kehrseite: Die Renditen sind in aller Regel ebenfalls niedriger. Die folgende Tabelle zeigt den Gewinn von Anfang 2021 bis Ende 2025.

Unsere Empfehlungen: Gewinn der Staatsanleihen-ETFs

Name/ISINausschüttend oder wiederanlegend?Wertentwicklung p.a. 2020 bis 2025Kosten/TER p. a.
iShares eb.rexx Government Germany 0-1yr UCITS ETF (DE) (DE000A0Q4RZ9)ausschüttend1,16 %0,13 %
Deka Deutsche Börse EUROGOV® Germany Money Market UCITS ETF (DE000ETFL227)ausschüttend1,17 %0,12 %

1 Kalenderjahr
Quellen: Angaben der Anbieter (Stand: 2026)

Da es bis 2022 noch Negativzinsen gab, ist die durchschnittliche Rendite über die vergangenen fünf Jahre niedriger als das momentane Zinsniveau. 

Warum haben ausschüttende ETFs manchmal einen Kursverlust?

Hast Du einen ausschüttenden Geldmarkt-ETF? Dann solltest Du Dich nicht wundern, falls Dein Depot einmal oder mehrmals im Jahr einen kleineren scheinbar unerklärlichen Kursverlust anzeigt. Dies wird mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Ausschüttung liegen und ist kein Anzeichen für ein Problem. 

Schau auf Deinem Verrechnungskonto nach. Dort wird der Gegenwert des Kursrückgangs gutgeschrieben. Die Auszahlung kann mehrere Wochen später erfolgen, beim Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1D sind die Zahltermine vierteljährlich.

Genau so läuft es übrigens auch bei Aktien, wo die ausgeschüttete Dividende den Aktienkurs sinken lässt – denn das Geld wird ja aus dem Unternehmensvermögen, oder hier aus dem ETF-Vermögen, entnommen.

Wie kaufst Du einen Geldmarkt-ETF?

Möchtest Du einen Geldmarktfonds beziehungsweise einen Geldmarkt-ETF erwerben, benötigst Du ein Wertpapierdepot

Ein gutes Depot hat keine laufenden Kosten und niedrige Gebühren für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Von uns empfohlene Anbieter findest Du in unserem Depot-Vergleich.

Depot-Vergleich: Das passende Depot für Dich

Hinweis zum Depot-Vergleich

Der Finanztip-Depot-Vergleich basiert auf Daten von Banken, die wir selbst über die Websites der Anbieter, Preis- und Leistungsverzeichnisse und Abfragen bei den Anbietern gesammelt haben. Die Daten werden von uns monatlich kontrolliert und aktualisiert. Wir übernehmen keine Gewähr und Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen.

Die Reihenfolge der Depots in der Tabelle wird durch ein Scoring vorgegeben, Du hast die Wahl zwischen der Bewertung von Preis-Leistung, Kosten und Leistung. Beim Scoring spielen zum Beispiel folgende Konditionen eine Rolle: Verwahrgebühren, Ordergebühren, Anzahl von Handelsplätzen, Angebot der von Finanztip empfohlenen ETFs, Sparplanfunktion, Steuerinformationen oder Zinsen auf dazugehörigen Konten. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.

Das Depot von N26 wird aktuell mit null Punkten bewertet. Grund dafür sind aktuelle Maßnahmen der Bafin gegen diese Bank.

Die Auswahl der Depots erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur Depots, die deutschlandweit eröffnet werden können. Außerdem zeigen wir nur Anbieter, bei denen (1) das Depot komplett online eröffnet und geführt werden kann, (2) die Depotführung kostenlos ist oder durch Bedingungen wie die Ausführung eines Sparplans, bestimmte Wertpapiertransaktionen oder einen monatlichen Geldeingang auf dem dazugehörigen Girokonto kostenfrei gestellt werden kann, (3) neben ETFs auch Einzeltitel (also Aktien oder Anleihen) im selben Depot gehandelt werden können, (4) es die Möglichkeit gibt, automatische Sparpläne auf ETFs im selben Depot einzurichten, (5) es einen automatischen Abzug der deutschen Abgeltungssteuer gibt, (6) es keine Mindesteinlage gibt und (7) der Markteintritt nicht weniger als drei Monate her ist. 

Wie investierst Du mit Deinem Depot in einen ETF?

Die empfohlenen Geldmarkt-ETFs kannst Du bei Deinem Broker über die Börse erwerben. In unserem Ratgeber Aktien kaufen erklären wir Dir, wie Du ein Wertpapier über die Börse erwirbst.

Bei Geldmarkt-ETFs solltest Du besonders darauf achten, dass Du tagsüber zwischen 9:30 und 17 Uhr handelst. Denn dann hat die größte deutsche Börse Xetra geöffnet und Du musst nicht mit einer hohen Handelsspanne zwischen Kauf und Verkaufskurs rechnen, auch Spread genannt. 

Das ist wichtig. Ein hoher Spread wirkt sich bei einem Geldmarktfonds stärker auf die Rendite aus als etwa bei Aktien-ETFs. Das liegt daran, dass Du Geldmarktfonds meist nicht so lange hältst. Und die Renditen, die sie abwerfen, sind kleiner.

Kannst Du einen Sparplan auf Geldmarktfonds einrichten?

Ja, ein Sparplan ist eine bequeme Option, um kontinuierlich in einen Geldmarkt-ETF zu investieren. Das bietet sich auch an, wenn Du keine feste Summe auf Halde liegen hast. 

Du kannst beispielsweise immer zum Monatsanfang 100 Euro in einen Geldmarkt-ETF stecken. Der Vorteil: Du musst nicht jedes Mal eine manuelle Order aufgeben und sparst quasi automatisiert.

In unserem Ratgeber zum Fondssparplan zeigen wir ausführlich, wie es geht. Wichtig ist zu wissen, dass Du einen ETF-Sparplan jederzeit anhalten, aufstocken oder reduzieren kannst. Die bis dahin gekauften Fondsanteile bleiben in Deinem Depot, bis Du sie wieder verkaufen möchtest.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

  • Mit dem richtigen Wertpapierdepot zahlst Du wenig fürs Kaufen und Verkaufen von Aktienfonds (ETFs).
  • Finanztip empfiehlt elf Depotangebote. Jeweils am besten: Traders Place (Preis-Leistung) und Comdirect Depot (Leistung).

Zum Ratgeber

Was sind Geldmarktportfolios?

Seit dem Ende der Niedrigzinsphase 2022 bewerben verschiedene Anbieter sogenannte Geldmarktportfolios. Darunter sind zum Beispiel Robo-Advisor wie Ginmon oder das Zinsportal Raisin. Die Angebote unterscheiden sich in den Details. Im Kern funktionieren sie aber so, dass die Anbieter Dein Geld in Deinem Auftrag in Geldmarktfonds investieren. Sie übernehmen also die Auswahl der konkreten Fonds oder ETFs für Dich und managen diese aktiv.

Das Problem: Dafür verlangen die Anbieter zusätzlich zu den Kosten des Fonds noch selbst Gebühren. Insgesamt zahlst Du ein ganzes Stück mehr, als wenn Du einfach selbst in einen Geldmarktfonds investiert. So liegen die laufenden Kosten bei Geldmarktfonds in der Regel zwischen 0,1 und 0,2 Prozent des Fondsvolumens. 

Bei den Geldmarktportfolios zahlst Du hingegen meist 0,25 bis 0,5 Prozent – also möglicherweise mehr als das Doppelte. Ein Geldmarktportfolio kann bei einer Sparsumme von 10.000 Euro über fünf Jahre durchaus 250 Euro mehr an Gebühren kosten als die von uns empfohlenen ETFs.

Hinzu kommt, dass oft nicht klar wird, in welche Fonds oder ETFs der Anbieter genau investiert. Zum Teil stecken die Anbieter Dein Geld nicht nur in geldmarktnahe Fonds oder kurzlaufende Staatsanleihen, sondern auch zu größeren Anteilen in andere Wertpapiere, etwa Unternehmensanleihen. Das kann dann wieder höhere Risiken und unerwartete Kursschwankungen mit sich bringen.

So hat Finanztip Geldmarktfonds getestet

Wir haben uns ETFs angeschaut, die als Sicherheitsbaustein der Geldanlage infrage kommen und dort eine Ergänzung oder Alternative zu Tagesgeld sein können. Dabei haben wir uns auf diese Typen konzentriert:

  • ETFs, die den Referenzzins €STR abbilden sowie
  • ETFs, die einen Index für kurzlaufende deutsche Staatsanleihen abbilden.

Als Staatsanleihen-Indizes haben wir uns für Laufzeiten bis ein Jahr entschieden. Dies senkt das Zinsänderungsrisiko. Der Ausschluss von ausländischen Anleihen sowie von Bundesanleihen in Fremdwährung eliminiert das Währungsrisiko.

Die ESTR oder Euro Short-Term Rate beziehungsweise der direkt von ihr abgeleitete EONIA wird von der Europäischen Zentralbank durch ein aus unserer Sicht ausgewogenes Verfahren ermittelt. Beide Referenzgrößen sind schwankungsarm und stellen allgemein anerkannte Renditemaße für risikoarme Anlagen dar.

Welche Kriterien müssen ETFs erfüllen, um von Finanztip empfohlen zu werden? 

Um passende ETFs zu ermitteln, stützen wir uns auf eine Grundgesamtheit

  • für die Staatsanleihen-Fonds: Suche in der Datenbank Just-ETF mit Filter nach „Staatsanleihen mit Laufzeit null bis drei Jahre und in Währung Euro“, danach Auswahl der ETFs mit Laufzeit unter einem Jahr.
  • für die ESTR-Fonds: Suche in der Datenbank von Just-ETF, mit Filter nach „Geldmarkt“ und Währung „Euro“, sowie aus der Datenbank der Frankfurter Börse mit Filter nach „Geldmarkt“.

Es gelten zum einen die Filterkriterien, die wir auch bei Aktien-ETFs anlegen:

  • Die Fondsanteile müssen an der deutschen Referenzbörse Xetra gehandelt werden. Das sorgt aufgrund der höheren Liquidität für fairere Kurse.
  • Die gesetzlich vorgeschriebenen Anleger-Informationen müssen auf einer deutschsprachigen Website abrufbar sein.
  • Das Mindestalter des Fonds beträgt fünf Jahre. Die Erfahrung der Anbieter soll sichergestellt sein. Ohne eine entsprechende Historie ist eine Untersuchung der Wertentwicklung kaum aussagekräftig.
  • Das Fondsvolumen beträgt wenigstens 100 Millionen Euro. Zu kleine Fonds sind langfristig möglicherweise nicht rentabel. Sie laufen Gefahr, zusammengelegt oder geschlossen zu werden.

Zudem haben wir ein weiteres Kriterium für die ESTR-Fonds festgelegt. Diese werden in der Praxis durch einen Swap nachgebildet, um den Referenzzins zu erzielen.

Das Trägerportfolio des Swaps muss schwerpunktmäßig aus Staatsanleihen in Euro aus der Eurozone bestehen. Andere Staatsanleihen und Unternehmensanleihen können in kleineren Anteilen vorkommen. Wir prüfen redaktionell regelmäßig nach, wie sich die Trägerportfolios der empfohlenen ETFs entwickeln und beurteilen gegebenenfalls bei starken Abweichungen den Empfehlungsstatus neu.

ESTR-ETFs im Vergleich

Name/ISINBauart/ErtragsverwendungAuflagedatumverwaltetes Vermögen in Mrd. €
Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C 
(LU0290358497)
synthetisch-thesaurierend25.05.200721,6
Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1D (LU0335044896)synthetisch-ausschüttend11.03.200821,6
Amundi Euro Overnight Return UCITS ETF - Acc (FR0010510800)synthetisch-thesaurierend13.09.20073,1

Staatsanleihen-ETFs im Vergleich

Name/ISINBauart/ErtragsverwendungAuflagedatumverwaltetes Vermögen in Mrd. €
iShares eb.rexx Government Germany 0-1yr UCITS ETF (DE)
(DE000A0Q4RZ9)
physisch-ausschüttend29.07.20081,8
Deka Deutsche Boerse EUROGOV® Germany Money Market UCITS ETF (DE000ETFL227)physisch-ausschüttend16.03.20090,5

Quelle: Finanztip-Analyse, Fondsanbieter (Stand: April 2026)

Warum empfiehlt Finanztip keine aktiven Geldmarktfonds und geldmarktnahe Fonds?

Aktiv gemanagte Geldmarktfonds und geldmarktnahe Fonds haben wir bei früheren Untersuchungen betrachtet, sie aber am Ende nicht berücksichtigt. Das bleibt der Finanztip-Leitlinie „indexbasiertes Investieren statt aktives Management“ treu und macht den Anlageerfolg nicht von Entscheidungen eines Fondsmanagements abhängig.

Drei zentrale Gründe waren ergänzend ausschlaggebend:

  1. Die Anlagerichtlinien der Fonds sind weniger transparent als die der ETFs, daran ändert auch die EU-Geldmarktfondsverordnung nichts. Die Fonds investieren teilweise stark in riskantere Wertpapiere wie Unternehmensanleihen. Wir haben als Zwischenstufe solche Fonds herausgefiltert, die nach Angaben von Morningstar aktuell mehr als 20 Prozent in Unternehmensanleihen investiert sind.
  2. Die Kostenstruktur der Fonds ist in der Regel komplexer als die der ETFs. Insbesondere haben circa die Hälfte von ihnen einen Ausgabeaufschlag, der ein Investment auch für mittellange Perioden weniger attraktiv macht.
  3. Zwar lassen sich Ausgabeaufschläge vermeiden, indem man einen Fonds über die Börse kauft. Der Vergleich der Handelbarkeit der aktiven Fonds mit der Handelbarkeit der infrage kommenden ETFs zeigte aber, dass die aktiven Fonds bei weniger Depots im Anlageuniversum sind. Wo sie handelbar sind, hatten sie höhere Spreads/Handelsspannen hatten als unsere ETF-Empfehlungen.
Autoren
Hendrik Buhrs

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