
- ETF, der die Entwicklung der Euro-Short-Term Rate nachbildet
- synthetische Nachbildung des Index
- Erträge werden wieder angelegt (thesaurierend)
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Das Wichtigste in Kürze
Inhalt
Geldmarktfonds investieren am sogenannten Geldmarkt. Sie sind risikoarm und versprechen meist eine Rendite etwas oberhalb der Zinsen für gutes Tagesgeld und deutlich oberhalb von Sparbuchzinsen.
Auf diesem Geldmarkt können sich Banken, Unternehmen oder Staaten kurzfristig Geld beschaffen oder überschüssiges Geld kurzfristig anlegen. Das läuft über gegenseitige Kredite mit einer sehr kurzen Laufzeit.
Die Höhe der Zinsen dieser Kredite ist eng an den aktuellen Leitzins der Zentralbank gekoppelt. Mit diesen Zinsen erzielt ein Geldmarktfonds seine Rendite. Aktuell liegen die Zinsen am Geldmarkt bei durchschnittlich 2,19 Prozent pro Jahr.
Ein Geldmarktfonds bietet Dir die Möglichkeit, selbst auf dem Geldmarkt dabei zu sein und dort auch kurzfristig überschüssiges Geld zu parken. Geldmarktfonds haben in der Regel eine hohe Liquidität. Du kannst Anteile jederzeit sehr leicht an der Börse verkaufen oder an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Bis Du das Geld auf Deinem Girokonto hast, können allerdings je nach Depotanbieter ein bis vier Bankarbeitstage vergehen.
Klassische Geldmarktfonds sind aus Finanztip-Sicht aber nicht die beste Form für Dich, am Geldmarkt anzulegen. Denn darunter sind auch viele Fonds, die nur zu relativ hohen Gebühren oder nicht auf den gängigen Handelsplätzen erhältlich sind.
Stattdessen raten wir Dir zu Geldmarkt-ETFs. Diese stellen wir im Abschnitt Welche Geldmarktfonds empfiehlt Finanztip vor.
Die EU hat in einer Verordnung über Geldmarktfonds genau festgelegt, worin ein Geldmarktfonds investieren darf. Das sind vor allem die sogenannten Geldmarktinstrumente: Schatzanweisungen, Termingelder oder Einlagenzertifikate von Banken, Unternehmen oder Staaten.
Bei all diesen Anlagen leiht eine Partei der anderen Geld über einen kurzen Zeitraum und erhält dafür Zinsen. Die Laufzeit darf nicht länger als 397 Tage betragen, also höchstens rund ein Jahr und einen Monat.
Die Verordnung regelt außerdem, wie Geldmarktfonds die Investitionen über verschiedene Anlagemöglichkeiten verteilen müssen. Das soll für eine hohe Krisenfestigkeit der Fonds sorgen. Und sicherstellen, dass in einer Krise auch viele Anlegende gleichzeitig an ihr Geld herankommen, wenn sie möchten.
Neben Geldmarktfonds gibt es auch geldmarktnahe Fonds. Diese investieren nicht nur in Geldmarktinstrumente, sondern teilweise auch in Anleihen mit längerer Laufzeit als einem Jahr.
Das verspricht zwar etwas mehr Rendite, birgt aber ein zusätzliches Risiko: Wie bei Rentenfonds fallen die Kurse dieser Fonds kurzfristig, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt.
Da solche Fonds nicht unter die EU-Verordnung über Geldmarktfonds fallen, dürfen sie sich in Verkaufsprospekten oder auf der Website des Anbieters auch nicht Geldmarktfonds nennen. Oft versuchen sie aber den Eindruck zu erwecken, indem sie zum Beispiel den Ausdruck „Geldmarkt“ im Namen tragen.
Achte daher auf die konkreten Formulierungen in den Fondsinformationen, die Du vor dem Investment erhältst.
Einige Geldmarktfonds investieren nicht nur in Euro-Zinspapiere, sondern auch in solche, die in Dollar oder anderen Währungen notiert sind. Das birgt ein großes Risiko, da die Rendite des Fonds dann stark vom aktuellen Wechselkurs abhängt. Wenn Du einen sicheren Parkplatz für Dein Geld suchst, sind solche Geldmarktfonds nicht dafür geeignet. Sie dienen Anlegerinnen und Anlegern eher als Wette auf bestimmte Entwicklungen bei den Wechselkursen.
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Wie Du es schon von Aktien kennst, empfehlen wir Dir auch für den Geldmarkt börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Da diese in der Regel nicht unter die EU-Geldmarktverordnung fallen, bezeichnen sie die Anbieter selbst nicht als Geldmarkt-ETFs, sondern sprechen von geldmarktnahen ETFs oder Overnight-ETFs. Mit diesen ETFs kannst Du einfach und günstig von den Renditen des Geldmarktes profitieren.
Wir empfehlen keine aktiv verwalteten Geldmarktfonds, bei denen ein Fondsmanagement entscheidet, wie investiert wird. Denn diese liefern wenig Transparenz über die Anlagerichtlinien.
Für Dich ist schwer ersichtlich, worin der Fonds Dein Geld genau steckt und wie sich die einzelnen Fonds unterscheiden. Außerdem haben die aktiv verwalteten Fonds häufig hohe Kosten und werden nur selten an der Börse gehandelt.
Bei unseren Empfehlungen von Geldmarkt-ETFs unterscheiden wir zwischen zwei Kategorien: Euro-Short-Term-Rate-ETFs und kurzlaufende Staatsanleihen-ETFs.
Die eine Kategorie sind die Euro-Short-Term-Rate-ETFs, kurz ESTR-ETFs. Ihr Prinzip ist dem von ETFs für Aktien ähnlich. Sie haben kein Fondsmanagement, das sich Wertpapiere für den Fonds aussucht. Stattdessen baut der ETF einfach einen Börsenindex nach. Bei Aktien-ETFs ist das zum Beispiel der Dax oder der MSCI ACWI IMI.
Die ESTR-ETFs zielen hingegen darauf ab, einen bestimmten Zinssatz zu erreichen. Konkret versuchen sie, die Entwicklung der Euro Short-Term Rate (kurz: ESTR oder auch €STR) abzubilden.
Die Euro Short-Term Rate ist ein Zinssatz, der von der Europäischen Zentralbank berechnet wird. Er gibt den durchschnittlichen Zins am europäischen Geldmarkt an, ein bisschen wie ein bankeninterner Tagesgeldzins.
In die Berechnung fließen nur Geldmarktgeschäfte in der Währung Euro der 50 größten europäischen Banken ein. Außerdem bezieht sich der Zinssatz auf eine Übernachtfälligkeit, also für Kredite, die nur bis zum nächsten Tag laufen.
Die Euro-Short-Term Rate gibt somit den durchschnittlichen Zinssatz für Geldmarktpapiere an, die am nächsten Tag auslaufen. Der Zinssatz wird immer pro Jahr angegeben und ändert sich täglich. Die EZB veröffentlicht ihn jeweils rückwirkend am Folgetag.
Da die ESTR kein Börsenindex ist, behelfen sich die Anbieter der ETFs mit einem Trick: Sie erstellen einen eigenen Index für die Entwicklung des Referenzzinssatzes.
Der Index bewegt sich genau wie die tagesaktuellen Zinsen in kleinen Schritten auf oder ab. Nun verabreden die ETF-Anbieter mit einer Bank ein Tauschgeschäft – einen Swap. Resultat des Tauschgeschäfts: Ein ESTR-ETF liefert so die gleiche Rendite wie der ESTR-Zins.
Dieses Vorgehen heißt auch synthetische Nachbildung. Das kennst Du vielleicht von manchen Aktien-ETFs.
Die synthetische Nachbildung funktioniert so: Der ETF investiert in Anleihen, die aber aufgrund ihrer längeren Laufzeit nicht unbedingt Teil des Geldmarktes sind und damit ein etwas höheres Risiko haben.
Gleichzeitig schließt der ETF eine Vereinbarung mit einer Bank, die ihm die Entwicklung des ETF garantiert. Entwickelt sich der Index – also der tagesaktuelle Zins – besser als die Anleihen, zahlt die Bank die Differenz an den ETF aus. Im umgekehrten Fall zahlt der ETF an die Bank.
Von Aktien-ETFs kennst Du vielleicht eher die Methode der physischen Nachbildung. Dabei kauft der ETF einfach die Papiere, die auch im Index enthalten sind. Da der Referenzindex von den empfohlenen ESTR-ETFs aber eben nicht aus konkreten Wertpapieren besteht, wäre das hier nicht möglich.
Die Nachbildung mit den Swaps birgt ein sogenanntes Kontrahentenrisiko. Gemeint ist damit folgendes Risiko: Die Partnerbank gerät in Zahlungsprobleme und kann nicht mehr die Differenz zwischen den gehaltenen Anleihen und dem Referenzindex ausgleichen.
Wir schätzen dieses Risiko jedoch als sehr gering ein. Die Partnerbanken sind in der Regel sehr große Banken, die nur in einer großen Krise ins Wanken geraten. Zum anderen finden die Ausgleichszahlungen zwischen Fonds und Bank täglich statt – die Differenz zwischen beiden Seiten kann also höchstens den Kursunterschied von einem Tag ausmachen.
Hinzu kommt, dass die ETFs zum Großteil Staatsanleihen aus der Eurozone halten. Diese gelten als besonders sicher. Sollte tatsächlich der Swap-Partner ausfallen, ist der ETF immer noch in sehr sicheren Anleihen investiert.
Möchtest Du dieses Kontrahentenrisiko trotzdem lieber vermeiden, sind die geldmarktnahen ETFs aus der zweiten Kategorie – kurzlaufende Staatsanleihen – eine Alternative. Wie diese funktionieren, erklären wir weiter unten.
Wir empfehlen als Sicherheitsbaustein für Deine Geldanlage drei ESTR-ETFs von den Anbietern Xtrackers und Amundi.
Zwei der ETFs – der von Xtrackers und der von Amundi – sind thesaurierend, das bedeutet, dass sie die Zinserträge automatisch wieder in das Fondsvermögen anlegen. Der andere ETF von Xtrackers ist hingegen ausschüttend. Die Zinsen werden Dir also regelmäßig auf Dein Verrechnungskonto ausgezahlt.
Dieser ETF zählt nicht zu unseren Empfehlungen, weil wir seine Anlagestrategie für zu riskant halten. Zur Erklärung: Der ETF-Anbieter Amundi hat einen weiteren ETF im Angebot, der die Euro Short-Term Rate nachbildet. Er trägt den Namen „Amundi Smart Overnight Return Ucits ETF“. Es gibt ihn in einer ausschüttenden (ISIN: LU2082999306) und einer wiederanlegenden Variante (ISIN: LU1190417599).
Dieser ETF bildet die ESTR ebenfalls mittels Swaps nach. Zu unseren Empfehlungen gehört er trotzdem nicht. Denn sein Portfolio, auf das er die Tauschgeschäfte aufbaut, besteht nicht wie bei unseren Empfehlungen aus sicheren Staatsanleihen. Stattdessen investiert er in Aktien. Kommt es zu einem Ausfall des Swap-Partners, ist der ETF also in Aktien investiert. Das birgt aus unserer Sicht ein unnötiges Risiko für einen Sicherheitsbaustein.
Als zweite Kategorie empfehlen wir ETFs, die in deutsche Staatsanleihen mit weniger als einem Jahr Laufzeit investieren. Diese ETFs bieten eine besondere Sicherheit. Denn es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre Anleihen nicht mehr zurückzahlen kann.
Dafür musst Du hier tendenziell mit einer etwas geringeren Rendite rechnen als bei den ESTR-ETFs. Aufgrund der hohen Sicherheit sind die Zinsen für deutsche Staatsanleihen in der Regel ein Stück geringer als der Geldmarktzins, den die ESTR repräsentiert.
Wir empfehlen in dieser Kategorie einen ETF von iShares und einen der Deka. Beide ETFs schütten Erträge regelmäßig an Dich aus. Die beiden setzen auf eine physische Nachbildung des Referenzindex. Das bedeutet, dass sie jeweils die Wertpapiere des zugrundeliegenden Index kaufen. Ein Kontrahentenrisiko wie bei den ESTR-ETFs gibt es hier also nicht.


Von beiden Anlagevarianten gibt es keine eindeutig bessere. Stattdessen ist es von Deinen individuellen Vorlieben und Deiner konkreten Situation abhängig, welches Produkt besser geeignet ist.
Die folgende Tabelle hilft Dir einzuschätzen, mit welcher Variante Du besser fährst.
| Ein Geldmarkt-ETF ist für Dich geeignet, wenn Du... |
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| Ein Tagesgeldkonto ist für Dich geeignet, wenn Du… |
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In der folgenden Grafik siehst Du, welche Zinsen Du in den letzten Monaten für Tagesgeld und für einen Geldmarkt-ETF erhalten hast. Außerdem ist dort der Einlagenzins der Europäischen Zentralbank EZB abgebildet. Diesen Zinssatz bekommen Banken, wenn sie ihr Geld über Nacht bei der EZB parken.
Die Grafik zeigt: Die Zinsen eines Geldmarkt-ETF lagen immer knapp unter dem Einlagenzins der EZB. Mit dem Geldmarkt-ETF gehen Anlegerinnen und Anleger die Zinsschritte der EZB also konstant mit.
Beim Tagesgeld sind die Zinsen nicht so direkt an die Entwicklung des Leitzinses gekoppelt. Trotz der Zinssenkungen der EZB sind die Spitzenzinsen für Tagesgeldkonten kaum gefallen. Lagen die besten Angebote ohne zeitlich begrenzten Aktionszins früher noch ein Stückchen unter dem Einlagenzins der EZB, sind sie jetzt meist etwas höher.
Wer mit Tagesgeld spürbar mehr Zinsen als mit einem Geldmarkt-ETF rausholen wollte, musste hingegen auf Angebote mit befristeten Aktionszinsen setzen.
Sowohl Geldmarkt-ETFs als auch Tagesgeld sind ziemlich sichere Formen der Geldanlage mit geringen Risiken. Sie unterschieden sich aber in der Art der Risiken.
Beim Tagesgeld besteht das Risiko, dass die Bank, bei der Du das Konto hast, pleitegeht und Dein Guthaben nicht mehr auszahlen kann. Allerdings schützt der Staat Dein Geld durch die gesetzliche Einlagensicherung.
Sie greift bis zu einem Guthaben von 100.000 Euro pro Bank und Person. Bei einem Gemeinschaftskonto sind es sogar 200.000 Euro. Geht die Bank pleite, springt der Einlagensicherungsfonds ein und zahlt Dir Guthaben bis zu dieser Grenze aus.
Geldmarktfonds bringen hingegen ein kleines Kursrisiko mit sich. So kann der Wert des Geldmarktfonds nicht nur steigen, sondern auch fallen – wie in der Niedrigzinsphase vor 2022. In so einem Szenario würdest Du mit der Anlage beispielsweise ein Prozent Verlust machen, wenn Du bei einem niedrigen Kurs verkaufst.
Bei einem Tagesgeld gibt es das nicht. Die von uns vorgestellten Fonds sind allerdings sehr schwankungsarm. Eine Nullzinsphase ist zudem normalerweise frühzeitig absehbar. Wir informieren Dich in diesem Ratgeber, in unserem Newsletter und in unserer App, wenn sich die Lage verändert.
Außerdem besteht bei Geldmarktfonds das Risiko, dass die Herausgeber der gehaltenen Geldmarktinstrumente das Geld nicht mehr zurückzahlen können. Denn hier gibt es keine Einlagensicherung.
Ein Ausfall bei vielen Emittenten gleichzeitig ist aber sehr unwahrscheinlich, da Geldmarktfonds ihr Geld nur an Emittenten in guter wirtschaftlicher Lage geben. Für eine größere Krise lässt sich das aber nicht völlig ausschließen. Trotz der eben beschriebenen Risiken gehören Geldmarktfonds zu den Wertpapieren mit dem geringsten Ausfallrisiko. So werden sie zum Beispiel in den Informationsblättern für Anlegende in der Risikoklasse 1 eingestuft. Das Risiko für Wertverluste halten wir für sehr gering.
Der Unterschied zwischen Tagesgeld und einem Geldmarkt-ETF liegt vor allem in der Art des Produkts. Der Geldmarkt-ETF ist ein Fonds, an den Du über ein Wertpapierdepot Anteile erwirbst. Das Tagesgeld ist hingegen ein Bankkonto, auf das Du Guthaben einzahlst. Es funktioniert ähnlich wie ein Girokonto. Für wirklich gute Zinsen kann das Tagesgeldkonto allerdings auch eine Menge Arbeit machen. Den Zins des Tagesgeldkontos legt die Bank frei fest und kann ihn – daher der Name – täglich ändern. Neue Kundinnen und Kunden bekommen oft einen höheren Aktionszins, der dann aber nur ein paar Monate lang gilt.
Danach kann es passieren, dass Du auf einen deutlich niedrigeren Standardzins zurückfällst. Der kann durchaus mehr als zwei Prozentpunkte niedriger liegen als der Lockzins.
Um Dir dauerhaft gute Zinsen zu sichern, musst Du beim Tagesgeld also unter Umständen häufig das Konto wechseln. Diesen ständigen Wechsel braucht es bei Geldmarktfonds nicht.
Bei einem Geldmarktfonds ist es hingegen wichtig, auch die Kosten beim Kauf und Verkauf der Anteile zu bedenken. Sie fallen jedes Mal an, wenn Du Geld in den Fonds ein- oder auszahlen willst, und schmälern Deine Rendite.
Ein Geldmarktfonds lohnt sich daher häufig nur, wenn Du eine größere Summe investierst und nicht andauernd Geld ein- und auszahlen willst.
Wenn Du Dein Depot bei einem Broker mit geringen Ordergebühren hast, können sich auch kleinere Summen lohnen, da die Gebühren dort nicht so stark ins Gewicht fallen.
waren in der Auswahl unserer Finanztip-Expertinnen und Experten: sowohl ETFs wie auch aktiv verwaltete Geldmarktfonds.
von ETFs stellen wir im Ratgeber Geldmarktfonds ausführlich vor: ETFs, die den Referenzzins ESTR der Europäischen Zentralbank nachbilden sowie ETFs mit kurzlaufenden deutschen Staatsanleihen.
Als Sicherheitsbaustein Deiner Geldanlage eignen sich aus unserer Sicht die drei ESTR-ETFs DBX0AN, DBX0A2 und LYX0B6 sowie die beiden Staatsanleihen-ETFs A0Q4RZ und ETFL22.
Geldmarktfonds können eine Rolle in Deiner langfristigen Geldanlage spielen – über 15 oder mehr Jahre. Du solltest neben einem Aktien-ETF als Renditebaustein auch einen Teil Deines Geldes in einen Sicherheitsbaustein investieren.
Kommt es jedoch wieder zu einer Niedrigzinsphase, solltest Du am besten Dein Geld aus dem Geldmarktfonds in Tagesgeld umschichten. Darüber informieren wir Dich dann in unserem Newsletter und in unserer App.
Wie die Aufteilung zwischen Sicherheits- und Renditebaustein aussehen könnte, zeigt ein Beispiel: Möchtest Du zum Beispiel 50.000 Euro langfristig anlegen, kannst Du jeweils die Hälfte – 25.000 Euro – in einen breitgestreuten Aktien-ETF und in einen Geldmarktfonds stecken. Die kurzfristigen starken Schwankungen des Aktien-ETF fallen so in Deinem Depot weniger stark ins Gewicht. Gerade für die Altersvorsorge empfehlen wir Dir aber einen deutlich höheren Aktienanteil. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber zur Geldanlage.
Bevor Du langfristig investierst, solltest Du unbedingt einen Notgroschen von mindestens drei bis fünf Monatsgehältern für unerwartete Ausgaben aufbauen. Für diesen Notgroschen empfehlen wir Tagesgeld statt Geldmarktfonds.
Sinnvoll sind Geldmarktfonds hingegen auch für Geld, das Du absehbar schon in wenigen Jahren benötigst. Denn in diesem Fall solltest Du Aktien-ETFs ganz weglassen, da Du zu wenig Zeit hast, um deren mögliche Kursschwankungen auszusitzen.
Für beide beschriebenen Fälle sind aber Tages- und Festgeld genauso gut geeignet wie Geldmarktfonds. Welche der beiden Anlageklassen in Deinem Fall besser passt, hängt von Deiner persönlichen Vorliebe und anderen Faktoren wie der Höhe der Anlagesumme und Deiner Anlageerfahrung ab.
Natürlich passt auch eine Kombination aus Geldmarktfonds und Tagesgeld. Du kannst den Notgroschen und ein weiteres Sicherheitspolster auf ein gutes Tagesgeldkonto legen und zugleich einen monatlichen Sparplan auf einen Geldmarkt-ETF starten. Dafür haben wir eine Reihe passender Fonds ausgewählt.
In den beiden folgenden Tabellen findest Du die Renditen der vergangenen fünf Jahre für die Geldmarkt-ETFs, die Finanztip empfiehlt.
Grundsätzlich gilt: Du erzielst mit Geldmarkt-ETFs eine Rendite, die immer dem aktuellen Marktniveau für kurzfristige sichere Anlagen entspricht.
| Name/ISIN | ausschüttend oder wiederanlegend? | Wertentwicklung p.a. 2020 bis 2025 | Kosten/TER p. a. |
|---|---|---|---|
| Geldmarktzins EONIA | 1,76 % | ||
| Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C (LU0290358497) | thesaurierend | 1,72 % | 0,1 % |
| Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1D (LU0335044896) | ausschüttend | 1,72 % | 0,1 % |
| Amundi Euro Overnight Return UCITS ETF - Acc (FR0010510800) | thesaurierend | 1,64 % | 0,1 % |
1 Kalenderjahr
Quellen: Angaben der Anbieter (Stand: 2026)
Wie weiter oben beschrieben, sind ETFs mit deutschen Bundesanleihen noch eine Spur risikoärmer als die ESTR-ETFs. Die Kehrseite: Die Renditen sind in aller Regel ebenfalls niedriger. Die folgende Tabelle zeigt den Gewinn von Anfang 2021 bis Ende 2025.
| Name/ISIN | ausschüttend oder wiederanlegend? | Wertentwicklung p.a. 2020 bis 2025 | Kosten/TER p. a. |
|---|---|---|---|
| iShares eb.rexx Government Germany 0-1yr UCITS ETF (DE) (DE000A0Q4RZ9) | ausschüttend | 1,16 % | 0,13 % |
| Deka Deutsche Börse EUROGOV® Germany Money Market UCITS ETF (DE000ETFL227) | ausschüttend | 1,17 % | 0,12 % |
1 Kalenderjahr
Quellen: Angaben der Anbieter (Stand: 2026)
Da es bis 2022 noch Negativzinsen gab, ist die durchschnittliche Rendite über die vergangenen fünf Jahre niedriger als das momentane Zinsniveau.
Hast Du einen ausschüttenden Geldmarkt-ETF? Dann solltest Du Dich nicht wundern, falls Dein Depot einmal oder mehrmals im Jahr einen kleineren scheinbar unerklärlichen Kursverlust anzeigt. Dies wird mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Ausschüttung liegen und ist kein Anzeichen für ein Problem.
Schau auf Deinem Verrechnungskonto nach. Dort wird der Gegenwert des Kursrückgangs gutgeschrieben. Die Auszahlung kann mehrere Wochen später erfolgen, beim Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1D sind die Zahltermine vierteljährlich.
Genau so läuft es übrigens auch bei Aktien, wo die ausgeschüttete Dividende den Aktienkurs sinken lässt – denn das Geld wird ja aus dem Unternehmensvermögen, oder hier aus dem ETF-Vermögen, entnommen.
Möchtest Du einen Geldmarktfonds beziehungsweise einen Geldmarkt-ETF erwerben, benötigst Du ein Wertpapierdepot.
Ein gutes Depot hat keine laufenden Kosten und niedrige Gebühren für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Von uns empfohlene Anbieter findest Du in unserem Depot-Vergleich.
Der Finanztip-Depot-Vergleich basiert auf Daten von Banken, die wir selbst über die Websites der Anbieter, Preis- und Leistungsverzeichnisse und Abfragen bei den Anbietern gesammelt haben. Die Daten werden von uns monatlich kontrolliert und aktualisiert. Wir übernehmen keine Gewähr und Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen.
Die Reihenfolge der Depots in der Tabelle wird durch ein Scoring vorgegeben, Du hast die Wahl zwischen der Bewertung von Preis-Leistung, Kosten und Leistung. Beim Scoring spielen zum Beispiel folgende Konditionen eine Rolle: Verwahrgebühren, Ordergebühren, Anzahl von Handelsplätzen, Angebot der von Finanztip empfohlenen ETFs, Sparplanfunktion, Steuerinformationen oder Zinsen auf dazugehörigen Konten. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.
Das Depot von N26 wird aktuell mit null Punkten bewertet. Grund dafür sind aktuelle Maßnahmen der Bafin gegen diese Bank.
Die Auswahl der Depots erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur Depots, die deutschlandweit eröffnet werden können. Außerdem zeigen wir nur Anbieter, bei denen (1) das Depot komplett online eröffnet und geführt werden kann, (2) die Depotführung kostenlos ist oder durch Bedingungen wie die Ausführung eines Sparplans, bestimmte Wertpapiertransaktionen oder einen monatlichen Geldeingang auf dem dazugehörigen Girokonto kostenfrei gestellt werden kann, (3) neben ETFs auch Einzeltitel (also Aktien oder Anleihen) im selben Depot gehandelt werden können, (4) es die Möglichkeit gibt, automatische Sparpläne auf ETFs im selben Depot einzurichten, (5) es einen automatischen Abzug der deutschen Abgeltungssteuer gibt, (6) es keine Mindesteinlage gibt und (7) der Markteintritt nicht weniger als drei Monate her ist.
Die empfohlenen Geldmarkt-ETFs kannst Du bei Deinem Broker über die Börse erwerben. In unserem Ratgeber Aktien kaufen erklären wir Dir, wie Du ein Wertpapier über die Börse erwirbst.
Bei Geldmarkt-ETFs solltest Du besonders darauf achten, dass Du tagsüber zwischen 9:30 und 17 Uhr handelst. Denn dann hat die größte deutsche Börse Xetra geöffnet und Du musst nicht mit einer hohen Handelsspanne zwischen Kauf und Verkaufskurs rechnen, auch Spread genannt.
Das ist wichtig. Ein hoher Spread wirkt sich bei einem Geldmarktfonds stärker auf die Rendite aus als etwa bei Aktien-ETFs. Das liegt daran, dass Du Geldmarktfonds meist nicht so lange hältst. Und die Renditen, die sie abwerfen, sind kleiner.
Ja, ein Sparplan ist eine bequeme Option, um kontinuierlich in einen Geldmarkt-ETF zu investieren. Das bietet sich auch an, wenn Du keine feste Summe auf Halde liegen hast.
Du kannst beispielsweise immer zum Monatsanfang 100 Euro in einen Geldmarkt-ETF stecken. Der Vorteil: Du musst nicht jedes Mal eine manuelle Order aufgeben und sparst quasi automatisiert.
In unserem Ratgeber zum Fondssparplan zeigen wir ausführlich, wie es geht. Wichtig ist zu wissen, dass Du einen ETF-Sparplan jederzeit anhalten, aufstocken oder reduzieren kannst. Die bis dahin gekauften Fondsanteile bleiben in Deinem Depot, bis Du sie wieder verkaufen möchtest.
Seit dem Ende der Niedrigzinsphase 2022 bewerben verschiedene Anbieter sogenannte Geldmarktportfolios. Darunter sind zum Beispiel Robo-Advisor wie Ginmon oder das Zinsportal Raisin. Die Angebote unterscheiden sich in den Details. Im Kern funktionieren sie aber so, dass die Anbieter Dein Geld in Deinem Auftrag in Geldmarktfonds investieren. Sie übernehmen also die Auswahl der konkreten Fonds oder ETFs für Dich und managen diese aktiv.
Das Problem: Dafür verlangen die Anbieter zusätzlich zu den Kosten des Fonds noch selbst Gebühren. Insgesamt zahlst Du ein ganzes Stück mehr, als wenn Du einfach selbst in einen Geldmarktfonds investiert. So liegen die laufenden Kosten bei Geldmarktfonds in der Regel zwischen 0,1 und 0,2 Prozent des Fondsvolumens.
Bei den Geldmarktportfolios zahlst Du hingegen meist 0,25 bis 0,5 Prozent – also möglicherweise mehr als das Doppelte. Ein Geldmarktportfolio kann bei einer Sparsumme von 10.000 Euro über fünf Jahre durchaus 250 Euro mehr an Gebühren kosten als die von uns empfohlenen ETFs.
Hinzu kommt, dass oft nicht klar wird, in welche Fonds oder ETFs der Anbieter genau investiert. Zum Teil stecken die Anbieter Dein Geld nicht nur in geldmarktnahe Fonds oder kurzlaufende Staatsanleihen, sondern auch zu größeren Anteilen in andere Wertpapiere, etwa Unternehmensanleihen. Das kann dann wieder höhere Risiken und unerwartete Kursschwankungen mit sich bringen.
Wir haben uns ETFs angeschaut, die als Sicherheitsbaustein der Geldanlage infrage kommen und dort eine Ergänzung oder Alternative zu Tagesgeld sein können. Dabei haben wir uns auf diese Typen konzentriert:
Als Staatsanleihen-Indizes haben wir uns für Laufzeiten bis ein Jahr entschieden. Dies senkt das Zinsänderungsrisiko. Der Ausschluss von ausländischen Anleihen sowie von Bundesanleihen in Fremdwährung eliminiert das Währungsrisiko.
Die ESTR oder Euro Short-Term Rate beziehungsweise der direkt von ihr abgeleitete EONIA wird von der Europäischen Zentralbank durch ein aus unserer Sicht ausgewogenes Verfahren ermittelt. Beide Referenzgrößen sind schwankungsarm und stellen allgemein anerkannte Renditemaße für risikoarme Anlagen dar.
Um passende ETFs zu ermitteln, stützen wir uns auf eine Grundgesamtheit
Es gelten zum einen die Filterkriterien, die wir auch bei Aktien-ETFs anlegen:
Zudem haben wir ein weiteres Kriterium für die ESTR-Fonds festgelegt. Diese werden in der Praxis durch einen Swap nachgebildet, um den Referenzzins zu erzielen.
Das Trägerportfolio des Swaps muss schwerpunktmäßig aus Staatsanleihen in Euro aus der Eurozone bestehen. Andere Staatsanleihen und Unternehmensanleihen können in kleineren Anteilen vorkommen. Wir prüfen redaktionell regelmäßig nach, wie sich die Trägerportfolios der empfohlenen ETFs entwickeln und beurteilen gegebenenfalls bei starken Abweichungen den Empfehlungsstatus neu.
| Name/ISIN | Bauart/Ertragsverwendung | Auflagedatum | verwaltetes Vermögen in Mrd. € |
|---|---|---|---|
| Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C (LU0290358497) | synthetisch-thesaurierend | 25.05.2007 | 21,6 |
| Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1D (LU0335044896) | synthetisch-ausschüttend | 11.03.2008 | 21,6 |
| Amundi Euro Overnight Return UCITS ETF - Acc (FR0010510800) | synthetisch-thesaurierend | 13.09.2007 | 3,1 |
| Name/ISIN | Bauart/Ertragsverwendung | Auflagedatum | verwaltetes Vermögen in Mrd. € |
|---|---|---|---|
| iShares eb.rexx Government Germany 0-1yr UCITS ETF (DE) (DE000A0Q4RZ9) | physisch-ausschüttend | 29.07.2008 | 1,8 |
| Deka Deutsche Boerse EUROGOV® Germany Money Market UCITS ETF (DE000ETFL227) | physisch-ausschüttend | 16.03.2009 | 0,5 |
Quelle: Finanztip-Analyse, Fondsanbieter (Stand: April 2026)
Aktiv gemanagte Geldmarktfonds und geldmarktnahe Fonds haben wir bei früheren Untersuchungen betrachtet, sie aber am Ende nicht berücksichtigt. Das bleibt der Finanztip-Leitlinie „indexbasiertes Investieren statt aktives Management“ treu und macht den Anlageerfolg nicht von Entscheidungen eines Fondsmanagements abhängig.
Drei zentrale Gründe waren ergänzend ausschlaggebend:
* Was der Stern bedeutet:
Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.
Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).
Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.
Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.
Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.
