Daten-Roaming Im Ausland günstig mit dem Handy surfen

Manuel Vonau
Manuel Vonau
Experte Digitales

Das Wichtigste in Kürze

  • Über Daten-Roaming surfst Du mit Deiner deutschen Sim-Karte in einem ausländischen Mobilfunknetz im Internet.
  • Innerhalb der Europäischen Union brauchst Du Dir normalerweise keine Sorgen über hohe Kosten zu machen.
  • Schalte außerhalb der EU die Mobilfunkverbindung vorsichtshalber vor der Reise aus oder schalte den Flugmodus dauerhaft an – hier wird es in der Regel sehr teuer.
  • Bestell alternativ für Internet außerhalb der EU vor Anreise eine Reise-E-Sim-Karte oder kauf Dir vor Ort eine Prepaid-Karte.
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Wie günstig kannst Du in Europa im Internet surfen?

Innerhalb der EU kannst Du genauso unbeschwert und zum selben Preis weiter surfen, als wärst Du zuhause. Seit Juni 2017 surfst Du innerhalb der Europäischen Union zum Inlandstarif, was auch als „roam like at home“ bekannt ist. 

Diese Regulierung hat die EU 2022 noch einmal verbessert und bis 2032 verlängert (Art. 4 EU-Verordnung 2022/612). Es gibt jedoch ein paar Fallstricke bei besonders günstigen Tarifen mit viel Datenvolumen und bei unbegrenzten Datenflatrates. Dazu später mehr.

Neben den EU-Ländern machen auch Liechtenstein, Island, Norwegen, Moldau (häufig auch Moldawien genannt) und die Ukraine beim Roaming zum Inlandspreis mit. Die letzten beiden Länder sind 2026 in die Regulierung aufgenommen worden. 

Großbritannien dagegen ist nicht mehr Teil der Regelung, aber alle vier Netzbetreiber Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 haben bestätigt, dass sie auch im Jahr 2026 planen, keine Roaming-Gebühren für Großbritannien zu erheben. 

Das kann sich jedoch jedes Jahr ändern und gilt nicht unbedingt für alle deutschen Mobilfunk-Discounter. Informiere Dich vor einer Reise nach Großbritannien auf jeden Fall bei Deinem Anbieter, um auf Nummer sicher zu gehen.

Warum musst Du bei Daten-Roaming nahe Grenzen vorsichtig sein?

In der Nähe zu Grenzen von Ländern, die nicht zum EU-Roaming gehören, musst Du vorsichtig sein. Dein Handy könnte sich ins falsche Netz einbuchen und Du so unbedarft mit dem Roaming anfangen.

Gerade in der Nähe der Schweiz solltest Du darauf achten, in welchem Handynetz Du gerade bist. Manche Anbieter zählen die Schweiz aus Kulanz zum günstigen EU-Roaming-Gebiet, bei anderen wird es teuer. Informiere Dich bei Deinem Anbieter.

Wenn Du in Grenznähe unterwegs bist, kannst Du die automatische Netzauswahl Deines Smartphones ausschalten und so vermeiden, dass sich Dein Handy unbemerkt in ein ausländisches Netz einbucht. Das geht in den Systemeinstellungen unter „Mobilfunk“ beziehungsweise „Mobile Netzwerke“ – die genaue Bezeichnung kann sich von Gerät zu Gerät unterscheiden. 

Warum musst Du bei Kreuzfahrten und Flügen vorsichtig sein?

Kreuzfahrtschiffe, Flugzeuge und einige Fähren nutzen oft eine Satellitenverbindung zum Daten-Roaming – und diese Technik fällt auch in europäischen Gewässern oder im Luftraum nicht unter die EU-Regulierung und bleibt teuer.

Unvorstellbar, aber wahr: Das Streamen weniger Youtube-Videos hat auf Schiffen in der Vergangenheit bereits zu Horrorrechnung von mehr als 10.000 Euro geführt. 

Das kann heute nicht mehr so leicht passieren. Mobilfunkanbieter müssen seit 2022 bei Roaming-Kosten von rund 60 Euro zunächst die Verbindung kappen und per SMS nachfragen, ob Du wirklich weitersurfen willst. 

Falls keine Echtzeitabrechnung Deiner Kosten möglich ist, wodurch die Grenze von 60 Euro nicht greifen kann, muss Dein Anbieter Dich ebenfalls warnen. 

Aber sicher ist sicher: Schalte bei der Kreuzfahrt entweder Deine Mobilfunkverbindung aus, aktiviere den Flugmodus oder entferne Deine Sim-Karte. Mehr dazu im Abschnitt Mit welchen Kosten musst Du außerhalb Europas rechnen?

Manche Anbieter wie zum Beispiel Drillisch blockieren Satelliten-Verbindungen von vornherein. Eine solche Sperre von nicht-terrestrischen Verbindungen kannst Du bei jedem Anbieter anfragen. Das ist Dir gesetzlich zugesichert (Art. 14 Abs. 7 EU-Verordnung 2022/612). So kommt es gar nicht erst zu ausufernden Kosten. Dann kannst Du allerdings auf hoher See auch nicht mehr im Mobilfunknetz surfen.

Kannst Du alle deutschen Tarife auch im Ausland nutzen?

Einige wenige Mobilfunk-Discounter schalten die Verbindung außerhalb Deutschlands automatisch komplett ab. Mit solchen Tarifen gehst Du zwar sicher, dass Dir durch den Urlaub keine zusätzlichen Kosten entstehen. Du musst dann allerdings auf Deiner Reise auf Roaming verzichten.

Damit Du im Urlaub im Notfall nicht nur den Notruf, sondern auch Kontakte in der Heimat erreichen kannst, schließt unser Handy-Tarifrechner solche National-Tarife von vornherein aus.

Ist die Datennutzung im EU-Roaming immer kostenlos?

Nein – Dein Anbieter muss Dir im Ausland nicht dasselbe Datenvolumen wie zuhause zur Verfügung stellen und darf früher oder später sogar einen Aufpreis für die Nutzung verlangen. Es gibt aber eine Mindestmenge von Datenvolumen, die Dir gesetzlich zusteht.

Du musst im Ausland mindestens das doppelte Datenvolumen erhalten, das sich ergibt, wenn Du den monatlichen Preis Deines Tarifs durch den regulierten Preis pro Gigabyte (GB) teilst, den Du im EU-Ausland maximal bezahlen musst (Art. 4 Abs. 2 Durchführungsverordnung 2016/2286). Im Jahr 2026 liegt dieser Höchstpreis inklusive Mehrwertsteuer bei 1,31 Euro pro GB.

Wie berechnest Du, wie viel Datenvolumen Dir im EU-Ausland mindestens zur Verfügung steht?

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Zahlst Du für Deinen Handytarif mit unbegrenztem Datenvolumen 30 Euro im Monat, so kannst Du im EU-Ausland mindestens 45,8 GB versurfen, bevor Dein Internet gekappt oder teurer werden kann: 2 × 30 ÷ 1,31 = 45,8.

Wie viel Datenvolumen Du im EU-Ausland nutzen darfst, muss Dein Mobilfunkanbieter in den Vertragsunterlagen angeben. Auch beim Übertritt einer Grenze muss Dein Anbieter Dich über die Konditionen im Ausland informieren, sobald sich Dein Handy mit dem Netz verbindet. Das geschieht für gewöhnlich per SMS. Auch bei Erreichen von jeweils 80 und 100 Prozent Deines Datenvolumens im Ausland muss Dein Anbieter Dich informieren.

Nach Definition der EU-Regulierer haben fast alle deutschen Handytarife unbegrenztes Datenvolumen. Denn mit so gut wie allen Handyverträgen kannst Du auch nach Verbrauch Deines Inklusivvolumens unbegrenzt weitersurfen – wenn auch nur stark gedrosselt. Deshalb gilt die oben genannte Formel auch für solche begrenzten Tarife.

Auch günstige Discounter-Tarife können deswegen im EU-Ausland abgewertet werden. Dazu ein weiteres Beispiel: Du hast einen Tarif mit 15 GB Datenvolumen für 4,99 Euro im Monat. Im EU-Ausland erlaubt Dir Dein Anbieter aber nur gut 7,6 GB pro Monat ohne Zusatzkosten zu verwenden. Das kannst Du auch mit der Formel oben selbst ausrechnen: 2 × 4,99 ÷ 1,31 = 7,6. Brauchst Du mehr Datenvolumen, musst Du einen Aufpreis von 1,31 Euro pro GB bezahlen.

Auf diese Regulierungen dürfen sich Mobilfunkanbieter berufen, sie müssen es aber nicht. Einige Anbieter sind kulant und bieten auch bei günstigen Preisen im EU-Ausland das volle Datenvolumen an. Lies also in Deinem Vertrag nach. Deine Allnet-Flat zum Telefonieren und SMS schreiben bleibt von dieser Regelung immer unberührt.

Wie teuer wird Surfen nach Verbrauch des Datenvolumens?

Jahr2026ab 2027
pro Gigabyte11,31 €1,19 €
für 10 Euro27,6 GB8,4 GB

1 Inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, auf zweite Nachkommastelle gerundet.
2 Inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. GB-Angabe auf erste Nachkommastelle gerundet.
Quelle: Art. 11 Abs. 1 EU-Verordnung 2022/612 (Stand: 2. Januar 2026)

Welche Regelung gilt für Prepaid-Karten ohne Datenoption?

Ohne Datenoption surfst Du im EU-Ausland für maximal 1,31 Euro pro GB, das von Deinem Prepaid-Guthaben abgezogen wird, bis nichts mehr übrig ist (Art. 4 Abs. 3 Durchführungsverordnung 2016/2286).

Wenn Du also bei Einreise noch 9,30 Euro Guthaben auf Deiner Prepaid-Karte hast, kannst Du im EU-Ausland rund sieben GB Daten versurfen.

Je nachdem, was für einen Prepaid-Tarif Du hast, kann das sogar günstiger sein, als in Deutschland zu surfen. Manche Anbieter verlangen nämlich ohne Flatrate in Deutschland zum Beispiel 0,24 Euro pro Megabyte (MB). Das sind pro GB stolze 240 Euro.

Wenn Du einen Prepaid-Tarif mit Datenoption hast, darf Dein Anbieter dieselbe Berechnungsgrundlage benutzen wie für reguläre Handytarife.

Wird es bei längeren Reisen ins EU-Ausland teurer?

Wenn Du über einen Zeitraum von vier Monaten überwiegend im Ausland bist, darf Dein Anbieter Dir Zusatzkosten in Rechnung stellen. Er muss Dir vorher allerdings 14 Tage Zeit geben, um Stellung zu nehmen und nachzuweisen, dass Du nicht in das Land umgezogen bist. Kannst Du keinen Nachweis bringen, darf er Dir ab dann Zusatzkosten in Rechnung stellen, wenn Du den Tarif im Ausland weiterverwendest.

Diese Zusatzkosten sind gedeckelt. Du zahlst dann maximal 1,31 Euro pro GB, das Du bei Deinem weiteren Auslandsaufenthalt versurfst. Auch Deine Allnet-Flat für Anrufe und SMS muss dann nicht mehr gültig sein. Anbieter dürfen Dir Kosten von 0,02 Euro pro Minute und 0,004 Euro pro SMS berechnen (Art. 8 bis 11 EU-Verordnung 2022/612).

Übrigens: Es ist dabei egal, ob Du Dich in dem Zeitraum von vier Monaten nur in einem Land aufhältst oder in verschiedenen. Entscheidend ist, dass Du nicht im deutschen Mobilfunknetz unterwegs bist.

Hinter dieser Regulierung verbirgt sich die sogenannte Fair-Use-Policy, zu Deutsch: die Richtlinie zur fairen Nutzung. Sie soll verhindern, dass Du zum Beispiel einen vergleichsweise günstigen Tarif aus Rumänien dauerhaft in einem Land wie Deutschland benutzen kannst, in dem Handyverträge üblicherweise teurer sind. So würde laut EU nämlich der Wettbewerb verzerrt. Dann könnten laut den Regulatoren die Mobilfunkbetreiber in den teureren Ländern nicht mehr stark genug in den Ausbau des Netzes investieren, was langfristig negative Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher hätte.

Mit welchen Kosten musst Du außerhalb der EU rechnen?

Sobald Du die EU und die weiteren in die Roam-like-at-home-Regelung aufgenommenen Länder verlässt, kann bereits der erste Klick im Internet mehrere Euro kosten. Einheitliche Regeln für das Daten-Roaming außerhalb der EU gibt es nicht – der genaue Preis hängt sowohl vom Reiseland als auch von Deinem Anbieter ab.

Darüber hinaus hat Dein Mobilfunkanbieter möglicherweise nicht in jedem Land eine Roaming-Kooperation mit einem Netzbetreiber vor Ort. Dadurch kann es bei exotischeren Reisezielen vorkommen, dass es gar kein Daten-Roaming gibt. Bei außergewöhnlichen Regionen solltest Du Dich vor Reisebeginn bei Deinem Anbieter informieren.

Was musst Du bei der Nutzung von W-Lan beachten? 

Bei einigen Android-Smartphones ist voreingestellt, dass ein schlechtes W-Lan-Signal durch Deine mobile Datenverbindung ergänzt wird, damit Du eine stabile Internetverbindung hast – das kann im Ausland jedoch vollkommen unbemerkt teuer werden.

Du kannst die Funktion in den Einstellungen Deines Handys ausschalten. Je nach Hersteller heißt die Funktion anders, etwa „Automatisch zu mobilen Daten wechseln“, „Intelligenter Netzwechsel“, „WLAN+“ oder „Netzwerkbeschleunigung“.

Oder Du deaktivierst während Deines Auslandsaufenthalts einfach Deine „mobilen Daten“ insgesamt. Auch der Flugzeugmodus schützt vor der bösen Überraschung.

Auch das iPhone hat die Funktion unter den Namen „W-Lan-Unterstützung“ an Bord. Laut Apple wird dies aber automatisch nicht verwendet, wenn Du mit ausländischen Mobilfunknetzen verbunden bist.

Gibt es außerhalb der EU einen Kostendeckel?

Damit Du vor allzu hohen Rechnungen geschützt bist, gilt auch außerhalb der EU eine Kosten-Obergrenze von knapp 60 Euro. Ist dieser Höchstbetrag erreicht, wird die Verbindung gekappt. Der Anbieter darf das Daten-Roaming erst wieder freigeben, wenn Du ausdrücklich bestätigst, dass Du mit den Mehrkosten einverstanden bist (Art. 14 EU-Verordnung 2022/612). 

Wählt sich ein Smartphone in ein fremdes Netz ein, kann es im Hintergrund auch vollkommen unbemerkt Daten runterladen. Im Nicht-EU-Ausland können so schnell hohe Kosten entstehen, ohne dass Du Dein Handy überhaupt in der Hand hattest.

Manuel Vonau

Nutze eine Reise-E-Sim und deaktiviere oder entferne Deine deutsche Sim-Karte. So vermeidest Du sicher Zusatzkosten bei Reisen außerhalb der EU.

Manuel Vonau
Unser Finanztip-Experte für Digitales

Wie surfst Du günstig im Ausland?

Entweder Du bestellst Dir vor Abreise eine Reise-E-Sim, mit der Du einen Datentarif für Dein Reiseland buchen kannst, oder Du kaufst eine Prepaid-Karte im Reiseland. Bei manchen deutschen Mobilfunkanbietern kannst Du auch zu Deinem deutschen Handytarif eine Auslandsoption dazubuchen.

Reise-E-Sim-Tarife bieten eine gute Balance zwischen Preis und Komfort. Sobald Du sie in Deutschland gebucht hast, kannst Du im Reiseland einfach drauflossurfen, wenn Du aus dem Flieger steigst. Du solltest vorher aber die Preise vergleichen, da die einzelnen Anbieter je nach Reiseland unterschiedliche Optionen verkaufen. Telefonieren kannst Du über diese Reise-E-Sims allerdings oft nicht – bei einigen Anbietern kannst Du das jedoch als zusätzliche Option dazubuchen.

Günstiger ist meist eine lokale Prepaid-Sim-Karte. Mit der örtlichen Sim-Karte kannst Du mit dem eigenen Gerät zum Inlandstarif surfen – es handelt sich dann nicht um Daten-Roaming. Telefonate nach Deutschland sind dann aber teure Auslandsgespräche. Eine Sim-Karte holst Du Dir am besten direkt nach Ankunft am Flughafen. Sonst musst Du vielleicht an einem Kiosk in der Nähe Deines Hotels dank Sprachbarriere mehr Zeit und Energie aufwenden, als Du im Urlaub möchtest.

Egal für welche Variante Du Dich entscheidest: Prüfe insbesondere bei kleinen oder dünn besiedelten Ländern die Netzabdeckung der Anbieter. Wähle einen Anbieter in einem Netz, das möglichst überall verfügbar ist, damit Du im Urlaub ohne Probleme surfen kannst.

Auslandsoptionen von Deinem Mobilfunkanbieter sind oft flexibel für Urlaubsreisen buchbar – beispielsweise als Tages- oder Wochen-Flatrates. Allerdings sind die Auslandsoptionen nicht für alle Reiseziele verfügbar und verhältnismäßig teuer.

Was ist Daten-Roaming eigentlich?

Daten-Roaming heißt nichts anderes, als dass Du mit Deiner deutschen Sim-Karte in einem ausländischen Mobilfunknetz im Internet surfst. Gehst Du im Ausland hingegen über ein W-Lan ins Internet, dann handelt es sich nicht um Daten-Roaming. Beim Telefonieren und SMS schreiben im Ausland spricht man ebenfalls von Roaming.

Wie beschrieben, ist außerhalb Europas Roaming fast immer unverschämt teuer. Deswegen solltest Du das Daten-Roaming am besten vorher ganz ausschalten. Viele Smartphones haben dafür einen Flugzeugmodus. Das W-Lan kannst Du dann immer noch nutzen. Du kannst aber auch über die Einstellung in Deinem Smartphone die „mobilen Daten“ einzeln ausstellen. Oder Du entfernst einfach Deine deutsche Sim-Karte vor Einreise aus dem Smartphone. 

Autoren
Arne Düsterhöft

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