Internet- und Handytarif: Keine Angst vorm Wechsel
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Das Wichtigste in Kürze
Eine Reise-E-Sim bezahlst Du in der Regel einmalig und kannst sie nur so lange nutzen, bis Dein darin enthaltenes Datenvolumen aufgebraucht ist – weitere Kosten kommen bei den meisten Anbietern nicht auf Dich zu.
Gerade auf Reisen außerhalb der EU bist Du damit auf der sicheren Seite. Denn je nach Reiseziel können mit Deinem deutschen Handytarif hohe Kosten auf Dich zukommen, selbst wenn Du nur einmal kurz eine Whatsapp-Nachricht verschickst.
Innerhalb der Europäischen Union nutzt Du Deinen deutschen Handytarif mit kleinen Einschränkungen weiter. Dank der europäischen Roaming-Regulierung gibt es bei Urlaubsreisen keine Aufpreise. Auch in Liechtenstein, Island, Norwegen, Moldau (häufig auch Moldawien genannt) und der Ukraine kannst du ohne Aufpreis Surfen und Telefonieren.
In Großbritannien surfst du aktuell ebenfalls zu Preisen wie zuhause, allerdings nicht wegen der EU-Regulierung, sondern aufgrund einer freiwilligen Vereinbarung zwischen Mobilfunkbetreibern.
Bei einer E-Sim handelt es sich um die digitale Version der klassischen Sim-Karte, wie Du sie auch für Deinen deutschen Handyvertrag im Smartphone eingesteckt hast. E-Sims sind nicht ausschließlich zum Reisen geeignet, viele Anbieter bieten sie auch in nationalen Tarifen als Alternative zur Plastik-Sim-Karte an.
Mehr dazu erfährst Du in unserem E-Sim-Ratgeber.
Bei vielen Anbietern, wie zum Beispiel Airalo, Redtea Go, Revolut oder Saily, kannst Du Deinen gewünschten Tarif direkt über eine App buchen. Diese App installiert dann auch automatisch die dazugehörige E-Sim auf Dein Handy.
Die Buchung kannst Du bereits ein bis zwei Wochen vor Abreise zuhause erledigen. Bei den genannten Anbietern beginnt die Laufzeit erst, wenn Du das Reiseland betrittst und sich Dein Handy über die E-Sim zum ersten Mal mit dem dortigen Netz verbindet.
Es passiert also alles direkt auf Deinem Gerät, das Du sowieso mit in den Urlaub nimmst – ohne Umwege über E-Mails oder Verträge auf Papier. Da eine E-Sim digital ist, musst Du auch nicht Deine eingelegte Sim-Karte tauschen oder auf Post warten.
Bei vielen Anbietern kannst Du zwischen mehreren Tarifen mit Datenvolumen für Dein gewünschtes Reiseland auswählen. Dabei gibt es Angebote mit kurzen Laufzeiten von zum Beispiel sieben Tagen, aber auch welche mit längeren Laufzeiten wie zum Beispiel 180 Tagen. Du kannst so meist einen Tarif wählen, der genau zu Deiner Reisedauer passt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die meisten Anbieter diese Tarife zu einem einmaligen Festpreis anbieten. Dein Datenvolumen kannst Du dann ohne weitere Kosten vor Ort nutzen. Der Auslandstarif läuft automatisch aus.
Die Kosten für Reise-E-Sims sind je nach Zielland sehr unterschiedlich. Bei einem Urlaub in der Türkei zum Beispiel kannst Du beim bekannten Anbieter Saily für rund zehn Euro fünf Gigabyte (GB) Daten für 30 Tage erhalten. In Thailand erhältst Du für rund sieben Euro fünf GB. Und in den USA kosten Dich fünf GB rund 14 Euro.
Es gibt aber zahlreiche weitere Anbieter, die zum Teil andere Konditionen haben. Genau deswegen ist es so wichtig, die verschiedenen Angebote zu vergleichen.
Bei vielen Reise-E-Sim-Tarifen musst Du Dich anders als bei einem deutschen Mobilfunkvertrag nicht mit Deinem Ausweis oder Reisepass identifizieren. Denn viele Reise-Tarife kommen ohne Telefonnummer aus. Regulierungen zur Identifizierung existieren in vielen Ländern nur für Handytarife mit Telefonnummer, darunter zum Beispiel auch in Deutschland (§ 172 TKG).
Je nach Reiseziel und nach Deinem individuellen Bedarf an Datenvolumen schneiden Anbieter unterschiedlich gut ab. Hab also keine Scheu, mehrere Apps zu installieren und die Preise zu vergleichen. Nur weil ein Anbieter bei der letzten Reise in die Türkei besonders günstig war, bedeutet das nicht, dass er das auch für den Thailand-Urlaub ist.
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Reise-E-Sims sind praktisch, aber Du solltest darauf achten, vor der Buchung die Preise zu vergleichen und einen Anbieter zu wählen, bei dem Du alles über die App abwickeln kannst. Außerdem solltest Du bedenken, dass Du über Reise-E-Sims für gewöhnlich nicht telefonieren kannst und dass es umständlich ist, die E-Sim auf ein neues Handy zu übertragen, falls Deins auf Reisen kaputt oder verloren geht.
Um verschiedene Tarife miteinander zu vergleichen, teilst Du den Preis durch die Anzahl der Tage, die das Paket gültig ist. So kannst Du sehen, was Dich der entsprechende Tarif pro Tag kostet, und Du kannst Angebote besser miteinander vergleichen.
Hintergrund ist, dass es teils unterschiedliche Laufzeiten mit jeweils anderen Datenvolumen gibt. Dadurch ist nicht immer direkt klar, wo Du das bessere Angebot bekommst.
Die Masse von Anbietern mit den verschiedenen Tarifstrukturen macht es schwierig, die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen.
Nicht alle Anbieter sind technisch so aufgestellt, dass die Aktivierung direkt über eine App auf Deinem Smartphone möglich ist.
Bei manchen Anbietern musst Du einen QR-Code scannen, um die E-Sim zu installieren. Dann wird der Bestellprozess gleich komplizierter, da Du unter Umständen ein zweites Gerät brauchst, von dem Du den QR-Code scannen kannst. Wir empfehlen, lieber einen Anbieter zu wählen, bei dem Du alles über eine App regeln kannst. Die oben genannten Beispiele Airalo, Redtea Go, Revolut und Saily können das.
Du solltest überprüfen, in welchem lokalen Mobilfunknetz der jeweilige Anbieter unterwegs ist, wenn es im Zielland Probleme mit der Netzabdeckung geben kann.
So gibt es in großen Flächenländern wie zum Beispiel Kanada oder den USA wegen der riesigen Fläche und der geringen Bevölkerungsdichte außerhalb von Zentren nicht überall Netz.
Die Netzbetreiber unterscheiden sich dann weiterhin darin, wie gut sie auch ländliche Gebiete sowie bekannte Touristenziele abdecken. Wähle im Zweifelsfall ein etwas teureres Angebot, wenn Du damit ein besseres Netz erhältst.
Viele Auslands-E-Sim-Tarife bieten ausschließlich Datenvolumen an, ohne Telefonnummer – Telefonieren und SMS schreiben ist mit ihnen nicht möglich. Um innerhalb Deines Reiselands Telefonnummern anzurufen, kannst Du Alternativen wie Sipgate Satellite oder Viber benutzen.
Mit diesen Diensten ist es möglich, über das Internet ganz normale Anrufe zu tätigen – und das so gut wie immer günstiger, als wenn Du über Deinen deutschen Mobilfunkvertrag außerhalb der EU im Ausland telefonierst.
Wenn Dein Handy unterwegs kaputt geht, ist auch Deine E-Sim erst mal futsch. Denn im Gegensatz zur normalen Sim-Karte kannst Du die digitale Karte nicht einfach aus dem defekten Smartphone rausnehmen und in ein anderes einstecken.
Stattdessen musst Du die E-Sim noch einmal auf dem neuen Handy installieren. Manche Anbieter lassen es nicht zu, dieselbe E-Sim noch einmal auf einem anderen Gerät zu installieren.
Es kann also passieren, dass Du einen Reise-E-Sim-Tarif nochmal neu buchen oder zumindest den Support kontaktieren musst, um mit einem neuen Handy online zu gehen.
Bei einigen Anbietern kannst Du Tarife in Euro bezahlen, es gibt aber auch viele, die ausschließlich Zahlungen in US-Dollar akzeptieren. Um die Kosten bei diesen Anbietern nachzuvollziehen und vergleichen zu können, musst Du den Preis erst in Euro umrechnen. Je nach Deiner Bank oder Kreditkarte können auch Wechselgebühren anfallen.
Nicht jedes Smartphone ist mit E-Sims kompatibel, vor allem ist das bei älteren Modellen der Fall. Die Apps der Anbieter weisen Dich darauf hin, wenn sich auf Deinem Gerät keine E-Sim installieren lässt. Dann musst Du eine Alternative finden, um im Urlaub online zu bleiben, wie im nächsten Kapitel beschrieben.
| Vorteile | Nachteile |
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Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 8. Juli 2025)
Wenn Du im Reiseland unterwegs auf Deine Mobilfunkverbindung verzichten kannst und Dich mit dem W-Lan Deines Hotels begnügst, brauchst Du keine Reise-E-Sim. Dann schaltest Du Dein Smartphone schon vor der Abreise in den Flugmodus und deaktivierst ihn erst wieder bei Deiner Rückkehr nach Deutschland. So wählt sich Dein Handy gar nicht erst ins teure ausländische Netz.
Willst Du hingegen Dein Handy auch in der Ferne weiter wie gewohnt nutzen, solltest Du zu einer Reise-E-Sim greifen, oft auch Travel-E-Sim oder internationale E-Sim genannt.
Es gibt folgende Möglichkeiten, auf Reisen außerhalb der EU online zu gehen:
Darüber hinaus gibt es auch internationale Sim-Karten, sogenannte World-Sims, die für eine ganze Reihe von Ländern gleichzeitig gelten. Diese gibt es sowohl als E-Sims als auch als normale Sim-Karten. Eine World-Sim ist zwar immer noch günstiger, als den deutschen Tarif einfach weiter zu nutzen. Trotzdem sind internationale Sim-Karten wesentlich teurer als eine länderspezifische Lösung.
Eine lokale Prepaid-Karte ist genau wie die Reise-E-Sim eine touristenfreundliche Form eines ausländischen Handytarifs. Du bekommst eine Handynummer aus dem Reiseland, lädst Guthaben auf die Karte und kannst ein monatliches Daten- und Telefonpaket buchen, oft auch ein Tagespaket. Ist das Guthaben verbraucht, bleibt das Handy offline, bis Du wieder nachbuchst. Das ist gut, denn das schließt überraschend hohe Rechnungen nach dem Urlaub aus.
Ein guter Moment, um eine ausländische Prepaid-Karte zu kaufen, ist direkt nach der Ankunft am Flughafen. Sonst findest Du lokale Prepaid-Karten oft in Supermärkten, Tankstellen oder natürlich Handy-Shops.
In vielen Ländern musst Du Dich mit Deinem Reisepass registrieren, wenn Du die Prepaid-Karte aktivieren möchtest. Bei einem abgelegenen Kiosk kann das schnell problematisch werden, besonders wenn Du die Landessprache nicht sprichst. Im Vergleich zur E-Sim musst Du also im Zweifelsfall mehr Zeit und Nerven investieren.
Bedenke also, dass die Suche nach einer lokalen Sim-Karte den finanziellen Vorteil zunichtemachen kann – schließlich willst Du bestimmt nicht einen halben Urlaubstag damit vergeuden.
Messenger wie Whatsapp kannst Du auch mit der neuen Nummer normal weiter nutzen. Doch denke daran: Du hast dann eine ausländische Handynummer. Anrufe übers Mobilfunknetz aus oder nach Deutschland sind teure Auslandstelefonate. Nutze auch in diesem Fall Messenger wie Whatsapp oder Signal, um nach Hause zu telefonieren.
Meist sind Auslandsoptionen, die Du bei Deinem deutschen Tarif dazubuchen kannst, teurer als eine E-Sim oder eine Prepaid-Karte vor Ort. Wenn Dir aber die beiden Optionen nicht liegen, dann ist auch die Auslandsoption eine Alternative.
Solche spezielle Auslandsoptionen kannst Du Dir zu Deinem deutschen Handytarif hinzubuchen. Allerdings verzichten viele Mobilfunk-Discounter auf solche Zusatzoptionen. Und selbst wenn Du Deinen Handytarif direkt bei einem der vier großen Netzbetreiber Telekom, Vodafone, 1&1 oder O2 hast, gelten die Auslandsoptionen nicht unbedingt für jedes Urlaubsland.
Am besten informierst Du Dich online in Service-Bereich Deines Anbieters, bei der Tarifübersicht oder in Deiner Mobilfunk-App.
Spezielle Anbieter verkaufen hierzulande Sim-Karten, mit denen Du im Urlaubsland zu vernünftigen Preisen telefonierst und surfst. Bestellen kannst Du die Karte bequem online und erhältst alle Tarifinformationen auf Deutsch. Die Anbieter liefern die Sim-Karte noch vor der Abreise zu Dir nach Hause.
Auslands-Sims sind in der Regel teurer als Reise-Sims. Außerdem unterscheiden sie sich wie E-Sims preislich je nach Reiseland. Seit E-Sim-Reisetarife weit verbreitet sind, sind diese speziellen Sim-Karten auch seltener geworden.
Wenn Du auf Nummer Sicher gehen willst, nimmst Du Deine Sim-Karte vor Einreise ins Urlaubsland einfach komplett aus dem Handy. Dann kannst Du Dich auch nicht versehentlich über Deine Haupt-Sim-Karte mit dem Netz verbinden.
Denn wenn Du im Ausland versehentlich mit Deinem deutschen Handyvertrag online gehst, kann es schnell teuer werden. Es gibt aber auch Maßnahmen, die Du stattdessen ergreifen kannst.
Eine weniger drastische Methode ist, in den Einstellungen Deines Handys Roaming für Deine Haupt-Sim-Karte zu deaktivieren. Dann verbindet sich die Sim-Karte Deines deutschen Vertrags im Ausland nicht mit dem Internet.
Die Einstellung ist aber je nach Handy an einem anderen Ort zu finden. Und bei manchen Smartphones kannst Du Roaming nur für alle Sim-Karten auf einmal deaktivieren. Dann könntest Du also auch nicht mit Deiner Reise-E-Sim ins Netz gehen.
Hast du das Roaming deaktiviert, können Dich Anrufe und SMS immer noch erreichen. Wenn Du rangehst oder per SMS antwortest, kann es zu hohen Kosten kommen, zum Beispiel ein Euro pro Minute oder 40 Cent pro SMS.
Du bist ohne deutsche Sim-Karte nicht mehr unter Deiner Nummer per Telefon oder SMS erreichbar. Whatsapp, Signal oder andere Messenger kannst Du aber weiter wie gewohnt verwenden, solange Du eine Internetverbindung hast. Teile das Deinen wichtigsten Kontakten in Deutschland mit, damit sie Dich darüber kontaktieren und anrufen.
Wenn Du mobile Zahlungsmethoden wie Apple Pay oder Google Pay auf Deinem Smartphone benutzt, dann funktionieren sie auch ohne Deine Sim-Karte noch.
Auf der anderen Seite nutzen manche Apps wie Paypal für die Zwei-Wege-Authentifizierung per SMS Deine heimische Telefonnummer. Diese kannst Du dann nicht mehr empfangen, wenn Deine Sim-Karte nicht eingelegt ist.
Nicht nur deshalb lohnt es sich, mehr als nur ein Zahlungsmittel mitzunehmen, zum Beispiel eine Kreditkarte fürs Ausland. So hast Du Alternativen, falls Du mal nicht an Deinen Paypal-Account oder Dein Online-Banking rankommst.