Sichere Banken Diese Banken sind nach den Finanztip-Stabilitätskriterien sicher

Timo Halbe
Timo Halbe •
Experte Geldanlage

Das Wichtigste in Kürze

  • Geld, das Du in Tages- oder Festgeld anlegst, sollte sehr gut abgesichert sein. Wir empfehlen daher nur Banken, die unsere drei Finanztip-Stabilitätskriterien erfüllen.
  • Kriterium Eins: Für die Konten der Bank gilt die gesetzliche europäische Einlagensicherung aus einem wirtschaftlich starken Land.
  • Kriterium Zwei: Die Bank muss seit mindestens zwei Jahren eine Banklizenz in einem EWR-Staat haben.  
  • Kriterium Drei: Ausländische Banken müssen seit mindestens einem Monat Einlagenkonten für Privatkunden in Deutschland anbieten.

Die besten Tagesgeldkonten

  • Aktuell beste Aktionszinsen: 4 Prozent pro Jahr bei Chase (für vier Monate), 4 Prozent pro Jahr bei Openbank (für vier Monate), 4,1 Prozent pro Jahr bei Advanzia Bank (für drei Monate), 3,75 Prozent pro Jahr bei Volkswagen Bank (für sechs Monate)
  • Aktuell beste Standardzinsen: 2,45 Prozent pro Jahr bei  Instabank über Raisin, 2,43 Prozent pro Jahr bei  Nordax Bank über Raisin, 2,42 Prozent pro Jahr bei Lea Bank über Raisin
  • Seit einem Jahr gute Zinsen: 2,3 Prozent pro Jahr bei Ayvens Bank,  2,4 Prozent pro Jahr bei Gefa Bank, 2,4 Prozent pro Jahr bei Yapi Kredi Bank Deutschland (App)

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Was macht eine sichere Bank aus?

Eine sichere Bank für Tages- und Festgeldkonten sollte diese drei Kriterien erfüllen: 

  1. Für die Konten der Bank gilt die gesetzliche europäische Einlagensicherung aus einem wirtschaftlich starken Land.
  2. Die Bank muss seit mindestens zwei Jahren eine Banklizenz in einem Land des Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) haben.
  3. Ausländische Banken müssen seit mindestens einen Monat Einlagenkonten für Privatkunden in Deutschland anbieten.

Wir nennen sie auch die Finanztip-Stabilitätskriterien. Sie sind Voraussetzung dafür, dass wir ein Tages- oder Festgeldangebot empfehlen. Die Kriterien gelten für die Einlagenbank, bei der Dein eingezahltes Geld tatsächlich verwahrt wird. Weiter unten gehen wir auf die einzelnen Kriterien genauer ein. 

Was gilt, wenn das Geld bei einer anderen Bank verwahrt wird?

Übernimmt der Anbieter die Verwahrung Deines Guthabens nicht selbst, sprechen wir von einem Vermittler. Ein Vermittler muss unsere Stabilitätskriterien selbst nicht erfüllen. Wir empfehlen aber nur Angebote von Vermittlern, die mindesten drei Monate am deutschen Markt tätig sind. Also eine gewisse Erfahrung mit Finanzprodukten für deutsche Privatkunden haben.

Vermittler sind zum Beispiel Zinsplattformen wie Raisin. Aber auch bei einigen Fintechs liegt das Geld auf Konten bei Partnerbanken. Der Grund dafür ist in der Regel, dass diese Anbieter selbst keine eigene Vollbanklizenz haben und deswegen selbst keine Einlagenkonten anbieten dürfen. Auch solche Anbieter ordnen wir als Vermittler ein.

Kriterium 1: Einlagensicherung in einem wirtschaftlich starken Land

Das Kriterium ist erfüllt, wenn für das Produkt die gesetzliche EU-Einlagensicherung aus Deutschland, Dänemark, Finnland, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich und Schweden gilt. Denn diese Länder haben bei den bekannten Ratingagenturen Moodys, Fitch und Standard & Poor's aktuell mindestens eine Bonitätsnote von AA. 

Das bedeutet, dass die Ratingagenturen die Wahrscheinlichkeit sehr gering einschätzen, dass diese Staaten ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Diese Staaten können also glaubhaft die Einlagensicherung ihres Landes stützen.

Die folgende Karte gibt Dir einen Überblick über die Ratings der europäischen Länder.

Wann ist ein Land nicht mehr Finanztip-Empfehlung?

Ein Land ist nicht mehr Teil unserer Empfehlung für neue Geldanlagen, wenn zwei der drei Agenturen die Bonität schlechter als AA bewerten. Gleiches gilt, wenn eine einzelne Agentur die Bonität um mehrere Stufen schlechter als AA einschätzt. 

Was ist die gesetzliche europäische Einlagensicherung? 

Die Einlagensicherung in der EU ist in allen Mitgliedsstaaten einheitlich über die Richtlinie 2014/49/EU geregelt. Falls eine Bank innerhalb der Europäischen Union (EU) pleitegeht, sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kundin oder Kunde und Institut gesetzlich abgesichert. 

Bei Gemeinschaftskonten, zum Beispiel von Eheleuten, erhöht sich der Schutz auf 200.000 Euro. In besonderen Lebenssituationen wie etwa Hauskauf, Heirat, Scheidung, Rentenbeginn ist vorübergehend eine höhere Summe bis 500.000 Euro geschützt. Per Gesetz gibt es den Anspruch auf Entschädigung, den man notfalls vor Gericht einklagen kann. Die garantierte Summe beinhaltet auch die Ansprüche auf Zinszahlungen.

Die Einlagensicherung gilt nicht nur in der EU, sondern auch für Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums EWR. Deswegen erfüllen auch Banken mit norwegischer Einlagensicherung unser Kriterium.

Warum ist die Bonität eines Landes entscheidend?

Die Einlagensicherung gilt zwar EU-weit. Dahinter steckt allerdings nicht etwa eine einzige europäische Notfallkasse. Stattdessen gibt es in jedem Land einen oder mehrere Entschädigungsfonds, die den Regeln der EU-Richtlinie folgen. Diese Sicherungsfonds finanzieren sich durch Mitgliedsbeiträge.

Sollte das Geld im Fonds nicht ausreichen, können sie Nachforderungen an die Mitglieder stellen. Ziel ist ja, im Falle einer Pleite alle Sparerinnen und Sparer zu entschädigen. Dabei ist logischerweise nicht die ganze Summe 1:1 hinterlegt, da die Banken andernfalls mit den Spareinlagen nicht mehr wirtschaften könnten.

Laut einer EU-Regel gilt, dass lediglich 0,8 Prozent der geschützten Einlagen im Sicherungsfonds vorhanden sein müssen. Die Fonds wurden seit 2015 befüllt und haben das Ziel im Jahr 2024 erreicht.

Mit dieser Größenordnung offenbart sich die Schwachstelle dieses Mechanismus: In einer schweren Krise des Bankensektors müssten andere Banken Geld nachschießen, sollten eines oder mehrere Geldinstitute bankrottgehen.

Die übrigen Banken werden dann aber wahrscheinlich kaum in der Lage sein, für die Einlagen der Konkurrenz zu bezahlen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass die einzelnen Staaten einspringen müssen – auch wenn dazu kein rechtlicher Zwang besteht.

Ein Land kann aber nur glaubhaft die Einlagen der Sparer garantieren, wenn es über eine hohe Finanzkraft, also eine gute Bonität, verfügt.

Kriterium 2: Mindestens zwei Jahre Banklizenz

Das Kriterium ist erfüllt, wenn die Bank seit mindestens zwei Jahren eine Vollbanklizenz in einem EWR-Staat hat. Mit einer Vollbanklizenz meinen wir eine CRD-Zulassung. 

Eine CRD-Zulassung ist, vereinfacht gesagt, die europäische Banklizenz für Kreditinstitute. CRD steht für Capital Requirements Directive, also die europäische Eigenkapitalrichtlinie für Banken. Sie legt die genauen Bedingungen fest, die europäische Banken erfüllen müssen, um eine Banklizenz zu erhalten. 

Die Zulassung erlaubt einer Bank, bestimmte Bankgeschäfte anzubieten – insbesondere Einlagen von Kunden anzunehmen und Kredite auf eigene Rechnung zu vergeben. Ohne die Zulassung darf die Bank also gar keine Tages- oder Festgeldkonten anbieten.
 

Gibt es Ausnahmen zur Frist von zwei Jahren?

Eine Bank erfüllt das Kriterium auch schon vor Ablauf der zwei Jahre, wenn

  1. sie seit mindestens zwei Jahren eine Mifid-Zulassung hat und
  2. gleichzeitig seit mindestens sechs Monaten Produkte für deutsche Privatkunden anbietet.   

Eine Mifid-Zulassung ist vereinfacht gesagt die europäische Erlaubnis für Unternehmen, Wertpapierdienstleistungen anzubieten, also ein Wertpapierdepot. Unternehmen mit dieser Zulassung werden bereits von der Aufsicht kontrolliert, weswegen wir für sie die Ausnahme gilt. 

Mifid steht für Markets in Financial Instruments Directive, also die EU-Richtlinie für Märkte und Finanzinstrumente. Sie regelt zum Beispiel, unter welchen Voraussetzungen ein Broker Wertpapierorders ausführen oder Anlageberatung anbieten darf und enthält Vorgaben zum Schutz der Kunden. 

Warum gibt es die Frist von zwei Jahren?

Wir empfehlen keine Banken, bei denen die Aufsichtsbehörde zum Beispiel Probleme in der Geschäftsorganisation oder dem Risikomanagement festgestellt hat. Mit der Zweijahresfrist wollen wir dafür sicherstellen, dass die Bank schon länger von der Bankenaufsicht kontrolliert wird. 

Bei einem Unternehmen mit Banklizenz prüfen die Aufsichtsbehörden zum Beispiel laufend, ob es finanziell stabil ist, genug Eigenkapital und Liquidität hat und seine Risiken im Griff behält. Auch den Schutz vor Cyberangriffen haben sie im Blick. 

In der Regel übernimmt das die nationale Aufsichtsbehörde, in Deutschland zum Beispiel die Bafin. Stellt die Aufsichtsbehörde bei einer Bank größere Probleme fest, ordnet sie bestimmte Maßnahmen an und verkündet sie auf ihrer Website.

So kann sie der Bank zum Beispiel das Angebot bestimmter Produkte untersagen oder einen Sonderbeauftragten entsenden, der vor Ort überprüft, ob die Bank die vorgeschriebenen Änderungen umsetzt. 

Die Veröffentlichungen zu solchen Maßnahmen halten wir im Blick: Sehen wir darin Risiken für die Kunden, streichen wir die Bank zeitweise aus unseren Empfehlungen. Neue Banken nehmen wir in einem solchen Fall erst einmal gar nicht auf. 

Kriterium 3: Markterfahrung für ausländische Banken

Ausländischen Banken erfüllen dieses Kriterium, wenn sie eine Zulassung für Einlagengeschäfte in Deutschland haben und seit mindestens einem Monat Einlagenprodukte wie Tages- oder Festgeld für deutsche Privatkunden anbieten. 

Die Zulassung erhalten Banken recht einfach, wenn sie in einem anderen EWR-Staat eine Banklizenz haben. Sie können ihre Erlaubnis aus dem anderen Staat einfach übertragen, Fachleute sprechen auch von „portieren“.

Deswegen warten wir zusätzlich noch einen Monat ab. Denn wenn eine ausländische Bank ihr Angebot erstmals für Kunden in Deutschland öffnet, müssen sich einige Abläufe erst im Alltag bewähren – etwa die Identifizierung deutscher Kunden, Überweisungen oder der Umgang mit steuerlichen Besonderheiten in Deutschland.

Gerade am Anfang können dabei noch praktische Probleme auftreten, obwohl das Produkt grundsätzlich schon verfügbar ist. Mit der Mindestdauer geben wir der Bank Zeit, ihre Abläufe für deutsche Kunden einzuspielen und mögliche Anfangsprobleme zu beheben. So können wir besser beurteilen, ob das Angebot im Alltag zuverlässig funktioniert.

Was gilt als ausländische Bank?

Eine ausländische Bank ist jede Bank, die keine CRD-Zulassung direkt durch die deutsche Bankenaufsicht Bafin besitzt und auch noch nicht seit mindestens zwei Jahren eine Zweigstelle in Deutschland betreibt.  

Wie hoch sind die Zinsen bei sicheren Banken?

Die Zinssätze sind bei sicheren Banken in der Regel etwas niedriger als die höchsten, die es anderswo am Markt gibt. Das liegt daran, dass höhere Zinsen fast immer auch mit einem höheren Risiko einhergehen.

Timo Halbe

Festgeld und Tagesgeld gehören zum Sicherheitsbaustein Deiner Geldanlage. Bei der Wahl einer sicheren Bank solltest Du keine Kompromisse einlegen.

Timo Halbe
Unser Finanztip-Experte für Geldanlage

Trotzdem gibt es einige sichere Banken, die gute Zinsen liefern. Die besten findest Du in unserem Tages- und Festgeld-Vergleich.

Möchtest Du mit Deiner Anlage etwas mehr Gewinn erzielen, solltest Du überlegen, in kostengünstige Aktienindexfonds zu investieren. Das ist eine bessere Strategie, als es mit den Hochzinsangeboten von Banken aus wirtschaftlich schwächeren Ländern zu versuchen. 

Kennst Du Dich in dem Thema noch nicht aus, lies Dir unseren Überblicks-Ratgeber Was sind ETFs? durch. 

Autoren
Hendrik Buhrs

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