Tipps & Tricks

Gas wirklich teurer als Wärmepumpe? Das solltest Du wissen

Du möchtest klimafreundlicher heizen und denkst über eine Wärmepumpe nach? Vielleicht hast Du Dir dabei auch eine dieser Fragen gestellt.

Sandra Duy, Redakteurin für den Bereich Energetische Sanierung
Sandra Duy Energetische Sanierung
Thema Wärmepumpe: Wir beantworten Eure Fragen

In letzter Zeit haben uns aus der Unterstützer-Community viele Fragen zum Thema Wärmepumpe erreicht. In diesem Beitrag beantworten wir ein paar davon: 

1. “Gibt es noch eine staatliche Förderung für die Installation einer Wärmepumpe?”

Ja, über das KfW-Programm 458 sind bis zu 70 % Förderung möglich. Je nach Wohnort kannst Du die staatlichen Zuschüsse um Fördermittel von Bundesland oder Kommune ergänzen und so noch mehr rausholen.

Willst Du Dein Haus erst energetisch sanieren, damit die Wärmepumpe dann effizienter läuft, kannst Du für entsprechende Maßnahmen 15 % Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erhalten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) sind sogar bis zu 20 % Zuschuss drin. Für die Erstellung eines iSFP empfehlen wir Dir Enwendo, Fuchs & Eule, Novo und Senercon. 

Alles Wichtige zum Thema findest Du im Ratgeber “Förderung Wärmepumpe 2026”.

2. "Könntet ihr die Wirtschaftlichkeit einer Gastherme auch für Flüssiggas darstellen? Und wie berechne ich die Wirtschaftlichkeit beim Wechsel zu einer Wärmepumpe?”

Flüssiggas haben wir bisher nicht in unsere Berechnungen aufgenommen, da es aus unserer Sicht keine belastbaren Preisprognosen gibt. Auch wenn es lange günstiger war als Erdgas (aktuell ca. um 1 ct/kWh), wird es in den kommenden Jahren durch den CO2-Preis voraussichtlich ebenfalls teurer werden. 

Der Wechsel kann sich also zum einen aufgrund steigender Gaspreise lohnen. Hast Du schon eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage), die einen Teil des nötigen Stroms erzeugt, kann sich der Heizungstausch noch schneller rechnen.

Um Deine Situation besser einschätzen zu können, empfehlen wir Dir, Dich beraten zu lassen. Z. B. von der unabhängigen Energieberatung der Verbraucherzentrale.

3. “Ich werde in absehbarer Zeit meine Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen lassen. Der derzeitige Gasliefervertrag läuft bereits vorher aus. Wie verhalte ich mich am besten hinsichtlich der Verlängerung oder soll ich in eine Grundversorgung wechseln?"

Hast Du Deinen Gasvertrag nach dem 1. März 2022 abgeschlossen, wird er nach Ende der Mindestvertragslaufzeit auf unbestimmte Zeit verlängert und ist dann monatlich kündbar.

Sollte Dein Gasversorger aber nach der Mindestvertragslaufzeit die Preise erhöhen, solltest Du prüfen, ob Du zu einem anderen, günstigen Anbieter wechseln kannst – und zwar in einen Vertrag mit monatlicher Kündigungsfrist. Im Finanztip-Gasvergleich findest Du unsere Empfehlungen. 

Von einem Wechsel in die Grundversorgung raten wir Dir in jedem Fall ab, da Tarife dort in der Regel teurer sind als bei anderen Anbietern.  

4. “Ist eine Gasheizung wirklich teurer als eine Wärmepumpe?”

Ja, in der Regel zahlst Du mit einer Gasheizung langfristig mehr als mit einer Wärmepumpe. Das hat vor allem drei Gründe:

  • Wärmepumpen sind effizienter als fossile Heizungen. Mit einer kWh Strom können sie oft drei oder mehr kWh Wärme erzeugen, weil sie zusätzlich Energie aus der Umwelt nutzen (z. B. aus Luft, Erdreich oder Grundwasser). Gas- und Ölheizungen erzeugen Wärme dagegen allein durch die Verbrennung von Brennstoffen. Dabei geht ein Teil der eingesetzten Energie als Abwärme verloren – besonders stark, je älter Deine Heizung ist
  • Ein weiterer Kostenfaktor ist der oben schon genannte CO2-Preis, der Deine Heizkosten bei einer fossilen Heizung ansteigen lässt, bei einer Wärmepumpe aber nicht. Auch die Netzentgelte für die Gasnetze werden absehbar weiter steigen
  • Hinzu kommt: Neue Gasheizungen müssen künftig schrittweise mit mehr klimafreundlichen Gasen wie Biomethan oder Wasserstoff betrieben werden. Beides ist bislang nur begrenzt oder gar nicht verfügbar und deutlich teurer als fossiles Erdgas

Auch wenn die Anschaffungskosten also zunächst einen anderen Eindruck vermitteln – auf lange Sicht wirst Du mit einer Wärmepumpe in den meisten Fällen günstiger fahren. In unserem Rechenbeispiel sind über einen Zeitraum von 20 Jahren bis zu 27.000 € Einsparpotenzial drin. Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ausfällt, hängt aber unter anderem von Deinem Energieverbrauch, den Energiepreisen, Anschaffungskosten und Fördermitteln ab.

In diesem Ratgeber findest Du das Rechenbeispiel dazu, außerdem alle Infos rund um die Kosten für eine Wärmepumpe.

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Von Sandra Duy, und Larissa Glas
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