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Bei der Abkürzung ETF denkst Du vielleicht vor allem an Aktien. Doch es gibt auch ETFs, die auf andere Anlageklassen setzen. Mit einem Anleihen-ETF kannst Du zum Beispiel günstig und einfach in Staats- oder Unternehmensanleihen investieren.
Seit 2022 haben sich die Kurse vieler Anleihen-ETFs von der vorherigen Niedrigzins-Phase erholt. In diesem Ratgeber erfährst Du, was es mit den Renditen von Anleihen und ETFs auf sich hat. Wir erklären auch, wie ein solcher Fonds funktioniert und wann das Investment sinnvoll ist.
Timo Halbe
Experte für
Geldanlage
Ein Anleihen-ETF ist ein Fonds, der einen Anleihen-Index nachbildet. Ein solcher Index besteht aus einem Korb von Anleihen, deren Entwicklung er nachzeichnet.
Ein Anleihen-ETF baut wiederum einen solchen Index nach. Sein Kurs entwickelt sich also nahezu genauso wie der Index. Das ist praktisch, weil Du Dich nicht im Detail mit der Auswahl der Wertpapiere beschäftigen musst.
Das übernehmen spezialisierte Firmen, die Regeln für die Aufnahme von Anleihen in den Index festlegen. Diese Unternehmen werden Indexanbieter genannt.
Man könnte auch sagen, die Indexanbieter legen das „Kochrezept“ für den Index fest. Bekannte Anbieter sind beispielsweise Barclays-Bloomberg, Markit mit der Marke iBoxx oder MTS.
Wenn Du erst einmal mehr Grundlegendes über ETFs erfahren willst, lies unseren Ratgeber zu Indexfonds.
Ein anderer Begriff für Anleihen-ETF ist Renten-ETF. Mit der Altersrente hat der Begriff aber nichts zu tun. Rente ist einfach ein anderer Begriff für Anleihe und steht in diesem Zusammenhang für eine regelmäßige Zinszahlung.
Typische Indizes, die Anleihen-ETFs nachbilden, heißen daher auch Rentenindizes. Auch der Begriff Bond-ETF kann Dir begegnen, vom englischen Wort für Anleihe.
Anleihen sind Wertpapiere, die von Staaten oder auch Unternehmen herausgegeben werden. Legt ein Herausgeber eine neue Anleihe auf, sammelt er von den Anlegerinnen und Anlegern Geld ein.
Dafür verspricht er ihnen, dieses nach einem festgelegten Zeitraum wieder zurückzuzahlen, wenn die sogenannte Laufzeit der Anleihe vorbei ist. Vereinfacht gesagt: Die Anlegerinnen und Anleger geben ihm einen Kredit.
Ist die Laufzeit der Anleihe abgelaufen und alles gut gelaufen, erhalten Anlegerinnen und Anleger ihr Geld zurück. Aber sollte der Herausgeber in finanzielle Probleme geraten, bekommen sie eventuell nur etwas oder gar nichts vom investierten Geld.
Im Zusammenhang mit Anleihen begegnen Dir häufig diese Fachbegriffe:
Weitere Grundbegriffe zu Anleihen und ob sie als Sicherheitsbaustein für Deine Geldanlage dienen können, liest Du im Ratgeber zu Anleihen.
Finanztip empfiehlt eine bestimmte Art von Anleihen-ETFs als Sicherheitsbaustein für Deine Geldanlage, nämlich Geldmarkt-ETFs. Über ihre Vorteile liest Du weiter unten in diesem Kapitel.
Wir halten sie für geeignet, da sie keinen großen Schwankungen unterliegen, eine hohe Sicherheit haben und gleichzeitig Renditen bringen, mit denen Du mit der Inflation mithalten kannst.
Viele andere Anleihen-ETFs eignen sich dagegen nicht als Sicherheitsbaustein. So konnten Anleger seit der Zinswende 2022 erleben, dass Anleihen-ETFs durchaus stärker schwanken können.
Vor allem Anleihen-ETFs mit langlaufenden Anleihen reagieren sensibel auf Zinsänderungen. Kommt es dann doch anders als erwartet, können sie Dir spürbare Wertverluste einbrocken. Denn vielleicht möchtest Du genau dann an Dein Geld und musst Anteile zu schlechten Preisen verkaufen.
Ab Anfang 2022 gab es für viele Anleihen-ETFs ein Kurstief. Die gestiegenen Zinsen machten bestehende Anleihen aus der Niedrigzinsphase weniger attraktiv und ließen deren Kurse fallen. Zeitgleich ging der Kurs der ETFs nach unten. In unserem Ratgeber zu Rentenfonds erklären wir Dir diese Entwicklung genauer.
Mittlerweile haben die großen Zentralbanken, also die Europäische Zentralbank (EZB) in der Eurozone, die Fed in den USA und andere, die Leitzinsen wieder ein ganzes Stück gesenkt. Damit konnten sich die Kurse vieler Anleihen-ETFs erholen.
Geldmarkt-ETFs sind von Kursschwankungen durch steigende Zinsen kaum betroffen. Denn die von uns empfohlenen Geldmarkt-ETFs bestehen aus Anleihen mit einer sehr kurzen Restlaufzeit oder bilden einen kurzfristigen Referenzzinssatz der Europäischen Zentralbank nach.
Ein weiterer Vorteil von Geldmarkt-ETFs: Du bist damit sehr nah am aktuellen Zinsniveau. Anders als bei Tages- oder Festgeld musst Du nicht andauernd zwischen den besten Angeboten wechseln.
Allerdings gilt: Kommt es wieder zu einer Niedrigzinsphase, solltest Du von Geldmarkt-ETFs auf Tages- oder Festgeld wechseln, um Verluste zu vermeiden.
Wir empfehlen konkret zwei Arten von Geldmarkt-ETFs. Zum einen solche, die den Referenzzins ESTR der Europäischen Zentralbank nachbilden. Das ist ein ETF von Lyxor (ISIN: FR0010510800) und zwei ETFs von Xtrackers (ISIN: LU0290358497, LU0335044896).
Besonders sicher fährst Du mit der zweiten Kategorie an empfehlenswerten Geldmarkt-ETFs. Diese investieren in deutsche Staatsanleihen mit weniger als einem Jahr Laufzeit. Wir empfehlen einen ETF von iShares (ISIN: DE000A0Q4RZ9) und einen von der Deka (DE000ETFL227).
Wann Geldmarkt-ETFs für Dich geeignet sind und wie sie genau funktionieren, erklären wir in unserem Ratgeber zu Geldmarktfonds.
Diese Idee kann riskant sein. Manche Anlegerinnen und Anleger nutzen Anleihen-ETFs nicht als Sicherheitsbaustein, sondern um damit gute Renditen zu erzielen. Dazu setzen sie auf ETFs, die in Anleihen mit längerer Laufzeit und schlechterer Bonität investierten.
Das können zum Beispiel Anleihen auf eine andere Währung als den Euro oder Anleihen von kleinen Unternehmen sein. Diese haben dementsprechend einen höheren Zinskupon. Doch Vorsicht: Dadurch erhöht sich auch das Risiko.
Möchtest Du Dein Geld möglichst sicher anlegen, ist neben einem Geldmarkt-ETF auch Festgeld eine gute Alternative. Dabei legst Du Dein Geld für einen festen Zeitraum bei einer Bank an und erhältst regelmäßige Zinszahlungen. Gute Angebote findest Du mit unserem Festgeldrechner.
Der Finanztip-Festgeldvergleich basiert auf Festgeld-Daten von über 100 Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH & Co. KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise) zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Du ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommst. Empfohlene Banken müssen der gesetzlichen Einlagensicherung in einem wirtschaftlich starken europäischen Land angehören und seit mindestens zwei Jahren Einlagenprodukte wie Tages- und/oder Festgeldkonten für Kunden in Deutschland anbieten.
Die Auswahl der Festgeldangebote erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Vergleichs übernehmen wir keine Haftung.
Der Vorteil von Festgeld gegenüber einem Geldmarkt-ETF: Du hast hier gar kein Kursrisiko. Einen Nachteil hat Festgeld jedoch: Du kannst während der Laufzeit nicht auf das investierte Geld zugreifen.
Dieses Problem kannst Du aber abmildern, indem Du einen Teil des Geldes in Tagesgeld steckst. Das bringt Dir wahrscheinlich etwas weniger Zinsen, ist aber täglich verfügbar.
Hast Du Dir schon ein großes Depot aufgebaut, könntest Du eventuell über einzelne Anleihen als Sicherheitsbaustein nachdenken. Hier reden wir aber über Depots mit einem fünfstelligen oder sechsstelligen Umfang.
Bei kleineren Summen lohnt sich das aufgrund der verhältnismäßig hohen Ordergebühren für den Kauf der Anleihen nicht. Außerdem solltest Du dann auf besonders sichere Anleihen wie etwa deutsche Staatsanleihen setzen. Bessere Renditen als die besten Angebote in unserem Festgeldvergleich erzielst Du damit Anfang 2026 aber nicht.
Möchtest Du einen Anleihen-ETF kaufen, gehst Du genauso vor wie bei einem Aktien-ETF. Du benötigst zunächst ein Wertpapierdepot. Ein gutes Depot hat keine laufenden Kosten und niedrige Gebühren für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Von uns empfohlene Depotanbieter findest Du in unserem Broker-Vergleich. Bei all unseren Empfehlungen kannst Du mit Anleihen-ETFs handeln.
Der Finanztip-Depot-Vergleich basiert auf Daten von Banken, die wir selbst über die Websites der Anbieter, Preis- und Leistungsverzeichnisse und Abfragen bei den Anbietern gesammelt haben. Die Daten werden von uns monatlich kontrolliert und aktualisiert. Wir übernehmen keine Gewähr und Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen.
Die Reihenfolge der Depots in der Tabelle wird durch ein Scoring vorgegeben, Du hast die Wahl zwischen der Bewertung von Preis-Leistung, Kosten und Leistung. Beim Scoring spielen zum Beispiel folgende Konditionen eine Rolle: Verwahrgebühren, Ordergebühren, Anzahl von Handelsplätzen, Angebot der von Finanztip empfohlenen ETFs, Sparplanfunktion, Steuerinformationen oder Zinsen auf dazugehörigen Konten. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.
Das Depot von N26 wird aktuell mit null Punkten bewertet. Grund dafür sind aktuelle Maßnahmen der Bafin gegen diese Bank.
Die Auswahl der Depots erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur Depots, die deutschlandweit eröffnen werden können. Außerdem zeigen wir nur Anbieter, bei denen (1) das Depot komplett online eröffnet und geführt werden kann, (2) die Depotführung kostenlos ist oder durch Bedingungen wie die Ausführung eines Sparplans, bestimmte Wertpapiertransaktionen oder einen monatlichen Geldeingang auf dem dazugehörigen Girokonto kostenfrei gestellt werden kann, (3) neben ETFs auch Einzeltitel (also Aktien oder Anleihen) im selben Depot gehandelt werden können, (4) es die Möglichkeit gibt, automatische Sparpläne auf ETFs im selben Depot einzurichten, (5) es einen automatischen Abzug der deutschen Abgeltungssteuer gibt, (6) es keine Mindesteinlage gibt und (7) der Markteintritt nicht weniger als drei Monate her ist.
Hast Du ein Depot eröffnet, kannst Du einen Anleihen-ETF über die Börse oder den Direkthandel kaufen. Den Kauf solltest Du möglichst tagsüber durchführen, da sich die Kurse dann an den großen Börsen orientieren (der größte deutsche Börsenplatz Xetra ist wochentags von 9 bis 17:30 Uhr geöffnet). In unserem Ratgeber zum Aktien kaufen erklären wir Dir, wie Du Schritt für Schritt vorgehst, um Wertpapiere wie einen Anleihen-ETF zu erwerben.
Der Unterschied zwischen einem Anleihen-ETF und einzelnen Anleihen liegt zum einen in der Art des Wertpapieres. Der ETF ist ein Fonds und investiert als solcher in mehrere einzelne Anleihen.
Für Anleger besonders bedeutsam sind aber vor allem diese beiden Unterschiede:
Der Vorteil eines Anleihen-ETF ist, dass Du damit eine kleine Summe anlegen und gleichzeitig das Risiko über mehrere Emittenten streuen kannst.
Typisch für Einzelanleihen ist, dass sie oft nur in Stückelungen zu rund 1.000 Euro verkauft werden. Das ist ein wichtiger Unterschied zu Aktien, die es je nach Firma auch in kleineren Portionen gibt.
Bei Anleihen-ETFs gibt es im Gegensatz zu einer einzelnen Anleihe keinen festen Auszahlungsbetrag zu einem bestimmten Zeitpunkt. Der Nennwert der einzelnen Anleihen hat für Dich keine Bedeutung.
Der Gewinn oder Verlust, den Du erzielst, ist von der Entwicklung des ETF-Kurses abhängig. Das Problem: Der ETF hält die Anleihen nicht unbedingt bis zum Ende der Laufzeit. Zum Teil verkauft er sie schon deutlich früher, wenn er etwa eine bestimmte Laufzeitspanne abbildet und deshalb gezwungen ist, Anleihen mit einer zu geringen Restlaufzeit durch frischere zu ersetzen. Der Verkaufspreis für die auszusortierende Anleihe ist dann ihr aktueller Börsenkurs und eben nicht der Nennwert. Der Börsenkurs wird von vielen unterschiedlichen Faktoren wie den aktuellen Marktzinsen, aber auch der allgemeinen aktuellen wirtschaftlichen Lage beeinflusst.
Je nachdem zu welchem Kurs der ETF die Anleihe dann verkaufen muss entstehen Verluste, die sich im aktuellen Börsenkurs Deines ETF wiederspiegeln.
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Wenn Du auf der Suche nach einem passenden Anleihen-ETF bist, sind zwei Kennzahlen wichtig: Zum einen die Laufzeitspanne der Anleihen, die der ETF hält. Zum anderen die Bonitätseinstufung der enthaltenen Anleihen.
Aus der Laufzeitspanne lässt sich abschätzen, wie sensibel die Anleihekurse und insgesamt auch der Kurs des ETF auf eine Veränderung des allgemeinen Zinsniveaus reagieren.
Grundsätzlich gilt: Anleihen mit kurzer Laufzeit haben geringere Zinsversprechen und tragen wenig zur Wertentwicklung bei. Dafür sind ihre Kursverluste gering, wenn die Zinsen steigen.
Anleihen mit längerer Laufzeit bringen oft höhere regelmäßige Zinszahlungen, können aber bei steigenden Zinsen empfindlich im Wert verlieren.
Als Anlegerin oder Anleger kannst Du kaum beurteilen, wie kreditwürdig der Herausgeber einer Anleihe ist. Dabei ist dies ein entscheidender Faktor, um das Risiko einschätzen zu können. Abhilfe schaffen hier spezialisierte Firmen, sogenannte Ratingagenturen. Sie analysieren die wirtschaftliche Situation des Unternehmens oder Staates und geben dann eine Bewertung zu seiner Kreditwürdigkeit. Diese Bewertung wird in einer Bonitätsnote ausgedrückt, auch Rating genannt.
Die drei größten, unabhängigen Ratingagenturen sind Moody’s, Standard and Poor’s (S&P) und Fitch. Ihr Notenspektrum geht bei S&P und Fitch von „D“ – vollständiger Zahlungsausfall – bis „AAA“ – sehr gute Bonität. Bei Moody’s heißt die schlechteste Note „C“ und die beste „Aaa“. Der deutsche Staat hat beispielsweise das bestmögliche Rating „AAA“ beziehungsweise „Aaa“. Die Bonität von Italien schätzen die Agenturen hingegen schlechter ein. Sie wird mit „BBB“ beziehungsweise „Baa“ bewertet. Das bedeutet, dass das Land eine gute durchschnittliche Bonität besitzt, es bei Verschlechterung der Gesamtwirtschaft aber zu Problemen kommen kann.
Neben den beiden genannten, begegnen Dir auch die folgenden Kennzahlen:
Sie gibt die durchschnittliche Rendite der im Fonds enthaltenen Anleihen an, wenn sie bis zu ihrer Fälligkeit gehalten werden. Für Anleger ist diese Zahl aber nur eine Orientierung, weil Fonds die Anleihen meist eben nicht bis zu ihrem Laufzeitende behalten. Die Endfälligkeitsrendite spiegelt das aktuelle Zinsniveau in dem jeweiligen Markt wider, in dem der Fonds investiert.
Sie errechnet sich aus dem Verhältnis der jährlichen zugesagten Zinszahlung und dem Kurs einer Anleihe. Bei einem Fonds wird die laufende Rendite aus den gewichteten Durchschnitten der Zinszahlungen und der Kurse berechnet. Bei ETFs, die Zinseinnahmen ausschütten, ist die laufende Rendite ein Indiz für den zu erwartenden Auszahlungsbetrag pro Jahr.
Hier siehst Du, welche Restlaufzeit die Anleihen im Durchschnitt haben. Dieser Wert ist ein guter Indikator dafür, wie stark der Kurs des ETF auf eine Änderung der Marktzinsen reagiert. Je höher die durchschnittliche Restlaufzeit ist, umso stärker fällt der Kurs des ETF bei einem Zinsanstieg. Umgekehrt ist aber auch der Kursanstieg größer, wenn die Zinsen fallen.
Auch die effektive Duration wird in Jahren angegeben. Sie sagt bei einer Einzelanleihe aus, nach welchem Zeitraum Anlegerinnen und Anleger ihr in die Anleihe investiertes Geld zurückerhalten. Anders als bei der Restlaufzeit werden hier auch die Zinszahlungen berücksichtigt. Die Duration ist damit geringer als die Restlaufzeit. Bei Anleihen-ETFs ist der gewichtete Durchschnitt der gehaltenen Anleihen angegeben (ist eine Anleihe stärker im Bestand des ETF vertreten, hat sie mehr Einfluss). Der Wert ist daher ebenfalls ein Indikator dafür, wie stark der Kurs des ETF auf Änderungen des Marktzinsniveaus reagiert.
Dies ist eine Kennzahl, die das Zinsrisiko konkret beschreibt. Sie gibt an, um wie viel Prozent der Wert eines Fonds steigt oder fällt, wenn sich das Marktzinsniveau um ein Prozent verändert. Angenommen, in der Eurozone steigt der Zins um ein Prozent. Dann fällt der Wert eines Fonds mit einer „modifizierten Duration von sieben“ um sieben Prozent. Umgekehrt würde der Fondswert um sieben Prozent steigen, falls die Zinsen um ein Prozent sinken. ETFs und andere Fonds mit langlaufenden Anleihen haben eine höhere modifizierte Duration. ETFs und Fonds mit sogenannten Kurzläufern haben eine niedrige modifizierte Duration.
Anleihen-ETFs können sich vor allem in diesen Kriterien unterscheiden:
Oft kombinieren die ETFs auch alle drei Kriterien.
Dazu gibt es zwei Herangehensweisen:
Bei einer Gewichtung nach dem Volumen sind Länder oder Unternehmen stärker gewichtet, die am meisten Anleihen herausgegeben haben. Es zählt nicht die Stückzahl, sondern das Volumen – also wie viel Geld sich der Herausgeber über Anleihen insgesamt geliehen hat.
Bei der zweiten Möglichkeit fasst man Anleihen zusammen, die am Markt am einfachsten zu kaufen und zu verkaufen sind. Solche Anleihen werden als besonders liquide beschrieben. Da Anleihen nicht so häufig wie Aktien gehandelt werden, kann diese Liquidität der Anleihen ein wichtiges Kriterium sein.
Als Anlegerin oder Anleger hast Du bei Anleihen-ETFs mittlerweile eine vielfältige Auswahl. Am größten deutschen Handelsplatz Xetra kannst Du zum Beispiel mit rund 600 Anleihen-ETFs handeln.
Die einzelnen ETFs bilden ganz unterschiedliche Indizes oder Teilindizes ab. In der folgenden Tabelle zeigen wir Dir beispielhaft drei ETFs. So erhältst Du einen Überblick darüber, wie sich Anleihen-ETFs unterscheiden.
Alle drei ETFs gehören jedoch nicht zu unseren Empfehlungen. Stattdessen empfehlen wir Dir Geldmarkt-ETFs. Mehr dazu liest Du im Kapitel Solltest Du in Anleihen-ETFs investieren?.
| Name | iShares Euro Government Bond 1-3yr UCITS ETF (Acc) | SPDR Bloomberg Euro Aggregate Bond UCITS ETF (Dist) | iShares J.P. Morgan EM Local Govt Bond UCITS ETF |
|---|---|---|---|
| ISIN | IE00B3VTMJ91 | IE00B41RYL63 | IE00B5M4WH52 |
| Index | Bloomberg Euro Government Bond 1-3 yr Term Index | Bloomberg Euro Aggregate Bond Index | J.P. Morgan GBI-EM Global Diversified 10% Cap 1% Floor |
| Art der Anleihen | Staatsanleihen aus der Eurozone mit 1 bis 3 Jahren Restlaufzeit | Staats- und Unternehmensanleihen aus der Eurozone | Staatsanleihen von Schwellenländern |
| Währung | Euro | Euro | lokale Währungen |
| Bonität | mindestens BBB | mindestens Baa | keine Einschränkungen |
| Ertragsverwendung | wiederanlegend | ausschüttend | ausschüttend |
| Endfälligkeitsrendite | 2,1 % | 2,8 % | 6 % |
| effektive Duration | 1,8 Jahre | 7,7 Jahre | 5,4 Jahre |
Quelle: iShares, SPDR (Stand: 9. April 2026)
Der iShares Euro Government Bond 1-3yr ETF (ISIN: IE00B3VTMJ91) bildet einen Teilindex des Bloomberg Euro Government Bondindex nach. Das ist ein Index, der aus Staatsanleihen aus der Eurozone besteht, die mindestens die Bonitätsnote „BBB“ besitzen. Diese Bonitäts-Klassifikation heißt auch Investment Grade.
Der Teilindex, den der ETF nachbaut, bezieht sich nur auf Anleihen mit einer Restlaufzeit von ein bis drei Jahren. Dementsprechend ist die effektive Duration der gehaltenen Anleihen mit 1,8 Jahren gering. Da bedeutet, dass der Kurs des ETF weniger stark auf Änderungen der Marktzinsen reagiert.
Der ETF investiert übrigens nicht in alle Anleihen, aus denen auch der zugrunde liegende Index besteht. Stattdessen beschränkt er sich auf Anleihen von vier Staaten: Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Dieses Vorgehen ist nicht unnormal und zum Beispiel auch bei Aktien-ETFs üblich. Der Anbieter lässt so einfach Anleihen aus, die nur einen sehr kleinen Anteil des Index ausmachen. So spart er Kosten. Man spricht davon, dass der ETF auf eine optimierte Nachbildung setzt. Besondere Nachteile hat das nicht.
Der SPDR Bloomberg Euro Aggregate Bond ETF (ISIN: IE00B41RYL63) setzt ebenfalls auf Anleihen aus der Eurozone. Allerdings bezieht er neben Staats- auch Unternehmensanleihen ein und beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Laufzeit. Dementsprechend höher ist mit 7,7 Jahren die effektive Duration.
Der Kurs des ETF reagiert also stärker auf Änderungen der Marktzinsen und bietet folglich mehr Ertragschancen, aber auch mehr Risiko. Ein solcher ETF bietet sich als Beimischung für Dein Depot an, wenn Du neben einem Aktien-ETF auch in solide Anleihen investieren willst und auf fallende Marktzinsen setzt.
Es handelt sich um einen ausschüttenden ETF, er zahlt zweimal im Jahr Zinserträge aus. Etwas mehr als die Hälfte des ETF machen Staatsanleihen aus. Die Unternehmensanleihen kommen vor allem aus der Industrie (9,5 Prozent) und dem Finanzsektor (8,3 Prozent). (Stand: 13. April 2026)
Der iShares J.P. Morgan EM Local Govt Bond ETF (ISIN: IE00B5M4WH52) ist eine riskantere Anlage. Er investiert in Staatsanleihen von Schwellenländern in der jeweiligen Landeswährung. Zu den Emittenten gehören zum Beispiel Mexiko, China, Indonesien, Tschechien, Polen oder Brasilien. Die effektive Duration beträgt 5,4 Jahre. Auf Änderungen der Marktzinsen reagiert der Kurs des ETF also etwas weniger stark als beim vorgestellten ETF des Anbieters SPDR. Dafür birgt er andere Risiken.
So gibt es für die Anleihen, in die der ETF das Geld steckt, keine Anforderungen an die Bonität. Anders als die Eurozonen-ETFs beinhaltet er also nicht nur Anleihen mit einer sehr guten Kreditwürdigkeit. 64,95 Prozent der gehaltenen Anleihen haben ein Rating von „BBB“ oder schlechter (Stand: 13. April 2026). Es besteht also ein höheres Risiko, dass es zu Ausfällen bei den gehaltenen Papieren kommt.
Ein weiteres Risiko stellen die lokalen Währungen der Anleihen dar. Diese sind bei Schwellenländern häufig deutlich instabiler als etwa der Euro oder der US-Dollar. Du trägst hier also auch ein größeres Währungsrisiko. Auf der anderen Seite sind die Kupons der gehaltenen Anleihen höher. Da es sich um einen ausschüttenden ETF handelt, kannst Du dadurch mit höheren Ausschüttungen rechnen.
In einen solchen Anleihen-ETF solltest Du insgesamt nur Geld stecken, bei dem Du größere Verluste verkraften kannst.
Wie einzelne Anleihen haben Laufzeit-ETFs ein festes Enddatum. iBonds ist dabei die Bezeichnung des Fondsanbieters iShares für seine Laufzeit-ETfs.
Um ein Enddatum zu erreichen, investieren Laufzeit-ETFs nur in Anleihen mit der nahezu selben Restlaufzeit und halten diese bis zur Fälligkeit.
Ist die Fälligkeit aller Anleihen erreicht, nimmt der ETF-Anbieter die Anteile zurück und zahlt den Gegenwert in Euro aus. Der Laufzeit-ETF hat also ein Ablaufdatum, zu dem Du Geld bekommst.
Dadurch sind die Renditen dieser ETFs für Anlegerinnen und Anleger besser planbar. Du musst Dich nicht mit Kursschwankungen durch Änderung der allgemeinen Marktzinsen befassen.
Möchtest Du den ETF vor dem Ende der Laufzeit verkaufen, spielen laufende Kursschwankungen aber weiter eine Rolle. Denn hier bildet sich der Börsenpreis wie bei herkömmlichen ETF aus den aktuellen Kursen der gehaltenen Anleihen.
In einer besonderen Situation befinden sich die Laufzeit-ETFs zudem im letzten Jahr ihrer Existenz, wenn die gehaltenen Anleihen nach und nach auslaufen. Das Geld, das der Fonds aus den fällig gewordenen Anleihen erhält, investiert er dann nämlich in sehr sichere Staatsanleihen.
Bei den Euro-iBonds sind das Staatsanleihen von Deutschland oder Frankreich mit einer kurzen Restlaufzeit. Sie ersetzen im letzten Jahr nach und nach die gehaltenen Unternehmensanleihen. Die Gesamtrendite des Laufzeit-ETF hängt daher auch davon ab, wie viel Rendite diese Staatsanleihen im letzten Jahr des ETF genau abwerfen.
Aus diesem Grund ist es auch wenig sinnvoll, einen Laufzeit-ETF im letzten Jahr zu kaufen. Denn dieser entwickelt sich dann nach und nach zu einem Staatsanleihen-ETF und bringt dadurch sehr wahrscheinlich deutlich weniger Rendite als in den Vorjahren.
Bist Du auf der Suche nach einem Sicherheitsbaustein für Dein Depot, raten wir Dir, statt der iBonds aber auf Geldmarkt-ETFs zu setzen. Der Grund: Die bisherigen Laufzeit-ETFs auf dem Markt investieren fast ausschließlich in Unternehmensanleihen. Diese bieten aus unserer Sicht ein zu großes Risiko für einen guten Sicherheitsbaustein.
Auch die Fonds, die mit einem Währungsrisiko in US-Staatsanleihen investieren, empfehlen wir nicht für den sicheren Teil Deines Depots. Generell erfüllen iBonds und andere Laufzeit-ETFs nicht das Finanztip-Kriterium von mindestens fünf Jahren am Markt. Sie sind 2023 oder später gestartet.
Stattdessen solltest Du auf ETFs setzen, die vor allem in europäische Staatsanleihen investieren. Das ist bei den von uns empfohlenen Geldmarkt-ETFs der Fall. Unsere detaillierten Empfehlungen findest Du im Kapitel Solltest Du in Anleihen-ETFs investieren?.
Grundsätzlich ist das Prinzip der iBonds und der anderen Laufzeit-ETFs aber eine gute Idee. Denn sie ermöglichen es Anlegerinnen und Anlegern, schon mit kleinen Summen über einen festen Zeitraum breit gestreut in eine Vielzahl von Anleihen zu investieren. Die laufenden Kosten sind niedrig und die Ordergebühren des Depots identisch mit denen für andere ETFs.
Die Endfälligkeitsrendite – also die durchschnittliche Rendite der gehaltenen Anleihen – liegt momentan (April 2026) zwischen etwa zwei und 5,2 Prozent pro Jahr. Bei den 5,2 Prozent handelt es sich allerdings um iBonds, die in Dollar-Anleihen investieren. Wer hier Geld hineinsteckt, geht also ein Währungsrisiko ein.
Du kannst die Endfälligkeitsrendite als ungefähres Maß dafür nehmen, wie viel Gewinn Du machst, wenn Du den iBond beziehungsweise einen Laufzeit-ETF eines anderen Anbieters bis zu seiner Fälligkeit hältst. Die Rendite, die Du am Ende tatsächlich erzielst, kann aber abweichen. Sie hängt zum Beispiel davon ab, ob du eine ausschüttende oder eine wiederanlegende Variante des ETF wählst.
Interessant ist auch der Vergleich der Renditen mit alternativen Anlagemöglichkeiten. Für den Euro iBond mit Laufzeit bis 2028 (also unter drei Jahre) liegt die Endfälligkeitsrendite bei 2,7 Prozent pro Jahr. Die besten Angebote mit zwei sowie drei Jahren Laufzeit in unserem Festgeldvergleich bieten rund 2,8 Prozent pro Jahr (Stand: 9. April 2026). Besser als mit Festgeld fährst Du mit den iBonds also aktuell nicht. Die Vor- und Nachteile von Festgeld gegenüber Anleihen-ETFs erklären wir Dir weiter oben.
Der Anbieter iShares hat seit August 2023 mehrere Dutzend dieser Fonds auf den Markt gebracht; insgesamt gibt es aktuell 56 iBond-ETFs (Stand: April 2026). Sie tragen jeweils den Endzeitpunkt des ETF im Namen.
So gibt es welche mit einer Laufzeit bis Ende 2026, bis Ende 2027 und so weiter für die Jahresenden bis 2034. Ein Teil der ETFs investiert in Anleihen in Euro, ein anderer Teil in US-Dollar. Außerdem gibt es jeweils ausschüttende und wiederanlegende iBonds.
Bei den gehaltenen Anleihen handelt es sich vor allem um Unternehmensanleihen mit Investment Grade – die also mindestens ein Rating von „BBB“ haben. Eine Variante der iBond-ETFs investiert nur in US-Staatsanleihen, eine andere in italienische Staatsanleihen.
Die folgende Tabelle zeigt die aktuell größten iBond-ETFs nach Fondsvolumen.
| Name | iShares iBonds Dec 2028 Term EUR Corporate UCITS ETF EUR (dist) | iShares iBonds Dec 2028 Term EUR Corporate UCITS ETF USD (Acc) | iShares iBonds Dec 2027 Term EUR Corporate UCITS ETF EUR (Acc) |
|---|---|---|---|
| ISIN | IE000264WWY01 | IE0000UJ34803 | IE000ZOI8OK52 |
| Fondsvolumen in Euro | 2.309 Millionen Euro4 | 1.283 Millionen Euro4 | 1.206 Millionen Euro4 |
| laufende Kosten | 0,12 % pro Jahr | 0,12 % pro Jahr | 0,12 % pro Jahr |
| Währung der Anleihen | Euro | US-Dollar | Euro |
| Fälligkeit der Anleihen | zwischen 1. Januar 2028 und 15. Dezember 2028 | zwischen 1. Januar 2028 und 15. Dezember 2028 | zwischen 1. Januar 2027 und 15. Dezember 2027 |
| Anzahl der Anleihen | 387 | 521 | 376 |
| Endfälligkeitsrendite | 2,58 % pro Jahr | 3,95 % pro Jahr | 2,39 % pro Jahr |
1 Den iBond gibt es auch in einer wiederanlegenden Variante, ISIN IE0008UEVOE0.
2 Den iBond gibt es auch in einer ausschüttende Variante: IE000H5X52W8.
3 Den iBond gibt es auch in einer ausschüttenden Variante: IE0000VITHT2.
4 Ausschüttender und wiederanlegender iBond zusammengefasst.
Quelle: iShares (Stand: 9. April 2026)
Mittlerweile haben auch andere Anbieter solche ETFs im Programm, zum Beispiel Invesco mit den BulletShares-ETFs, Xtrackers mit Target-Maturity-ETFs oder Amundi mit Fixed-Maturity-ETFs.
Unter den 17 ETFs mit mehr als 200 Millionen Euro Volumen sind aber derzeit 15 iBonds und nur zwei Fonds eines Wettbewerbers, zwei Xtrackers-ETFs.
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Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.
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