Das Wichtigste in Kürze
- Robo-Advisor sind digitale Anlagehelfer, die für Dich die langfristige Geldanlage übernehmen können.
- Sie richten nach Deinen Vorgaben ein passendes Wertpapier-Portfolio ein und investieren oft in Indexfonds, also ETFs.
- Gute digitale Anlagehelfer kosten weniger als ein Prozent der Anlagesumme pro Jahr. Das ist spürbar teurer als ein selbst gestaltetes Depot.
- Finanztip empfiehlt daher, sich die Mehrkosten für Robo-Advisor zu sparen und die Geldanlage selbst zu übernehmen.
Klickst Du auf eine Empfehlung mit *, unterstützt das unsere Arbeit. Finanztip bekommt dann eine Vergütung. Empfehlungen sind aufwändig recherchiert und basieren auf den strengen Kriterien der Finanztip-Expertenredaktion. Mehr Infos
Was sind Robo-Advisor?
Robo-Advisor sind digitale Anlagehelfer, die Sparern und Sparerinnen die Geldanlage umfassend abnehmen wollen. Die Idee: eine Geldanlage nach festen Regeln, die möglichst viel für Sparer und Sparerinnen herausholt und einfach zu bedienen ist. Mit „Advisor“ ist ein Ratgeber oder Betreuer gemeint. Wir nennen die Robos deshalb auch digitale Anlagehelfer.
Zu Beginn fragt ein Robo-Advisor ab, wie viel Risiko die Kundin oder der Kunde eingehen möchte. Eine Software schlägt eine passende Geldanlage vor und der Anbieter setzt diese dann technisch um.
Du bekommst also ein fertig eingerichtetes Wertpapierdepot, in dem meist eine kleine Anzahl von Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs liegen. Außerdem richten Robo-Advisor automatisch Sparpläne ein, mit denen Du künftig regelmäßig investiert.
Das Depot unterscheidet sich also nicht prinzipiell von einem selbst zusammengestellten. Du bezahlst den höheren Komfort aber mit höheren Gebühren.
Was kosten Robo-Advisor?
Sehr viele Robo-Advisor legen in kostengünstige ETFs an. Deren Verwaltungsgebühr liegt oft in der Größenordnung von 0,1 bis 0,3 Prozent im Jahr. Für die Umsetzung der Geldanlage, den Service also, kommen anschließend nochmal Gebühren obendrauf.
Der Aufpreis variiert von Anbieter zu Anbieter und kann zwischen einem knappen halben Prozent der Anlagesumme bis mehr als einem Prozent jährlich ausmachen.
Das klingt zunächst nach nicht viel. Aber schon bei einem Investment von 10.000 Euro hättest Du nach einer Anlagedauer von 20 Jahren fast 2.900 Euro weniger Wertsteigerung erzielt, wenn der Robo-Advisor 0,5 Prozentpunkte mehr kostet als eine selbstgebaute Depotlösung.
Für die Berechnung haben wir angenommen, dass sowohl der Robo-Advisor als auch das selbstgebastelte Depot in einen breitgestreuten Aktien-ETF investiert. Bei einem solchen ETF halten wir langfristig im Mittel etwas sechs Prozent Rendite pro Jahr für realistisch. Mit einem Robo-Advisor wären es entsprechen nur 5,5 Prozent Rendite pro Jahr.
Wie sicher sind Robo-Advisor?
Bei einer Insolvenz des Anbieters gehören die Dir zugeordneten Wertpapiere des Robo-Advisor weiterhin Dir. Sie zählen zum sogenannten Sondervermögen und wandern nicht mit in die Insolvenzmasse des Unternehmens.
Die Fonds lagern bei einer separaten Depotbank, die sich um die Verwaltung des Vermögens kümmert. Sollte auch die Depotbank finanzielle Probleme bekommen, kümmert sich ein Treuhänder um das Fondsvermögen.
Ein paar Beispiele: Bei Quirion lagern die Fondsguthaben bei der Mutter Quirin, bei Growney ist es die Sutor Bank. Raisin arbeitet mit der eigenen Raisin Bank. Auch die ETF-Anbieter selbst organisieren auf vergleichbare Weise ihre „Großdepots“, in denen die einzelnen Wertpapiere ihrer Fonds liegen.
Empfiehlt Finanztip Robo-Advisor?
Finanztip hält Robo-Advisor nicht für sinnvoll. Nach unserer Einschätzung sind die Kosten, die die Robo-Adivsor für ihren Service nehmen, zu hoch.
Für uns steht fest: Eine gute Geldanlage braucht nicht viele Hilfsmittel. Sie muss auch nicht viel kosten. Der beste Weg ist daher, dass Du Dich selbst darum kümmerst.
Finanztip hat bis Anfang September 2026 mehrere passive Robo-Advisor empfohlen, die mit ihrer Anlagestrategie nah an unserer Finanztip-Strategie liegen. Dies waren die Angebote von Quirion (Variante Digital), Growney und Raisin. Unsere Empfehlung richtete sich an alle, die sich unsicher mit der eigenen Geldanlage fühlten.
Diese Produkte empfehlen wir nun aber nicht mehr. Denn aus unserer Sicht ist der Kostenunterschied gegenüber der selbst organisierten Geldanlage mittlerweile einfach zu groß.
So zahlst Du bei den genannten Robo-Advisor insgesamt über 0,5 Prozent pro Jahr. Das umfasst die Gebühren für den Anbieter und die ETF-Gebühren. Bei einer Vielzahl an freien Depots kannst Du mittlerweile ohne laufende Depotgebühr anlegen, auch für den ETF-Sparplan zahlst Du keine Kaufgebühr. Umschichtungen kosten zum Teil nur einen Euro oder gar nichts.
Du zahlst also vor allem die Kosten des ETF. Die liegen bei unseren Finanztip-Empfehlungen in der Regel bei maximal 0,3 Prozent jährlich, meist sogar darunter. Deswegen halten wir Robo-Advisor auch für unsichere Anleger nicht mehr für sinnvoll.
Wenn Du dort bereits Kundin oder Kunde bist, solltest Du Dir überlegen, ob Du Dir die Kosten nicht sparen kannst und die Anlage selbst übernimmst. Von der Anlagestrategie und der Sicherheit sind unsere Ex-Empfehlungen weiter in Ordnung.
Kannst Du Dein Robo-Depot übertragen?
Vermögensaufbau klappt nur, wenn Du Dein Geld langfristig anlegst. Solltest Du Dich jedoch dafür entscheiden, Dein Erspartes eines Tages wieder selbst zu managen, kannst Du auch einen Depotübertrag veranlassen. In diesem Fall werden die Aktien- und Anleihefonds nicht verkauft und Du musst keine Steuern zahlen.
Gute Anbieter bieten den Depotübertrag kostenlos an. Lediglich Bruchstücke eines Fondsanteils können häufig nicht übertragen werden. Bruchstücke entstehen dann, wenn feste Eurobeträge investiert werden, die nicht glatt durch den Wert eines Fondsanteils geteilt werden können.
In die umgekehrte Richtung – vom selbst zusammengestellten Depot hin zu einem Robo – können in der Regel keine Wertpapiere übertragen werden. Das bieten die Robo-Advisor nicht an.
Wie machst Du Deine Geldanlage einfach selbst?
Die Finanztip-Grundempfehlung lautet, einen Teil des Geldes langfristig in günstige, breit aufgestellte Aktien-Indexfonds, sogenannte ETFs, zu investieren. Und – je nach Risikoneigung – einen anderen Teil in Zinsanlagen wie Festgeld oder Tagesgeld. So fängst Du die Schwankungen am Aktienmarkt auf. Diese selbstgemachte Geldanlage ist unschlagbar günstig.
Du brauchst dafür
- ein günstiges Wertpapierdepot,
- ein gutes Tagesgeld- oder Festgeldkonto oder Geldmarktfonds und
- das nötige Durchhaltevermögen an der Börse.
Unsere Berechnungen zeigen: Wer in der Vergangenheit beliebige 15 Jahre ein Portfolio gehalten hat, das anfangs zu 80 Prozent aus dem Weltaktienindex und zu 20 Prozent aus Tagesgeld bestand, hat niemals Geld verloren.
Bei der Umsetzung bist Du auch ohne Robo-Advisor nicht allein. Dabei helfen wir Dir auf vielen Wegen. Zum Beispiel:
- über unsere Ratgeber in der Finanztip-App und auf finanztip.de,
- über unsere Videos auf Youtube und Instagram,
- über die Finanztip-Academy mit vielen Investment-Kursen, präsentiert von unseren Expertinnen und Experten.
Können Robo-Advisor vor Verlusten schützen?
Auch wenn der Robo-Advisor Dienstleistungen wie die Käufe und Verkäufe der Wertpapiere für Dich übernimmt: Ein Schutz vor Kursverlusten und sonstigen Anlagerisiken ist die automatisierte Geldanlage nicht!
Geht es etwa an der Börse nach unten oder steigen die Zinsen deutlich an, schlagen sich die Kursänderungen bei Aktien und Anleihen auch in Deinem Depot nieder. Je nach den Schwerpunkten des Anlagemodells kann die Wertentwicklung kurzfristig auch deutlich von einer selbstgemachten Geldanlage mit Aktien-ETFs, Tages- und Festgeld abweichen.
Die Anlagehelfer haften allerdings dafür, dass die empfohlenen Wertpapiere zu Deinen persönlichen Verhältnissen und Deinen Anlagezielen passen – immer vorausgesetzt, Du hast die Fragen zu diesen Themen richtig und vollständig beantwortet.
Wie läuft die Anlage mit einem Robo-Advisor ab?
Drei zentrale Schritte gibt es, wenn Du Kunde oder Kundin eines Robo-Advisor wirst:
- Der Robo-Advisor bestimmt Deinen Risikotyp: Zunächst müssen Sparerinnen und Sparer in der Regel einen mehrteiligen Fragebogen ausfüllen und dort zum Beispiel Angaben zum Vermögen machen. Auch müssen sie angeben, wie viele zwischenzeitliche Verluste sie ertragen könnten. Das wäre etwa bei einem Börsenabschwung der Fall. Zehn oder mehr Fragen können das schon sein.
- Du suchst die Anlageklassen aus: Aus dem Risikotyp leiten die Anlagehelfer ab, auf welche Anlageklassen sie das Kundengeld aufteilen würden. Anlageklassen sind zum Beispiel Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien. Sie nutzen dafür häufig Regeln, die aus der Kapitalmarkttheorie stammen. Wer bereit ist, mehr Verlustrisiko einzugehen, erhält in der Regel ein Portfolio, das zum Großteil aus Aktienfonds besteht. Wer weniger Risiko tragen möchte, bekommt mehr Anleihen beigemischt. Diese Anlageklasse bringt weniger Renditen als Aktienfonds, reduziert aber die Wertschwankungen des Portfolios etwas.
- Der Robo-Advisor setzt Deine Anweisung technisch um: Stimmst Du der Aufteilung Deines Geldes auf die Anlageklassen zu, setzen die digitalen Anlagehelfer dieses Portfolio technisch um: Sie eröffnen also ein Depot für Dich, suchen günstige Aktienfonds heraus und kaufen und verkaufen diese. Dabei setzte sie meist auf sogenannte passiv investierende ETFs. Das sind Fonds, die Listen von Aktien und Anleihen einfach nachbauen – manchmal auch Rohstoff- und Immobilienindizes.
Wie läuft die Depoteröffnung ab?
Zu Beginn beantwortest Du Fragen zu Deinem finanziellen Hintergrund und zur Risikobereitschaft. Wie auch bei der Eröffnung eines selbstgemanagten Depots musst Du Dich zudem legitimieren. Das geht in der Postfiliale oder online per Videoident.
Zwischen Registrierung und dem Zeitpunkt, an dem Du tatsächlich Geld investieren kannst, vergehen in der Regel wenige Tage. Um Geld anzulegen, überweist Du es von einem festgelegten Girokonto, dem Referenzkonto, auf das Verrechnungskonto des digitalen Anlagehelfers. Alternativ kannst Du ein Lastschriftmandat erteilen. Der Robo-Advisor bucht den gewünschten Anlagebetrag dann innerhalb weniger Banktage vom Referenzkonto ab.
Welche Steuern fallen bei einem Robo-Advisor an?
Erträge aus Fonds wie ETFs werden jährlich mit Abgeltungssteuer belastet. Außerdem sind Verkaufsgewinne steuerpflichtig. Solche Gewinne können anfallen, wenn der Robo-Advisor ein- oder mehrmals im Jahr innerhalb des Portfolios zwischen den Anlageklassen umschichtet. Die Steuern führt der Robo-Advisor direkt an den Fiskus ab.
Du kannst den Steuerabzug verhindern, wenn Du einen Freistellungsauftrag einrichtest. Denn die ersten 1.000 Euro Kapitalerträge sind steuerfrei, bei Verheirateten 2.000 Euro.
Oft kann man recht einfach einen solchen Freistellungsauftrag im Kundenbereich einrichten. Gelegentlich gibt es auch ein Formular, das per Post an den Anbieter geschickt werden muss. Details zur Steuer auf ETFs liest Du auch im Ratgeber zu Steuern bei ETF.
Welche Arten von Robo-Advisor gibt es?
Ist das Ausgangsportfolio bestimmt, unterscheiden sich die digitalen Anlagehelfer unter anderem darin, wie sie die Geldanlage für die Kundinnen und Kunden steuern.
- Aktive Robo-Advisor - Manche Anlagehelfer folgen einem aktiven Ansatz bei der Steuerung Deines Vermögens: Die Anbieter verteilen Vermögen laufend je nach Börsengeschehen zwischen Fonds um. Ziel ist es oft, dass Verluste mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Dazu sind Simulationen nötig – und Annahmen über die Verteilung von Renditen. Manche Anbieter können auf hausinterne Analysen zurückgreifen.
- Passive Robo-Advisor - Diese Anlagehelfer folgen einem passiven Ansatz bei der Steuerung des Vermögens: Ziel ist es, die anfangs festgelegte, weltweit aufgestellte Vermögensaufteilung beizubehalten. Meist schichten die Anbieter Vermögenswerte wenige Male im Jahr so um, dass die ursprüngliche Gewichtung der Anlageklassen wiederhergestellt ist. Das nennt sich Rebalancing. Zum Beispiel 70 Prozent weltweite Aktien-ETFs und 30 Prozent Anleihe-ETFs, um Wertschwankungen etwas einzufangen. Simulationen unter Annahmen gibt es nicht, ebenso wenig spielen Expertenmeinungen eine Rolle. Auch die Standardvariante des neuen Altersvorsorgedepots wird nach diesem Muster funktionieren.
- Robo-Advisor ohne Risikoeinstufung - Diese Anbieter sind keine Robo-Advisor im engeren Sinn, weil sie nicht über einen Katalog an Fragen die Risikotypen der Anlegenden bestimmen. Sie richten sich vielmehr an Erfahrenere, die ihre Risikoneigung selbst gut einschätzen können. Die technische Umsetzung und die Verwaltung des Geldes wollen sie aber abgeben. Hier kann aus mehreren vorgefertigten Portfolios mit unterschiedlicher Gewichtung der Aktien- und Anleihekomponente gewählt werden. Die Anlagehelfer folgen dann einem passiven Ansatz.
Mehr dazu im Ratgeber Indexfonds/ETFs
- Mit kostengünstigen ETFs baust Du einfach Vermögen auf. Finanztip empfiehlt breitstreuende Alle-Länder-ETFs.
- Suchst Du einen wiederanlegenden ETF empfehlen wir Dir den State Street SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66), den Vanguard FTSE All-World (IE00BK5BQT80), den iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259) oder den State Street SPDR MSCI ACWI (IE00B44Z5B48).
- Als ausschüttende ETFs empfehlen wird Dir den State Street SPDR MSCI ACWI IMI (IE000DD75KQ5) oder den Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25)
* Was der Stern bedeutet:
Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.
Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).
Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.
Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.
Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.






