Energieeffizienzklasse Haus Wie viel Energie verbraucht Dein Haus?

Sandra Duy
Sandra Duy
Expertin Energetische Sanierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Energieeffizienzklasse zeigt Dir, wie viel Energie ein Haus für Heizung und Warmwasser braucht. Die Skala reicht von A+ für sehr sparsame Häuser bis H für Gebäude mit sehr hohem Verbrauch.
  • Du findest die Energieeffizienzklasse im Energieausweis. Sie hilft Dir einzuschätzen, welche Heizkosten auf Dich zukommen können und ob sich eine Sanierung lohnt.
  • Auch die staatliche Förderbank KfW unterscheidet Häuser nach deren Energieeffizienz. Sie teilt die Gebäude in Effizienzhausstufen ein.

So gehst Du vor

  • Prüfe zuerst den Energieausweis oder überschlage Deinen Verbrauch pro Quadratmeter. So erkennst Du, ob Dein Haus eher sparsam ist oder viel Energie verbraucht.
  • Willst Du die Energieeffizienz verbessern, lass Dir von einer Energieberaterin oder einem Energieberater einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen. Finanztip empfiehlt dafür die Anbieter Enwendo, Fuchs & Eule, Novo und Senercon.
  • Beantrage Fördermittel, bevor Du Sanierungsmaßnahmen beginnst – nachträglich geht das nicht mehr.

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Welche Energieeffizienzklassen für Häuser gibt es?

Die Energieeffizienzklassen für Wohngebäude reichen von A+ bis H. Ein Haus der Klasse A+ verbraucht sehr wenig Energie. Ein Haus der Klasse H hat dagegen einen sehr hohen Energieverbrauch.

Die Einteilung findest Du im Energieausweis für Wohngebäude. Dort zeigt eine Farbskala, wie viel Energie ein Haus benötigt oder verbraucht. Das hilft Dir, Häuser besser zu vergleichen. Besonders wichtig ist das, wenn Du ein Haus kaufen oder eine Wohnung mieten möchtest. Der entscheidende Faktor ist beim Energieausweis, wie viel Endenergie Dein Haus benötigt beziehungsweise verbraucht. Die Endenergie ist dabei die Energie, die in Form von Gas, Heizöl oder Strom bei Dir ankommt und dann zum Heizen genutzt wird. Es gibt den Energieausweis in zwei Ausführungen: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis. Beim Bedarfsausweis wird berechnet, wie viel Endenergie Dein Haus aufgrund seiner Bauweise und der bestehenden Dämmung theoretisch benötigt. Im Verbrauchsausweis wird hingegen dargestellt, wie viel das Haus auf Basis vergangener Jahre verbraucht.

Quadratmeter Fläche und ist in der Klasse H, verbrauchst Du pro Jahr 37.500 Kilowattstunden (kWh) Gas oder Heizöl – oder sogar noch mehr. In der besten Klasse A+ hingegen verbraucht ein Haus von der Größe maximal 4.500 kWh. Bei einer Gasheizung macht das einen Unterschied von rund 3.300 Euro pro Jahr aus und bei der Ölheizung von bis zu 3.100 Euro. Je schlechter die Energieeffizienzklasse ist, desto höher sind in der Regel also die Heizkosten für Dich.

Welche Energieeffizienzklasse gilt bei welchem Verbrauch?

Quelle: Finanztip-Darstellung (Stand: Juli 2026)

Je weniger Endenergie Dein Haus pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche braucht, desto besser ist seine Energieeffizienzklasse. 

Achtung: Die Gebäudenutzfläche ist nicht dasselbe wie die Wohnfläche. Sie ist eine Rechengröße aus dem Energieausweis. Sie ist die gesamte, aktiv beheizte Fläche eines Hauses, zählt also auch Flure, Treppen und Abstellräume mit rein. Unbeheizte Keller, Dachböden oder Balkone zählen hingegen nicht dazu. 

Ein Beispiel zeigt, wie groß der Unterschied zwischen den Effizienzklassen sein kann: Ein Haus mit 160 Quadratmetern Gebäudenutzfläche verbraucht in Klasse A+ höchstens 4.800 Kilowattstunden im Jahr. In Klasse H sind es mehr als 40.000 Kilowattstunden.

In der folgenden Tabelle zeigen wir Dir, in welche Energieeffizienzklasse ein Haus bei welchem Verbrauch fällt und wie hoch die Heizkosten bei einem Beispielhaus in der entsprechenden Klasse wären.

Was kosten die Energieeffizienzklassen im Beispielhaus?

Energieeffizienzklassejährlicher Endenergie-Verbrauchjährliche Energiekosten für ein Beispielhaus mit Gasheizung¹jährliche Energiekosten für ein Beispielhaus mit Ölheizung²
A+bis 30 kWhbis 508 Eurobis 552 Euro
A30 - 50 kWhbis 847 Eurobis 920 Euro
B50 - 75 kWhbis 1.271 Eurobis 1.380 Euro
C75 - 100 kWhbis 1.694 Eurobis 1.840 Euro
D100 - 130 kWhbis 2.203 Eurobis 2.392 Euro
E130 - 160 kWhbis 2.711 Eurobis 2.944 Euro
F160 - 200 kWhbis 3.389 Eurobis 3.680Euro
G200 - 250 kWhbis 4.236 Eurobis 4.600 Euro
H250 kWh oder mehrmehr als 4.236 Euromehr als 4.600 Euro

¹Kosten für ein Haus mit 160 m² Gebäudenutzfläche und einer Gaszentralheizung mit einem Gaspreis von 10,59 Cent / kWh (Finanztip-Gaspreisbarometer, Stand: 3. Juli 2026). Alle Werte sind gerundet. ²Verbrauch für ein Haus mit 160 m² Gebäudenutzfläche und einer Ölzentralheizung bei einem Ölpreis von 115 Cent / Liter. Ein Liter entspricht rund 10 kWh (heizoel24.de, Stand: 3. Juli 2026). Alle Werte sind gerundet.
Quelle: Anlage 10 zu § 86 GEG, Finanztip-Berechnung (Stand: 3. Juli 2026)

Du siehst: Bei einem schlechten energetischen Zustand können die Heizkosten um ein Vielfaches höher liegen als bei einem sehr sparsamen Haus. Die Energieeffizienzklasse hilft Dir daher, spätere Wohnkosten besser einzuschätzen. Als Kauf- oder Mietinteressent hast Du das Recht, den Energieausweis des Hauses einzusehen (§ 80 GEG).

Sandra Duy

Eine schlechte Energieeffizienzklasse kann Dich jedes Jahr mehrere Tausend Euro zusätzlich kosten. Gerade beim Hauskauf solltest Du deshalb nicht nur auf den Kaufpreis schauen, sondern auch auf die künftigen Energiekosten.

Sandra Duy
Unsere Finanztip-Expertin für Energetische Sanierung

Achtung: Ein Haus mit reiner Ölheizung kann in der Regel nicht in die höchsten Energieeffizienzklassen wie A+ und A fallen. Zur Vollständigkeit und damit Du einen Eindruck über die Energiekosten bekommst, haben wir es aber mit aufgenommen.

Neubauten haben heute mindestens die Energieeffizienzklasse C, eher fallen sie aber in die Kategorie B oder sogar A. Unsanierte Altbauten, die vor der 1. Wärmeschutzverordnung 1978 errichtet wurden, fallen dagegen meist in die Klasse H. Sie haben aufgrund ihrer Bauweise einen sehr hohen Energieverbrauch. Wird ein Altbau in normalem Umfang energetisch saniert, kann er anschließend aber auch die Klassen D oder E erreichen. 

Wenn Du so eine energetische Sanierung angehst und die Kosten fördern lässt, wirst Du schnell auch auf die Effizienzstandards der staatlichen Förderbank KfW stoßen.

Was ist ein KfW-Effizienzhaus?

Die staatliche Förderbank KfW hat für ihre zahlreichen Förderprogramme eine eigene Effizienzklasse in Zusammenarbeit mit dem Bundesbauministerium geschaffen. Diese gilt für alle Häuser, die mit KfW-Fördergeldern neu errichtet oder saniert werden. Ein KfW-Effizienzhaus ist nicht dasselbe wie eine Energieeffizienzklasse im Energieausweis.

Dafür hat die KfW als Grundlage für einen Vergleich ein fiktives Referenzhaus geschaffen – das Effizienzhaus 100. Es entspricht genau den Dämmvorschriften, die nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) mindestens eingehalten werden müssen. Das Referenzhaus wird individuell für Dein Haus definiert und orientiert sich dabei an der Gebäudefläche, der Geometrie und der Ausrichtung Deines Hauses. 

Dabei zählen zwei Werte: der Primärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust. Der Primärenergiebedarf berücksichtigt auch, wie Energie gewonnen, umgewandelt und transportiert wird. Der Transmissionswärmeverlust zeigt, wie viel Wärme über Dach, Fassade, Fenster oder Keller verloren geht. 

Für die Sanierung gibt es vor allem die Effizienzhausstufen 85, 70, 55 und 40. Je niedriger die Zahl ist, desto energieeffizienter ist das Haus. Ein Effizienzhaus 55 braucht zum Beispiel nur 55 Prozent der Primärenergie des Referenzgebäudes. Der Transmissionswärmeverlust liegt bei 70 Prozent.

Da die KfW mit dem Primärenergiebedarf rechnet und im Energieausweis der Endenergiebedarf angegeben ist, ist ein direkter Vergleich mit der Energieeffizienzklasse aus dem Energieausweis nicht möglich. Trotzdem gilt grob: Je besser die KfW-Effizienzhausstufe ist, desto besser fällt meist auch die energetische Qualität des Hauses im Energieausweis aus.

Was ist der Unterschied zwischen Endenergie und Primärenergie?

Endenergie ist die Energie, die bei Dir im Haus ankommt. Bei einer Gasheizung ist das zum Beispiel das Erdgas, das Dein Versorger liefert. Bei einer Ölheizung ist es das Heizöl in Deinem Tank. Im Energieausweis ist die Endenergie wichtig, weil sie zeigt, wie viel Energie Dein Haus für Heizung und Warmwasser benötigt oder verbraucht.

Primärenergie geht einen Schritt weiter. Sie berücksichtigt nicht nur die Energie, die bei Dir ankommt. Sie rechnet auch ein, wie diese Energie gewonnen, umgewandelt und transportiert wurde. Dazu gehören zum Beispiel die Förderung von Erdgas, die Verarbeitung von Rohöl oder Verluste beim Transport. Die Betrachtungsweise ist wichtig, um zu beurteilen, wie viel Energie ein Gebäude wirklich verbraucht, vom Rohstoff bis zum Heizkörper. 

Deshalb können Häuser mit gleichem Endenergiebedarf beim Primärenergiebedarf unterschiedlich abschneiden. Das hängt davon ab, welchen Energieträger Du nutzt. Fossile Energieträger wie Gas oder Heizöl werden anders bewertet als erneuerbare Energien oder Strom.

Welche Effizienzhausstufen gibt es?

StufePrimärenergiebedarf im Vergleich zum ReferenzhausWärmeverlust im Vergleich zum Referenzhaus
8585 %100 %1
7070 %85 %
5555 %70 %
4040 %55 %

¹ Bei der Effizienzhausstufe ist der Wärmeverlust gleich wie beim Referenzhaus. 
Quelle: KfW (Stand: 21. November 2024)

Zusätzlich gibt es bei der KfW die Erneuerbare-Energien-Klasse und die Nachhaltigkeits-Klasse. Sie können wichtig sein, wenn Du für eine Sanierung eine höhere Förderung bekommen möchtest. Darauf gehen wir im Förderkapitel genauer ein.

Kannst Du die Energieeffizienzklasse Deines Hauses selbst berechnen?

Selbst exakt berechnen kannst Du die Energieeffizienzklasse Deines Hauses nicht. Du kannst aber überschlagen, wie viel Heizenergie Dein Haus pro Quadratmeter (m²) verbraucht.

Das Ergebnis ist nur eine grobe Orientierung. Es ersetzt keinen Energieausweis und keine Energieberatung. Es hilft Dir aber einzuschätzen, ob Dein Haus eher sparsam ist oder ob sich eine Sanierung lohnen könnte.

Die einfache Formel lautet:

Jährlicher Heizenergieverbrauch ÷ Gebäudenutzfläche = Verbrauch pro Quadratmeter und Jahr

Das Ergebnis vergleichst Du anschließend mit der Tabelle zu den Energieeffizienzklassen.

Wichtig ist die richtige Fläche. Im Energieausweis wird mit der Gebäudenutzfläche gerechnet, nicht mit der Wohnfläche. Wenn Du die Gebäudenutzfläche nicht kennst, kannst Du sie überschlagen: Bei einem Wohnhaus mit bis zu zwei Wohnungen und beheiztem Keller multiplizierst Du die Wohnfläche mit 1,35. Bei sonstigen Wohngebäuden nimmst Du den Faktor 1,2. 

Wie rechnest Du bei einer Gasheizung?

Schritt 1: Such Dir Deine drei letzten Brennstoffrechnungen heraus. Schau auf jeder Rechnung nach dem Verbrauch in Kilowattstunden (kWh). 

Schritt 2: Bilde den Durchschnitt aus den drei Jahren, indem Du alle Verbräuche miteinander addierst und die Summe anschließend durch 3 teilst. Das Ergebnis ist der Durchschnitt der letzten Jahre. 

Schritt 3: Rechne die Gebäudenutzfläche Deines Hauses aus. Multipliziere dafür Deine Wohnfläche mit der Zahl 1,35 für ein Wohnhaus mit bis zu zwei Wohnungen und beheiztem Keller und 1,2 für alle anderen Wohnhäuser.

Schritt 4: Anschließend teilst Du den durchschnittlichen Verbrauch aus Schritt 2 durch die berechnete Gebäudenutzfläche Deines Hauses. Das Ergebnis ist Dein Verbrauch pro Quadratmeter. 

Beispiel: Du heizt mit Erdgas und hast 2023 insgesamt 15.300 kWh verbraucht. Im Jahr 2024 waren es 15.900 kWh, während es 2025 nur 15.100 kWh waren. Die Summe aus den drei Verbräuchen ist 46.300. Um den Durchschnitt zu bilden, teilen wir die Summe durch 3. Im Durchschnitt lag Dein Verbrauch aus den drei Jahren bei 15.433 kWh. Dein Haus hat eine Wohnfläche von 120 m². Multipliziert mit 1,35 ergibt das eine Gebäudenutzfläche von 162 m². Damit liegt der Verbrauch pro Quadratmeter bei rund 95 kWh und das Haus fällt in etwa in die Energieeffizienzstufe C. Für die Gasheizung bezahlst Du in diesem Haus also im Durchschnitt bis zu 1.694 Euro.

Wie rechnest Du bei einer Ölheizung?

Heizt Du mit Heizöl, musst Du anders vorgehen. Dafür reicht es nicht, nur auf Deine Heizölrechnungen zu schauen, denn vermutlich hast Du nicht exakt das pro Jahr verbraucht, was Du bestellt hast. Hast Du im Sommer oder im Herbst getankt, wird am Ende des Jahres immer noch etwas im Tank sein. 

Schritt 1: Du musst die Füllstandanzeige zum Ende jedes Jahres ablesen, um die einzelnen tatsächlichen Verbräuche zu erfahren. 

Schritt 2: Wenn Du die Verbräuche notiert hast, musst Du den Verbrauch aber noch in Kilowattstunden (kWh) umrechnen, denn auf der Füllstandanzeige ist er in Litern angegeben. Als Faustregel gilt, dass ein Liter etwa zehn kWh entspricht.

Schritt 3: Hast Du die Verbräuche in jedem Jahr von Liter in kWh umgerechnet, errechnest Du auch hier den Durchschnitt.

Schritt 4: Anschließend ermittelst Du ebenfalls die Gebäudenutzfläche Deines Hauses. Multipliziere dafür Deine Wohnfläche mit der Zahl 1,35 für ein Wohnhaus mit zwei Wohnungen und beheiztem Keller und 1,2 für alle anderen Wohnhäuser.

Schritt 5: Teile den durchschnittlichen Verbrauch durch die berechnete Gebäudenutzfläche. Das Ergebnis zeigt Dir den Verbrauch pro Quadratmeter.

Beispiel: Du hast im Jahr 2023 insgesamt 2.300 Liter Heizöl verbraucht, 2024 waren es hingegen 2.250 Liter und 2025 dann 2.370 Liter. Umgerechnet in Kilowattstunden ergibt das für die einzelnen Jahre 23.000 kWh, 22.500 kWh und 23.700 kWh. Um den Durchschnitt aus den Jahren zu errechnen, addierst Du diese drei Zahlen und erhältst die Summe 69.200. Diese Summe teilst Du durch 3 und kommst so auf den Durchschnitt von 23.066 kWh. Dein Haus ist 110 m² groß, also beträgt die Gebäudenutzfläche rund 149 m². Das bedeutet, dass Du pro Quadratmeter einen Verbrauch von 155 kWh hattest. Damit ordnet sich dieses Haus ungefähr in die Energieeffizienzklasse E ein. Pro Jahr zahlst Du hier für die Ölheizung also bis zu 2.944 Euro.

Wie berücksichtigst Du Warmwasser?

Wenn Deine Heizung auch das Warmwasser erzeugt, musst Du nichts hinzurechnen. Dann steckt der Warmwasseranteil bereits in Deinem Gas- oder Heizölverbrauch.

Anders ist es, wenn Dein Warmwasser dezentral erzeugt wird. Das ist zum Beispiel bei einem elektrischen Durchlauferhitzer der Fall. Dann fehlt dieser Anteil in Deinem Heizenergieverbrauch.

Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung beträgt der Nutzenergiebedarf für Warmwasser in Ein- und Zweifamilienhäusern rund 9,2 kWh pro Quadratmeter pro Jahr. Leider ist Nutzenergie erneut eine andere Größe als Endenergie, denn sie beschreibt das, was am Ende an Wärme bei Dir ankommt, nachdem das Erdgas oder Heizöl verbrannt wurde. Da Gas- und Ölheizungen keine hundertprozentige Effizienz haben, sondern durch die Verbrennung auch immer etwas Energie verloren wird, runden wir auf und rechnen der Einfachheit halber mit 10 kWh pro Quadratmeter pro Jahr für Warmwasser.

Beispiel: Deine Rechnung ergibt einen Heizverbrauch von 95 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Dein Warmwasser läuft aber über einen Durchlauferhitzer. Dann rechnest Du grob 10 Kilowattstunden hinzu. Dein Vergleichswert liegt damit bei rund 105 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Wie genau ist Deine Berechnung?

Deine eigene Berechnung ist nur eine grobe Einschätzung. Sie kann vom Wert im Energieausweis abweichen.

Ein Grund ist das Wetter: In einem kalten Jahr heizt Du mehr, in einem warmen Jahr weniger. Für einen Verbrauchsausweis wird der Verbrauch deshalb witterungsbereinigt. Deine einfache Rechnung macht das nicht. 

Ein zweiter Grund ist Dein Heizverhalten. Wenn Du sehr sparsam heizt, wirkt Dein Haus im Verbrauch besser und wenn Du viel heizt oder häufig lüftest, wirkt es schlechter. Der Bedarfsausweis betrachtet dagegen stärker den Zustand des Gebäudes.

Für eine belastbare Einschätzung brauchst Du daher eine Fachperson, zum Beispiel eine Energieberaterin oder einen Energieberater. Das gilt besonders, wenn Du ein Haus kaufen, sanieren oder Fördermittel beantragen möchtest.

Willst Du Dir einen Energieausweis erstellen lassen, dann nutze die Liste des Bundesverbandes der Gebäudeenergieberater, Ingenieure und Handwerker (GIH). Dort findest Du qualifizierte Fachleute, die berechtigt sind, einen Energieausweis auszustellen.

Sandra Duy

Eine Überschlagsrechnung gibt Dir ein erstes Gefühl für den Zustand Deines Hauses. Sie ersetzt aber keine Energieberatung, besonders nicht beim Kauf, vor einer Sanierung oder beim Förderantrag.

Sandra Duy
Unsere Finanztip-Expertin für Energetische Sanierung

Was sagt Dir das Ergebnis Deiner Energieeffizienzklasse?

Je schlechter Deine überschlagene Energieeffizienzklasse ist, desto eher solltest Du über eine energetische Sanierung nachdenken. Besonders bei den Klassen G und H lohnt sich ein genauer Blick.

Die Energiepreise, besonders für fossile Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl, werden in den kommenden Jahren wahrscheinlich weiter steigen. Dafür sorgt auch der CO2-Preis, der diese Brennstoffe jedes Jahr etwas teurer macht. Im Jahr 2026 werden Zertifikate für fossile Brennstoffe in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 versteigert.

Das heißt für Dich: Wenn Dein Haus viel Gas oder Heizöl verbraucht, kann eine bessere Dämmung oder eine effizientere Heizung langfristig wichtiger werden. Welche das sind, erfährst Du im nächsten Kapitel.

Wie kannst Du die Energieeffizienzklasse Deines Hauses verbessern?

Du verbesserst die Energieeffizienzklasse, wenn Dein Haus weniger Energie für Heizung und Warmwasser braucht. Dafür gibt es zwei große Hebel: Du senkst die Wärmeverluste des Hauses oder Du machst die Heizung effizienter.

Bei vielen älteren Häusern lohnt sich zuerst der Blick auf die Gebäudehülle. Dazu gehören Dach, Fassade, Kellerdecke, Fenster und Türen. Wenn dort viel Wärme verloren geht, muss Deine Heizung ständig nachliefern. Nach einer energetischen Sanierung bleibt die Wärme länger im Haus.

Auch die Heizung selbst beeinflusst den Verbrauch. Eine alte Gas- oder Ölheizung kann viel Energie verbrauchen, selbst wenn das Haus schon teilweise gedämmt ist. Dann kann ein Heizungstausch oder eine Heizungsoptimierung sinnvoll sein.
Besonders, wenn Du mit einer Gas- oder Ölheizung heizt, die älter als 20 Jahre ist, solltest Du über einen Austausch nachdenken. Dazu rät auch die Verbraucherzentrale.

Welche Sanierungsmaßnahmen verbessern die Energieeffizienzklasse?

Besonders wirksam sind Maßnahmen, die Wärmeverluste reduzieren. Dazu gehören:

Welche Maßnahme am meisten bringt, hängt vom Zustand Deines Hauses ab. Bei einem Haus mit ungedämmtem Dach kann die Dachdämmung zuerst sinnvoll sein. Bei einem Haus mit alten Fenstern kann der Fenstertausch wichtiger sein. Eine pauschale Reihenfolge gibt es nicht.

Wichtig ist auch die Abstimmung der Maßnahmen. Wenn Du zum Beispiel neue Fenster einbaust, ohne die Fassade mitzudenken, kann sich das Feuchte- und Schimmelrisiko verändern. Lass solche Schritte deshalb fachlich durch eine Energieberatung planen.

Wann solltest Du Deine Heizung austauschen?

Ein Heizungstausch kann sinnvoll sein, wenn Deine Heizung alt, ineffizient oder störanfällig ist. Besonders bei alten Gas- und Ölheizungen solltest Du prüfen lassen, ob sich der Weiterbetrieb noch lohnt.

Welche neue Heizung passt, hängt von Deinem Haus ab. Infrage kommen zum Beispiel klimafreundliche Heizungen wie Wärmepumpen, Fernwärme, Pelletheizungen, Solarthermie oder Hybridheizungen. Bei neuen Gas- und Ölheizungen solltest Du besonders genau auf die Folgekosten achten.

Der rechtliche Rahmen ist gerade in Bewegung. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf für eine Novelle des Heizungsgesetzes beschlossen. Danach soll die Vorgabe von 65 Prozent erneuerbaren Energien beim Heizungstausch entfallen. Für neue Gas- und Ölheizungen sollen dafür aber ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe wie Biomethan oder Bioöl gelten.

Das bedeutet für Dich: Entscheide Dich nicht nur danach, was aktuell erlaubt ist. Prüfe auch, ob die Heizung in den nächsten 15 bis 20 Jahren wirtschaftlich bleibt.

Besonders wichtig ist die kommunale Wärmeplanung. Sie kann zeigen, ob für Deine Straße Fernwärme geplant ist oder ob das Gasnetz langfristig weiterbetrieben werden soll. Einzelne Netzbetreiber planen bereits den Ausstieg aus der Gasversorgung. Erste Kommunen, wie beispielsweise die Stadtwerke von Mannheim, planen das Gasnetz bis 2035 stillzulegen. In einem solchen Fall ist es nicht sinnvoll, in eine neue Gasheizung zu investieren.

Wann reicht eine Heizungsoptimierung?

Wenn Deine Heizung noch nicht sehr alt ist oder ein Austausch für Dich aktuell nicht infrage kommt, kannst Du Deine Heizungsanlage auch optimieren und sie so effizienter machen und Brennstoff einsparen.

Zu einer Heizungsoptimierung gehören zum Beispiel:

Beim hydraulischen Abgleich zum Beispiel wird die Heizung so eingestellt, dass alle Räume passend mit Wärme versorgt werden. Dadurch muss die Anlage oft weniger stark arbeiten. Das spart Energie und kann den Wohnkomfort verbessern.

Dämmst Du die Heizungsrohre, die durch unbeheizte Räume verlaufen, geht deutlich weniger Wärmeenergie auf dem Weg zu Deinen Heizkörpern verloren. 

Wie findest Du die richtige Reihenfolge?

Die richtige Reihenfolge findest Du am besten mit einer Energieberatung. Eine Energieberaterin oder ein Energieberater kann prüfen, welche Maßnahmen zu Deinem Haus passen. 

Besonders hilfreich ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP). Er zeigt Dir, wie Du Dein Haus Schritt für Schritt sanieren kannst. Du musst dann nicht alles auf einmal machen, sondern bekommst eine sinnvolle Reihenfolge.

Der iSFP hilft Dir auch bei der Förderung. Für einige Sanierungsmaßnahmen kannst Du mit iSFP-Bonus mehr Förderung bekommen. Details dazu erklären wir im Kapitel zur Förderung.

Energieberater in Deiner Nähe findest Du auf der Liste der Energieeffizienzexperten der Deutschen Energieagentur (dena). Außerdem hat Finanztip 2024 in einer Untersuchung Energieberatungsunternehmen überprüft, die deutschlandweit unterwegs sind. Für einen individuellen Sanierungsfahrplan empfehlen wir die folgenden Anbieter:

Enwendo
Enwendo
  • Finanztip-Score: 7,9 / 10
  • digitale Terminvereinbarung möglich
  • alle Energieberater festangestellt und Dena-registriert
  • ein fester Ansprechpartner von Anfang bis Ende
  • umfangreiche Vor-Ort-Baubegleitung möglich
Fuchs & Eule Logo
Fuchs & Eule
  • Finanztip-Score: 7,5 / 10
  • eigenes Kundenportal zum Datenaustausch und Kontaktaufnahme mit den Beratern
  • umfangreiches Informationsmaterial, das ans eigene Haus angepasst ist inklusive individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse
  • alle Energieberater, die am iSFP arbeiten, sind festangestellt und Dena-registriert
  • hoher Fokus auf größtmögliche Energieeinsparung
  • Kooperationsnetzwerk mit Handwerkern
Logo des Anbieters NOVO
NOVO
  • Finanztip-Score: 7,0 / 10
  • Vor-Ort-Termin innerhalb von 5 Tagen
  • Förderdatenbank mit allen regionalen Programmen
  • kostenloser, digitaler Schnellcheck für Dein Haus
Senercon
Senercon
  • Finanztip-Score: 6,5 / 10
  • alle Energieberater festangestellt und Dena-registriert
  • Erfahrung in der Branche seit 1992
  • umfangreiche Vor-Ort-Baubegleitung möglich

Wie kannst Du außerdem Deinen Verbrauch senken?

Du kannst Deinen Verbrauch auch ohne große Sanierung senken. Das verbessert nicht unbedingt sofort die Energieeffizienzklasse im Energieausweis. Es senkt aber Deine laufenden Heizkosten.

Schau zum Beispiel auf Deine Heizkörper: Sind sie sauber, entlüftet und nicht von Möbeln verstellt? So kann nämlich die Wärme besser im Raum zirkulieren und Du sparst Heizkosten. 

Bei Dir geht viel Heizenergie ins Warmwasser? Dann könnte ein Sparduschkopf sinnvoll sein. Er lässt weniger Wasser durch, was Dir im Jahr über 100 Euro Ersparnis bringt. 

Diese und weitere Tipps findest Du in unserem Ratgeber Heizkosten sparen.

Du kannst außerdem prüfen, ob Du einen günstigeren Gastarif findest oder einen Händler mit günstigeren Heizölpreisen.

Welche Fördermittel gibt es zur Verbesserung der Energieeffizienz?

Für eine bessere Energieeffizienz gibt es Zuschüsse, Kredite und Steuerermäßigungen. Welche Förderung passt, hängt davon ab, was Du vorhast.

Willst Du Dein Haus umfassend zu einem KfW-Effizienzhaus sanieren, passt der KfW-Kredit 261. Planst Du einzelne Maßnahmen wie Dämmung, neue Fenster oder eine Heizungsoptimierung, kommen die Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) infrage. Für eine neue Heizung gibt es eine eigene Heizungsförderung über die KfW. Alternativ kannst Du bestimmte Sanierungskosten steuerlich geltend machen.

Wichtig ist: Beantrage Fördermittel, bevor Du mit der Maßnahme beginnst. Wenn die Arbeiten schon laufen, kann die Förderung verloren gehen.

Wann passt der KfW-Kredit 261?

Der Kredit im KfW-Programm 261 passt, wenn Du das Haus zu einem KfW Effizienzhaus sanierst. Je nachdem, in welchem Zustand Dein Haus ist, musst Du dafür in der Regel mehrere Maßnahmen in einem Rutsch durchführen, also beispielsweise die Fassade und das Dach dämmen und zusätzlich die Fenster tauschen. 

Je besser die Effizienzhausstufe nach Sanierung ist, desto weniger Geld musst Du am Ende zurückzahlen. Wie viel Geld Du bei diesem KfW-Kredit bekommst und wie hoch der Zinssatz aktuell ist, liest Du in unserem Ratgeber zum KfW-Programm 261

Wann passt der Bafa-Zuschuss für Einzelmaßnahmen?

Der Bafa-Zuschuss passt, wenn Du Dein Haus Schritt für Schritt sanieren möchtest. Du kannst damit zum Beispiel die Gebäudehülle verbessern oder Deine bestehende Heizung optimieren.

Jedes Jahr kannst Du Dir darüber bis zu 20 Prozent Deiner Sanierungskosten zurückholen. Den Antrag dafür musst Du aber vor der Sanierung stellen.

Wie genau das funktioniert und für welche Maßnahmen das gilt, liest Du in unserem Ratgeber zum Bafa-Programm Einzelmaßnahmen

Wie funktioniert die Steuerermäßigung?

Eine energetische Sanierung kannst Du alternativ auch steuerlich geltend machen. Führst Du Sanierungsmaßnahmen an Deinem Eigenheim durch, kannst Du Dir bis zu 20 Prozent der Kosten dafür von Deiner Einkommenssteuer abziehen lassen. Das geht für selbstgenutztes Wohneigentum, wenn das Gebäude bei Durchführung der Maßnahme älter als zehn Jahre ist.

Dafür musst Du drei aufeinanderfolgende Jahre lang Deine Einkommensteuererklärung mit der Anlage Energetische Sanierung einreichen. Wie genau das abläuft und was Du dabei beachten musst, liest Du im Ratgeber zur Steuerermäßigung bei energetischer Sanierung

Wichtig: Nutzt Du für dieselbe Maßnahme bereits einen Zuschuss oder einen Förderkredit, kannst Du die Steuerermäßigung dafür nicht zusätzlich nehmen.

Welche Förderung gibt es für eine neue Heizung?

Für eine neue klimafreundliche Heizung gibt es die KfW-Heizungsförderung. Der Zuschuss liegt je nach Voraussetzungen zwischen 30 und 70 Prozent der förderfähigen Kosten.

Gefördert werden zum Beispiel Wärmepumpen, Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen, Brennstoffzellenheizungen, wasserstofffähige Heizungen und der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz.

Welche Zuschusshöhe Du bekommst, hängt von Deinem Vorhaben und Deiner persönlichen Situation ab. Die volle Förderung gibt es nur, wenn mehrere Voraussetzungen zusammenkommen. Für wen die vollen 70 Prozent gelten und wie viel Du genau bekommen kannst, liest Du im Ratgeber zur Heizungsförderung

Kannst Du mehrere Fördermittel kombinieren?

Du kannst Fördermittel kombinieren, aber nicht beliebig. Für dieselbe Maßnahme darfst Du nicht mehrere Förderwege des Bundes doppelt nutzen.

Ein Beispiel: Du kannst die Dämmung Deines Dachs nicht über das Bafa fördern lassen und zusätzlich für dieselben Kosten die Steuerermäßigung nutzen. Du kannst auch nicht für dieselbe Effizienzhaus-Sanierung den KfW-Kredit 261 und zusätzlich einen Bafa-Zuschuss für genau dieselben Maßnahmen nehmen.

Möglich ist aber, unterschiedliche Maßnahmen unterschiedlich fördern zu lassen. Du kannst zum Beispiel einen Bafa-Zuschuss für die Dämmung nutzen und die KfW-Heizungsförderung für eine neue Heizung beantragen.

Regionale Förderprogramme von Bundesländern oder Kommunen kannst Du dafür häufig mit Bundesförderung kombinieren.

Erkundige Dich bei der Förderbank Deines Bundeslands oder direkt bei Deiner Kommune nach entsprechenden Programmen für Deine geplante Sanierung. In Kombination mit den Programmen des Bundes kannst den Fördersatz für Deine Maßnahmen entsprechend erhöhen. Maximal kannst Du Dir so 60 Prozent der Kosten fördern lassen.

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