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Der aktuelle Strompreis liegt bei 32,41 Cent pro Kilowattstunde (kWh) in Tarifen mit zwölf Monaten Preisgarantie (Stand: 04. August 2026). Das ist der Durchschnittspreis für Neukunden in den günstigsten von uns empfohlenen Stromtarifen. Im Finanztip-Strompreis-Barometer siehst Du neben den aktuellen Preisen auch die Strompreisentwicklung der vergangenen zwei Jahre.
Unser Strompreis-Barometer wertet nur die von Finanztip empfohlenen Stromtarife aus, die verbraucherfreundliche Kriterien erfüllen. Dafür erheben wir für mehr als 100 Orte in ganz Deutschland die Top 3 der günstigen Stromtarife und bilden daraus einen Mittelwert. Um die Preise besonders realistisch abzubilden, rechnen wir auch den jährlichen Grundpreis der Tarife in den Preis pro Kilowattstunde ein. Eventuelle Neukundenboni, die viele Stromanbieter im ersten Vertragsjahr auszahlen, rechnen wir dagegen nicht in den aktuellen Strompreis ein.
Im Finanztip-Strompreisrechner (enthält Werbelinks) weiter unten auf dieser Seite findest Du im Schnitt den im Preisbarometer angegebenen Strompreis, wenn Du nach Neukundentarifen suchst. Regional unterscheiden sich die Preise stark.
Ein deutscher Musterhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlte im April 2026 durchschnittlich 37,0 Cent/kWh für Strom, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Das entspricht Stromkosten von 1.295 Euro im Jahr. Da niemand die exakten Preise in den vielen bestehenden Stromtarifen kennt, ist dieser Wert eine Schätzung.
In den von Finanztip empfohlenen Stromtarifen gibt es aktuell deutlich günstigere Strompreise. Mit dem Finanztip-Stromrechner (enthält Werbelinks) kannst Du Strompreise vergleichen und Deine Kosten durch einen Stromanbieterwechsel senken. Der Musterhaushalt könnte seine Stromkosten aktuell auf jährlich 1.105 Euro senken und damit knapp 200 Euro im Jahr sparen. Auch in unserer App und in unserem Newsletter informieren wir Dich über wichtige Änderungen und aktuelle Entwicklungen bei Stromtarifen.
Nach Berechnungen von Finanztip können die Strompreise 2026 um rund sieben Prozent sinken. Der Grund ist die Senkung der Netzentgelte um durchschnittlich 2,2 Cent/kWh (brutto) laut Daten des Energiedienstleisters Ene't. In bestehenden Verträgen müssen Anbieter diese Entlastung aber nicht automatisch an Dich weitergeben. Vergleiche deshalb die Preise – oft lohnt sich ein Anbieterwechsel.
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Die aktuellen Strompreise für Deinen Wohnort vergleichst Du am besten mit dem Stromrechner von Finanztip. Wie Dich Finanztip vor problematischen Anbietern schützt und welche verbraucherfreundlichen Kriterien wir anlegen, liest Du im Ratgeber Stromvergleich.
Für die hohen Strompreise in Deutschland während der Energiewende gibt es eine ganze Reihe von Gründen, die zusammenwirken. Einer davon ist der steigende Strombedarf durch den Umstieg auf E-Mobilität und die Wärmewende, unter anderem durch Wärmepumpen. Das treibt die Kosten für den Netzausbau. Hinzu kommen steigende CO2-Kosten für fossile Stromerzeugung und ein Strommarkt, der sich am teuersten Kraftwerk orientiert.
Die Erzeugung von erneuerbarem Ökostrom aus Windkraft und Solarenergie unterliegt natürlichen Schwankungen – je nach Jahreszeit, Tageszeit und Wetter. Deshalb und wegen des steigenden Strombedarfs muss die Kapazität der Stromnetze in Deutschland ausgebaut werden. Das kostet. Die Gebühren für die Netznutzung, die Netzentgelte, machen allein rund 30 Prozent Deines Strompreises aus.
Der Ökostrom muss von seinem Erzeugungsort dorthin transportiert werden, wo er gebraucht wird. Strom in Batteriespeichern zwischenzuspeichern oder ihn dann zu verbrauchen, wenn gerade viel erzeugt wird, sind weitere Ziele. Für all das muss das Stromnetz aus- und umgebaut werden. Andernfalls drohen bei besonders viel Ökostrom im Netz Versorgungsprobleme durch Überlastung.
Für Strom, der aus fossilen Energieträgern wie Erdgas oder Kohle erzeugt wird, müssen Kraftwerksbetreiber in der EU Emissionszertifikate kaufen. Dieser umgangssprachlich auch CO2-Steuer genannte CO2-Preis verteuert klimaschädliche Stromerzeugung, bei der Treibhausgase freigesetzt werden. Da die CO2-Preise voraussichtlich weiter steigen, steigen auch die Gaspreise. Strom aus Gaskraftwerken ist deshalb teuer. Ähnlich verhält es sich mit Kohlestrom.
Ökostrom schont das Klima und trägt zu sinkenden Preisen an der Strombörse bei. Fans von grüner Energie sagen gern: Der Wind und die Sonne schreiben keine Rechnung. Das große Aber: Wind und Sonne werden von der Natur gesteuert, ihre Stromerzeugung schwankt. Das verursacht an anderer Stelle Kosten: beim Stromnetzausbau, für große Batteriespeicher und für Kraftwerke, die flexibel für Windräder und Photovoltaikanlagen einspringen können.
Der Anteil von Ökostrom am Strommix steigt fast jedes Jahr. Laut Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme wurden 2025 bereits 59 Prozent des für das öffentliche Netz erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen.
Im Jahr 2030 sollen Windkraft, Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft und andere erneuerbare Energien 80 Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken. So will Deutschland seine klimaschädlichen Emissionen verringern und die von der EU gesetzten Klimaziele erreichen. Deshalb werden vor allem Windkraft und Solarenergie ausgebaut. Wenn zeitweise zu wenig Wind weht und die Sonne nicht scheint, sollen Gaskraftwerke den Strombedarf decken.
Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme, Energy-Charts (Stand: Juli 2026)
An den Stromhandelsplätzen der Europäischen Union bestimmt das teuerste Kraftwerk im jeweiligen Gebiet den Strompreis. Dieses Prinzip heißt Merit-Order. Die teuersten Erzeuger sind meist fossile Gas- oder Kohlekraftwerke.
Windräder und Solaranlagen brauchen keinen Brennstoff und müssen keine CO2-Steuer bezahlen. Die Produktion von Wind- und Sonnenstrom kostet deshalb eigentlich nur wenige Cent pro Kilowattstunde. Trotzdem zahlen Energielieferanten an der Strombörse oft ein Vielfaches für Ökostrom. Der Grund: Die Erzeuger können für Ökostrom genauso viel verlangen wie für Strom aus teuren, fossilen Kraftwerken.
In den Keller fallen die Preise an der Strombörse nur, wenn Ökostrom die Nachfrage komplett deckt. Das ist an sonnigen und windigen Tagen der Fall. Und oft an Wochenenden und Feiertagen, wenn der Strombedarf niedrig ist. In einem dynamischen Stromtarif kannst Du diese Strompreisschwankungen ausnutzen und mit flexiblen Geräten Geld sparen.
Im EU-Vergleich war Strom zuletzt nur in Irland noch teurer als in Deutschland. Weltweit zählt Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen. Auch wegen der hohen Umlagen, Abgaben und Steuern auf Strom, die der Staat mitbestimmt, sind die Preise so hoch.
Eine sichere Prognose der Strompreise ist unmöglich. Wir bei Finanztip rechnen aber nicht damit, dass die Strompreise in Zukunft so stark steigen wie in der Vergangenheit. Die Stromerzeugung dürfte günstiger werden, weil immer mehr günstiger Ökostrom eingespeist wird. Die Kosten für den Transport des Stroms und die Instandhaltung des Stromnetzes werden aber voraussichtlich hoch bleiben. Über die Netzentgelte wirst Du als Stromkundin oder -kunde dafür bezahlen müssen.
Es kommt auch auf die Politik an: Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hatte in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, die Strompreise um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde (kWh) zu senken. Unter anderem sollte dafür die Stromsteuer gesenkt werden – das hat die Regierung für Haushalte aber erst einmal nicht umgesetzt. Damit rückt das Ziel von fünf Cent günstigerem Strom unserer Einschätzung nach in weite Ferne.
Immerhin bezuschusst die Bundesregierung 2026 die Gebühren für die großen Stromautobahnen des Landes, die sogenannten Übertragungsnetzentgelte. Für Haushalte bedeutet dieser Zuschuss im Schnitt eine Entlastung von 1,5 Cent/kWh beim Strompreis.
Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass die deutschen Strompreise in den nächsten Jahren sinken könnten. Eine Studie aus dem Herbst 2024 im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft wagte eine Prognose der Einkaufspreise für Strom im Großhandel. Das Ergebnis: Im wahrscheinlichsten Szenario würden die Strompreise nur leicht steigen – inflationsbereinigt würden sie sinken.
Das staatlich geförderte Forschungsprojekt Ariadne hält in einem seiner jüngsten Modell-Szenarien sogar deutlich sinkende Strompreise für realistisch. Demnach würden die Strompreise bereits 2030 deutlich unter 30 Cent/kWh liegen, 2040 bei rund 25 Cent/kWh. Ausschlaggebend ist vor allem die Annahme, dass die Netzentgelte in fünf bis zehn Jahren stark sinken könnten.
In einer Analyse aus dem Jahr 2024 kam Ariadne zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) zu der Einschätzung, dass die Strompreise in den nächsten zehn Jahren ziemlich stabil bleiben werden:
| 2025 | 29,9 Cent/kWh |
| 2030 | 31,8 Cent/kWh |
| 2035 | 30,9 Cent/kWh |
| 2040 | 29,7 Cent/kWh |
| 2045 | 28,1 Cent/kWh |
| 2050 | 27,6 Cent/kWh |
Quelle: Analyse des Forschungsprojekts Ariadne mit Daten des Fraunhofer ISE (2024)
Mit einem dynamischen Stromtarif kannst Du zeitweise niedrige oder sogar negative Strompreise nutzen. Das Prinzip: Statt zum Festpreis kaufst Du Strom immer zum aktuellen Börsenpreis. Wegen des Umstiegs auf erneuerbare Energien sind die Strompreise in Deutschland zunehmend vom Wetter abhängig. Der Börsenstrompreis purzelt, wenn viel Ökostrom aus Sonnen- und Windenergie erzeugt wird.
Flexible und stromhungrige Geräte können ihren Verbrauch gezielt in Stunden mit günstigen Strompreisen verlagern. Das funktioniert zum Beispiel mit einer Wallbox fürs Elektroauto oder mit einer Wärmepumpe. Wann sich das lohnt, liest Du im Finanztip-Ratgeber dynamischer Stromtarif. Günstige Tarife findest Du in unserem Vergleich von dynamischen Stromtarifen.
Dein Strompreis setzt sich aus drei großen Kostenblöcken zusammen:
Dein Stromanbieter rechnet Dir den gesamten Strompreis ab und reicht einzelne Bestandteile dann weiter, zum Beispiel an den Netzbetreiber und den Messstellenbetreiber.
Beschaffung, Vertrieb und Gewinn machen den größten Teil des Strompreises für Haushalte aus. Im Schnitt berechnen Lieferanten nach Angaben des BDEW aktuell rund 15,2 Cent pro Kilowattstunde (netto) für Einkauf und Lieferung von Strom. Darin enthalten ist auch der Gewinn der Unternehmen.
Die Anbieter kaufen Strom an der Strombörse European Energy Exchange (EEX) oder direkt beim Stromerzeuger. Sie können Verträge für Stromlieferungen im nächsten oder erst in mehreren Jahren schließen oder am Spotmarkt Strom zum tagesaktuellen Lieferpreis ordern. Dort schwanken die Preise im Tagesverlauf stark. Mit einem dynamischen Stromtarif profitierst Du von zeitweise niedrigen Börsenstrompreisen, sofern Du Deinen Stromverbrauch in diese Zeiten verlegen kannst.
Neben der Einkaufspolitik Deines Anbieters hängt Dein Strompreis auch davon ab, wie viel er für seine Dienste berechnet. Die Gewinnmarge legt jeder Stromanbieter selbst fest, sie ist in der Regel ein Firmengeheimnis.
Das Netzentgelt ist eine Gebühr für die Nutzung des Stromnetzes an Deinem Wohnort. Die Netzentgelte machen aktuell 9,3 Cent pro Kilowattstunde (netto) aus, sagt der BDEW. Rechnet man die fällige Mehrwertsteuer hinzu, sind die Netzentgelte für rund ein Drittel Deines Strompreises verantwortlich.
Dein Stromanbieter leitet das von Dir bezahlte Netzentgelt an den örtlichen Netzbetreiber weiter, der das Stromnetz wartet und ausbaut. In Deutschland gibt es rund 900 Netzbetreiber, jede Region hat ihr eigenes Netzentgelt. Zum Jahreswechsel werden die Netzentgelte für das folgende Jahr neu festgelegt.
Die Strom-Netzentgelte sind 2026 in allen deutschen Bundesländern gesunken. Im bundesweiten Schnitt hat der Energiedienstleister Ene't für Finanztip eine Netzentgelte-Senkung um 2,2 Cent/kWh (brutto) errechnet. Dadurch sinkt der Strompreis insgesamt um rund sieben Prozent – ausgehend von den günstigsten von Finanztip empfohlenen Stromtarifen.
Ein Teil der Netzentgelt-Senkung – nach Finanztip-Schätzungen rund 1,5 Cent/kWh (brutto) – kommt durch den Zuschuss zustande, den die Bundesregierung den Übertragungsnetzbetreibern 2026 zahlt. Haushalte profitieren von dem insgesamt 6,5 Milliarden Euro starken Entlastungspaket deutlich weniger als etwa Industriebetriebe, die direkt an die Stromautobahnen angeschlossen sind.
Quelle: Ene't (Datenstand: Januar 2026)
Seit 2025 werden die Netzentgelte zwischen den Bundesländern gleichmäßiger und damit fairer verteilt. Vereinfacht gesagt bekommen Regionen, in denen viel Ökostrom erzeugt und weitertransportiert wird, einen Rabatt auf die Netzentgelte. Die Bundesnetzagentur koordiniert das Ganze.
In Regionen mit viel Ökostrom-Erzeugung aus Windrädern und Photovoltaikanlagen muss der Strom oft über leistungsstarke Stromautobahnen in andere Regionen Deutschlands transportiert werden. Vor Ort kann er nicht vollständig verbraucht werden. Dafür muss das Netz ausgebaut werden.
Früher bezahlten das vor allem die Stromkundinnen und -kunden aus diesen Gegenden. Das war unfair: Vom günstigen Ökostrom profitierten auch Regionen, in denen die Netzentgelte vergleichsweise niedrig waren. Zum Beispiel fließt Strom aus den windreichen Küstenregionen zu den Industriestandorten im Süden und Westen Deutschlands.
Durch die Reform ist der Unterschied zwischen günstigen und teuren Netzentgelten seit 2025 deutlich kleiner geworden.
Finanziert werden die Netzentgelt-Rabatte aus dem „Aufschlag für besondere Netznutzung“. Diese Umlage müssen seit 2025 bundesweit alle Haushalte über den Strompreis bezahlen. Dadurch glichen sich die Netzentgelt-Rabatte in vielen Regionen wieder aus. Nach unseren Analysen profitierten 2025 vor allem drei Bundesländer von der faireren Verteilung der Netzentgelte: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
Die Netzentgelte bestehen aus zwei Teilen:
In Deutschland gibt es vier Übertragungsnetzbetreiber: 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW. Sie verantworten die überregionalen Stromautobahnen der Hoch- und Umspannungsebene. Sie rechnen 2026 im Schnitt 2,86 Cent/kWh als Übertragungsnetzentgelt ab, im Vorjahr waren es noch 6,65 Cent/kWh. Grund für die Senkung ist ein Milliarden-Zuschuss der Bundesregierung.
Du als Haushaltskunde bezahlst aber nicht die vollen Übertragungsnetzentgelte, sondern nur einen Teil davon. In den vergangenen Jahren machten sie letztlich nur rund ein Fünftel Deiner gesamten Netzentgelte aus, zeigt eine Statistik der Europäischen Union.
Das liegt am Aufbau unseres Stromnetzes mit verschiedenen Ebenen: Die Übertragungsnetzgebühr wird nur für Strom erhoben, der über die großen Stromautobahnen fließt. Das ist wie beim Autofahren: Wer nur über Landstraßen fährt, muss keine Autobahnmaut zahlen. Und von Deinem gesamten Strombedarf wird nur ein Teil über die Autobahn transportiert.
Den zweiten, deutlich größeren Anteil Deiner Netzentgelte verlangen die Betreiber der lokalen Verteilernetze. Bundesweit sind das rund 900 Unternehmen. Sie verteilen den Strom bei Dir vor Ort, quasi über die Strom-Landstraße, und sorgen für die regionalen Unterschiede bei den Netzentgelten. Die Höhe der Netzentgelte können die Netzbetreiber nicht frei festlegen. Die Bundesnetzagentur prüft und genehmigt die Kosten der Unternehmen, die diese dann auf die Verbraucher umlegen.
Die Kosten für Deinen Stromzähler werden zusammen mit Deinem Strompreis als sogenanntes Messstellenentgelt abgerechnet. Zwischen acht und 19 Euro (brutto) zahlen die meisten Haushalte pro Jahr. Die Messstellengebühr ist in den oben genannten Zahlen zum Netzentgelt bereits eingerechnet. Denn wenn Du für Einbau, Betrieb und Ablesen Deines Stromzählers nicht selbst einen Messstellenbetreiber beauftragt hast, übernimmt das der örtliche Netzbetreiber.
Für welche Haushalte Stromzähler in Zukunft teurer werden und warum Du dann oft eine extra Rechnung bekommst, liest Du im Ratgeber Stromzähler.
Etwa ein Drittel Deines Strompreises entfällt auf staatliche Umlagen, Abgaben und Steuern. Das sind der Aufschlag für besondere Netznutzung, die KWKG-Umlage, die Offshore-Netzumlage, die Konzessionsabgabe, die Stromsteuer und die Mehrwertsteuer. Sie sind für alle Stromkundinnen und -kunden gleich hoch und müssen für jede verbrauchte Kilowattstunde bezahlt werden. Nur die Mehrwertsteuer ist variabel, da sie erst ganz am Schluss auf den gesamten Netto-Strompreis erhoben wird.
Der Aufschlag für besondere Netznutzung liegt im Jahr 2026 bei 1,559 Cent/kWh und damit fast genauso hoch wie im Vorjahr. Seit 2025 sorgt er dafür, die Kosten für das Stromnetz fairer auf die verschiedenen Bundesländer zu verteilen. Alle Stromkundinnen und -kunden bezahlen damit gewissermaßen einen Solidaritäts-Cent für jede verbrauchte Kilowattstunde Strom und finanzieren so die faireren Netzentgelte.
Zusätzlich finanziert der Aufschlag für besondere Netznutzung einen Netzentgelt-Rabatt für Unternehmen, die viel Strom benötigen, aber gleichzeitig das Stromnetz entlasten. Zum Beispiel, indem sie besonders gleichbleibend Strom verbrauchen oder aber gerade dann, wenn die Stromnachfrage durch andere Stromverbraucher insgesamt gering ist.
Diese Gebühr hieß früher Paragraf-19-StromNEV-Umlage. Erst seit 2025 trägt sie den neuen Namen.
Die KWKG-Umlage ist 2026 auf 0,446 Cent/kWh gestiegen. Im Vorjahr lag sie noch bei 0,277 Cent/kWh. Sie finanziert die Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Das sind Anlagen wie Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme zugleich produzieren. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass es sich um neue oder modernisierte Anlagen handelt, die effizient und umweltfreundlich arbeiten. Die Netzbetreiber schütten die Zuschläge an die Betreiber aus und holen die Mittel über die Umlage wieder herein.
Die Offshore-Netzumlage ist 2026 auf 0,941 Cent/kWh gestiegen, im Jahr zuvor waren es 0,816 Cent/kWh. Über die Offshore-Netzumlage finanzieren Netzbetreiber Entschädigungszahlungen an Betreiber von Windparks auf See. Einen Anspruch auf Entschädigung haben diese Betreiber, wenn ihre neu gebauten Anlagen noch nicht ans Stromnetz angeschlossen sind, sie deshalb ihren Strom nicht einspeisen können und keine gesetzliche Vergütung erhalten.
Bei normalen Haushaltskunden darf die Konzessionsabgabe für Strom höchstens zwischen 1,32 und 2,39 Cent/kWh liegen, abhängig von der Einwohnerzahl der Kommune (§ 2 Abs. 2 Nr. 1b KAV). Je mehr Einwohner, desto höher darf die Konzessionsabgabe sein. Die Höhe der Konzessionsabgabe legen Kommune und Netzbetreiber je nach Region vertraglich fest. Gewöhnlich schöpfen die Städte und Gemeinden die Preisobergrenzen aus.
Die Konzessionsabgabe erhalten Städte oder Gemeinden dafür, dass Stromleitungen durch ihr Gebiet verlaufen. Die Netzbetreiber zahlen die Abgabe dafür, dass sie diese Wege nutzen dürfen.
Seit 2003 werden 2,05 Cent/kWh als Stromsteuer fällig. Sie beschert dem Staat jährliche Einnahmen von rund 6,5 bis sieben Milliarden Euro. Der Großteil des Geldes fließt das Geld in die Rentenkasse.
Die neue Bundesregierung wollte die Stromsteuer laut Koalitionsvertrag auf das von der EU vorgeschriebene Mindestmaß von 0,1 Cent/kWh senken. Dadurch wäre Dein Strompreis auf einen Schlag um 2,32 Cent/kWh (brutto) günstiger geworden, denn auch auf die Stromsteuer wird noch Mehrwertsteuer erhoben. Allerdings erteilte die Regierung der versprochenen Steuersenkung Ende Juni 2025 eine Absage. Private Haushalte werden damit vorerst nicht entlastet.
Eingeführt wurde die Stromsteuer im Jahr 1999. Ziel war es, Strom teurer zu machen und mit den Einnahmen die Sozialabgaben auf Löhne zu senken.
Bei Strom gilt die reguläre Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Das bedeutet: Sämtliche in diesem Ratgeber beschriebenen Bestandteile des Strompreises werden zusammengerechnet – und auf diesen Netto-Strompreis wird abschließend die Mehrwertsteuer aufgeschlagen. Laut BDEW flossen Anfang 2025 im Schnitt rund sechs Cent/kWh als Mehrwertsteuer an den Staat.
Du hast drei Möglichkeiten, Deine Stromkosten zu reduzieren:
Dadurch verringerst Du Deine Stromkosten langfristig und schützt Dich vor unverhältnismäßig hohen Strompreisen. Am besten vergleichst Du einmal im Jahr die Strompreise und suchst nach günstigeren Angeboten. Das gilt besonders, wenn Dein Anbieter die Preise erhöht.
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