Ein qualitativ hochwertiger PV-Speicher zeichnet sich unter anderem durch eine hohe Effizienz, eine lange Lebensdauer und mindestens zehn Jahre Produktgarantie aus. Hier sind einige Tipps, worauf Du beim Kauf im Detail achten solltest.
Was sagt der Wirkungsgrad des Speichers aus?
Der Wirkungsgrad eines PV-Speichers gibt an, wie viel Energie bei der Umwandlung und Speicherung des Stroms in Form von Abwärme verloren geht. Deshalb solltest Du bei Deinem PV-Speicher auf einen ordentlichen Wirkungsgrad achten.
Leider nennen viele Hersteller nicht den Wirkungsgrad für den kompletten Lade- und Entladevorgang, sondern lediglich einen „maximalen Wirkungsgrad“ – quasi den Bestfall für eine bestimmte Entladeleistung. Die HTW Berlin ermittelt in ihrer jährlichen Stromspeicher-Inspektion den System-Performance-Index von PV-Speichern. Das ist die Gesamteffizienz von der Stromerzeugung auf dem Dach über die Speicherung in der Batterie bis hin zur Nutzung im Haushalt. In der Untersuchung 2026 wurden zwischen 89,3 und 97 Prozent gemessen. Mit dem besten Speichersystem hättest Du also nur drei Prozent Verlust, mit dem schlechtesten fast elf Prozent.
Allerdings sind das eher gute Wirkungsgrade von Herstellern, die sich freiwillig haben testen lassen. In der Praxis erreichen viele Speichersysteme deutlich schlechtere Werte. Für unsere Finanztip-Berechnungen kalkulieren wir mit 85 Prozent Gesamteffizienz des Stromspeichers – ein aus unserer Sicht ambitionierter, aber realistischer Wert.
Bei geringem Strombedarf ist der Wirkungsgrad vieler Speichersysteme oft besonders schlecht. Nachts laufen oft nur der Internetrouter, der Kühlschrank und ein paar Standby-Geräte – das ergibt selbst in Einfamilienhäusern oft nur 100 bis 300 Watt. Die HTW Berlin rät deshalb, auf einen hohen Wirkungsgrad des Wechselrichters bei geringer Entladeleistung zu achten. Der Wechselrichter ist das Gerät, das den gespeicherten Gleichstrom aus der Batterie in Wechselstrom für den Haushalt umwandelt.
Je schlechter der Wirkungsgrad des Wechselrichters, desto schneller wird Dein Speicher in der Nacht wieder leer. Werden zum Beispiel 230 Watt benötigt, um eine Leistung von 150 Watt an den Haushalt abzugeben, wird viel gespeicherter Strom verschwendet. Der Fachbegriff dafür lautet Teillastwirkungsgrad. Leider geben nicht alle Hersteller diesen Wirkungsgrad an.
Mehr zum Wirkungsgrad unterschiedlicher Systeme liest Du im Abschnitt zu den zwei Anschlussarten für Stromspeicher.
Was beschränkt die Lebensdauer eines PV-Speichers?
Einerseits altert das Material in Batterien, unabhängig von Lade- und Entladevorgängen. Diese kalendarische Alterung verringert mit der Zeit die Speicherkapazität. Andererseits schaffen Batterien nur eine begrenzte Anzahl an Ladezyklen.
Die Hersteller geben an, wie oft voll- und entladen ihr Speicher schafft. Oft sind das ein paar Tausend Ladezyklen. In Deutschland absolvieren PV-Speicher laut der Verbraucherzentrale NRW in einem Jahr nur rund 200 bis 250 Vollzyklen. Trotzdem kannst Du wegen der kalendarischen Alterung nicht davon ausgehen, dass ein Speicher damit 20 Jahre lang durchhält.
Wie lange sollte ein PV-Speicher Garantie haben?
Wir bei Finanztip empfehlen, einen PV-Speicher mit mindestens zehn Jahren Produktgarantie vom Hersteller zu wählen. Meistens bezieht sich die Garantie auf die Speicherkapazität, die nach zehn Jahren noch vorhanden ist – zum Beispiel mindestens 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität.
Lies nach, unter welchen Bedingungen die Garantie greift: nur bei einem Totalausfall des Speichers oder auch dann, wenn die Speicherkapazität eine bestimmte Grenze unterschreitet? Bei einem Defekt wird der Speicher nur komplett ersetzt, sofern ein Vollwertersatz vereinbart ist. Garantiert der Hersteller lediglich einen Zeitwertersatz, musst Du zum Austauschgerät zuzahlen. Außerdem wichtig: Wer übernimmt im Garantiefall die Liefer- und Installationskosten?
Viele Speicherhersteller bieten eine Garantieverlängerung auf 15 oder sogar 20 Jahre Laufzeit an. Die ist oft kostspielig.
Achte zusätzlich auf das Prüfsiegel VDE-AR-E 2510-50. Diese Anwendungsregel des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) in Deutschland ist eine Art Sicherheitsnorm für Lithium-Ionen-Speicher. Trägt ein Speicher dieses Zertifikat, ist das ein gutes Zeichen.
Was sind Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LFP)?
Heimspeicher bestehen laut der HTW Berlin in den vergangenen Jahren verstärkt aus Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP). Das ist eine bestimmte Art von Lithium-Ionen-Batterien.
LFP-Akkus sollen unter anderem bei der Sicherheit Vorteile haben. Die Brand- und Explosionsgefahr im Fall eines Defekts oder einer äußeren Einwirkung sei niedriger als bei anderen Technologien, sagen Speicherhersteller wie zum Beispiel Senec oder Sonnen, aber auch die Verbraucherzentrale NRW hält den Batterietyp für „besonders sicher“.
Eine vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene, ältere Studie aus dem Jahr 2015 ergab, dass LFP-Akkus auch langlebiger seien als etwa Lithium-Ionen-Akkus mit Nickel oder Kobalt. LFP-Akkus enthalten keine giftigen oder seltenen Metalle, auch große Elektroautohersteller wie Tesla oder BYD setzen auf diese Technik.
Ihr Nachteil ist eine geringere Energiedichte und damit ein höheres Gewicht.
Ist eine Notstromfunktion sinnvoll?
Viele Haushalte können auf eine Notstromfunktion für den PV-Speicher verzichten. Sie kostet extra, je nach Ausführung oft ein paar Hundert bis zu ein paar Tausend Euro.
Mit einer Notstromfunktion kann Dein Haushalt Strom aus dem Batteriespeicher verwenden, wenn die Stromversorgung aus dem Stromnetz ausfällt. Im Schnitt fällt der Strom in einem deutschen Haushalt in einem ganzen Jahr allerdings nur knapp zwölf Minuten lang aus – das zeigt der sogenannte SAIDI-Index. Nein, unser Chefredakteur Saidi Sulilatu hatte hier nicht seine Finger im Spiel: Die Zahl wurde von der Bundesnetzagentur für das Jahr 2024 erhoben.
Nur wenn Du Dich unbedingt gegen kurzzeitige Stromausfälle absichern willst, ist eine Notstromfunktion sinnvoll. Gegen einen längeren Stromausfall wie in Berlin im Januar 2026 hilft ein Speicher mit Notstrom oft nicht – denn auch die PV-Anlage müsste dafür erst einmal genügend Strom liefern. Außerdem muss das System inselfähig sein, also unabhängig vom Stromnetz funktionieren.