Das Wichtigste in Kürze
- Da ETFs börsengehandelt sind, ist der Verkauf sehr einfach und schnell möglich und läuft im Prinzip umgekehrt zum Kauf ab.
- Beim Verkauf fallen je nach Depotanbieter Gebühren an, außerdem Steuern auf Deinen Gewinn.
- Du bekommst meist einen besseren Verkaufskurs, wenn Du Handelsplatz und Uhrzeit geschickt wählst.
So gehst Du vor
- Aktien-ETFs sind eine langfristige Geldanlage. Am besten behältst Du Deinen ETF mindestens 15 Jahre, damit sich zwischenzeitliche Kursschwankungen ausgleichen und der Wert steigen kann.
- Elf Depotangebote können wir empfehlen. Jeweils am besten Traders Place (Preis-Leistung) und Comdirect (Leistung).
Klickst Du auf eine Empfehlung mit *, unterstützt das unsere Arbeit. Finanztip bekommt dann eine Vergütung. Empfehlungen sind aufwändig recherchiert und basieren auf den strengen Kriterien der Finanztip-Expertenredaktion. Mehr Infos
Consorsbank: 200 € Depotwechsel
Comdirect: 100 € Bonus
Smartbroker+: 80 € ETF-Anteil
Traders Place: 60 € ETF-Anteil
Flatex: 20 Trades ohne Gebühr
Wenn Du langfristig Vermögen aufbauen möchtest, sind Aktien-ETFs hervorragend dafür geeignet. Du solltest nicht ständig auf die Kursveränderungen schauen und in die Versuchung geraten, immer wieder Gewinne aus dem Depot zu entnehmen, denn das würde auf lange Sicht Deinen Investitionserfolg schmälern.
Eines Tages ist aber doch der Tag der Abrechnung, besser gesagt: des Verkaufs, gekommen. Aber wie genau läuft der Verkauf Deiner ETF-Anteile dann ab? Wie sieht es mit den Steuern aus? Und wie kannst Du mit einer einfachen Strategie Steuern sparen? In diesem Ratgeber geben wir Dir die Antworten.
Wann solltest Du Deinen ETF verkaufen?
Deinen breitgestreuten Aktien-ETF solltest Du erst verkaufen, wenn Du ihn über mindestens 15 Jahre oder länger in Deinem Depot hattest. Der Grund: Aktienkurse schwanken über kürzere Zeiträume stark. So kann es sehr gut sein, dass der Kurs fällt und in Deinem Depot zwischenzeitlich Verluste angezeigt werden. Du solltest dann nicht nervös werden und auf die langfristigen Renditen der Aktienmärkte vertrauen. Mach Dir immer klar: Erst wenn Du den ETF verkaufst, entsteht ein wirklicher Verlust.
Wir empfehlen Dir deswegen, von vorneherein nur Geld in einen solchen ETF zu investieren, das Du in den nächsten 15 Jahren nicht brauchst. Und auch nach den 15 Jahren solltest Du Deine Anteile nur veräußern, wenn Du das Geld dringend benötigst.
Du musst auch nicht alle ETF-Anteile auf einmal verkaufen. Stattdessen entnimmst Du nur das Geld, das Du gerade benötigst, und zahlst Dir zum Beispiel im Alter eine eigene Rente aus. Das Geld, welches im ETF verbleibt, kann sich dann weiter vermehren. Bei der Entscheidung, wie viel Geld Du entnehmen kannst, hilft Dir unser Entnahmerechner.
Wie verkaufst Du Deinen ETF?
Möchtest Du Anteile an Deinem ETF verkaufen, gehst Du fast genauso vor wie beim Kauf des ETF. Statt „Kaufen“ klickst Du natürlich „Verkaufen“ an.

Quelle: Screenshot Trade Republic (Stand: März 2026)
Den Verkaufsauftrag stellst Du dann ganz einfach über die Ordermaske Deines Depotanbieters ein. Bei einigen Depots kannst Du online aus mehreren Handelsplätzen auswählen. Hier solltest Du darauf achten, welche zusätzlichen Gebühren am Handelsplatz anfallen. Achte außerdem darauf, dass die Handelsspanne (Spread) nicht zu groß ist.
Zu welcher Uhrzeit solltest Du handeln?
Du solltest den Verkauf tagsüber beauftragen, wenn die größte deutsche Börse Xetra geöffnet hat. Das ist wochentags zwischen 9:00 und 17:30 Uhr der Fall. Denn dann orientieren sich die Kurse an allen anderen Handelsplätzen eng an Xetra. Bei einem Verkauf frühmorgens oder abends kann es Dir hingegen passieren, dass Du einen schlechteren Kurs bekommst.
Warum ist ein Limit beim ETF-Verkauf sinnvoll?
Um Dich vor überraschenden Kursrutschen zu schützen, solltest Du bei Deinem Verkaufsauftrag ein Limit festlegen. Du gibst damit an, zu welchem Preis Du wenigstens verkaufen willst. Der Verkauf wird dann nur ausgeführt, wenn der Kurs über dem Limit liegt.
In unserem Ratgeber Aktien kaufen erklären wir Dir Schritt für Schritt, wie Du eine Verkaufsorder für ein Wertpapier wie einen ETF erstellst. War der Verkauf erfolgreich, bucht Dein Depotanbieter das Geld abzüglich Gebühren und Steuern auf Dein Verrechnungskonto.
Gibt es Depotanbieter mit Auszahlplan?
Manche Broker bieten auch einen sogenannten Auszahlplan an – also eine Umkehrung des ETF-Sparplans. Die Bank verkauft dann in einem festen Intervall – zum Beispiel monatlich – automatisch Anteile Deines ETF. Du musst also nicht immer wieder einen neuen Verkaufsauftrag einstellen. Das ist bequem und kann Kosten sparen. Allerdings ist diese Funktion noch nicht sehr verbreitet.
Hast Du ein kostengünstiges Depot?
Achte darauf, dass Du bei einem Anbieter mit günstigen Ordergebühren bist. Wenn nicht, kannst Du zu einer unserer Depotempfehlungen wechseln und die ETF-Anteile vor dem Verkauf dahin übertragen. Ein passendes Depot findest Du mit unserem Depot-Vergleich.
Hast Du für den Verkauf ein neues Depot eröffnet, musst Du Deine ETF-Anteile dahin übertragen. Wie Du dabei vorgehst, erfährst Du in unserem Ratgeber zum Depotwechsel.
Welche Kosten entstehen beim ETF-Verkauf?
Möchtest Du Deine Anteile eines ETF verkaufen, hängen die Kosten vor allem von Deinem Depotanbieter ab. Zunächst berechnet er Dir eine Ordergebühr. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle: Manche Anbieter haben einen festen Betrag, den sie pro Verkaufsauftrag in Rechnung stellen. Andere machen die Höhe der Ordergebühr davon abhängig, wie viel Du investierst.
Alle von uns empfohlenen Wertpapierdepots bieten Dir günstige Ordergebühren. Bei Depots anderer Anbieter, etwa von Filialbanken, können die Kosten jedoch hoch sein. Bist Du bei so einer Bank, kannst Du Deine ETF-Anteile vor dem Verkauf zu einem Depot mit günstigeren Gebühren übertragen.
Neben den Ordergebühren Deines Depotanbieters können beim ETF-Verkauf weitere Kosten auf Dich zukommen. Diese hängen vor allem davon ab, über welchen Handelsplatz Du den ETF verkaufst. Zu diesen Kosten zählen zum Beispiel die Handelspanne (Spread) oder die Courtage für den Börsenmakler. Mehr zu den Kosten beim Verkauf Deines ETF liest Du in unserem Ratgeber zu ETF Kosten.
Wie viel Steuern zahlst Du beim ETF-Verkauf?
Du musst bei Aktien-ETFs von einer Steuerlast von rund 19 Prozent auf den Gewinn ausgehen. Im Folgenden erklären wir die entsprechenden Regelungen.
Verkaufst Du einen ETF mit Kursgewinn, zählt dieser Gewinn steuerlich als Kapitalertrag. Auf Kapitalerträge zahlst Du in Deutschland 25 Prozent Abgeltungssteuer. Hinzu kommt noch der Solidaritätszuschlag. Er beträgt 5,5 Prozent der Abgeltungssteuer. Im Unterschied zur Einkommenssteuer gibt es den Solidaritätszuschlag bei der Abgeltungssteuer noch immer.
Falls Du Kirchenmitglied bist, zahlst Du außerdem noch Kirchensteuer. Je nachdem, ob Du in der Kirche bist und in welchem Bundesland Du wohnst, zahlst Du also rund 26,4 bis 28 Prozent Steuern auf Deine ETF-Gewinne. Bei Einzelaktien oder Anleihen gilt das Gleiche.
Die Steuer zieht Dir Dein Depotanbieter automatisch nach dem Verkauf ab. Jedenfalls bei deutschen Anbietern. Bei ausländischen Brokern musst Du Dich selbst um die Versteuerung kümmern.
Welche Steuer-Ermäßigung gilt für Aktien-ETFs?
Bei Aktien-ETFs ist die Steuerbelastung etwas geringer. Denn hier bleiben dank der sogenannten Teilfreistellung 30 Prozent der Gewinne steuerfrei.
So ergibt sich unterm Strich eine Steuerzahlung in Höhe von rund 18,5 bis 19,6 Prozent auf den Gewinnanteil Deines ETF. Die folgende Abbildung bezieht sich auf einen Fall ohne Kirchensteuer.

Quelle: Finanztip (Stand: 2026)
Verkaufst Du Deinen ETF mit Verlust, wird dieser mit späteren Gewinnen aus dem Verkauf anderer Wertpapiere verrechnet. Wie das genau funktioniert, erklären wir Dir in unserem Ratgeber zu Steuern bei ETFs.
Möchtest Du nicht alle ETF-Anteile verkaufen, sondern nur einen Teil, kannst Du mit unserer Finanztip 3x10-Strategie die Steuerlast senken. Wie das funktioniert, erklären wir Dir im nächsten Abschnitt.
Wie kannst Du beim ETF-Verkauf Steuern sparen?
Wer mit seinem ETF Gewinne macht, zahlt beim Verkauf meist mehr Steuern als nötig. Wenn Du auf die richtige Reihenfolge beim Verkauf achtest, kannst Du Deine Steuerlast ein Stück senken.
Mit der Finanztip 3x10-Strategie musst Du die Steuern erst später zahlen. So erreichst Du, dass Du vorübergehend mehr ETF-Anteile im Depot behältst – was schließlich zu einer besseren Wertentwicklung führt.
In einem ausführlichen Beispiel samt Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir Dir, wie es geht.
Mehr dazu liest Du bei Finanztip Daily – ETF verkaufen und Steuern sparen.
* Was der Stern bedeutet:
Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.
Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).
Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.
Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.
Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.




