Das Wichtigste in Kürze
- Glasfaser-Internet bietet hohe Geschwindigkeiten, stabile Verbindungen und kurze Ladezeiten, befindet sich aber noch im Ausbau.
- Wird Dein Wohnort zum Glasfaser-Ausbaugebiet erklärt, bekommst Du oft einen kostenlosen oder günstigen Anschluss. Nutz das Angebot, weil ein späterer Anschluss meist teurer wird.
- Preislich sind die monatlichen Grundgebühren von Glasfasertarifen heute oft vergleichbar mit ähnlichen DSL- und Kabel-Verträgen.
So gehst Du vor
- Prüf, ob in Deiner Wohngegend ein Glasfaserausbau geplant ist, und nutz günstige oder kostenlose Angebote im Erstausbau.
- Auch als Mieter oder Wohnungseigentümer hast Du das Recht auf einen Glasfaseranschluss. Informier Vermieter oder Eigentümergemeinschaft frühzeitig, weil sie zustimmen müssen.
- Lass Dich bei Haustürgeschäften nicht unter Druck setzen, informier Dich in Ruhe über Angebote in Deiner Region und nutz im Zweifel Dein 14-tägiges Widerrufsrecht.
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Inhalt
- Wie kannst Du einen Glasfaseranschluss erhalten?
- Von Bestellung bis Glasfaserinternet – wie läuft das ab?
- Wie rechnest Du aus, ob sich ein Glasfaservertrag lohnt?
- Kannst Du als Mieter oder Wohnungseigentümer Glasfaser bestellen?
- Was musst Du beim Glasfaserausbau als Eigentümer beachten?
- Steigt der Immobilienwert durch Glasfaser?
- Wie seriös sind Angebote von Vertretern an der Haustür?
- Wann kommst Du frühestens aus Deinem Glasfasertarif raus?
- Welche Vorteile hat Glasfaser für Dich?
Glasfaser ist endlich in Deutschland auf dem Vormarsch. Bis die Ablösung fürs DSL-Internet flächendeckend verfügbar ist, müssen aber erst in einem Mammutprojekt die Leitungen bis in die Wohnungen der Bundesrepublik verlegt werden. Wir erklären Dir, worauf Du achten musst, wenn Dir im Rahmen des Glasfaserausbaus ein Anschluss angeboten wird, warum Du so ein Angebot grundsätzlich annehmen solltest und welche Vorteile die Technologie bietet.
Wie kannst Du einen Glasfaseranschluss erhalten?
Um einen Glasfaseranschluss zu erhalten, solltest Du warten, bis ein Anbieter bei Dir im Ort Glasfaser ausbaut und dann ein Angebot von ihm annehmen. Die von Finanztip betrachteten Internetprovider bieten einen günstigen oder kostenlosen Anschluss an, wenn bei Dir vor Ort zum ersten Mal Glasfaser ausgebaut wird – aber meist nur in Verbindung mit einem Internetvertrag.
Nachträglich ist es dagegen bei den meisten der betrachteten Anbieter teurer, einen Anschluss zu erhalten. Das kann je nach Region und Anbieter von rund 800 bis gut 3.400 Euro kosten – dieser Preis wurde zum Beispiel von Vodafone bei einem Anschluss in Wiesbaden aufgerufen. Andere Anbieter wie die Deutsche Glasfaser bieten dagegen eine zweite kostenlose Anschlussphase nach dem Erstausbau.
In einigen Fällen kannst Du Deinen Glasfaseranschluss und ersten Glasfasertarif auch bei anderen Internetanbietern bestellen. So arbeitet zum Beispiel die Telekom mit Anbietern wie O2 und 1&1 zusammen, denen sie Teile ihrer Leitungen bereitstellt. Wenn Du bei 1&1 oder O2 bestellst, wird bei Dir auch Glasfaser verlegt.
Du bist also nicht ausschließlich auf das Unternehmen angewiesen, das den Glasfaseranschluss tatsächlich bei Dir legt. Das nennt sich in der Fachsprache „Open Access“, also offener Zugang für andere Anbieter. Du hast eine größere Auswahl an Tarifen und kannst so möglicherweise einen besseren Preis ergattern.
Wenn bei Dir Glasfaser ausgebaut wird, nutz die von Finanztip empfohlenen Vergleichsrechner von Check24, Preisvergleich.de und Verivox, um bei Dir verfügbare Tarif-Angebote zu vergleichen und abzuschließen. Im Finanztip-Test hat Check24 am besten abgeschnitten, was die Verfügbarkeitsprüfung von Glasfasertarifen angeht.
Welchen Glasfasertarif solltest Du wählen?
Achte bei der Bestellung darauf, keinen Vertrag mit mehr Geschwindigkeit zu wählen, als Du brauchst. Manche Glasfaser-Anbieter wie zum Beispiel M-Net bieten Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 5.000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Das ist nach Finanztip-Recherchen für die meisten völlig überzogen, wie Du der Auswertung in der Tabelle unten entnehmen kannst.
Welche Download-Geschwindigkeit solltest Du wählen?
| Geschwindigkeit | Wofür sie reicht |
|---|---|
| 16 Mbit/s | Für gelegentliche Nutzung von einer Person, die nur selten online ist. Zum Beispiel für E-Mails, Online-Shopping oder einfache Recherchen. Bei Streaming oder Videokonferenzen wird es eng. |
| 50 Mbit/s | Ein guter Mittelweg für kleine Haushalte mit maximal zwei Personen. Filme in 4K streamen, im Homeoffice arbeiten, Videokonferenzen führen und auch mal online spielen. |
| 100 Mbit/s | Ideal, wenn oft mehrere Personen gleichzeitig online sind. Zum Beispiel, wenn zwei im Homeoffice arbeiten und andere parallel Filme schauen oder online spielen. Es gibt genug Bandbreite für alle. Downloads laufen angenehm schnell. |
| 250 Mbit/s | Für Haushalte, in denen viele Personen gleichzeitig streamen, surfen und Dateien herunterladen. Oder für Menschen, die oft große Dateien herunterladen, wie zum Beispiel Videospiele. Höhere Geschwindigkeiten sind in der Regel nicht notwendig. |
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 21. Januar 2026)
Deine Datennutzung im Festnetz und somit Deine Geschwindigkeitsanforderungen werden aber im Laufe der Zeit sicherlich steigen – das ergibt sich aus einer Betrachtung von historischen Daten der Bundesnetzagentur, die einen stetigen Anstieg der Datennutzung im Festnetz zeigen. Deswegen ist es sinnvoll, schon jetzt in eine Technologie zu investieren, die weiter wachsen kann. Denn bei DSL ist in Deutschland bei 250 Mbit/s im Download Schluss.
Welche Unternehmen bieten Glasfaser an?
Rund 300 Unternehmen treiben laut Bundesnetzagentur den Glasfaserausbau in Deutschland voran. Telekom, Vodafone und Deutsche Glasfaser gehören als bekannte Größen dazu. Aber auch regionale Anbieter wie Netcologne in Nordrhein-Westfalen oder M-net in und um München mischen mit. Dazu kommen regionale Stadtwerke und Versorger, die selbst Hand anlegen. Diese Unternehmen weisen regelmäßig neue Gebiete als Ausbaugebiete aus.
Die Telekom hatte nach eigenen Angaben Ende 2025 das mit Abstand größte Glasfasernetz. Es war 860.000 Kilometer lang und zwölf Millionen Haushalte können nach Angaben des Anbieters einen Anschluss buchen. Seit 2024 sind drei Millionen weitere Haushalte dazugekommen. Die Telekom ist eines der wenigen Unternehmen, das bundesweit den Ausbau vorantreibt. Laut Angaben der Bundesnetzagentur gibt es nur zwei Anbieter, die mehr als eine Million Haushalte mit Glasfaser versorgen.
Konkurrenten spezialisieren sich oft auf bestimmte Regionen oder Anwendungsfälle: Vodafone optimiert neben dem eigenen Glasfaserausbau weiter sein Kabelnetz und vermarktet als Drittanbieter auch Telekom-Glasfaseranschlüsse.
Die Deutsche Glasfaser konzentriert sich nach eigenen Angaben vor allem auf ländliche Gebiete und Vororte, ist aber ebenfalls in so gut wie allen Bundesländern vertreten. Die Deutsche Giganetz erklärt, dass sie in zwölf Bundesländern aktiv ist.
O2 und 1&1 erklären, dass sie im Privatkundengeschäft vorwiegend als Drittanbieter mit der Telekom zusammenarbeiten und deren Glasfaseranschlüsse vermarkten. Regionale Anbieter wie zum Beispiel Netcologne, DNS:NET, EWE, eins energie und M-net sind naturgemäß in weniger Gebieten aktiv.
Gemeinsam stellen diese anderen Unternehmen laut einer Marktanalyse des Bundesverbands Breitbandkommunikation 2025 mehr als 60 Prozent des Glasfaserausbaus. Mit 40 Prozent Marktanteil ist die Telekom allerdings als einzelnes Unternehmen führend. Wir nutzen deshalb in diesem Ratgeber vorwiegend die Telekom als Beispiel.
Gibt es Unterschiede im Bestellprozess je nach Unternehmen?
Der Bestellprozess ist grundlegend über die verschiedenen Anbieter hinweg ähnlich. Bei den von Finanztip betrachteten Unternehmen kannst Du Deine Adresse auf der Webseite der Anbieter eingeben und erhältst sofort eine Rückmeldung, ob Deine Adresse angeschlossen wird oder nicht. Das ist auch über die Vergleichsportale Check24, Verivox und Preisvergleich.de möglich.
Leider gibt es aber bei über 300 Unternehmen teilweise Besonderheiten und Abweichungen. Deswegen ist es wichtig, dass Du Verträge und Konditionen aufmerksam liest und im Zweifel beim Anbieter nachfragst, wenn etwas unklar ist.
Wie reagierst Du, wenn Du den Erstausbau verpasst hast?
Verpasst Du den ersten Glasfaser-Ausbau bei Dir vor Ort, kommen bei den von Finanztip untersuchten Tarifen Kosten zwischen 800 und 3.400 Euro auf Dich zu, wenn Du nachträglich einen Anschluss für Dein Haus haben willst. Ist Dein Haus bereits angeschlossen und Du brauchst nur noch einen Anschluss in Deinen Wohnräumen, ist das bei den meisten untersuchten Anbietern kostenlos oder als Teil der Anschluss- oder Bereitstellungsgebühren abgegolten. Diese liegen zwischen null und 70 Euro.
Wichtig ist: Gib nicht sofort auf. Informier Dich über Angebote und wäge ab, ob sich ein nachträglicher Anschluss für Dein Haus lohnt. Wenn es dabei tatsächlich zu hohen Kosten kommt, gilt: Bist Du mit Deiner aktuellen Internetversorgung zufrieden und sie läuft stabil, solltest Du nicht mehrere Hundert Euro für den Glasfaseranschluss in die Hand nehmen. Das steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Anders ist es bei einem nachträglichen Glasfaseranschluss für eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, in dem bereits andere Wohnungen ans Glasfasernetz angeschlossen sind. Hier kannst Du oft günstig den Anschluss in Deine Wohnung legen lassen. Manche Anbieter wie zum Beispiel die Deutsche Giganetz machen das kostenlos, andere gelten die Kosten mit der Anschlussgebühr ab und wiederum weitere verlangen einen Aufpreis. Dieser liegt aber in der Regel weit unter den Beträgen für einen nachträglichen Hausanschluss.
Wird es nach dem Glasfaser-Erstausbau wieder Angebote geben?
Das ist aktuell völlig unklar und Du solltest nicht darauf spekulieren. Langfristig soll die Telekom das Kupfer-DSL-Netz in Deutschland nach einem gesetzlich geregelten Verfahren abschalten. Wenn es in Deiner Region so weit ist, gibt es vielleicht wieder Sonderangebote und eine Chance auf einen kostenlosen Ausbau, um die Nachzügler auch zu einem Wechsel von Kupfer auf Glas zu bewegen. Dass es so kommt, ist allerdings nicht garantiert.
Hintergrund ist eine politische Diskussion darum, wer für die Abschaltung der DSL-Netze zuständig ist. Laut aktueller Gesetzgebung darf die Telekom als Betreiber des DSL-Netzes selbst den Prozess einleiten, wenn sie in einem Gebiet das Netz abschalten möchte (§ 34 TKG). Die Bundesnetzagentur hält dies in einem Positionspapier jedoch als problematisch für den Wettbewerb. Denn dann könne die Telekom zum Beispiel strategisch ihr DSL-Netz länger an solchen Orten aktiviert lassen, wo ihre Konkurrenz Glasfaser ausgebaut hat.
Wird Dein DSL-Anschluss irgendwann einfach ausgeschaltet?
Nein, Dein DSL-Anschluss wird nicht einfach ohne Warnung von heute auf morgen ausgeschaltet, wenn Du nicht sofort einen Glasfaseranschluss bestellst. Lass Dir das nicht von Vertretern an der Haustür einreden. Bis 2026 wurden in Deutschland noch keine Teile des DSL-Netzes abgeschaltet. Wenn es so weit ist, müssen betroffene Haushalte vorgewarnt werden und haben lange Zeit, bis das Netz abgeschaltet wird, damit Kündigungsfristen und weitere Regulierungen eingehalten werden können. Die Abschaltung und wie sie vonstattengehen soll, ist im Telekommunikationsgesetz geregelt (§ 34 TKG). Die Bundesnetzagentur plädiert 2026 in einem Positionspapier dafür, den Zeitraum von der Ankündigung bis zur Abschaltung sogar auf insgesamt drei Jahre hochzusetzen und das Verfahren insgesamt wettbewerbsfreundlicher zu machen.
Langfristig soll Glasfaser das DSL-Netz zwar vollständig ersetzen. Das passiert jedoch nicht überall auf einmal, sondern soll nach aktuellen Plänen gebietsweise angegangen werden. Die Bundesnetzagentur plädiert dafür, dass mindestens 80 Prozent der Haushalte am Glasfasernetz angeschlossen sein sollten, bevor die Abschaltung beginnt.
Die EU-Kommission hat im Januar 2026 eine Verordnung vorgeschlagen, die unter anderem europaweit die Abschaltung der DSL-Kupfernetze regeln soll. Dafür peilt sie ein Datum zwischen 2030 und 2035 an. Die Bundesnetzagentur hingegen schätzt, dass der Abschaltungsprozess in Deutschland von 2028 bis 2040 dauern wird. So oder so: Bis DSL in Deutschland abgeschaltet wird, vergehen noch Jahre, nicht Monate oder gar Tage.
Kannst Du noch DSL buchen, wenn Du Glasfaser hast?
Hat die Telekom Deinen Glasfaseranschluss gelegt, dann kannst Du in der Regel keinen neuen DSL-Vertrag mehr abschließen. Wenn Du von einem anderen Unternehmen Glasfaser hast, ist es möglich, weiterhin DSL zu beziehen.
Hintergrund ist bei der Telekom die strategische Entscheidung, bei einem Haushalt mit Telekom-Glasfaser- und -DSL-Anschluss ausschließlich die modernere Technologie anzubieten. Das hat das Unternehmen gegenüber Finanztip bestätigt. Das gilt auch für Vertragsabschlüsse mit Vertriebspartnern, die die DSL-Leitungen der Telekom nutzen. Faktisch kannst Du Deinen DSL-Anschluss also meist nicht weiternutzen, wenn Du Telekom-Glasfaser hast – auch, wenn der Anschluss technisch noch funktioniert.
Wenn Dein Glasfaseranschluss von einem anderen Anbieter gelegt wurde, kannst Du dagegen nach wie vor Deinen DSL-Anschluss nutzen und einen Vertrag abschließen. Das liegt daran, dass die DSL-Infrastruktur in Deutschland fast ausschließlich der Telekom gehört. Die Telekom steht in Konkurrenz zu anderen Glasfaser-Unternehmen und hat somit ein Interesse daran, Dich weiter als Kundin oder Kunden zu erreichen.
Wie geht der Glasfaserausbau in Deutschland voran?
Laut Bundesnetzagentur sind mit Stand Juni 2025 bereits gut 43 Prozent aller Haushalte mit einem Glasfaseranschluss im Gebäude ausgestattet oder können ihn sich kurzfristig ins Haus legen lassen. In der Fachsprache spricht man hier von „Homes Passed“, also anschlussfähigen Haushalten. Das ist ein Zuwachs von rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Wenn es um die tatsächlichen Anschlüsse geht, die sofort genutzt werden können, sind die Zahlen niedriger. Diese Daten erhebt die Bundesnetzagentur allerdings nicht. Der Branchenverband Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) geht in einer Studie davon aus, dass 2025 rund 27 Prozent aller Haushalte bereits einen physischen Anschluss ans Netz in der Wohnung haben, der sofort genutzt werden kann.
Dabei sind vor allem, aber nicht nur, Ballungsräume und Städte angeschlossen. Die Gigabitförderung 2.0 des Digitalministeriums macht einen Glasfaserausbau auch dort möglich, wo es sich wirtschaftlich für die Anbieter meist nicht lohnt. Zuletzt wurden 2025 insgesamt 536 Vorhaben gefördert. So kannst Du auch in ländlichen Regionen darauf hoffen, bald einen Glasfaseranschluss zu kriegen – oder hast sogar schon einen.
In den nächsten Jahren soll die Zahl der Glasfaseranschlüsse in Deutschland weiter steigen – nicht zuletzt, weil die Regierung den Glasfaserausbau 2025 als „überragendes öffentliches Interesse“ eingestuft hat. Das vereinfacht Genehmigungsverfahren.
Was bedeutet „überragendes öffentliches Interesse“ beim Glasfaserausbau?
„Überragendes öffentliches Interesse“ bedeutet, dass Genehmigungsverfahren voraussichtlich beschleunigt werden, weil Behörden dem Ausbau höheres Gewicht einräumen müssen – auch wenn etwa Naturschutz oder Denkmalschutz berührt sind. Das haben Bundestag und Bundesrat Mitte 2025 mittels einer Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) beschlossen, in dem sie den Glasfaserausbau als „überragendes öffentliches Interesse“ eingestuft haben.
Darüber hinaus plant das Digitalministerium weitere Beschleunigungen. Hansjörg Durz (CSU), Vorsitzender des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung, erklärt gegenüber Finanztip: „Eine große TKG-Novelle ist bereits in Vorbereitung. Hier sollen Themen wie Netzebene 4, weitere Beschleunigungen und Bürokratieentlastungen festgelegt werden.“ Netzebene 4 bezeichnet die Verkabelung im Gebäude, also den Übergang vom öffentlichen Netz in die Wohnungen.
Auch die Bundesnetzagentur (BNetzA), die für die Regulierung von Telekommunikationsnetzwerken verantwortlich ist, plädiert für Verbesserungen des TKG. In einem 2026 veröffentlichten Regulierungskonzept argumentiert die Behörde für eine Vereinfachung der DSL-Abschaltung sowie eine erzwungene Öffnung aller Glasfasernetze für Drittanbieter, um den Wettbewerb auch nach der Abschaltung des DSL-Netzes zu gewährleisten. Dadurch sollen laut der BNetzA Verbraucherinnen und Verbraucher weiter Wahlmöglichkeiten und somit die Chance auf günstigere Preise haben.
Von Bestellung bis Glasfaserinternet – wie läuft das ab?
Wenn Du in einem Glasfaser-Ausbaugebiet einen Anschluss erhalten willst, geht das für gewöhnlich in den folgenden Schritten vonstatten:
1. Schritt: Vorvermarktung und Vorverträge
Vor einer Ausweisung als Ausbaugebiet versuchen Anbieter während einer sogenannten Vorvermarktungsphase oder Nachfragebündelung, möglichst viele Verträge mit Interessierten in einem Gebiet zu schließen. So können sie besser abschätzen, ob es sich finanziell lohnt, dort auszubauen. Dazu gibt es oft lokale Werbung und Informationsveranstaltungen. Es gibt außerdem eine Frist, bis zu der eine bestimmte Anzahl von Verträgen abgeschlossen werden muss, bevor der Ausbau beginnt. Die Deutsche Glasfaser beispielsweise nennt 33 Prozent der Haushalte eines Gebiets als Mindestmenge.
Bei manchen Anbietern schließt Du in dieser Phase zunächst einen Vorvertrag ab oder unterschreibst erst einmal nur einen Antrag auf einen Glasfaservertrag. In diesen Fällen kommt in der Regel erst ein Vertrag für einen Glasfasertarif zustande, sobald genügend Interessenten gesammelt sind. Sollte das nicht passieren, wird der Vorvertrag manchmal automatisch gekündigt oder der Antrag verfällt. Lies Dir genau die Bedingungen in Deinem Vorvertrag oder Deinem Antrag durch, da dies von Anbieter zu Anbieter und teils auch von Region zu Region unterschiedlich gehandhabt wird.
Wenn Dir in dieser Phase ein Vertrag, Vorvertrag oder Antrag angeboten wird, ist Dein Glasfaseranschluss noch nicht sicher. Sollte der Anbieter nicht genügend Interessenten finden, kann er sich noch gegen den Ausbau entscheiden. Umgekehrt ist der Vertrag für Dich bindend, wenn der Ausbau schließlich stattfindet. Schließ also in der Zwischenzeit keine langfristigen DSL-, Kabel- oder anderweitigen Internetverträge mit anderen Firmen ab, wenn Du einen Vertrag für einen Glasfasertarif hast.
Glasfaserausbau wird teils auch ohne verpflichtenden Abschluss eines Internettarifs vorangetrieben. So bietet zum Beispiel die OXG, ein Joint Venture der Vodafone, einen für Immobilienbesitzer kostenlosen Ausbau von Glasfaserinfrastruktur bis in den Wohnraum ohne Abnahmeverpflichtung an.
2. Schritt: Vermarktung des Ausbaugebiets
Sobald ein Glasfaserunternehmen genügend Interessenten gefunden hat und ein Gebiet zum Glasfaser-Ausbaugebiet erklärt, beginnt die Vermarktung. Hier versucht das ausbauende Unternehmen noch mehr Interessenten als die Mindestmenge zu finden, während es die Bauarbeiten plant.
Wie schon während der Vorvermarktung wirst Du spätestens dann in der lokalen Werbung Informationen und Angebote vom Netzbetreiber finden. Viele Unternehmen führen auch Informationsveranstaltungen durch, um in den direkten Kontakt mit potenziellen Kundinnen und Kunden zu kommen.
Oft sprechen Vertreterinnen und Vertreter Dich auch an der Haustür an. Lass Dich informieren, aber fühl Dich nicht gedrängt, sofort einen Vertrag abzuschließen. Auch wenn das vor Ort manchmal behauptet wird: Dein bestehender Anschluss wird nicht abgeschaltet und Du musst Dich nicht sofort für oder gegen Glasfaser entscheiden. Für gewöhnlich hast Du Wochen oder gar Monate Zeit, Dich festzulegen.
3. Schritt: Anschluss und Nutzung
Sobald Du einen Vertrag erhältst oder wenn der Ausbau voranschreitet, wird Dir ein Anschlussdatum in Aussicht gestellt. Dann wird in Deinem Wohnraum eine Glasfaserdose montiert. Wie beim DSL-Anschluss kannst Du an diese nach Freischaltung der Leitung durch Deinen Internetanbieter ein Glasfaser-Modem oder einen Glasfaser-Router anschließen. Das kann sowohl ein Mietrouter vom Anbieter als auch Deine eigene Hardware sein.
Spätestens jetzt solltest Du aufpassen, welche Mitwirkung von Dir verlangt wird. Achte besonders darauf, ob Du selbst im Haus Kabelwege vorbereiten musst oder ob es andere Arbeits- und Planungsschritte gibt, die Du übernehmen musst.
Das kannst Du in Deinem Vertrag nachlesen. Üblicherweise informieren Dich die Unternehmen aber auch gesondert, damit sie ihre Technikteams nicht unverrichteter Werke abziehen lassen müssen.
Eine Formulierung wie zum Beispiel „einen vom Kunden bereitgestellten Leitungsweg“ von der Deutschen Glasfaser bedeutet, dass Du entweder selbst einen Leitungsweg vorbereiten musst oder jemanden auf Deine Kosten damit beauftragen musst.
Was machst Du, wenn der Ausbau sich verzögert?
Wenn sich der Glasfaserausbau bei Dir verzögert und Dein Anbieter das versprochene Anschlussdatum reißt, dann kannst Du eine Nachfrist zur Leistungserfüllung setzen. Passiert auch dann nichts, solltest Du die Schlichtungsstelle Telekommunikation der Bundesnetzagentur informieren. Im Fall des Falles kannst Du auch von Deinem Vertrag zurücktreten. Aber dann bekommst Du natürlich auch keinen Glasfaseranschluss von diesem Anbieter.
Die Nachfrist solltest Du je nach angekündigtem Ausbaudatum unterschiedlich setzen, wie die Verbraucherzentrale empfiehlt. Wenn Dir ein Anschluss in den nächsten zwei Monaten versprochen wurde, gib dem Anbieter eine Frist von zwei bis drei Wochen. Wenn der Anschluss innerhalb eines halben Jahres gelegt werden sollte, ist eine Frist von ein bis zwei Monaten angemessen.
Hast Du bei Router und Modem die freie Wahl?
Du hast die freie Wahl, welches Endgerät Du benutzt, wie die Bundesnetzagentur im Januar 2025 klargestellt hat. Du musst also keinen Router vom Anbieter mieten oder kaufen, sondern kannst Dir unabhängig von ihm einen kompatiblen Router anschaffen. Lass Dir von Deinem Anbieter nicht vorschreiben, welches Gerät Du nutzt.
Mietrouter haben den Vorteil, dass Dein Anbieter für Probleme verantwortlich ist. Wenn also der Router kaputtgeht oder das W-Lan ständig ausfällt, muss Dein Anbieter Dir helfen. Deinen eigenen Router zu kaufen, ist langfristig gesehen oft günstiger als dauerhaft zu mieten, besonders, wenn Du ihn über die Mindestlaufzeit Deines Internetvertrags hinaus behältst. Dafür musst Du Probleme mit dem Gerät allerdings selbst beheben, wie zum Beispiel schwaches W-Lan oder Probleme mit der Anmeldung beim Internetanbieter.
Das Thema ist aber noch nicht abschließend geklärt: Netzbetreiber haben im März 2025 gegen die Entscheidung Widerspruch eingelegt. Sie argumentieren, dass die Endgerätefreiheit erst nach dem Modem der Netzbetreiber beginnen sollte. Denn ein falsch konfiguriertes Endgerät könne Störungen im gesamten Gebiet auslösen. Dafür hat die Bundesnetzagentur allerdings keine Belege erkennen können.
Wie rechnest Du aus, ob sich ein Glasfaservertrag lohnt?
Rechne die Anschlusskosten wie im nachfolgenden Beispiel gegen die Vertragskosten. So kannst Du zur ersten Orientierung herausfinden, ob Du trotz eines bestehenden Internetvertrags mit dem kostenlosen Anschluss günstiger fährst.
Gehen wir davon aus, dass Du Dich während des Ausbaus für den günstigsten Glasfasertarif der Telekom entscheidest.
Sobald die Leitung aktiv ist, kostet Dich dieser unter Berücksichtigung von Neukunden-Rabatten zwei Jahre lang durchschnittlich 34,37 Euro im Monat. Insgesamt sind das 824,80 Euro. Im Vergleich zu den Kosten für den späteren Einbau von 799,95 Euro ohne Tarif sind das rund 25 Euro mehr. Einen Internetvertrag brauchst Du aber wahrscheinlich sowieso. Wenn Du diese zusätzlichen Kosten von 25 Euro auf 24 Monate aufteilst, kommst Du auf gut einen Euro pro Monat für Deinen Internetanschluss.
Zur Einordnung: Auf Vergleichsportalen liegen die durchschnittlichen monatlichen Kosten für Internetverträge bei mindestens 15 Euro unter Berücksichtigung von ähnlichen Neukundenrabatten. Und laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom geben deutsche Haushalte im Schnitt 42 Euro im Monat für einen Internetanschluss aus. Mit dem Rechenbeispiel für den Glasfaseranschluss der Telekom hast Du also im Schnitt keine höheren Kosten als bei einem anderen Internetvertrag – und erhältst zusätzlich einen Glasfaseranschluss.
Bei anderen Glasfaser-Anbietern als der Telekom kannst Du dagegen oft tatsächlich mit einem Vertrag Geld sparen, wenn Du die Kosten des nachträglichen Einbaus gegenrechnest. Wie viel, zeigt die folgende Tabelle.
Wie viel kannst Du während der Ausbauphase sparen?
| Anbieter | durchschnittliche monatliche Kosten über 2 Jahre incl. Rabatte | Gesamtkosten über 2 Jahre | Kosten des nachträglichen Einbaus der Glasfaserleitung | mögliche Ersparnis durch Tarifabschluss statt nachträglichem Einbau |
| Vodafone (Gigazuhause 150 Glasfaser) | 37,70 € | 904,75 € | bis zu 3.399 €¹ | 2.494,25 € |
| Deutsche Giganetz (Mynet 150) | 29,99 € | 719,76 € | 1.990 € | 1.270,24 € |
| Deutsche Glasfaser (DG Basic 100) | 32,49 € | 779,76 € | ab 1.500 € | 720,24 € |
| Telekom (Glasfaser 150) | 34,37 € | 824,80 € | 799,95 € | −24,85 € |
1 Lokal unterschiedlich, Beispiel: Wiesbaden
Negative Zahlen sind Mehrkosten.
Quelle: Finanztip Recherche über Anbieterseiten (Stand: 15. Januar 2026)
Was ist beim Glasfaseranschluss inklusive und was kostet extra?
Das Verlegen der Glasfaserleitung von der Straße ins Haus und das Anbringen der Glasfaserbuchse in der Wohnung sind bei den von Finanztip angeschauten Anbietern inklusive, wenn Du einen Glasfaser-Internetvertrag bestellst.
Was Zusatzkosten angeht, gibt es je nach Anbieter verschiedene Vorgehensweisen. Die Telekom verlegt die Glasfaserdose bei gleichzeitiger Tarifbestellung kostenfrei innerhalb des Wohnbereichs bis zu drei Meter vom Eingang entfernt. Oft ist auch eine weiter entfernte Position gegen Aufpreis möglich – oder sogar mehrere Glasfaserdosen.
Was passiert mit Deinem alten Internetvertrag?
Kündige Deinen alten Vertrag nicht selbst, sondern behalte ihn und lass ihn von Deinem neuen Anbieter kündigen, sobald der Glasfaseranschluss steht.
Beim Wechsel zu Glasfaser kann es passieren, dass Dein Glasfaseranschluss noch nicht fertig ist, wenn die Mindestvertragslaufzeit Deines alten Internetvertrags abläuft. Ist das der Fall, solltest Du Deinen alten Vertrag über die Mindestlaufzeit hinaus behalten, damit der Wechsel zu Glasfaser reibungslos verläuft.
Wenn Dein existierender Internetvertrag noch eine längere Mindestlaufzeit hat, kann es passieren, dass die Buchung eines Glasfasertarifs zu einer doppelten Versorgung führt. Frage in dem Fall den Glasfaseranbieter, ob er die Kosten Deines existierenden Vertrags übernimmt, solange die beiden parallel laufen. Die Deutsche Glasfaser und die Deutsche Giganetz zum Beispiel verzichten in so einem Fall bis zu zwölf Monate auf Gebühren für Deinen neuen Internettarif. So nutzt Du Deine neue Leitung kostenlos, während Du weiter für Deinen alten Vertrag bezahlen musst, bis dieser zu Ende ist.
Wie bei jedem Anbieterwechsel sind Alt- und Neuanbieter verpflichtet, für einen reibungslosen Wechsel zu sorgen (§ 59 TKG). Dein Neuanbieter kümmert sich zur richtigen Zeit um die Kündigung beim vorherigen Anbieter.
Wenn Du zum Wechseltermin unerwartet doch kein Internet hast, kannst Du ab dem zweiten Tag der Unterbrechung für jeden weiteren Tag 20 Prozent des monatlichen Preises, mindestens aber zehn Euro, vom alten Anbieter verlangen. Alternativ kannst Du auch die Wiederherstellung der Verbindung verlangen und musst dann nur maximal 50 Prozent des alten vertraglich festgelegten Preises bezahlen (§ 59 Abs. 4 TKG).
Kannst Du als Mieter oder Wohnungseigentümer Glasfaser bestellen?
Ja, in einem Glasfaser-Ausbaugebiet darfst Du auch als Mieter einen Anschluss bestellen. Telekommunikationsunternehmen dürfen ihr Netz bis zum Endnutzer verlegen. Das bist Du als Mieterin oder Mieter (§ 145 TKG). Da sie dazu bauliche Änderungen am Gebäude vornehmen müssen, brauchst Du allerdings die Zustimmung des Eigentümers.
Ähnlich ist es für Eigentümerinnen und Eigentümer einer Wohnung, die dort selbst leben. Die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) muss grundsätzlich einen individuellen Anschluss an das Netz erlauben. Das ist sogar unterjährig ohne Eigentümerversammlung durch einen Umlaufbeschluss möglich. Auch hier muss die WEG aber explizit einer baulichen Änderung zustimmen. Ohne diese legt das ausbauende Unternehmen nicht los.
Faktisch hast Du also ein Recht auf einen Glasfaseranschluss. Dieses steht aber im Konflikt mit der baulichen Änderung, die einer Zustimmung bedarf.
Bevor Du einen Glasfasertarif bestellst, solltest Du deshalb Vermietung oder WEG einbeziehen und gut argumentieren, warum alle profitieren:
- Ein Glasfaseranschluss verbessert die technische Ausstattung des Gebäudes. Zuverlässiges Internet ist ein wichtiges Argument für Mieterinnen und Mieter sowie potenzielle Käuferinnen und Käufer.
- Die Technologie ist zukunftssicher und soll langfristig DSL komplett ersetzen. Wenn Du in der kostenlosen oder kostengünstigen Ausbauphase einen Vertrag abschließt, lassen sich spätere Mehrkosten für alle vermeiden.
- Weise Deine Vermietung oder WEG außerdem auf die gesetzliche Verpflichtung nach Paragraf 145 Telekommunikationsgesetz hin. Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze dürfen ihr Netz in den Räumen des Endnutzers abschließen. Eine Glasfaserleitung bis zur Wohnung muss also erlaubt werden, wenn noch keine vorhanden ist.
- Sprich mit Deiner Hausgemeinschaft und erkläre die Vorteile. Je mehr Nachbarinnen und Nachbarn an Bord sind, desto wahrscheinlicher stimmt die WEG oder der Vermieter zu.
Mieterinnen und Mieter haben außerdem noch folgende Argumente:
- Selbst wenn nur Du einen Glasfaser-Internettarif bestellst, kommen für den Hausanschluss für gewöhnlich keine Kosten für die Vermietung auf. Es ist also eine Chance, die Immobilie kostenlos aufzuwerten und zukunftssicher aufzustellen.
- Zuletzt kannst Du mit Deiner eigenen Zufriedenheit argumentieren. Wenn schnelles und stabiles Internet für Dich wichtig ist, wirst Du durch Glasfaser wahrscheinlich zufriedener mit Deiner Wohnung und bleibst eher.
In einem für die Bundesnetzagentur erstellten Bericht des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) zeigt sich: Die Kommunikation mit Eigentümern und Wohnungsbaugesellschaften ist für Glasfaserunternehmen oft schwierig. Wohnungseigentümer und Mieter haben zwar das Recht auf eine Leitung, sind aber faktisch auf die Erlaubnis der WEG oder des Vermieters angewiesen. Denn wenn Du keine Zustimmung für die bauliche Veränderung kriegst, dann darf das Glasfaserunternehmen auch keine Leitung zu Dir legen.
Als Mieter kannst Du als letztes Mittel auch rechtlich gegen Deinen Vermieter vorgehen, wenn er sich weigert, Glasfaser zu ermöglichen. Dasselbe gilt für Eigentümer und WEGs. Das empfehlen wir aber nicht. Aufwand und Kosten stehen meist in keinem Verhältnis – zumal der kostenlose Ausbau vor allem dem Vermieter nutzt, der so spätere Hausanschlusskosten spart.
Musst Du als Mieter einen Glasfaseranschluss dulden?
Wenn Dein Vermieter auf eigene Kosten einen Glasfaseranschluss in Deine Mietswohnung legen will, dann musst Du das dulden. Der Glasfaseranschluss gilt als eine Modernisierungsmaßnahme, die Deinem Vermieter zusteht. Dazu musst Du auch den Zugang zu Deiner Wohnung ermöglichen (§ 555b Abs. 4a BGB).
Den Glasfaseranschluss musst Du in dem Fall allerdings nicht nutzen. Die Entscheidung, wann und ob Du zu Glasfaser wechseln möchtest, steht Dir frei.
Was musst Du beim Glasfaserausbau als Eigentümer beachten?
Wenn Dein Haus ans Glasfasernetz angeschlossen wird, bist Du meist für die Vorbereitung der Kabelwege zuständig. Das bedeutet, dass Du Kabelwege oder Leerrohre innerhalb Deines Gebäudes legen oder deren Vorhandensein prüfen musst. Durch diese wird dann die Glasfaser gelegt.
Außerdem musst Du etwas Zeit investieren, um Dich mit Mitarbeitenden des Unternehmens auszutauschen. Sie müssen zum Beispiel vor den Bauarbeiten Dein Grundstück und Dein Haus besichtigen, um ihre Bautrupps für die Arbeiten vorzubereiten. Dabei geht es darum, wie die Glasfaserkabel von der Straße über Dein Grundstück bis in Dein Haus und die Wohnräume hinein zu verlegen sind.
Achte darauf, dass alles schriftlich festgehalten wird. Falls die Bautrupps Fehler machen, kannst Du so leichter nachweisen, dass sie sich nicht an Absprachen gehalten haben.
Warum musst Du gut auf Schäden der Bauunternehmen achten?
Eventuelle Bauschäden solltest Du sofort dokumentieren, damit Du Ansprüche gegenüber den ausbauenden Unternehmen geltend machen kannst. Beim Einbau des Glasfasernetzes werden schließlich bauliche Veränderungen vorgenommen: Unternehmen legen die Leitungen in das Gebäude und müssen dafür manchmal auch neue Mauerdurchschläge machen. Achte besonders auf Schäden, die für gewöhnlich nicht sofort auffallen, wie zum Beispiel Beschädigungen der Abwasser- oder Regenrohre.
Ein weiterer Fallstrick für Wohnungseigentümer sind Verträge der WEG mit Unternehmen, die für die gebäudeinterne Infrastruktur verantwortlich sind. Es kann passieren, dass Du einen Glasfaseranschluss bestellst, aber ein Ausbau bis in die Wohnung wegen einer solchen Vereinbarung nicht möglich ist. In diesem Fall gibt es eine Pattsituation, in der es oft erst mit jahrelanger Verzögerung zu einem Ausbau kommen kann.
Kannst Du die Kosten des Glasfaserausbaus auf Deine Mieter umlegen?
Als Eigentümer kannst Du die Kosten des Ausbaus auf den Mieter umlegen (§§ 555b, 559 BGB). So sind bis zu acht Prozent der Modernisierungskosten als jährlicher Aufschlag auf die Nettokaltmiete möglich.
Befindet sich Deine Immobilie in einem Ausbaugebiet und Deine Mieter bestellen selbst einen Anschluss, ist der Anschluss dagegen oft sowieso kostenlos oder günstig. Hier ist also eine Absprache mit den Mietern sinnvoller, da Dir dann im besten Fall gar keine Kosten entstehen. Eventuelle Kosten, zum Beispiel für Kabelwege, sind dabei so gering, dass sich eine Modernisierungsumlage kaum lohnt.
Darüber hinaus kannst Du die Kosten für die Glasfaserinfrastruktur im Haus, also die Verkabelung innerhalb des Hauses, über das Glasfaserbereitstellungsentgelt auf den Mieter umlegen. So holst Du bis zu 60 Euro pro Jahr über einen Zeitraum von bis zu neun Jahre über die Nebenkostenabrechnung zurück. Der Nachteil: Du bist als Hauseigentümer oder WEG für das Hausnetz zuständig. Das bedeutet, dass Du bei Verbindungsproblemen für die Entstörung des Netzes sorgen musst. Am besten ist es also, wenn die Glasfaserinfrastruktur im Haus im Besitz des Netzbetreibers bleibt und dieser weiterhin für die Entstörung und den Betrieb aufkommen muss. Achte bei Verträgen mit Netzbetreibern unbedingt darauf.
Musst Du als Vermieter Deinen Mietern einen Glasfaseranschluss erlauben?
Wenn Deine Mieterinnen und Mieter einen Glasfaseranschluss bestellen wollen, musst Du das ermöglichen. Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze dürfen ihre Netze nämlich grundsätzlich bis zu den Wohnräumen ihrer Endnutzer verlegen (§ 145 TKG).
Du kannst den Anschluss auch selbst beauftragen. Buchst Du für eine vermietete Wohnung, gilt der Anschluss an ein Glasfasernetz mit hoher Kapazität als Modernisierungsmaßnahme, der der Mieter zustimmen muss (§ 555b BGB). Ob der Anschluss genutzt wird, entscheidet der Mieter selbst.
Da der kostenlose oder günstige Ausbau oft mit Internetverträgen gekoppelt ist, bist Du als Vermieter für einen preiswerten Einbau auf die Zusammenarbeit mit dem Mieter angewiesen. Bestellt der Mieter keinen Tarif, können Mehrkosten für Dich entstehen.
Kannst Du als Vermieter selbst einen Glasfaseranschluss legen lassen?
Als Vermieterin oder Vermieter darfst Du den Glasfaseranschluss Deiner Immobilie natürlich auch selbst in die Hand nehmen, selbst wenn keine Deiner Mieterinnen und Mieter einen Tarif gebucht haben. Während der Ausbauphase verlegen manche Anbieter in einigen Ausbaugebieten kostenlos Glasfaser, selbst wenn keine Mieterinnen und Mieter eine Bestellung aufgegeben haben. Erkundige Dich dazu bei dem Unternehmen, das bei Dir ausbaut.
Wenn es keine kostenlose Option für Immobilieneigentümer gibt, dann kannst Du versuchen, zumindest eine Mietpartei von einem Glasfasertarif zu überzeugen.
Steigt der Immobilienwert durch Glasfaser?
Eine deutliche Wertsteigerung nur durch Glasfaser ist unwahrscheinlich. Dennoch versprechen viele Telekommunikationsunternehmen genau das, wenn Du Deine Immobilie anschließen lässt. Die Telekom und die Deutsche Glasfaser sprechen teils von bis zu acht Prozent.
Rechnen wir grob: Bei einer Immobilie, die 500.000 Euro wert ist, wären acht Prozent 40.000 Euro. Bei 300.000 Euro sind es immer noch 24.000 Euro. Dagegen stehen tatsächliche Kosten in Höhe von 1.600 bis 3.900 Euro, die den Anbietern laut einer Umfrage und Hochrechnung des Breko pro Anschluss entstehen. Das wäre eine enorme und damit unrealistische Wertsteigerung.
Eine im August 2025 veröffentlichte Marktanalyse im Auftrag des Digitalministeriums kommt zum Schluss, dass ein Glasfaseranschluss „einen positiven Einfluss auf den Immobilienwert“ habe, besonders in Regionen mit schwacher Infrastruktur. Aber: „Obwohl ein Glasfaseranschluss oft als Standard erwartet wird, gibt es keine klare Bereitschaft seitens der Käufer, höhere Preise zu zahlen.“ Somit würden Glasfaseranschlüsse eher dabei helfen, „potenzielle Wertminderungen zu vermeiden, anstatt automatisch zu höheren Kaufpreisen zu führen.“
Finanztip hat zu dem Thema bereits im März 2025 bei der Telekom nachgefragt. Das Unternehmen konnte Finanztip keine repräsentativen Studien für Deutschland nennen, die eine Wertsteigerung von bis zu acht Prozent belegen. Die Telekom verwies überwiegend auf Studien aus den USA und Großbritannien. Teils basieren die Ergebnisse auf Umfragen.
Eine von der Telekom bereitgestellte Quelle aus Deutschland verweist lediglich auf eine nicht repräsentative Umfrage zu „schlechter Internetanbindung“. Glasfaser wurde nicht erwähnt. Die Umfrage kommt zudem von Eutelsat, einem Unternehmen mit wirtschaftlichem Interesse am Breitbandausbau.
Finanztip hat auch Expertinnen und Experten von Empirica, dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sowie der DZ Bank um eine Einschätzung gebeten. Ergebnis: Leistungsfähiges Internet ist wichtig für Käufer und Käuferinnen ist, aber die genaue Technologie ist zweitrangig. Entscheidend bleiben Faktoren wie Wohnfläche, Alter und Lage.
Dr. Reiner Braun von Empirica bringt es auf den Punkt: „Rein ökonomisch kann der Effekt von Glasfaser auf den Hauspreis kaum höher sein als die Kosten für ebendiesen Glasfaseranschluss. Also wenige Hundert Euro.“
Wie seriös sind Angebote von Vertretern an der Haustür?
Sei vorsichtig: An der Haustür kommt es oft zu aggressiven und teils falschen Behauptungen. In der Vermarktungsphase versuchen Telekommunikationsunternehmen, möglichst viele Kundinnen und Kunden zu gewinnen.
Dazu greifen Unternehmen auch auf Vertriebspartner zurück, die auf Kommission arbeiten. Das kann dazu führen, dass manche Vertreter aggressive Verkaufsstrategien nutzen. Laut Verbraucherzentrale werden teils falsche Behauptungen aufgestellt. Manche sagen zum Beispiel, dass bestehende Anschlüsse bald deaktiviert werden oder erfinden andere Gründe für vermeintliche Eile.
Lass Dich nicht an der Haustür zu einem spontanen Vertrag drängen. Informier Dich in Ruhe online, ob in Deiner Region wirklich Glasfaser ausgebaut wird und welche Konditionen gelten.
Hast Du doch an der Haustür unterschrieben, prüf die Konditionen und nutz im Zweifel Dein 14-tägiges Widerrufsrecht (§ 355 BGB). Unser Ratgeber zu Internetanbietern hilft Dir, einen Vertrag zu finden, der zu Deinen Bedürfnissen passt.
Generell gilt: Entscheide Dich in der Vermarktungsphase, wenn ein Angebot gut passt – aber Du hast Wochen oder Monate Zeit und musst nicht an der Haustür unterschreiben.
Wann kommst Du frühestens aus Deinem Glasfasertarif raus?
Deine Vertragslaufzeit beginnt mit dem Abschluss des Vertrags – Du kannst also bei einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren auch genau zwei Jahre nach Vertragsabschluss kündigen. Die Laufzeit beginnt nicht erst, wenn Dein Anschluss freigeschaltet wurde. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil festgelegt (Az. III ZR 8/25).
Das bedeutet in der Praxis für Dich: Wenn Du am 1. Januar 2025 einen Glasfasertarif abgeschlossen hast und Dein Anschluss erst am 1. Oktober 2025 freigeschaltet wird, kannst Du trotzdem schon zum 1. Januar 2027 kündigen. Du musst nicht auf den 1. Oktober 2027 warten.
Viele Glasfaserunternehmen haben das zuvor anders gehandhabt und behauptet, dass die Mindestvertragslaufzeit erst mit Freischaltung der Leitung anfängt. Die Vertragslaufzeit später anfangen zu lassen, ist durch das Urteil nicht mehr möglich.
Lass Dich nicht abwimmeln, wenn Dein Glasfaseranbieter auf ein späteres Kündigungsdatum besteht. Nutze das Finanztip-Musterschreiben, um Dein Kündigungsdatum durchzusetzen.
Welche Vorteile hat Glasfaser für Dich?
Glasfaser liefert schnelle Downloads und Uploads, eine stabile Verbindung und die beste Latenz. Das hilft bei Videokonferenzen und beim Hochladen vieler Daten, zum Beispiel im Homeoffice oder für Backups in der Cloud.
Bei Glasfaser werden Daten über Lichtimpulse übertragen, die durch die Isolierung der Kabel von der Außenwelt getrennt sind. So kann die Technologie im Gegensatz zu Kupferkabeln nicht durch elektrische Einflüsse von außen gestört werden. Die Glasfasern sind aber schwieriger zu reparieren als Kupfer, wenn sie zum Beispiel bei Bauarbeiten versehentlich durchtrennt werden.
Überwiegend hat die schnelle Übertragung durch Licht Vorteile – es wird weniger Strom benötigt und es gibt bessere Latenzzeiten. Das bedeutet, dass Webseiten Inhalte schneller darstellen und Deine Videokonferenzen und Eingaben bei Online-Videospielen weniger Zeitverzögerung haben.
Welche Arten von Glasfaser-Verkabelungen gibt es?
Selbst wenn Du heute über DSL oder Kabel surfst, nutzt Dein Anbieter bereits an vielen Stellen Glasfaser-Verkabelungen – oft bis zum Verteiler oder Straßenrand. In die Haushalte geht es dann mit Kupfer weiter, was je nach der zurücklegenden Strecke einen rapiden Geschwindigkeitsabfall bedeutet. Es gibt verschiedene Ausbaustufen:
- FTTC (Fibre to the Curb, Glasfaser bis zum Straßenrand): Die Glasfaser liegt bis zum Verteilerkasten, in die Wohnung kommt DSL- oder Kabel-Internet.
- FTTB (Fibre to the Building, Glasfaser bis ins Gebäude): Die Glasfaser liegt bis ins Gebäude, die hausinterne Verkabelung läuft über Kupfer.
- FTTH (Fibre to the Home, Glasfaser bis in die Wohnung): Es gibt eine durchgehende Glasfaserverkabelung bis in die Wohnung.
Sowohl FTTB als auch FTTH werden von den ausbauenden Unternehmen als Glasfaser vermarktet, wobei nur FTTH Dir eine echte, vollständige Glasfaser-Verbindung bietet. FTTB erreicht für gewöhnlich maximal 1.000 Mbit/s, während FTTH viel höhere Geschwindigkeiten ermöglicht – auch, wenn Du die teils noch gar nicht buchen kannst.
Welche Höchstgeschwindigkeiten kannst Du mit Glasfaser erreichen?
Während Tarife aktuell meist bis 1.000 Mbit/s reichen, sind höhere Geschwindigkeiten von bis zu 5.000 Mbit/s möglich. In Berlin testet die Telekom zum Beispiel 2.000 Mbit/s im Download und 1.000 Mbit/s im Upload. Um das in weiteren Gebieten anzubieten, muss nach Angaben des Anbieters nur ein Stecker in Betriebsstellen gewechselt werden.
Der auf Bayern spezialisierte Anbieter M-net bietet seit dem zweiten Halbjahr 2025 in einzelnen Gebieten sogar eine 5.000 Mbit/s Leitung. Glasfaser kann also mit den stetig wachsenden Geschwindigkeitsansprüchen mühelos mithalten.
Wie unterscheiden sich die Internettechnologien?
| Technologie | max. Download (mehr ist besser) | max. Upload (mehr ist besser) | Latenz (Ping) (weniger ist besser) |
| DSL (VDSL) | 250 Mbit/s | 40 Mbit/s | 15-40 ms |
| Kabel | 1.000 Mbit/s | 50 Mbit/s | 10-30 ms |
| Glasfaser | 1.000 Mbit/s+ | 500 Mbit/s+ | 3-15 ms |
Die meisten Glasfasertarife bieten maximal 1.000 Mbit/s im Download, regional gibt es auch schnellere Optionen. Die Technik ist im Down- und Upload für noch höhere Geschwindigkeiten gerüstet.
Quelle: Finanztip Recherche (Stand: 23. Januar 2026)
Welche Nachteile hat Glasfaser?
Ein Nachteil von Glasfaser ist aktuell die Verfügbarkeit. Der Glasfaser-Ausbau ist in vollem Gange, aber viele Gebiete sind noch nicht erschlossen. Wo die Bautrupps noch nicht vorbeigeschaut haben, kannst Du nur teuer einen individuellen Hausanschluss legen lassen, was durchschnittlich 20.000 Euro kostet. Praktisch bist Du also darauf angewiesen, dass Dein Ort als Glasfaser-Ausbaugebiet ausgewiesen wird.
Wenn Du im Radio, in Plakatwerbung oder in der Lokalzeitung davon hörst, dass Deine Region zum Ausbaugebiet erklärt wird, freu Dich. Und beschäftige Dich ernsthaft mit einem Anschluss während der Ausbauphase, ohne Dich an der Haustür dazu drängen zu lassen.
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