Bahncard Ab wann lohnt sich eine Bahncard für Dich?

Hermann-Josef Tenhagen
Hermann-Josef Tenhagen
Experte private Finanzen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bahncard ist eine Rabattkarte der Deutschen Bahn, es gibt sie als Bahncard 25, Bahncard 50 und Bahncard 100.
  • Mit der Bahncard 25 bekommst Du 25 Prozent Rabatt auf Flex-, Spar- und Super-Sparpreise. Bei der Bahncard 50 erhältst Du 50 Prozent auf den Flexpreis und 25 Prozent auf Spar- und Super-Sparpreise.

So gehst Du vor

  • Die Bahncard 50 ist aktuell zum Aktionspreis ab 199 Euro in der 2. Klasse erhältlich; regulär kostet sie 244 Euro. Für junge Leute gibt es die My Bahncard 50, für Senioren und Ermäßigte eigene Varianten.
  • Die Bahncard 25 rechnet sich oft schon, wenn Du im Jahr rund 252 Euro für Bahntickets ausgibst.
  • Die Bahncard 50 lohnt sich bei reinen Flexpreis-Fahrten ab 488 Euro pro Jahr.

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Angesichts steigender Flugpreise und eines teils ausgedünnten Flugangebots wird die Bahn für viele Strecken wieder attraktiver. Sie ist zudem eine der umweltfreundlichsten Möglichkeiten, längere Distanzen zurückzulegen. Eine Bahncard kann Dir helfen, die Kosten zu senken. Finanztip hat berechnet, wann sich welche Bahncard für Dich lohnt.

Welche Bahncards gibt es?

Es gibt die Bahncard 25 und 50, mit denen Du Rabatt auf Tickets bekommst, sowie die Bahncard 100 als Flatrate für unbegrenztes Bahnfahren. Zusätzlich bietet die Bahn Probe-Bahncards mit kurzer Laufzeit an, sowie vergünstigte Varianten für junge Leute und Senioren.

Bahncard 25 – 25 Prozent Rabatt auf Flex- und Sparpreise  

Mit der Bahncard 25 bekommst Du einen Rabatt von 25 Prozent. Und zwar egal, ob Du zum Flexpreis buchst, der früher Normalpreis hieß, oder ob Du Dein Zugticket zum Sparpreis kaufst. Die Variante für die 2. Klasse kostet derzeit 62,90 Euro im Jahr – für die 1. Klasse fallen 125 Euro im Jahr an.

Bahncard 50 – voller Rabatt nur auf den Flexpreis

Mit der Bahncard 50 gibt es 50 Prozent Nachlass auf den Flexpreis. Auf Sparpreise erhältst Du dagegen nur einen Nachlass in Höhe von 25 Prozent. Die Bahncard 50 kostet für die 2. Klasse 244 Euro im Jahr und für die 1. Klasse jährlich 492 Euro. 

Im Rahmen von Aktionen bietet die Bahn die Bahncard 50 regelmäßig günstiger an. Aktuell zahlst Du für die 2. Klasse 199 Euro; für junge Reisende (My Bahncard 50, 2. Klasse) sind es 64,99 Euro, für Senioren Bahncard 50, 2. Klasse 99 Euro.

Bahncard 100 – die Flatrate für Vielfahrer 

Unbegrenzt Bahnfahren zum Pauschalpreis ist mit der Bahncard 100 möglich. Mit ihr hast Du auch immer das Deutschlandticket inklusive, Du kannst also kostenlos Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen nutzen. Außerdem kannst Du ein Fahrrad kostenfrei mitnehmen. Die Bahncard 100 kostet für ein Jahr 4.899 Euro in der 2. Klasse und 7.999 Euro in der 1. Klasse.

Deutsche Bahn (Bahncard)
Rabattkarte
  • Die Bahncard 25 gewährt Rabatt auf Flex- und Sparpreise und lohnt sich bereits ab wenigen Fahrten im Jahr.
  • Die Bahncard 50 rechnet sich, wenn Du oft spontan in den Zug steigst.
  • Mit der Bahncard 50 gibt es 50 Prozent auf Flex- und 25 Prozent Rabatt auf Sparpreise.
  • Die Bahncard 100 ist nur sinnvoll, wenn Du täglich mit der Bahn fährst.

Wann lohnt sich die Bahncard 25?

Die Bahncard 25 lohnt sich für die 2. Klasse, wenn Du im Jahr mehr als rund 251,60 Euro für Bahn-Fahrkarten ausgibst. Bei der Verbindung Berlin – Köln war das in einer Stichprobe beispielsweise bereits ab der zweiten Fahrt der Fall – sofern man einen Flexpreis von 130 Euro bei einer kurzfristigen Buchung zugrunde legt. Nehmen wir dagegen an, Du buchst stets frühzeitig und ergatterst immer einen Sparpreis von 19,90 Euro – dann lohnt sich die Bahncard 25 in diesem Beispiel erst ab der 13. Fahrt.

Für häufige Bahnfahrten ist die Bahncard 25 empfehlenswert. Ihre Vorteile sind der relativ geringe Anschaffungspreis und die Möglichkeit, den Rabatt von 25 Prozent auch auf bereits reduzierte Fahrkarten (Sparpreise) zu erhalten.

Jüngere Reisende bis 26 Jahre können die noch günstigere My Bahncard 25 nutzen. Sie kostet derzeit rund 39,90 Euro für die 2. Klasse und knapp 81,90 Euro für die 1. Klasse. Sie lohnt sich in der 2. Klasse bereits bei jährlichen Fahrtkosten von knapp 160 Euro. Diese Summe erreichst Du schnell, wenn Du etwa einmal im Jahr kurzfristig und viermal mit Vorlauf eine Langstreckenverbindung buchst, zum Beispiel von Berlin nach Köln oder von Frankfurt am Main nach München.

Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren können für nur 7,90 Euro eine eigene Bahncard bekommen. Die Jugend-Bahncard 25 ist für die 1. und 2. Klasse gültig, es gibt 25 Prozent Nachlass auf den Flex- oder Sparpreis. Das ist vor allem für Teenager im Alter 15 bis 18 Jahren interessant, denn bis sechs Jahren fahren Kinder ohnehin kostenlos mit. Und bis zu vier Kinder zwischen sechs und 14 Jahre zahlen nichts in Begleitung eines Erwachsenen oder eines Jugendlichen, der ein Bahn-Ticket hat. 

Übrigens: Die Jugend-Bahncards gelten für ein Jahr und sind trotzdem günstiger als die Probe-Bahncards für Erwachsene für den Testzeitraum von drei Monaten. Diese lohnen sich erst, wenn Du über 18 Jahren bist und die Jugend-Bahncard für Dich nicht mehr infrage kommt.

Für Reisende ab 65 Jahren gibt es die Senioren-Bahncard 25. Sie kostet im Jahr 40,90 Euro für die 2. Klasse und 81,90 Euro für die 1. Klasse. In der Variante für die 2. Klasse lohnt sie sich ab jährlichen Bahnkosten von rund 164 Euro. Diesen Betrag erreichst Du in der Regel mit mehreren Langstreckenfahrten im Jahr oder wenn Du öfter spontan buchst.

Bahncard 25 – Varianten im Vergleich

Bahncard-ModellAltersgrenzeJahresbeitrag

lohnt sich ab jährlichen

Fahrtkosten von …

Bahncard 25,
2. Klasse
27 bis 64 Jahre62,90 €251,60 €
Bahncard 25,
1. Klasse
27 bis 64 Jahre125,00 €500,00 €

Probe-Bahncard 25,

2. Klasse

ab 6 Jahre19,90 €179,60 €

Probe-Bahncard 25,

1. Klasse

ab 6 Jahre39,90 €2159,60 €

Jugend-Bahncard 25,

1./2. Klasse

6 bis 18 Jahre7,90 €31,60 €

My Bahncard 25,

2. Klasse

6 bis 26 Jahre39,90 €159,60 €

My Bahncard 25,

1. Klasse

6 bis 26 Jahre81,90 €327,60 €

Senioren-Bahncard 25,

2. Klasse

ab 65 Jahre40,90 €163,60 €

Senioren-Bahncard 25,

1. Klasse

ab 65 Jahre81,90 €327,60 €

1,2 Die Probe-Bahncards gelten nur für drei Monate. Dementsprechend gelten die Berechnungen auch für diesen Zeitraum.
Quelle: Finanztip-Recherche und Berechnungen, Preisangaben und Bedingungen der Deutschen Bahn (Stand: April 2026)

Wann lohnt sich die Bahncard 50?

Finanztip empfiehlt Dir die Bahncard 50, wenn Du häufig spontan fährst und frei entscheiden willst, in welchen Zug Du einsteigst, sprich: ohne Zugbindung unterwegs sein willst. Sofern Du meistens früh buchst und zum Sparpreis fährst, bist Du mit einer Bahncard 25 deutlich besser beraten.

Wann solltest Du Dir die Bahncard 50 sparen und zur Bahncard 25 wechseln?

Nur, wenn Du häufig Tickets mit Flex-Option kaufst und dafür im Jahr rund 520 Euro ausgibst, rechnet sich die Bahncard 50 für die 2. Klasse finanziell. Gibst Du weniger aus oder nutzt Du regelmäßig Sparpreise, fährst Du mit der Bahncard 25 günstiger. Die Rechnung dahinter: Die Bahncard 50 kostet regulär 244 Euro in der 2. Klasse und 492 Euro in der 1. Klasse. Auf Sparpreise erhältst Du auch bei der Bahncard 50 nur einen Rabatt von 25 Prozent. Den Nachlass von 50 Prozent gibt es nur auf die teuren Flexpreise. 

Damit lohnt sich die Bahncard 50 ab 488 Euro Ticketkosten – diesen Betrag erreichst Du laut einer Finanztip-Stichprobe bereits mit vier Fahrten zu einem Flexpreis von 130 Euro – drei Fahrten sparen 195 Euro, vier Fahrten sparen 260 Euro. Nehmen wir dagegen an, Du buchst stets frühzeitig und ergatterst immer einen Sparpreis von 19,90 Euro – dann lohnt sich die Bahncard 50 erst ab der 25. Fahrt.

Durch Aktionspreise kann sich die Bahncard 50 deutlich früher lohnen: Kostet sie statt 259 Euro nur 199 Euro, verschiebt sich der Punkt, an dem es sich lohnt, entsprechend nach unten. Bei besonders günstigen Angeboten für junge Leute, Senioren oder ermäßigt Berechtigte – teilweise schon ab 99 Euro – rechnet sich die Karte oft schon nach wenigen Fahrten.

Sonderfall: Wann lohnt die My Bahncard 50 für junge Reisende?

Für junge Reisende bis 27 Jahre lohnt sich die My Bahncard 50 vor allem, wenn sie häufiger spontan fahren oder insgesamt viel mit der Bahn unterwegs sind. Während Aktionen ist sie besonders günstig: Vom 1. April bis 31. Juli 2026 etwa kostet sie in der 2. Klasse nur 64,99 Euro statt regulär 79,90 Euro.

Die Probe-Bahncard 50 für die 2. Klasse lohnt sich für Jugendliche nicht. Sondern erst, wenn Du über 26 Jahre alt bist. Sonst bist Du mit der My Bahncard 50 für die 2. Klasse nicht nur günstiger unterwegs, sondern auch länger – ein Jahr, statt den Testzeitraum von drei Monaten.

Die Bahncard-50 -Varianten im Vergleich: Reguläre Preise ohne Sonderaktionen  

Bahncard-ModellAltersgrenzeJahresbeitrag

lohnt sich ab jährlichen

Fahrkosten von …1

Bahncard 50,
2. Klasse
27 bis 64 Jahre244,00 €488,00 €
Bahncard 50,
1. Klasse
27 bis 64 Jahre492,00 €984,00 €

My Bahncard 50,

2. Klasse

6 bis 26 Jahre79,90 €159,80 €

My Bahncard 50,

1. Klasse

6 bis 26 Jahre241,00 €482,00 €

Probe-Bahncard 50,

2. Klasse

ab 6 Jahre76,90 €2153,80 €

Probe-Bahncard 50,

1. Klasse

ab 6 Jahre152,00 €2304,00 €

Senioren-Bahncard 50,

2. Klasse

ab 65 Jahre122,00 €244,00 €

Senioren-Bahncard 50,

1. Klasse

ab 65 Jahre241,00 €482,00 €

1 Bei einer Nutzung des 50-Prozent-Rabatts für Fahrten im Flextarif.
2 Die Probe-Bahncards gelten nur für drei Monate. Dementsprechend gelten die Berechnungen auch für diesen Zeitraum.
Quelle: Preisangaben und Bedingungen der Deutschen Bahn, Finanztip-Recherche und Berechnungen (Stand: April 2026)

Wann lohnt sich die Bahncard 100 für Dich?

Wenn Du fast täglich mit den Zügen der Deutschen Bahn unterwegs bist und im Schnitt mehr als 13,40 Euro pro Tag für Fahrscheine ausgibst, lohnt sich die Bahncard 100 in der 2. Klasse.

Für Bahn-Vielfahrer ist zudem das Deutschlandticket ohne Aufpreis in der Bahncard 100 enthalten. Du kannst damit bundesweit auch Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen nutzen. Das entspricht einem Gegenwert von 756 Euro pro Jahr. Rechnerisch wird die Bahncard 100 dadurch etwas attraktiver, da dieser Betrag beim Vergleich mit den Gesamtkosten berücksichtigt werden kann.

Wann rechnet sich ein Umstieg von der Bahncard 50 auf Bahncard 100?

Mit der Bahncard 50 zahlst Du aktuell 244 Euro pro Jahr in der 2. Klasse und bekommst 50 Prozent Rabatt auf Flexpreise. Die Bahncard 100 kostet 4.899 Euro in der 2. Klasse. Ab einem Flexpreis-Jahresvolumen von rund 9.310 Euro ist die Bahncard 100 gegenüber der Bahncard 50 günstiger.

Wer viel mit der Bahn fährt, spart mit der Bahncard 100 außerdem Zeit, weil der Ticketkauf entfällt. Zusätzlich ist das Deutschlandticket enthalten, mit dem Du bundesweit auch Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen nutzen kannst. Wenn Du überwiegend oder ausschließlich im Nahverkehr unterwegs bist, ist das Deutschlandticket die bessere Alternative. Es kostet 63 Euro im Monat, also 756 Euro im Jahr, und ist monatlich kündbar. Es gilt in Regionalzügen sowie in Bussen, Stadtbahnen und teilweise auch Fähren, aber nicht in IC, EC, ICE und anderen Fernzügen.

Die frühere Abo-Option, mit der Du die Bahncard 100 gegen einen Aufpreis monatlich statt auf einmal bezahlen konntest, gibt es seit Dezember 2022 nicht mehr.

Die Bahncard 100 im Vergleich

Bahncard-ModellKosten im Jahr bei
einmaliger Zahlung
Zusatzinfo

Bahncard 100,

2. Klasse

4.899,00 €Deutschlandticket enthalten, Fahrradmitnahme kostenlos

Bahncard 100,

1. Klasse

7.999,00 €Deutschlandticket enthalten, Fahrradmitnahme kostenlos 

Quelle: Preisangaben und Bedingungen der Deutschen Bahn, Finanztip-Recherche und Berechnungen (Stand: April 2026)

Wann fährst Du mit der Bahncard 100 günstiger als mit dem Auto?

Die monatlichen Fix-Kosten für Auto und Bahncard 100 liegen oft in einer ähnlichen Größenordnung. Ob sich die Bahncard finanziell für Dich lohnt, hängt stark davon ab, wie gut Du Dein Auto durch die Bahnnutzung ersetzen kannst.

Die Bahncard 100 kostet aktuell 4.899 Euro im Jahr in der 2. Klasse, das entspricht etwa 410 Euro im Monat. Für ein durchschnittliches Auto kannst Du insgesamt mit etwa 400 bis 600 Euro im Monat rechnen – also rund 4.800 bis 7.200 Euro im Jahr.

Wie viel kostet ein Auto

Laut Statistischem Bundesamt gaben private Haushalte im Jahr 2023 im Schnitt mindestens rund 204 Euro pro Monat für Pkw-Anschaffung sowie Kraftstoffe aus – Tendenz deutlich steigend. Gerade die Ausgaben für Benzin und Diesel unterliegen dabei deutlichen Preisschwankungen und sind zuletzt wieder gestiegen. Diese amtliche Zahl zeigt jedoch nur einen Teil der tatsächlichen Autokosten, da sie wichtige Bestandteile wie Wertverlust, Versicherung, Kfz-Steuer sowie Wartungs- und Reparaturkosten nicht vollständig abbildet.

Für eine realistische Einschätzung lohnt sich daher ein Blick auf Vollkostenrechnungen, etwa vom ADAC. Der ADAC weist keine einheitliche Durchschnittszahl aus, sondern berechnet die monatlichen Gesamtkosten für einzelne Fahrzeugmodelle. Diese liegen – je nach Fahrzeugklasse – typischerweise zwischen etwa 300 und über 700 Euro pro Monat. Für ein durchschnittlich genutztes Auto kannst Du daraus grob 400 bis 600 Euro monatlich ableiten.

Um Dir wirklich sagen zu können, ob eine Bahncard 100 Dein Auto ersetzen kann, greift der Vergleich aber zu kurz. Denn mit der Flatrate für die Bahn wirst Du wohl nicht alle Wege ersetzen, für die Du ein Auto nutzt – etwa Einkäufe, Fahrten aufs Land oder spontane Kurzstrecken. Kannst Du nicht komplett auf nahezu kostenfreie Alternativen umsteigen, also zu Fuß gehen oder das Fahrrad nehmen, entstehen in der Praxis zusätzliche Kosten. Zum Beispiel für Carsharing, Mietwagen oder Taxen.

Unterm Strich: Ein klarer finanzieller Vorteil der Bahncard 100 ergibt sich nicht automatisch. Sie kann sich rechnen, wenn Du Dein Auto weitgehend ersetzt und zusätzliche Mobilitätskosten gering hältst. Andernfalls liegst Du schnell wieder auf dem Kostenniveau eines eigenen Autos. Dafür ist Bahnfahren oft entspannter – und in der Regel auch klimafreundlicher.

Welche Ermäßigung gibt es für Studierende, Auszubildende und Co.?

Einen eigenen Studierenden- oder Azubi-Rabatt auf Bahncards gibt es nicht, ebenso wenig wie einen speziellen Tarif für Studierende oder Auszubildende auf normale Tickets bei der Deutschen Bahn. Dennoch kann sich während Studium oder Ausbildung eine My Bahncard 25 oder 50 lohnen, da sie für alle unter 27 Jahren gilt.

Wer dauerhaft zu krank ist, um zu arbeiten und eine Erwerbsminderungsrente bezieht, erhält die Bahncard 25 oder 50 zu einem ermäßigten Preis. Das gleiche gilt für Menschen mit Behinderungen ab einem Grad von mindestens 70 Prozent. Dass du berechtigt bist, weist du zum Beispiel mit einem Schwerbehindertenausweis nach. 

Ermäßigte Bahncard-Varianten im Vergleich

Bahncard-ModellJahresbeitrag

lohnt sich ab jährlichen

Fahrtkosten von …

ermäßigte Bahncard 25,

2. Klasse

40,90 €163,60 €

ermäßigte Bahncard 25,

1. Klasse

81,90 €327,60 €

ermäßigte Bahncard 50,

2. Klasse

122,00 €244,00 €1

ermäßigte Bahncard 50,

1. Klasse

241,00 €482,00 €1

1 Bei einer Nutzung des 50-Prozent-Rabatts für Fahrten im Flextarif.
Quelle: Preisangaben und Bedingungen der Deutschen Bahn, Finanztip-Recherche und Berechnungen (Stand: April 2026)

Wann lohnt sich eine Probe-Bahncard?

Eine Probe-Bahncard lohnt sich vor allem, wenn du in kurzer Zeit mehrere Bahnfahrten planst. Bei teuren Flexpreisen hast Du die Kosten oft schon nach ein bis zwei Fahrten wieder drin.

Alle Bahncard-Modelle sind auch als Probe-Bahncard erhältlich. Das kann sich lohnen, wenn Du die Rabattkarte ausschließlich für einen kurzen Zeitraum benötigst. 

Die Probe-Bahncard 25 für die 2. Klasse kostet 19,90 Euro, die Variante für die 1. Klasse 39,90 Euro. Die Probe-Bahncard 50 kostet 76,90 Euro in der 2. Klasse und 152 Euro in der 1. Klasse. Die Probe-Bahncard 100 gibt es für 1.459 Euro in der 2. Klasse; die 1. Klasse kostet 2.599 Euro.

Verlängern sich die Probe-Bahncards automatisch?

Ja und Nein. Die Probe-Bahncards 25 und 50 verlängern sich automatisch um ein Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor Laufzeitende in Textform, also auch per Mail, gekündigt werden. Nur die Probe-Bahncard 100 verlängert sich nicht automatisch.

Zu welchem Zeitpunkt solltest Du Deine Bahncard kaufen?

Es lohnt sich, auf Aktionszeiträume zu achten: Die Deutsche Bahn bietet ihre Bahncards – insbesondere die Bahncard 50 – mehrmals im Jahr deutlich vergünstigt an, häufig im Frühjahr.

Eine Bahncard kannst Du bis zu sechs Monate im Voraus kaufen. Tickets übrigens sogar bis zu zwölf Monate im Vorhinein – jeweils ab Fahrplanwechsel im Juni und Dezember. 

Gültig muss Deine Bahncard aber nicht bereits zum Zeitpunkt der Ticketbuchung sein. Erst am Reisetag musst Du sie dann vorzeigen können. Du kannst daher die Bahncard auch noch am Reisetag selbst kaufen.

Wie solltest Du die Bahncard kaufen?

Am einfachsten ist es, wenn Du Deine Bahncard direkt über die App oder auf bahn.de kaufst, nachdem Du Dich dort als Kunde oder Kundin eingeloggt hast. Dann wird die digitale Bahncard direkt in die DB-Navigator-App übernommen.

Wenn Du Deine Bahncard in einem Reisezentrum oder einer DB-Agentur gekauft hast, musst Du sie danach in Dein Kundenkonto laden. Achte dabei darauf, dass Dein Vorname, Nachname, Geburtsdatum und Deine Adresse aus der Bahncard-Bestellung exakt mit den Daten aus Deinem Kundenkonto übereinstimmen. Wenn Du beispielsweise aus Versehen beim Kauf der Bahncard Deinen zweiten Nachnamen angibst, der im Kundenkonto aber nicht steht, kann die Bahn Dein Kundenkonto nicht zuordnen. Du musst dann erneut zum Kundencenter, damit Dir dort geholfen wird. 

Gibt es die Bahncard digital und als Plastikkarte?

Es gibt die Bahncard seit Sommer 2024 nur noch in digitaler Form. Am besten, Du hinterlegst die digitale Bahncard in der Bahn-App oder auf bahn.de. 

Du kannst aber auch ohne App und sogar ohne Smartphone die Bahncard nutzen. Druck Dir einfach aus Deinem Account auf bahn.de ein PDF-Dokument mit QR-Code aus – die Bahn nennt das Ersatzdokument. 

Auch weiterhin gilt übrigens: Deine Bahncard gilt nur für Dich selbst – sie ist nicht übertragbar.

Wie kündigst Du Deine Bahncard richtig?

Wichtig: Alle Bahncards mit Ausnahme der Bahncard 100 funktionieren wie ein Abonnement. Das heißt: Sie sind ein Jahr lang gültig und verlängern sich automatisch, wenn Du nicht spätestens vier Wochen vor Laufzeitende kündigst. Das geht entweder in den „Bahncard-Services“ auf bahn.de oder mithilfe Deiner Bahn-App. Du kannst auch per Mail kündigen, dann an bahncard-service@bahn.de.

Wenn Du Dir also noch nicht sicher bist, ob Du die Karte nach einem Jahr noch brauchst, kündigst Du sie am besten gleich. Oder Du stellst Dir direkt nach der Bestellung eine Notiz in Deinen Terminkalender ein, die Dich rechtzeitig vor Fristende an die Kündigung erinnert.

Bei den Probe-Bahncards mit einer Laufzeit von drei Monaten ist die vierwöchige Kündigungsfrist besonders kurz. Kündigst Du nicht rechtzeitig, musst Du gleich das Geld für eine reguläre Bahncard hinlegen. Problem: Für die Kündigung auf bahn.de oder in der App musst Du die Nummer Deiner Bahncard angeben. Diese bekommst Du allerdings erst nach mehreren Wochen per Post zugestellt. Du kannst allerdings mit einem kleinen Trick gleich nach der Bestellung kündigen. Mach das am besten per Mail und gib dann einfach Deine Vertragsnummer an. 

Dafür kannst Du auch unser Musterschreiben verwenden. Wie Du schnell aus teuren Verträgen rauskommst, erfährst Du auch in unserem Ratgeber zum Thema Kündigung.

Verlängert sich Deine Bahncard automatisch?

Ja – Deine Bahncard verlängert sich automatisch, außer bei bestimmten Varianten wie der Bahncard 100 oder der Jugend Bahncard.

Da die Bahncard 50 und 25 als Abonnement angeboten werden, verlängern sie sich automatisch, wenn Du nicht rechtzeitig kündigst. Du musst sie für ein ganzes weiteres Jahr bezahlen, wenn Du den Vertrag nicht spätestens vier Wochen vor Ende der Laufzeit kündigst. 

Der Gesetzgeber hat zwar im März 2022 die Kündigungsfrist bei vielen automatischen Vertragsverlängerungen auf einen Monat verkürzt. Für Bahncards 25 und 50 beträgt die Kündigungsfrist aber weiterhin vier Wochen. Denn rechtlich gehst Du als Bahncard-Kunde kein Dauerschuldverhältnis ein. Sondern schließt einen Rahmenvertrag mit der Bahn darüber, günstigere Tickets kaufen zu können. Die Bahncard-Verträge fallen daher nicht unter das faire Verbraucherverträge-Gesetz und den neu geregelten Paragrafen 309 Nr. 9 BGB. Diese für Verbraucher verbesserten Regelungen gelten aber für die Bahncard 100 und Streckenzeitkarten. 

Autoren
Hendrik Buhrs

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