Bei der Anschlussfinanzierung musst Du im Wesentlichen drei Fragen beantworten:
- Wie hoch soll die neue Kreditsumme sein?
- Wie hoch soll die neue Monatsrate sein?
- Wie lang möchtest Du die neue Kondition festschreiben?
Bei jeder dieser Checklisten-Fragen hat Finanztip einige Hinweise für Dich.
Wie hoch soll die neue Kreditsumme sein?
Die neue Kreditsumme kann höher oder niedriger als die aktuelle Restschuld sein. Grundsätzlich ist die Anschlussfinanzierung eine gute Gelegenheit, den offenen Geldbetrag zu verringern, denn anders als bei einer vorzeitigen Kündigung wird keine Vorfälligkeitsentschädigung fällig.
Rein rechtlich ergibt sich diese Möglichkeit aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 489 Abs. 1 BGB). Demnach kannst Du den Darlehensvertrag zum Ende der Zinsbindung mit einer Frist von einem Monat kündigen.
Wie verringerst Du die Kreditsumme?
Geld, das Du in der Zwischenzeit angespart oder etwa geerbt hast, kannst Du also der Bank auf den Tisch legen und damit die Kreditsumme für den nächsten Abschnitt der Finanzierung verringern. Das bedeutet: Du sparst ordentlich Zinsen.
In der Praxis kannst Du dies mit Deiner bisherigen Bank besprechen, wenn diese sich mit der neuen Zinsvereinbarung bei Dir meldet. Dann ist es in der Regel kein Problem, zusätzliche Zahlungen bei der Anschlussfinanzierung zu berücksichtigen.
Gehst Du dagegen zu einer neuen Bank, beantragst Du dort einen entsprechend niedrigeren Kreditbetrag, der den alten Kredit ablösen soll. Den Unterschied zur alten Kreditschuld überweist Du dann selbst an die alte Bank.
Wie erhöhst Du die Kreditsumme?
Benötigst Du zusätzliches Geld, etwa für eine energetische Sanierung, kannst du dies mit der Anschlussfinanzierung beantragen.
Geht der gesamte Darlehensbetrag dabei nicht über die ursprüngliche Kreditsumme der Erstfinanzierung hinaus, so wird die Bank keine zusätzliche Absicherung im Grundbuch eintragen, sondern sich mit der bisherigen Grundschuld zufriedengeben.
Zur Prüfung Deines zusätzlichen Kreditwunsches wird sie jedoch Unterlagen zu dem Vorhaben benötigen.
Wie hoch soll die neue Monatsrate sein?
Am einfachsten ist es sicherlich, wenn Du Deine bisherige Bankrate beibehältst. Du hast schließlich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass diese Rate für Dich tragbar ist.
Allerdings ist die Anschlussfinanzierung auch eine gute Gelegenheit, die Monatsrate neu einzustellen. Das ist immer dann sinnvoll, wenn sich Deine Einnahmen und Ausgaben geändert haben.
Wie kannst Du die Monatsrate verringern?
Es kann sein, dass die alte Monatsrate für Deine aktuelle finanzielle Situation zu hoch ist. Mach dann einen Vorschlag für eine niedrigere Monatsrate. Die Bank wird Dir dann sagen, ob sie diesen Vorschlag akzeptieren kann. Sie achtet dabei darauf, dass Du den Kredit in einer vertretbaren Zeit zurückzahlst.
Wie kannst Du die Monatsrate erhöhen?
Mit einer höheren Monatsrate zahlst Du den Baukredit schneller zurück – immer vorausgesetzt, die Zinsen sind nicht gestiegen. Dann solltest Du mit der Bank darüber sprechen und die Rate anpassen.
Wie lange möchtest Du die neue Kondition festschreiben?
Es kann passieren, dass sich Deine Lebensumstände absehbar verändern, etwa weil Du voraussichtlich in eine andere Stadt ziehst. Dann kann es sinnvoll sein, eine eher kurze Zinsbindung (zum Beispiel fünf Jahre) zu wählen, damit Du keine hohe Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank zahlen musst, wenn Du Dein Haus verkaufst.
Vielleicht rechnest Du aber auch mit steigenden Zinsen und möchtest Dir die niedrigen Zinsen sichern. In diesem Fall solltest Du eher eine lange Zinsbindung wählen. Es lohnt sich immer, die verschiedenen Möglichkeiten abzuwägen.
Insgesamt ist es ratsam, die neue Finanzierung so einzustellen, dass Du spätestens zum Renteneintritt schuldenfrei bist.