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24 % weniger Rente: So viel mehr müssen Mütter fürs Alter vorsorgen

Frauen bekommen 24 % weniger gesetzliche Rente. Neben weniger Gehalt ist auch Teilzeit-Arbeit ein großer Faktor, vor allem bei Müttern. So viel mehr sollten sie fürs Alter zurücklegen.

Jan Scharpenberg Rente
24 % weniger Rente: So viel mehr müssen Mütter fürs Alter vorsorgen

Weniger Rente: Teilzeitfalle kostet Rentenpunkte
Doppelte Einbußen: Auch private Vorsorge wird schwieriger
Lösung: Ausgleich vom Staat nutzen, Partner ins Boot holen

Schon 2025 haben wir berechnet: Eigentlich sollten Frauen etwa 20.000 € mehr fürs Alter zurücklegen als Männer – weil sie länger leben. Es passiert aber eher das Gegenteil: Viele Frauen wechseln in Teilzeit, wenn sie ein Kind bekommen, verdienen weniger als Männer und zahlen weniger in die gesetzliche Rente ein.

Wie stark sich das auf die Altersvorsorge auswirkt, zeigt das Beispiel von Jasmin: Sie ist 27, verdient monatlich rund 2.800 € netto und spart einen Teil davon für später.

Doppelte Einbußen

Mit 32 Jahren möchten sie und ihr Freund Max ihr erstes Kind bekommen. Dafür plant sie ein, nach einem Jahr Elternzeit etwa neun Jahre lang in Teilzeit (50 %) zu gehen.

Was viele unterschätzen: Diese Entscheidung wirkt sich doppelt auf ihre Altersvorsorge aus –  in Rentenpunkten und bei der privaten Altersvorsorge

So viel weniger gesetzliche Rente bekommt Jasmin

Je mehr Rentenpunkte Jasmin über ihr Leben sammelt, desto höher fällt die gesetzliche Rente aus. Während sie in Vollzeit etwa einen Punkt pro Jahr sammelt, bekommt sie bei halbem Gehalt nur 0,5 pro Jahr.

Sie verliert also 4,5 Rentenpunkte in Teilzeit und einen in Elternzeit – umgerechnet würde sie etwa 225 € weniger gesetzliche Rente pro Monat bekommen. Würde? Ja, denn weil sie Mutter ist, bekommt sie noch zusätzliche Punkte:

Ausgleich vom Staat

Da Jasmin sich hauptsächlich um das Kind kümmert, kann sie für die ersten drei Jahre Mütterrente beantragen: Sie bekommt pro Jahr einen Rentenpunkt extra – auch wenn sie nebenbei arbeitet. Das gilt pro Kind. Sind Deine Kinder vor 1992 geboren, erhältst Du aktuell nur 2,5 Punkte pro Kind extra. Erst ab 2027 gibt's auch hier drei Punkte.

Außerdem bekommt Jasmin aus den Kinderberücksichtigungszeiten (KBZ) dann zusätzliche Rentenpunkte. Denn sie verdient zwischen dem dritten und zehnten Lebensjahr ihres Kindes weniger als einen Rentenpunkt pro Jahr. Dafür gibt es 50 % Rentenpunkte mehr – maximal wird auf einen Punkt aufgestockt.

Auf 0,5 Rentenpunkte pro Jahr aus der Teilzeit-Arbeit, bekommt sie 0,25 Punkte extra. Insgesamt also 0,75 pro Jahr.

Kaum Rentenpunkte verloren

Ohne Kind sammelt sie in zehn Jahren Vollzeitarbeit etwa 10 Rentenpunkte. Mit Kind sammelt sie:

  • 4,5 RP aus 9 Jahren Teilzeit
  • + 3 RP aus der Mütterrente
  • + 1,75 RP aus den KBZ
  • = 9,25 RP

Das sind gerade mal knapp 32 € weniger Monatsrente im Alter im Vergleich zur Vollzeit-Arbeit. Das eigentliche Problem kommt jetzt:

Privat vorsorgen: Wie viel mehr müssen Mütter zurücklegen?

Jasmin hat eine Rentenlücke von etwa 910.000 €. So viel fehlt ihr nach Einrechnung der gesetzlichen Rente über den gesamten Ruhestand, wenn sie etwa 100 Jahre alt wird und ihren Lebensstandard halten möchte. Klingt irre viel, dafür ist die Inflation da schon eingerechnet: Bis Jasmin 67 ist sind die Preise ja stark gestiegen und steigen weiter. Diese Summe muss sie also privat ansparen.

Ohne Kind würde es reichen, wenn Jasmin ab dem 27. Lebensjahr immer 14 % ihres Nettogehalts spart und in weltweite Aktien-ETFs anlegt, um ihre Rentenlücke zu schließen. Mit 27 sind das etwa 390 € im Monat. Diese Summe erhöht sie dann immer weiter mit ihren Gehaltserhöhungen. 

Setzt Jasmin hingegen zehn Jahre Sparrate aus, müsste sie in der restlichen Zeit rund 21 % vom Netto sparen – mit 27 schon etwa 590 € monatlich, also 200 € mehr. Das ist viel und Jasmin kann sich das nicht dauerhaft leisten. 

So lösen Jasmin und Max das Problem

Das Paar diskutiert, wie sie das gemeinsam stemmen können. Entweder beide reduzieren ihre Sparrate in der Familienphase leicht – das Geld ist immerhin knapp. Im besten Fall aber übernimmt Max mehr laufende Kosten, sodass Jasmin trotz Teilzeit weiter 14 % ihres Vollzeitgehalts sparen kann.

Unser Tipp: Sprecht als Eltern früh darüber und findet eine Lösung, die für Euch langfristig fair und machbar ist.

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