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Gold jetzt über 4.000 €: Jetzt noch einsteigen?

Der Goldpreis hat erstmals die Marke von 4.000 € pro Feinunze überschritten. Was steckt hinter dem neuen Rekordhoch? Und solltest Du jetzt noch investieren?

Nadine Graf
Nadine Graf Geldanlage
Gold erstmals über 4.000 €: Lohnt sich der Einstieg noch?

Gold klettert auch Anfang 2026 von einem Rekordhoch zum nächsten: Mittlerweile ist eine Feinunze (ca. 31 g) über 4.000 € wert (Stand: 19. Januar 2026, 18:00 Uhr). Laut gold.de stieg der Preis 2025 um rund 50 %.

Warum ist der Goldpreis schon wieder gestiegen?

Es gibt mehrere Faktoren, die hinter den jüngsten Anstiegen stehen und den Goldpreis anheizen könnten:

  • Zinsen spielen eine große Rolle: Gold bringt keine Zinsen, der Goldpreis reagiert aber auf das Zinsniveau. Senken Zentralbanken die Leitzinsen, macht das andere Geldanlagen weniger ertragreich – und Gold oft attraktiver. Meist reicht dafür schon die Erwartung auf sinkende Zinsen aus, wie wir sie gerade in den USA sehen.
  • Streit um die US-Notenbank: US-Präsident Trump kritisiert die amerikanische Notenbank Fed immer wieder öffentlich und fordert eine lockerere Geldpolitik. Das sorgt für Unruhe an den Märkten, weil die Fed eigentlich unabhängig entscheiden soll. Wenn Zweifel an dieser Unabhängigkeit aufkommen, suchen viele Sicherheit – und landen dabei oft beim Gold.
  • Der Dollar schwächelt: Gold wird in US-Dollar gehandelt. Wenn der Dollar schwächer wird, ist Gold für Käufer aus anderen Ländern günstiger. Außerdem nutzen manche Gold ganz bewusst als Alternative zum Dollar. Beides treibt den Goldpreis nach oben.
  • Die Welt ist politisch unruhig: Kriege, Konflikte und politische Spannungen sorgen weltweit für Unsicherheit. In solchen Phasen greifen viele lieber zu Anlagen, die sie für stabil halten. Gold gilt seit jeher als sicherer Hafen – entsprechend steigt die Nachfrage.
  • Zentralbanken kaufen kräftig ein: Viele Zentralbanken stocken ihre Goldreserven auf. Sie wollen weniger abhängig vom US-Dollar sein und ihre Rücklagen breiter aufstellen. Diese zusätzlichen Käufe sorgen dafür, dass die Nachfrage nach Gold hoch bleibt.
  • Neue Zolldrohungen: Auch der Streit rund um Grönland sorgt für zusätzliche Unruhe. In dem Zusammenhang hat Trump wieder mit neuen Zöllen gedroht. Antwortet die EU mit Gegenzöllen darauf, könnte sogar eine Spirale entstehen. Solche Aussichten schüren die Angst vor neuen Handelskonflikten und machen die Weltwirtschaft insgesamt unsicherer. 

Solltest Du jetzt auf Gold setzen? 

Das hängt davon ab, ob Du generell in Gold investieren möchtest – zum Beispiel, um Dein Vermögen breiter aufzustellen. Wenn ja, spielt es praktisch keine Rolle, zu welchem Kurs Du einkaufst. Du könntest also auch jetzt auf dem Allzeithoch einkaufen, das gleiche würden wir Dir auch bei einem Allzeithoch des MSCI World raten.

Entscheidend ist, welchen Plan Gold in Deinem Vermögen spielt – wenn Du es langfristig hältst und mit den Nachteilen leben kannst, spricht nichts gegen ein Investment, trotz des hohen Kurses. 

Wenn Du bisher nicht vorhattest, ist Gold umgekehrt aber auch kein Muss in Deinem Vermögensaufbau. Denn auch wenn der aktuelle Goldkurs durchaus beeindruckt, Gold und andere Edelmetalle haben auch Nachteile:

  • Gold und Co. liefern keine Zinsen (wie ein gut verzinstes Tagesgeldkonto) oder Dividenden (wie Aktien oder ETFs). Du bist allein auf potenzielle Wertsteigerungen angewiesen.
  • Zudem ist es – genau wie bei Aktien oder ETFs – nicht möglich, den Goldpreis der Zukunft vorherzusagen. Fest steht aber: In der Vergangenheit hat der Goldpreis stärker geschwankt als der weltweite Aktienindex MSCI World und langfristig nicht einmal halb so viel Rendite gebracht.
  • Du musst Dir überlegen, wo Du Gold aufbewahrst. Bei Dir zuhause hast Du zwar keine Kosten für die Aufbewahrung, bei einem Einbruch zahlt die Hausratversicherung aber oft nur einen Anteil am Verlust, wenn Gold oder Schmuck gestohlen werden – außer, Du hast die Gegenstände in einem fest verankerten Safe gelagert.
  • Im Bankschließfach fallen hingegen Kosten von i. d. R. einigen Hundert Euro pro Jahr an. Dort sind Deine Goldreserven zwar sicherer, Du kommst aber nicht mehr so einfach dran. 

Alternative zu echtem Gold: ETCs 

Diese Gold-Wertpapiere kannst Du an der Börse kaufen und verkaufen und so an der Preisentwicklung teilnehmen. Nachteil hier: Als Wertpapier versteuerst Du die ETC-Gewinne genau wie die Deines Aktien-ETFs mit 25 % Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Während Kursgewinne bei echtem Gold nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei sind. 

Ausnahme: Gold-Wertpapiere sind frei von Abgeltungsteuer, sofern sie den Anspruch zur Lieferung von physischem Gold beinhalten. Auf Gewinne aus Wertpapieren, die diesen Lieferanspruch nicht miteinschließen, fällt dagegen Abgeltungsteuer an.  

Beispiele für Gold-ETCs mit Lieferanspruch sind Xetra Gold, ein auf dem Börsenplatz Xetra gehandeltes Wertpapier auf den Goldpreis, oder Euwax Gold II. Dafür gelten die gleichen Regeln wie bei echtem Gold. Sprich: nach einem Jahr Haltedauer sind die Gewinne ebenfalls vollständig steuerfrei. Wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als zwölf Monate liegen, musst Du den Gewinn mit Deinem Einkommensteuersatz versteuern. Es gibt aber eine Freigrenze und die liegt aktuell bei 1.000 €. 

Gold-Wertpapiere mit Lieferanspruch sind vor allem dann interessant, wenn Du schnell und einfach in Gold investieren willst, Dich aber nicht um Sicherheit oder Lagerung von echtem Gold kümmern willst oder kannst. Nicht bei allen Depotanbietern sind Gold-ETCs erhältlich, auch die laufenden Produkt- und Verwahrkosten sind unterschiedlich. 

Fazit

Gold gilt generell als langfristige Krisenwährung, die schon so manche Währungsreform überstanden hat und weniger stark von der Inflation betroffen ist als Euro oder Dollar. Weil die Goldreserven weltweit begrenzt sind, behält das Edelmetall höchstwahrscheinlich einen gewissen Sachwert. Gewinne sind nach einem Jahr Haltedauer übrigens steuerfrei. 

Wenn Du schon länger planst, in Gold zu investieren, sollte Dich der aktuelle Höchststand (wie bei ETFs auch) nicht davon abhalten, zu investieren. Es könnte zwar irgendwann wieder einen günstigeren Einstiegszeitpunkt geben, vielleicht aber auch nicht. Und in der Zwischenzeit verpasst Du unter Umständen weitere Kursanstiege. 

Wenn Du also unbedingt in Gold investieren möchtest, spricht abseits der genannten Nachteile auch nichts dagegen. Wir empfehlen Dir aber, nicht mehr als 10 % Deines Vermögens in Gold zu stecken. Die günstigsten Preise für Barren und Münzen findest Du auf Vergleichsportalen. Wir empfehlen gold.de oder gold-preisvergleich.de.

Wenn ein Gold-Investment für Dich in Frage kommt, liest Du in unserem Ratgeber Gold kaufen, wie Du am besten vorgehst.

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