Lohnt sich der Aufwand? So viel bringt Tagesgeld-Hopping wirklich

Wenn Du Dein gespartes Geld ständig zum bestverzinsten Tagesgeldkonto verschiebst – wie viel mehr Zinsen kassiert Du dann wirklich? Wir haben nachgerechnet – und sagen Dir, ob sich der Aufwand lohnt.

Saidi Sulilatu
Saidi Sulilatu Finanztip-Chefredakteur
Lohnt sich der Aufwand? So viel bringt Tagesgeld-Hopping wirklich

Viele Menschen jagen den besten Tagesgeld-Angeboten hinterher, um immer das Maximum aus ihrem Ersparten herauszuholen. Lass uns mal checken, ob sich das lohnt oder der Aufwand doch zu groß ist.

Was ist Tagesgeld-Hopping?

Viele Banken locken mit befristeten Aktionszinsen, zum Beispiel 3 % p. a. für vier Monate. Danach fällt der Zinssatz meist auf ein deutlich niedrigeres Niveau zurück.

Tagesgeld-Hopper nutzen genau das: Sie wechseln für den Aktionszeitraum zur Bank mit den besten Zinsen und danach direkt zur nächsten. So sichern sie sich ständig die besten Konditionen. Die Schufa bleibt davon unberührt. 

Die besten Aktionszinsen bekommst Du aktuell bei Raisin Startzins (3,2 % p. a. für 3 Monate), TF Bank (2,8 % p. a. für 4 Monate) und Volkswagen Bank (2,9 % p. a. für 6 Monate).

Klingt anstrengend – muss ich das machen?

Nein, Tagesgeld-Hopping ist kein Muss. Gute Zinsen sind zwar wichtig, damit Dein Geld nicht inflationsbedingt an Wert verliert. Aber Du musst nicht ständig das Konto wechseln. In unserem Tagesgeld-Vergleich findest Du auch Banken, die seit über zwölf Monaten zuverlässig hohe Zinsen zahlen – ganz ohne Hopping.

Unsere Empfehlung: Prüf einmal im Jahr Deine Zinsen. Wenn es deutlich bessere Angebote gibt, lohnt sich ein Wechsel.

Tagesgeld-Hopping vs. stabile Zinsen: Zwei Beispiele

Fall 1: Ihr fangt gerade erst an zu sparen

Ihr startet als Paar mit dem Aufbau Eures Notgroschens. Ihr spart je 400 € im Monat auf ein Tagesgeldkonto, entscheidet euch aber für unterschiedliche Herangehensweisen: 

  • Du bleibst bei einer Bank, die mit 1,75 % p. a. seit Langem stabile Zinsen bietet. Ergebnis nach einem Jahr: 4.800 € Einzahlungen + 45,50 € Zinsen
  • Deine Partnerin bzw. Dein Partner nutzt zweimal hintereinander einen Aktionszins von 3 % für jeweils sechs Monate: 4.800 € Einzahlungen + 78 € Zinsen
  • Ergebnis: Das Tagesgeld-Hopping bringt 50 € mehr Zinsen

Fall 2: Einige Jahre später – Ihr habt bereits je 10.000 € angespart

Ihr nutzt das Finanztip-Prinzip: 15 % für den ETF-Sparplan und nur noch 5 % aufs Tagesgeldkonto – also 100 € pro Monat. Ihr habt beide wieder dieselben Zinskonditionen – also 1,75 % und 3 % p. a. 

  • Dein Ergebnis nach einem Jahr: 10.000 € Startkapital + 1.200 € Einzahlungen + 186,38 € Zinsen
  • Deine bessere Hälfte nutzt wieder Aktionszinsen und erhält: 10.000 € Startkapital + 1.200 € Einzahlungen + 319,50 € Zinsen
  • Ergebnis: Das Tagesgeld-Hopping bringt 133,12 € mehr Zinsen

Hinweis: In beiden Fällen sind die Zinsen hier vor Steuern.

Übrigens: Deine Zinserträge mit Zinseszins kannst Du ganz leicht mit unserem Sparrechner selbst nachrechnen – und so prüfen, ob sich der Aufwand für Dich lohnt.

Lohnt sich Tagesgeld-Hopping für Dich?

Je mehr Geld Du gespart hast, desto mehr lohnt es sich. Hopping bedeutet aber auch Aufwand: Du musst Angebote vergleichen, Konten eröffnen und rechtzeitig wieder wechseln. Wenn Du Lust darauf hast und gern optimierst, kann das eine Option für Dich sein. Denk aber daran, den Wechselzeitpunkt nicht zu verpassen – sonst landest Du am Ende doch wieder bei sehr niedrigen Zinsen.

Wenn Dir Hopping zu anstrengend ist, kein Problem. Am wichtigsten ist, dass Du einmal im Jahr Deine Zinsen überprüfst – am besten mit dem Finanztip-Tagesgeld-Vergleich. Such Dir eine Bank aus, die seit mindestens einem Jahr gute Zinsen zahlt. Aktuell empfehlen wir unter anderem Ayvens Bank (2,3 % p. a.) und Gefa Bank (1,9 % p. a.).

Tagesgeld-Einmaleins: Deshalb brauchst Du ein Tagesgeldkonto

Wenn es geht, solltest Du etwa 20 % Deines Nettoeinkommens sparen. Das ist Dir zu viel? Das geht vielen so. Betrachte die 20 % einfach als Zielwert. Starten kannst Du auch mit weniger. Davon baust Du zuerst Deinen Notgroschen auf (ca. drei bis sechs Nettomonatsgehälter) und zahlst Deine Schulden ab.

Ist beides erledigt, sollten grob 15 % in Deinen weltweiten ETF-Sparplan und rund 5 % auf ein Tagesgeldkonto für kurzfristige Sparziele (z. B. Urlaub) fließen. Der Vorteil: Du bekommst mehr Zinsen als auf Deinem Girokonto – häufig genug, um zumindest teilweise die Inflation auszugleichen. Gleichzeitig ist Dein Geld sicher und jederzeit verfügbar.

Wir testen regelmäßig die besten Tagesgeldkonten und -zinsen. Eine Auswahl findest du unter diesem Text. 

Deine Finanzen. Deine App.

Verpasse dank Push-Nachrichten keine News, Spartipps oder wichtigen To-Dos mehr, erhalte einen Überblick über Deine Finanzen mit dem Finanztip Check-Up und speichere wichtige Inhalte für später.

Hol Dir die App

Werde jetzt Teil unserer Mission für mehr Finanzbildung!

Mit Deinem monatlichen Beitrag stärkst Du die Finanztip Stiftung und hilfst, unser Angebot auszubauen. Als Unterstützer erhältst Du zudem exklusiven Zugang zu Expertengesprächen und zur kompletten Finanztip Academy.

Unterstütze uns

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.