PKV-Beiträge: Im Schnitt 13 % höher als 2025
Tipp: Interner Tarifwechsel kann Beiträge senken
Weitere Optionen: Anbieterwechsel und Rückkehr in die GKV
Viele Versicherte der privaten Krankenversicherung (PKV) haben in den vergangenen Wochen Post von ihrem Anbieter bekommen:
- Die DKV hat über eine Beitragserhöhung zum 1. April 2026 informiert
- Bei der HUK-Coburg gilt eine Anpassung bereits seit 1. März
Solche unterjährigen Erhöhungen sind auch in der PKV keine Seltenheit. Außerdem zahlen Privatversicherte schon seit Jahresbeginn mehr – im Schnitt sind die Beiträge zum Vorjahr um rund 13 % gestiegen.
Was Du gegen steigende PKV-Beiträge tun kannst
Wenn Du davon betroffen bist, musst Du die Erhöhung aber nicht einfach hinnehmen. Es gibt Möglichkeiten, Deinen Beitrag zu senken:
1. Interner Tarifwechsel
Den kannst Du jederzeit prüfen lassen. Du bleibst dann bei Deinem Anbieter, wechselst aber in einen anderen Tarif – oft mit ähnlichen oder etwas reduzierten Leistungen und einem niedrigeren Beitrag.
Die Vorteile:
- Deine Altersrückstellungen bleiben erhalten. Das ist wichtig, weil diese Rücklagen Deinen Beitrag im Alter stabilisieren sollen
- Ein Wechsel ist ohne neue Gesundheitsprüfung möglich, wenn der neue Tarif vergleichbare oder geringere Leistungen bietet
Lass Dich von Deinem Versicherer beraten
Damit Dein Versicherer Dir passende Alternativen zeigt, kannst Du ihn schriftlich um eine kostenlose Tarifberatung bitten – er ist dazu verpflichtet. Wir haben dafür ein Musterschreiben (Word-Dokument) erstellt, das Du einfach als Vorlage nutzen kannst.
Schau Dir die Angebote Deines Versicherers aber genau an. Manche günstigeren Tarife haben z. B. einen deutlich höheren Selbstbehalt oder weniger Leistungen. Einen höheren Selbstbehalt kannst Du später nur mit einer erneuten Gesundheitsprüfung senken lassen.
Und auch einen Leistungsverzicht kannst Du später nicht ohne Weiteres rückgängig machen. Vielleicht brauchst Du diese Leistungen heute nicht, aber im Alter? Was wir bei der privaten Krankenversicherung für besonders wichtig halten, haben wir für Dich in dieser Leistungsübersicht (PDF) zusammengestellt.
2. Anbieter wechseln
Du kannst theoretisch auch zu einer komplett anderen privaten Krankenversicherung wechseln. In der Praxis lohnt sich das aber nur selten.
Der Grund: Beim Wechsel verlierst Du in der Regel einen großen Teil Deiner Altersrückstellungen. Außerdem musst Du eine neue Gesundheitsprüfung durchlaufen. Beides führt oft dazu, dass der neue Tarif am Ende teurer wird als Dein bisheriger.
Wenn Du erst seit kurzem in der PKV bist, kann sich ein Anbieterwechsel eher lohnen. Deine Altersrückstellungen sind dann noch nicht so hoch – und die Nachteile fallen weniger stark ins Gewicht.
Eine unabhängige Beratung kann helfen
Lass Dich beim Anbieterwechsel unabhängig beraten – etwa bei spezialisierten Versicherungsmaklern.
Wir empfehlen Hoesch & Partner, von Buddenbrock Concepts, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung, BVLG Beamtenversorgung leicht gemacht und Fachzentrum Finanzen Dieter Homburg.
3. Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung
Das geht nur unter bestimmten Voraussetzungen:
- Wenn Du unter 55 bist und Dein Einkommen so weit reduzierst, dass es unterhalb der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € liegt. Dazu musst Du Dein Gehalt für mindestens drei Monate deutlich reduzieren. Oder wenn Du Deine Selbstständigkeit aufgibst und ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis beginnst. Auch dann musst Du aber unter den 77.400 € liegen
- Für Menschen über 55 ist der Wechsel in die GKV nur unter sehr speziellen Bedingungen möglich – zum Beispiel über die Familienversicherung des Partners. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber “Rückkehr in die GKV”
In unserem GKV-Vergleich 2026 haben HKK, TK, Audi BKK und DAK-Gesundheit am besten abgeschnitten. Mehr zu ihren Leistungen liest Du in unserem GKV-Ratgeber.
Unser Tipp: Zuerst Tarifwechsel prüfen
Bevor Du über einen Wechsel des Versicherers nachdenkst, solltest Du zunächst einen internen Tarifwechsel prüfen lassen. Oft kannst Du so Beiträge sparen, ohne wichtige Vorteile Deiner bestehenden Versicherung zu verlieren. Schau bei den Details aber ganz genau hin und triff keine voreiligen Entscheidungen.