Erstens: Schwierige Rückkehr in die GKV
Zweitens: Kinder nicht kostenlos mitversichert
Drittens: Elternzeit wird teurer
Ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) fühlt sich erstmal wie ein Upgrade an: schnellere Termine und niedrigere Beiträge – zumindest am Anfang. Wie teuer die PKV später werden kann, wird oft nicht klar gesagt – auch weil sich das schlechter verkauft.
Und es gibt noch weitere Nachteile:
1. Rückkehr in die GKV ist schwierig
Bist Du über 55, hast Du geringe Chancen zurück zu einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) zu wechseln. Wenn Du jünger bist, musst Du mit Deinem Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) liegen – 2026 sind das 77.400 €.
Das geht z. B. durch Arbeitslosigkeit, Sabbatical oder weniger Gehalt, meist per Teilzeitbeschäftigung. In aller Regel wirst Du also auf Einkommen verzichten müssen.
Besonders wichtig bei kurzfristiger Teilzeit:
- Bist Du kürzer als drei Monate in Teilzeit, kann die GKV Deinen Vertrag rückabwickeln. Dann bleibst Du in der PKV. Außerdem kannst Du Deine PKV erst kündigen, wenn die GKV bestätigt, dass Du dort versichert bist
- Wenn Deine Teilzeit von Anfang an befristet ist, zählt Dein Einkommen aufs ganze Jahr gerechnet. Bedeutet: Die Summe aus Voll- und Teilzeitgehalt muss unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Ist das nicht der Fall, kannst Du trotz Teilzeit nicht in die GKV wechseln
2. Kinder kosten extra
Im Gegensatz zur GKV zahlst Du in der PKV für jedes Kind einen eigenen Beitrag. Dein Arbeitgeber zahlt grundsätzlich 50 % Deiner Beiträge – auch für Deine Kinder. Allerdings nur bis zu einem Höchstbetrag von 508,59 € (Stand 2026).
Dieser Zuschuss gilt für alle Beiträge zusammen. Liegen Deine Beiträge für Dich und Deine Kinder insgesamt über 1.017,18 €, musst Du alles darüber hinaus allein zahlen.
3. Elternzeit wird teuer
In der Elternzeit fällt der Arbeitgeberanteil weg, sodass Du in der Regel doppelt zahlst. Zum Beispiel: Wenn Du und Dein Arbeitgeber zuvor je 300 € gezahlt haben, dann zahlst Du während der Elternzeit 600 €.
Bist Du stattdessen freiwillig in der GKV versichert, zahlst Du zwar auch weiter Krankenversicherungsbeiträge. Meist aber nur den Mindestbeitrag von rund 185 € plus Zusatzbeitrag.
Für wen sich die PKV lohnen kann
Ein Wechsel in die PKV sollte also gut überlegt sein. Es kann sich lohnen, wenn Du jung, gesund bist und so gut verdienst, dass Du genug fürs Alter zurücklegen kannst, um Deine PKV-Beiträge langfristig bezahlen zu können.
Es ist eine Entscheidung fürs Leben, keine kurzfristige Sparmaßnahme.
Was Du jetzt tun solltest
Wenn Du Dich dafür entscheidest, solltest Du Dich von einem spezialisierten Versicherungsmakler beraten lassen. Aktuell empfehlen wir Hoesch & Partner, von Buddenbrock Concepts, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung, BVLG Beamtenversorgung leicht gemacht und Fachzentrum Finanzen Dieter Homburg.
Nutz unsere kostenlose Checkliste (PDF), um Dich auf das Beratungsgespräch vorzubereiten.
Denk an Dein Krankentagegeld
Besonders wichtig: Versicher beim Wechsel in die PKV Dein Krankentagegeld mit – direkt bei Deiner PKV oder einem anderen Versicherer. Denn gesetzliches Krankengeld bekommen Privatversicherte nicht.
Unser Tipp: Um einen passenden Krankentagegeld-Tarif zu finden, solltest Du Vergleichsportale wie Acio nutzen. Wie Du dort möglichst leistungsstarke Tarife findest, liest Du in unserem Ratgeber zum Krankentagegeld.
Sparen in der GKV
Entscheidest Du Dich gegen die PKV, kannst Du auch in der GKV viel Geld sparen: Mit einem Wechsel zu einer unserer Empfehlungen sind je nach Vorversicherer mehrere Hundert Euro Ersparnis im Jahr drin.
Wir empfehlen HKK, TK, Audi BKK und DAK Gesundheit. Welche Kasse am besten zu Dir passt, zeigt Dir unser Finanztip-Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung.