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Welches Risiko Du beim Silber-Hype vielleicht übersiehst

Der Silberpreis steigt und steigt – Doch bevor Du jetzt Dein Depot umschichtest, werfen wir einen Blick auf die Zahlen. Denn was im Schaufenster glänzt, entpuppt sich für Privatanleger oft als Risiko. Unser Fazit: Silber brauchst Du nicht – wenn schon Edelmetall, dann bleib bei Gold.

Nadine Graf
Nadine Graf Geldanlage

Wenn Gold gerade so gefragt ist – gilt das nicht auch für Silber? Der Gedanke liegt nahe. Tatsächlich hat Silber noch stärker zugelegt: Laut gold.de stieg der Silberpreis auf Jahressicht um etwa 200 %. Damit gehörte Silber phasenweise zu den stärksten Rohstoffen überhaupt.  

Aktuell kostet eine Feinunze Silber (ca. 31 g) rund 84 € (Stand: 30. Januar 2026). Diese Woche erreichte der Silberpreis ein Rekordhoch von fast 98 Euro. Kein Wunder also, dass sich viele fragen: Ist Silber ein gutes Investment? 

Das hängt davon ab, wie Du die Stärken und Schwächen von Silber für Deine Geldanlage bewertest. Ein genauer Blick auf die Vor- und Nachteile hilft bei der Einordnung.

Vorteile von Silber

Nachfrage der Industrie: Silber ist ein vergleichsweise seltenes Edelmetall und unempfindlich gegenüber Korrosion und Hitze. Deshalb wird es nicht nur als Geldanlage genutzt, sondern ist vorrangig ein Industriemetall. Zum Beispiel die Elektronik-, Solar-, Medizin- und Autoindustrie benötigen Silber. In E-Autos beispielsweise ist besonders viel Silber.

Kurzfristige Rekordrenditen: Der Silberpreis erklimmt immer neue Rekorde. Anfang 2026 hat der Silberpreis auf Jahressicht ein Plus von über 240 % zu verzeichnen.

Nachteile von Silber

Hohe Schwankungen: Silber ist stärker von der Industrienachfrage und der allgemeinen Konjunktur abhängig als Gold. Das führt zu einer höheren Volatilität: Die Preise schwanken oft kräftiger – nach oben, aber auch nach unten. Lässt sich beispielsweise ein wichtiges Bauteil mit einem günstigeren Metall herstellen, kann das den Silberkurs direkt auf Talfahrt schicken.

Steuern und hohes Aufgeld: Beim Kauf von Silber werden 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Machst Du das Silber als Privatperson wieder zu Geld, gilt das als Privatverkauf und Du bekommst die gezahlte Umsatzsteuer nicht zurück. Die Steuer sorgt auch dafür, dass das Aufgeld bei Silber deutlich höher ist als bei Gold: Während für Goldbarren und -münzen etwa ein bis 1,5 % anfallen, sind es bei Silberprodukten häufig über 20 Prozent. 

Keine laufenden Erträge: Silber wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Deine Rendite hängt allein von der Preisentwicklung des Edelmetalls ab. 

Klumpenrisiko: Gewichtest Du den Anteil von Silber zu hoch, kann ein Klumpenrisiko entstehen. Das bedeutet, dass der Wert Deines Vermögens stark von diesem einen Anlageprodukt abhängig ist. Sinnvoller ist es, auf Produkte mit eingebauter Streuung zu setzen. Ein weltweiter Aktien-ETF ist hierfür ein gutes Beispiel, denn Du investierst gleichzeitig in tausende verschiedener Unternehmen.

Lagerkosten: Silber solltest Du in einem fest verbauten Tresor oder Bankschließfach lagern. Von Finanztip untersuchte Schließfächer kosten je nach Bank zwischen 120 € und mehreren Hundert Euro im Jahr. Hinzu kommen eventuell noch Mehrkosten für die Hausratversicherung. Weiterer Nachteil: Im Vergleich zu Gold hat Silber einen viel größeres Volumen. Das verteuert die Lagerung.

VorteileNachteile
Kurzfristige hohe RenditenLangfristig hohe Schwankungen 
Knappheit und Nachfrage der IndustrieSteuern und hohes Aufgeld
 Keine Zinsen oder Dividenden
 Klumpenrisiko
 Lagerkosten

Quelle: Finanztip-Recherche, Stand: 2026

Ist Silber das neue Gold?

Fazit: Silber ist kein Basisinvestment

Grundsätzlich rät Finanztip von Silber-Investments ab. Wer auf Edelmetalle setzen möchte, sollte Gold kaufen. Silber stufen wir wie Einzelaktien oder Bitcoin als spekulative Anlage ein.  

Willst Du Silber trotzdem einmal mit einem kleinen Betrag ausprobieren, achte darauf, dass Deine gesamten spekulativen Investments nicht mehr als 10 % Deines gesamten Vermögens ausmachen.

Größere Summen in Silber zu investieren, raten wir Dir nicht. Das Edelmetall bindet Kapital, verursacht vergleichsweise hohe Kosten und bringt keine laufenden Erträge. Geld, das Du in Silber steckst, fehlt Dir für Dein Basisinvestment – etwa breit gestreute ETFs, die langfristig Rendite bringen.

Auch die starken Kursanstiege der vergangenen Jahre ändern daran nichts. Die zukünftige Preisentwicklung von Silber ist kaum vorhersehbar. Ein Blick zurück zeigt das Risiko: Wer beim letzten großen Silberhoch 2011 eingestiegen ist, musste viele Jahre warten, um wieder in die Nähe seines Einstiegskurses zu kommen. Damals kostete eine Unze Silber in der Spitze 34 €. 

Willst Du trotzdem nicht auf Edelmetall in Deinem Portfolio verzichten, dann setze lieber auf Gold statt auf Silber. Wie Du in Gold investierst, liest Du in unserem Ratgeber zum Thema Gold kaufen. Mehr zum Thema Silber liest Du in unserem Ratgeber zum Investieren in Silber.

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