In der Politik ist eine neue Debatte über den Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer entstanden, über die zuerst das Handelsblatt berichtete.
Hintergrund sind Überlegungen für eine größere Steuerreform. Dabei geht es darum, kleine und mittlere Einkommen zu entlasten – und im Gegenzug Spitzenverdienende stärker zu belasten.
Aktuell liegt der Spitzensteuersatz bei 42 %. Für Singles greift er ab einem zu versteuernden Einkommen von knapp 70.000 € im Jahr.
Höherer Spitzensteuersatz im Gespräch
Einige Unionspolitiker halten eine stärkere Anhebung auf 49 % – wie sie etwa in einem Konzept des DIW-Ökonomen Stefan Bach vorgeschlagen wird – für zu hoch. Sie schließen aber eine moderate Erhöhung auf etwa 45 % nicht grundsätzlich aus.
Das wäre allerdings nur Teil eines größeren Kompromisses: Die Idee ist, dass Menschen mit besonders hohen Einkommen etwas mehr zahlen – während viele Beschäftigte mit mittleren Einkommen steuerlich entlastet werden.
Spitzensteuersatz könnte später greifen
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Diskussion: Der Spitzensteuersatz könnte künftig erst ab einem höheren Einkommen gelten. Im Gespräch ist eine Grenze von etwa 80.000 € zu versteuerndem Jahreseinkommen. Heute greift der Satz schon bei knapp 70.000 €.
Die Idee dahinter: Viele Beschäftigte rutschen heute relativ schnell in den Spitzensteuersatz. Eine höhere Grenze würde diese Gruppe entlasten.
Noch ist nichts entschieden
Konkrete Pläne oder gar Beschlüsse gibt es bisher noch nicht. Nach den ersten Aussagen gab es auch innerhalb der Union schnell wieder Distanzierungen. Die Diskussion zeigt aber, in welche Richtung eine mögliche Steuerreform in den nächsten Jahren gehen könnte.
Für Dich bedeutet das aktuell vor allem eins: Es ändert sich erst einmal nichts an Deiner Einkommensteuer. Sollte eine Reform kommen, würde sie frühestens in den nächsten Jahren greifen – und wahrscheinlich Teil eines größeren Steuerpakets sein.