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Viele Konten und Depots: So wirken sie sich auf die Schufa aus

Wegen der Einlagensicherung hast Du Dein Geld auf mehrere Konten aufgeteilt oder nutzt mehrere Broker? Wie sich das auf Deinen Schufa-Score auswirken kann.

Josefine Lietzau Payment
Viele Konten und Depots: So wirken sie sich auf die Schufa aus

Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage:

“Wie wirkt es sich auf meinen Schufa-Score aus, wenn ich wegen der Einlagensicherung mehrere Konten habe und mehrere Broker/Depotanbieter nutze?”

Kurz gesagt: Fünf Tagesgeldkonten sind kein Problem. Fünf Girokonten mit mehreren Kreditkarten eher schon. Entscheidend ist, ob Du irgendwo ins Minus gehen kannst.

Was sich seit März 2026 geändert hat

Um die Frage aber genauer zu beantworten, müssen wir uns zuerst anschauen, wie die neuen Schufa-Regeln funktionieren: Seit 17. März 2026 gibt’s zwölf Kriterien, auf denen der Schufa-Score basiert – statt wie bisher auf hunderten schwer nachvollziehbaren Faktoren.

Hinweis: der neue Schufa-Score wird noch nicht flächendeckend von allen Unternehmen genutzt. Die Umsetzungsphase kann noch bis Ende 2028 dauern.

Wichtig für die Frage sind vor allem die vier Kriterien:

  1. Anzahl an Anfragen und Abschlüssen bei Konten oder Kreditkarten: Wie viele neue Verträge Du in zwölf Monaten abschließt, weil viele Anfragen als höheres Risiko gewertet werden
  2. Alter Deiner Bankverbindungen: Wie lange Deine bestehenden Konten oder Kreditkarten schon laufen, da langjährige, stabile Beziehungen positiv sind
  3. Nutzung von Krediten, z. B. Dispo oder Rahmenkredite: Ob und wie stark Du Kreditlinien nutzt, insbesondere ob Du regelmäßig ins Minus gehst
  4. Dein Zahlungsverhalten als wichtigster Faktor: Ob Du Rechnungen und Kredite zuverlässig und pünktlich bezahlst, da Zahlungsstörungen sich am stärksten negativ auswirken

Mehrere Konten: Das solltest Du beachten

Zuerst spielt es eine Rolle, welche Konten Du benutzt, ob sie ins Minus rutschen können oder nicht und wie lange Du sie bereits hast:

  • Girokonto: Da es hier einigermaßen “normal” ist, auch mal ins Minus zu rutschen, spielt das keine große Rolle. Auch die Anzahl ist erstmal nur Nebensache. Viel wichtiger ist, wie lange Du ein Girokonto hast: Wenn Deine Konten schon lange bestehen, wirkt sich das sogar positiv aus
  • Tagesgeldkonto: kannst Du in der Regel nicht ins Minus rutschen, da es keine Kreditfunktion gibt. Tagesgeld hat keinen Einfluss auf Deinen Schufa-Score

Wann es kritisch werden kann …

  • ... wenn Du viele Konten in kurzer Zeit eröffnest. Dann steigt die Zahl Deiner Anfragen und Abschlüsse, was Deinen Score etwas drücken kann
  • ... wenn Du ständig Deine Konten wechselst. Dann werden Deine Konten nicht alt genug, um positiv auf Deinen Score zu wirken. Wenn Du also Dein Girokonto ständig wechselst, kann das Deinen Score negativ beeinflussen. Zinshopping ist im Gegenteil aus Schufa-Score-Sicht gar kein Problem, da Tagesgeld hier ja nicht berücksichtigt wird

Und wie sieht es bei Brokern und Depotanbietern aus?

Bei Brokern und Depotanbietern gilt das gleiche wie bei Tagesgeld. Der Grund: Depots sind keine klassischen Kreditprodukte. Du kannst hier also eher nicht ins Minus rutschen. Außer:

  • Du nutzt zusätzliche Funktionen, die wie ein Kredit wirken: Du leihst Dir Geld vom Broker, um mehr zu investieren als Du eigentlich hast. Davon raten wir aber grundsätzlich ab
  • Du überziehst Dein Verrechnungskonto: Manche Broker erlauben kurzfristig ein Minus, ähnlich wie ein Dispo

Also: Egal, wie viele Depots Du eröffnest, das allein wird Deinen Schufa-Score weder negativ noch positiv beeinflussen.

Was heißt das konkret für Dich?

Das Wichtigste ist Dein Zahlungsverhalten. Zahlst Du Deine Rechnungen immer pünktlich, kannst Du auch mit mehreren Girokonten einen sehr guten Score haben. Dein Tagesgeldkonto und Dein Depot werden von der Schufa nicht berücksichtigt und haben somit auch keinen Einfluss auf Deinen Score.  

Anders sieht es aus, wenn Du ständig neue Girokonten eröffnest und wieder schließt. Dann kann Dein Score kurzfristig etwas sinken, weil viele Anfragen zusammenkommen.

Übrigens: In unserem Tagesgeld-Vergleich findest Du immer die besten unbefristeten Angebote, wie z. B.: Ayvens Bank (2,3 % p. a.), Cosmos Direkt (2,2 % p. a.) und Yapi Kredi Bank Deutschland (App) (2 % p. a.).

So findest Du das passende Depot

Um in ETFs investieren zu können, brauchst Du ein Depot. In unserem Broker- und Depot-Vergleich findest Du den passenden Anbieter. Für alle Fälle empfehlen wir Dir  
Traders Place (Beste-Preis-Leistung). Weitere sehr günstige Depots gibt’s bei Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital (Free Broker), Comdirect Pure Depot und Trade Republic. Außerdem: Comdirect Depot, S Broker, Consorsbank und ING.

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Von Timo Halbe, und Giulia Tita
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