Internet, Festnetz, Handy, TV Kombitarife sind bequem, aber vergleichen lohnt sich

Manuel Vonau
Manuel Vonau
Experte Digitales

Das Wichtigste in Kürze

  • Kombitarife bündeln Telefon, Internet, Handytarif und Fernsehen, bei manchen Anbietern auch Strom und Gas.
  • Mit diesen Tarifen hast Du mehr Komfort mit nur einer Rechnung und einem Kundenservice, aber dafür meist höhere Kosten.
  • Nur die Kombination aus Internet und Fernsehen kann oft mit günstigen Einzeltarifen mithalten.

So gehst Du vor

  • Such Dir zuerst einen günstigen Internettarif für Zuhause mit den von Finanztip empfohlenen Vergleichsportalen Preisvergleich.de, Verivox und Check24.
  • Wenn in Deinem Tarif Fernsehen enthalten oder zubuchbar ist, dann vergleiche, ob eine getrennte Bestellung von TV günstiger ist, ob per Internet-Fernsehen, Antenne oder Satellit.
  • Eine Kombination von Handytarif und Festnetz-Internet lohnt sich so gut wie nie. Such Dir lieber einen günstigen Mobilfunktarif mit dem Finanztip Handytarif-Rechner.

Es klingt zu einfach, um wahr zu sein: Telefon, Internet, Handy und Fernsehen aus einer Hand. Nur eine Rechnung von nur einem Anbieter. Immer dasselbe Unternehmen als Ansprechpartner, wenn etwas nicht läuft. Nun ja, wahr ist es: Es gibt genug Anbieter, die Kombitarife anbieten. Allerdings heißt einfach nicht günstig. Bei den Alles-aus-einer-Hand-Tarifen zahlst Du nach unseren Finanztip-Analysen in den meisten Fällen drauf. Günstiger ist es, sich den jeweils passenden Festnetz-, Internet-, Fernseh- und Handytarif einzeln zu suchen. Wir sagen Dir, wie.

Welche Kombitarife lohnen sich?

Kombitarife mit Internet und Fernsehen kommen manchmal mit einem echten Preisvorteil daher und lohnen sich deshalb öfters – Tarife, die Festnetz und Mobilfunk kombinieren, sind dagegen so gut wie immer teurer als einzelne Verträge für beides.

Kabelinternetanbieter wie zum Beispiel Vodafone geben Dir zum Teil Zugriff auf die wichtigsten öffentlich-rechtlichen und privaten Sender über den Kabelfernsehanschluss, wenn Du einen Internettarif bei ihnen bestellst. Auch Glasfaser- und DSL-Anbieter bieten Fernsehen übers Internet an, meist zu einem Aufpreis.

Dagegen sind kombinierte Festnetz- und Mobilfunktarife selbst mit verlockenden Kombi-Rabatten fast immer um einiges teurer als günstige Einzeltarife für beides. Das gilt insbesondere, wenn Du den Finanztip-Empfehlungen folgst und alle zwei Jahre Dein Festnetz-Internet neu abschließt sowie statt eines teuren Vertrags beim Netzbetreiber einen günstigen Mobilfunktarif bei einem Discounter wählst.

Je mehr Produkte in einem Tarif gebündelt werden, desto schwieriger ist es zu wechseln, wenn Du mit der Leistung nicht zufrieden bist. Denn dann musst Du Dich im Zweifelsfall um mehrere neue Verträge fürs Festnetz-Internet, Mobilfunk und Fernsehen auf einmal kümmern.

Was spricht für Kombitarife?

Man muss den Kombitarifen zugutehalten, dass es  bei Problemen und Störungen nur einen Kundendienst gibt, mit dem Du Dich herumärgern musst. Außerdem musst Du Dir nicht unterschiedliche Online-Kundenbereiche, Benutzernamen, Passwörter und Hotline-Passwörter merken oder in einem Passwort-Manager speichern.

Der Vorteil hält sich aber in Grenzen. Denn solange alles reibungslos läuft und keine Probleme auftauchen, solltest Du keinen relevanten Unterschied zwischen mehreren Einzeltarifen und einem Kombitarif merken, außer auf der Monatsrechnung. 

Wann lohnt sich ein Kombiangebot aus Internet und Fernsehen?

Um ein Angebot mit Internet und Fernsehen zu finden, das sich lohnt, beginnst Du mit dem Internetvertrag: Such Dir erst den günstigsten zu Dir passenden Tarif über Vergleichsportale und schau dann, ob und zu welchem Aufpreis Du Fernsehen dazu bekommst. Finanztip empfiehlt für den Internet-Vergleich die Portale Preisvergleich.de, Verivox und Check24. Mit ihnen bekommst Du schnell einen Überblick über Angebote und kannst meist direkt buchen. Kombiverträge, bei denen Du TV dazu buchen kannst, sind allerdings nur bei Verivox und Check24 verfügbar.

Wenn Du einen passenden Internet-Tarif gefunden hast, schau als Nächstes auf die Extras im Vertrag: Gibt es Fernsehen als Option oder ist es sogar inklusive? Im besten Fall ist TV schon kostenlos mit drin, zum Beispiel als Kabel-TV-Lösung bei einem Kabelinternet-Anbieter. 

So ist bei beispielsweise bei Vodafone-Kabelverträgen oft eine grundlegende Auswahl von TV-Programmen kostenlos inklusive, ausgespielt über Deinen Kabelfernseh-Anschluss. 

Dann gilt: Passt das Senderangebot für Dich, hast Du es einfach und musst nicht noch separat nach einem TV-Dienst suchen.

Manuel Vonau

Such Dir erst einen günstigen Internettarif. Vergleiche erst dann, ob die Fernseh-Option darin teurer oder günstiger als eine separate Bestellung ist.

Manuel Vonau
Unser Finanztip-Experte für Digitales

Was tust Du, wenn es in Deinem Internettarif die TV-Option nur mit Aufpreis gibt?

Wenn die Fernseh-Option nicht im Basispreis Deines Internettarifs steckt, vergleichst Du die Kosten Deiner zwei Möglichkeiten: Entweder buchst Du eine zusätzliche TV-Option beim Internetanbieter dazu oder Du holst Dir anderweitig Fernsehen. So findest Du schnell heraus, welche Variante für Dich günstiger ist – und welche Dir vom Angebot her besser passt.

Als Alternativen zur im Internettarif inbegriffenen TV-Option gibt es Online-Dienste wie MagentaTV, Waipu.tv oder Zattoo, die Du auch ohne Internet-Flat buchen kannst. Die regulären monatlichen Grundgebühren beginnen je nach Anbieter bei sieben bis zehn Euro. Ansonsten kannst Du Fernsehen auch per Antenne oder Satellit empfangen. Beachte dabei jedoch, ob Du zuverlässigen DVB-T2-Empfang für die Antenne hast oder ob Du eine Satellitenschüssel montieren darfst. Mehr dazu liest Du im Finanztip-Ratgeber zu TV-Empfang.

Am Ende entscheidet der Taschenrechner: Rechne die durchschnittlichen Gesamtkosten für Deine TV-Optionen pro Monat durch und stell sie gegenüber. Wenn das Bundle teurer ist als eine Kombination aus günstigem Internet und separatem TV-Dienst, dann lass das Kombiangebot liegen. Schlag nur zu, wenn das Bundle wirklich günstiger ist.

Wie genau kannst Du beim Vergleich vorgehen?  

Nehmen wir als Beispiel an, dass Du über ein Vergleichsportal einen DSL-Tarif für durchschnittlich rund 22 Euro pro Monat in den ersten zwei Jahren gefunden hast. Als Option kannst Du Fernsehen für zehn Euro pro Monat dazubuchen. Damit kostet Dein Tarif dann durchschnittlich 32 Euro. 

Du schaust Dich nach Alternativen um, die für Deine Zwecke vielleicht günstiger sind, und findest ein TV-Angebot von einem Internet-Streaming-Dienst für rund 7,50 Euro im Monat. In diesem Fall ist es günstiger, Internet und TV getrennt zu buchen. Dann bezahlst Du rund 29,50 Euro pro Monat in den ersten zwei Jahren.

Ein anderes Beispiel: Du findest bei einem Vergleichsportal einen Kabelinternet-Tarif, der Dich im Schnitt rund 19 Euro in den ersten zwei Jahren kostet. An Deiner Adresse ist Kabelfernsehen in dem Tarif inklusive. 

Wenn Du mit den angebotenen Programmen zufrieden bist, erübrigt sich für Dich in dem Fall die Suche nach alternativen Angeboten. Falls Du mehr willst, müsstest Du beim Anbieter eine TV-Option dazubuchen, die mehr Sender und eine höhere Bildqualität bietet. Das kostet in Kombination mit Deinem Internettarif im Januar 2026 fünf Euro pro Monat in den ersten sechs Monaten und danach zehn Euro. Im Schnitt kommen also in den ersten zwei Jahren 8,75 Euro obendrauf. Das ist leicht teurer, aber vor allem weniger flexibel als das oben genannte Angebot eines TV-Streaming-Dienstes für 7,50 Euro im Monat.

Tipp: Bei Verivox kannst Du eine TV-Option während der Bestellung dazu buchen. Bei Check24 musst Du bei den Ergebnissen einen Haken Internet mit TV unter Tarifoptionen setzen, damit Du Kombiangebote siehst.    

Achte beim Vergleich über Vergleichsportale auch auf den Preis des TV-Pakets nach Ablauf eventueller Rabatte.

Ist Kabelfernsehen noch in den Miet-Nebenkosten enthalten?

Wenn Du zur Miete wohnst, darf Kabelfernsehen seit dem 01. Juli 2024 nicht mehr von Deiner Vermieterin oder Deinem Vermieter als Teil der Nebenkosten abgerechnet werden. Das sogenannte „Nebenkostenprivileg“ für Kabelfernsehbetreiber wurde zu dem Datum abgeschafft. Du musst Dich seitdem um Deinen eigenen Vertrag mit einem TV-Anbieter kümmern, sei es Kabelfernsehen oder eine Alternative wie zum Beispiel Internet-TV, DVB-T2 oder Satellitenfernsehen.

Mehr dazu erfährst Du im Finanztip-Ratgeber zu Kabelfernsehen.

Was, wenn Dein Internetanbieter nicht alle Deine Lieblingskanäle bietet?

Wenn Dein Internetanbieter Dir nicht alle Deine Lieblings-TV-Programme bietet, solltest Du Dich nach einem höherpreisigen Paket Deines Anbieters umsehen oder einen anderen TV-Service auswählen. Es gilt wieder: Vergleiche die Preise, bevor Du Dich für den bequemsten Weg entscheidest. 

Hintergrund ist: Wenn Dein Internetanbieter Dir kostenlosen Zugriff auf Fernsehen bietet, hast Du meist eine eingeschränkte Auswahl. So erhältst Du oft nur rund 90 Sender. Abgesehen von den öffentlich-rechtlichen sind viele private Sender oft in einer niedrigen Auflösung. Auf modernen und großen Fernsehgeräten sehen diese Programme dann unscharf aus.

Manuel Vonau

Ein Kombitarif ist bequem – aber Bequemlichkeit kann Dich Geld kosten. Prüfe deshalb zuerst den Gesamtpreis im Vergleich zu Einzeltarifen.

Manuel Vonau
Unser Finanztip-Experte für Digitales

Warum lohnen sich Kombitarife mit Festnetz-Internet und Handyvertrag nicht?

Kombiverträge mit Festnetz-Internet und Handytarif lohnen sich meist nicht, da sie oft teurer sind, als beide Komponenten einzeln zu bestellen. Der Hintergrund ist, dass es diese Kombiangebote vor allem bei Netzbetreibern wie zum Beispiel Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 gibt. Diese Anbieter bieten ihre Handyverträge jedoch in der Regel teurer an als Discounter. Deswegen relativiert sich der Kombivorteil, selbst wenn Du laut Preisauskunft des Anbieters zum Beispiel zehn Euro sparen kannst.

Ein Beispiel: Der Netzbetreiber O2 bietet im Januar 2026 in seinem Online-Shop einen Kombivertrag mit 100 GB Datenvolumen im Mobilfunk sowie einer 100 Mbit/s Leitung im Festnetz für insgesamt rund 50 Euro pro Monat an. Bei diesem Vertrag zahlst Du den vollen Preis von gut 30 Euro für den 100 Mbit/s-Festnetz-Anschluss und den halben Preis für den Mobilfunkvertrag. Regulär kostet dieser rund 40 Euro, im Kombiangebot nur circa 20 Euro. Das hört sich erstmal nach einer großen Ersparnis an. Es gibt aber Probleme damit.

Das erste Problem ist, dass die meisten Kunden gar nicht 100 GB Datenvolumen benötigen. Im Schnitt verbrauchen Menschen laut Bundesnetzagentur in Deutschland mit ihren Handyverträgen nur rund sieben GB pro Monat. Ein Bedarf von 100 GB ist also selten. Mit einem kleineren Tarif von einem Discounter mit 15 GB Datenvolumen kannst Du bereits für rund fünf Euro im O2-Netz surfen. So ein Tarif ist im Januar 2026 eine Finanztip-Empfehlung. Wir achten bei unseren Empfehlungen auf einen günstigen Preis und verbraucherfreundlichen Konditionen.

Zweitens bekommst Du bei anderen Anbietern 100 GB für weniger Geld, wenn Du wirklich so viel benötigst. Im Januar 2026 gibt es zum Beispiel einen Tarif mit 100 GB im O2-Netz für gut zwölf Euro pro Monat, und das ohne langfristige Vertragsbindung.

Das bedeutet: Wenn Du Dir bei O2 100 Mbit/s-Internet für Zuhause bestellst, kannst Du Dir statt des Kombivertrags lieber einen anderen Vertrag holen und zahlst trotzdem weniger. Wenn Du Dich für den Beispieltarif mit 15 GB Datenvolumen entscheidest, zahlst Du insgesamt gut 35 Euro. Wenn Du den anderen Vertrag mit 100 GB Datenvolumen wählst, zahlst Du rund 42 Euro. Das ist in beiden Fällen weniger Geld als das Kombiangebot von O2 für insgesamt 50 Euro pro Monat. Mit dem O2-Kombi-Vertrag würdest Du aufs Jahr gerechnet gut 100 bis 180 Euro mehr zahlen.

Genau wie in diesem Beispiel kannst Du bei Deiner eigenen Suche nach einem Kombivertrag vorgehen.

Wie machen Dich getrennte Mobilfunk- und Internettarife flexibler?

Ohne Kombitarif vermeidest Du es, Dich langfristig an einen einzigen Anbieter zu binden. Denn oft musst Du Dich bei einem Kombivertrag auf eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten festlegen, die sowohl fürs Festnetz-Internet als auch für den Mobilfunk gilt.

Die meisten Handytarif-Empfehlungen von Finanztip dagegen lassen sich monatlich kündigen. So kannst Du flexibel auf Deinen mobilen Bedarf reagieren und einfacher zu einem passenderen Tarif wechseln, wenn Du zu viel oder zu wenig Datenvolumen gebucht hast oder Deine Netzabdeckung nicht so gut ist, wie Du Dir erhofft hast.

Wie findest Du einen günstigen Mobilfunktarif?

Einen günstigen Handytarif findest Du mit dem Finanztip Handytarif-Rechner. Du kannst auswählen, in welchem Netz Du surfen willst, wie viel Du im Monat telefonierst, ob Du gerne nur Verträge mit kurzer Laufzeit sehen willst und wie viel Datenvolumen Du benötigst. Die Ergebnisse werden Dir nach Preis aufsteigend sortiert angezeigt. So findest Du schnell einen günstigen Tarif, der Deinen Ansprüchen entspricht.

Wann lohnt sich ein Tarif direkt beim Netzbetreiber?

Nur in Einzelfällen lohnt sich ein Vertrag direkt beim Mobilfunknetzbetreiber wie Telekom, Vodafone, O2 oder 1&1. Zum Beispiel, wenn Du unterwegs wert auf Download-Geschwindigkeiten von mehr als 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) legst, schneller Zugriff auf neue Mobilfunktechnik haben willst oder mehrere Sim-Karten mit derselben Nummer benutzen willst. Letzteres geht aber auch bei manchen Discountern. Nur wenn Du Dich für solche Funktionen interessierst, ist es überhaupt notwendig, über die Vorteile eines Kombitarifs nachzudenken.

Mehr Details dazu, wie Du einen für Dich passenden Handytarif findest, hat Finanztip Dir in einem Ratgeber zu Handytarifen zusammengefasst.

Autoren
Arne Düsterhöft
Daniel Pöhler
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