Das Wichtigste in Kürze
- Ist Dein Internet dauerhaft zu langsam, musst Du nur für das Tempo zahlen, das Du auch wirklich bekommst. Du kannst auch eine Sonderkündigung vornehmen.
- Oft sind Computer, W-Lan oder Internetrouter Schuld an der geringen Geschwindigkeit. Diese Probleme kannst Du relativ einfach selbst beheben.
- Wenn Du die Geräte als Fehler ausgeschlossen hast, kannst Du Deinen Anbieter mit dem rechtlich bindende Speed-Test der Bundesnetzagentur und dem Finanztip-Musterschreiben in die Pflicht nehmen.
So gehst Du vor
- Dokumentiere Deine Internetgeschwindigkeit mit dem Speed-Test der Bundesnetzagentur.
- Sende Deinem Anbieter das Finanztip-Musterschreiben inklusive Ergebnis des Speed-Tests.
- Wenn Dein Anbieter nicht nachbessert, dann kannst Du den Preis mindern oder Dein Sonderkündigungsrecht durchsetzen und den Anbieter wechseln.
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Die Internetseite lädt nur mühsam, der Whatsapp-Video-Anruf ruckelt und der Film vom Streaming-Dienst setzt ständig aus. Ist Dein Internet langsam, kann das schnell an den Nerven zerren. Internetanbieter werben mit „High Speed“ und dem „besten Netz“, doch zuhause ist davon oft wenig zu merken. Aber keine Panik. Viele Probleme kannst Du selbst lösen, ohne IT-Profi zu sein. Und wenn Dein Internetanbieter schuld ist und partout nicht nachbessert, kannst Du den Preis mindern oder eine Sonderkündigung aussprechen. Finanztip zeigt Dir wie.
Wie kannst Du bei langsamem Internet den Preis mindern?
Wenn Dein Internetanbieter Dir nicht die versprochene Geschwindigkeit anbietet, dann kannst Du mithilfe eines gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahrens der Bundesnetzagentur (BNetzA) den Preis mindern oder vorzeitig Deinen Vertrag kündigen. So ist es im Telekommunikationsgesetz geregelt (§ 57 Abs. 4 TKG). Das Ergebnis der Messung fügst Du zum Finanztip-Musterschreiben hinzu, um Deinen Anspruch durchzusetzen. Sende beide Dokumente per E-Mail oder Einschreiben an Deinen Anbieter.
Das Messverfahren ist aufwendig und dauert fünf bis 14 Tage. Deswegen solltest Du zuvor ausschließen, dass Deine eigenen Geräte Schuld am langsamen Internet haben. Wie Du das tust, erfährst Du in Abschnitt Wie kannst Du Probleme mit Deinen Geräten lösen?
Musterschreiben Mängelanzeige
Für den konkreten Text der Mängelanzeige kannst Du das Finanztip-Musterschreiben nutzen. Mit dem Schreiben kannst Du Deine Preisreduzierung oder vorzeitige Kündigung durchsetzen.
Wie viel weniger darfst Du bezahlen?
Du musst nur für die Internetgeschwindigkeit zahlen, die Du auch tatsächlich bekommst – Du kannst also den vereinbarten Preis in dem Verhältnis herabsetzen, in welchen die Leistung abweicht (§ 57 Abs. 4 TKG).
Die Regel lässt sich mit einem einfachen Beispiel herunterbrechen: Zahlst Du 40 Euro für Deinen Internet- und Festnetztarif, bekommst aber nur die Hälfte der laut Vertrag normalerweise zur Verfügung stehenden Geschwindigkeit, musst Du auch nur 20 Euro zahlen.
Etwas komplizierter wird es, wenn in Deinem Tarif zum Beispiel eine Festnetz-Flatrate oder eine TV-Option mit inbegriffen ist. Mindern kannst Du nur den Preis für die Internet-Flatrate. Die Verbraucherzentrale NRW hat daher ein interaktives Formular bereitgestellt, mit dem Du die Höhe der Preisminderung für Deinen bestimmten Fall ausrechnen kannst.
Solltest Du unter Vorbehalt weiterzahlen?
Bevor Du den Preis für Dein Internet auf eigene Faust direkt minderst, empfehlen wir Dir eindringlich, die volle Rechnung unter Vorbehalt vorerst weiter zu zahlen. Bist Du nämlich mit 100 Euro im Rückstand, kann Dir der Anbieter das Internet abdrehen, bis der Fall geklärt ist.
Was tust Du, wenn Dein Internet komplett ausfällt?
Fällt das Internet komplett aus, solltest Du Deinen Anbieter so schnell wie möglich informieren. Wenn er Dein Problem nicht innerhalb von einem Tag nach Deiner Meldung lösen kann, muss er Dich spätestens am Folgetag informieren. Am dritten und vierten Tag des Vollausfalls darfst Du dann pro Tag fünf Euro Entschädigung verlangen, ab dem fünften zehn Euro. Hast Du einen besonders teuren Tarif, darfst Du sogar zehn Prozent in den ersten beiden und dann 20 Prozent in der darauffolgenden Zeit verlangen (§ 58 TKG).
Es gibt aber im Gesetz Einschränkungen. Die Entschädigung erhältst Du nur, wenn Du nicht selbst für die Störung verantwortlich bist. Du hast außerdem eine Mitwirkungspflicht, musst also zu einem vereinbarten Techniker-Termin vor Ort sein. Auch müssen Unternehmen bei höherer Gewalt oder sicherheitsbehördlichen Anordnungen keine Entschädigung zahlen.
In welchen Fall solltest Du lieber kündigen?
Wenn Du bei Dir zuhause mehrere Anschlüsse hast, also zum Beispiel Kabel-Internet, DSL und Glasfaser, dann könnte ein Wechsel zu einen anderen Anschluss Dich besser zufriedenstellen. Dann kannst Du einer anderen Technologie eine Chance geben. Denn DSL- und Kabel-Internet sind regional unterschiedlich gut aufgestellt. Mit Glasfaser bist Du für gewöhnlich immer gut bedient.
Wenn Du mit dem Messverfahren nachweisen kannst, dass Du nicht die Leistung kriegst, die Du gebucht hast, steht Dir auch ein Sonderkündigungsrecht zu. Du kannst dann fristlos kündigen, selbst wenn Du noch in der Mindestvertragslaufzeit Deines Tarifs steckst. Das solltest Du aber wirklich nur machen, wenn Du zu einer anderen Technologie wechseln kannst.
Kannst Du die Breitbandmessung auch für Mobilfunk benutzen?
Die Bundesnetzagentur stellt die Breitbandmessung nur für Festnetz-Internetzugänge zur Verfügung – einen Mobilfunktarif kannst Du über das Verfahren also nicht prüfen. Das gilt auch für Mobilfunktarife, die Du als Festnetzersatz bestellen kannst, zum Beispiel den O2 Homespot oder Vodafone Gigacube. Die Bundesnetzagentur hat das Verfahren ausschließlich für kabelgebundene Festnetz-Anschlüsse entwickelt.
Für den Mobilfunk hat die Bundesnetzagentur ein eigenes Messverfahren entwickelt, mit dem Du unterwegs Funklöcher melden und dokumentieren kannst. Diese Daten fließen in die Funkloch-Karte der BNetzA ein. Mit der Meldung eines Funklochs kannst Du nicht direkt Ansprüche gegen Deinen Mobilfunkanbieter durchsetzen. Stattdessen dient die Erhebung der Daten für die BNetzA dazu, Versorgungslücken zu erkennen und Netzbetreiber gegebenenfalls mit Problemen zu konfrontieren.
Wie kannst Du langsames Internet nachweisen?
Wenn Du wegen Deiner Probleme vorzeitig kündigen oder Deinen Preis reduzieren möchtest, musst Du die Breitbandmessung der BNetzA auf Deinem Computer installieren und das vorgeschriebene Messverfahren einhalten. Nur mit diesem Programm und dem davon ausgegebenen Protokoll kannst Du gegenüber Deinem Anbieter Preisminderungen und eine außerordentliche Kündigung durchzusetzen. Das hat die BNetzA 2021 in einer Verfügung bestimmt, um Vorgaben aus dem Telekommunikationsgesetz (TKG) zu erfüllen (Verfügung Nr. 99/2021).
Die Breitband-App ist für Windows, MacOS und Linux verfügbar. Du benötigst also zwingend einen Computer mit einem entsprechenden Betriebssystem – oder Du fragst Bekannte oder Verwandte, ob sie Dir ihr Gerät leihen können. Nach Angaben der BNetzA sollen durch das Programm Fehlerquellen ausgeschlossen werden, wie zum Beispiel Leistungseinbußen durch Browsereinstellungen oder falsche Voraussetzungen für die Messung.
Wie läuft das Messverfahren der Breitbandmessung ab?
Um das Messverfahren zu starten, wähle in der Breitbandmessungs-App die Option „Zum Nachweisverfahren“ aus und folge den Instruktionen der Anwendung. Sei Dir bewusst, dass das ein langwieriger Prozess ist. Du musst an drei verschiedenen Tagen insgesamt 30 Messungen durchführen, bei denen Du pro Tag mindestens einmal ganze drei Stunden Zeitabstand zwischen den Messungen brauchst. Da Du die Messung innerhalb von 14 Tagen abschließen musst, nutzt Du am besten das Wochenende oder andere freie Tage, an denen Du in Ruhe die zehn Messungen durchführen kannst. Zwischen den einzelnen Messtagen muss mindestens ein Tag liegen.
Damit Du weißt, was während der Messung auf Dich zukommt, hat Finanztip Dir die einzelnen Schritte aufgeschlüsselt:
- Als erstes musst Du Dein Gerät und Dein Heimnetzwerk für die Messungen vorbereiten: Deaktiviere das W-Lan am Rechner und nutze stattdessen eine direkte Kabelverbindung zu Deinem Router. Schließe Deinen Laptop außerdem am Strom an. So werden Probleme mit dem W-Lan oder einem Energiesparmodus Deines Rechners ausgeschlossen, für die die Anbieter nicht zuständig sind. Außerdem muss Dein Computer die von Deinem Internetanbieter bereitgestellte Geschwindigkeit auch selbst technisch unterstützen. Ob die Voraussetzungen gegeben sind, prüft die Breitbandmessung automatisch.
- Bevor Du loslegst, solltest Du auch das W-Lan am Router deaktivieren sowie andere am Router verkabelte Geräte ausschalten oder ausstöpseln. So kann ausgeschlossen werden, dass es parallele Downloads gibt, die das Ergebnis verfälschen.
- In der Breitbandmessung musst Du dann Deinen Anbieter und Tarif angeben. Die meisten Tarife sind im Tool der BNetzA hinterlegt, sodass Du direkt die versprochene Download- und Upload-Geschwindigkeit sehen kannst. Lediglich erst vor kurzem eingeführte Angebote könnten nicht hinterlegt sein. Hintergrund ist, dass Telekommunikationsbetreiber der BNetzA neue Tarife melden müssen (§ 3 Abs. 2 TK-Transparenzverordnung).
Wenn Dein Tarif nicht angezeigt wird, kannst Du die Angaben auch händisch eingeben. Du findest sie im Produktinformationsblatt, welches Dein Anbieter für jeden seiner Tarife erstellen muss und auf seiner Webseite zur Verfügung stellen muss (§ 1 TK-Transparenzverordnung). - Anschließend beginnst Du mit der ersten Messung. Folge den Anweisungen der App, wie Du mit den nächsten Messungen vorgehst. Zwischen den einzelnen Messungen an einem Tag müssen mindestens fünf Minuten Abstand liegen, außer zwischen der fünften und sechsten. Zwischen den beiden muss ein Abstand von drei Stunden liegen. Wann Du die nächste Messung machen kannst und wie viele Tage Dir noch für das gesamte Verfahren bleiben, wird Dir im Programm angezeigt.
Wie wird die Geschwindigkeit Deines Internets bewertet?
Während der Messkampagne muss Deine Internetverbindung folgende drei Kriterien erfüllen. Andernfalls gilt sie als mangelhaft und Du kannst das Ergebnis nutzen, um Deinen Anbieter zu konfrontieren:
- Sie muss an zwei Tagen mindestens einmal 90 Prozent der Maximalgeschwindigkeit erreichen.
- Sie muss mindestens 27-mal die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit erreichen.
- Sie darf maximal an einem Messtag die minimale Geschwindigkeit verfehlen.
Die Richtwerte gelten sowohl für die Download-Geschwindigkeit als auch für die Upload-Geschwindigkeit.
Das Programm meldet nach Abschluss des Verfahrens automatisch, ob Dein Internet die Kriterien erfüllt oder nicht.
Was kannst Du tun, wenn sich Dein Anbieter quer stellt?
Wenn Dein Anbieter Dir trotz Musterschreiben und Messprotokoll kein Sonderkündigungsrecht oder Preisminderung einräumt, ist die Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur Dein nächster Anlaufpunkt.
Die Schlichtungsstelle ist bei Schwierigkeiten verpflichtet, zwischen geprellten Internetkunden und Anbietern zu vermitteln.
Wie läuft das Schlichtungsverfahren ab?
Den Antrag auf Schlichtung stellst Du unkompliziert über das Online-Formular der Bundesnetzagentur. Du musst Du nachweisen, dass Du bereits erfolglos versucht hast, das Problem direkt mit Deinem Anbieter zu lösen. Deine bisherigen Schreiben, das Messprotokoll und eventuelle Antworten des Unternehmens dienen Dir dabei als Belege.
Nach der Antragsstellung läuft das Verfahren schriftlich ab: Sowohl Du als auch Dein Anbieter bekommen die Möglichkeit, die jeweilige Sichtweise darzustellen. Ein wichtiger Vorteil für Dich: Dein Anbieter ist verpflichtet, am Schlichtungsverfahren teilzunehmen. Er kann sich also nicht einfach raushalten.
Wie lange dauert das Verfahren und was kostet es?
Das Schlichtungsverfahren dauert im Durchschnitt circa neun Wochen. Sowohl für Dich als auch das Unternehmen ist das Verfahren kostenlos. Du trägst also kein finanzielles Risiko, wenn Du Dich an die Schlichtungsstelle wendest.
Beachte aber, dass die Schlichtungsstelle oft mit vielen Anträgen ausgelastet ist, weshalb sich die Bearbeitung über die neun Wochen hinaus verzögern kann. Plane daher etwas Geduld ein und zahle in der Zwischenzeit weiterhin unter Vorbehalt, um nicht in Zahlungsrückstand zu geraten.
Du kannst mit einer Beschwerde bei der Verbraucherzentrale zusätzlichen Druck gegen das Unternehmen aufbauen. Du schilderst dazu im Formular Deinen Fall und belegst Deine Aussagen mit Deinem Messergebnis und der Korrespondenz mit Deinem Internetanbieter.
Solltest Du nach einer gescheiterten Schlichtung klagen?
Bringt auch das Schlichtungsverfahren keine Einigung, hast Du noch den Klageweg vor dem Zivilgericht als letzte Option. Das Verfahren ist allerdings langwierig und teuer, weswegen Du diesen Weg nur gehen solltest, wenn Du alle anderen Mittel ausgeschöpft hast und es Dir ums Prinzip geht.
Hast Du eine Rechtsschutzversicherung mit Vertragsrechtsschutz, übernimmt sie in der Regel die Anwalts- und Gerichtskosten für einen solchen Streit mit Deinem Anbieter. Prüfe aber vorher unbedingt Deinen Versicherungsvertrag oder hol Dir eine Deckungszusage von Deiner Versicherung, bevor Du klagst.
Wie kannst du Probleme mit Deinen Geräten lösen?
Es gibt drei Stellschrauben, an denen Du Deine Download- und Upload-Geschwindigkeit zuhause verbessern kannst: Computer, W-Lan und Router. Für Probleme mit diesen Geräten bist Du selbst zuständig. Dein Internetanbieter muss nur dafür sorgen, dass die Geschwindigkeit bei Dir am Internetanschluss ankommt. Eine Ausnahme: Nutzt Du einen Mietrouter Deines Anbieters, ist das Unternehmen auch dafür zuständig, dass dieser einwandfrei funktioniert.
Viele Probleme am Computer, im W-Lan oder den Router-Einstellungen kannst Du aber ganz einfach selber lösen:
Router und andere Geräte neu starten
Bist Du Dir nicht sicher, wo der Fehler liegt, sollte Dein erster Lösungsversuch immer sein, Deinen Internet-Router einmal auszuschalten und wieder anzuschalten. Selbst wenn Du Dir sicher bist, dass es daran eigentlich nicht liegen kann. Lass ihn auch ruhig eine Minute aus, bevor Du ihn wieder anschaltest. Dasselbe gilt für andere Geräte, die Probleme machen, wenn zum Beispiel Dein Smart-TV partout nicht ruckelfrei streamen möchte.
W-Lan überprüfen
Schließe Deinen Laptop einmal per Kabel an Deinen Router an und mache noch einen Speedtest. Ist das Internet nur über W-Lan zu langsam, vielleicht sogar nur in bestimmten Ecken Deines Haushalts? Dan hilft ein Anbieterwechsel nicht weiter – eine Optimierung Deines Routers aber vielleicht schon.
Stelle Deinen W-Lan-Router zuhause an einer zentraleren Stelle auf. So erreichst Du besser Deine gesamte Wohnfläche mit dem W-Lan-Signal. Falls Du Deinen Router bislang in einen Schrank oder einer Schublade versteckt hast, versuch einmal, ihn offen zu platzieren. Die W-Lan-Signale müssen dann durch weniger Material, bis sie Deine Geräte erreichen. Und die Abwärme des Routers kann besser entweichen, was eine Drosselung der Leistung verhindert.
Wenn viele Geräte in Deinem W-Lan-Netz gleichzeitig sind, kann es auch helfen, unbenutzte Geräte auszuschalten oder vom W-Lan-Netz zu trennen. Tummeln sich zu viele Geräte im Netz, kann das den Router überfordern. Auch wenn vielleicht Nachbarinnen oder Nachbarn Dein W-Lan-Kennwort herausgefunden haben und Deine Verbindung mitnutzen, könnten sie durch ihr Surfverhalten Deine Geschwindigkeit verringern. Wenn Du diesen Verdacht hast, solltest Du einmal Dein W-Lan-Kennwort ändern. Du kannst dazu den Hinweisen des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) folgen.
Auch Zusatzgeräte können das W-Lan-Signal verstärken: W-Lan-Repeater und Powerline-Systeme erhöhen die Reichweite Deines Netzes. Wenn das alles nicht hilft, ist es an der Zeit für einen neuen Router.
Computer- und Routerprobleme ausschließen
Installiere auf Deinem Smartphone und anderen Geräten immer alle Systemupdates und halte Deinen Browser aktuell. Außerdem können Antivirusprogramme oder Updates im Hintergrund das Internet zeitweise ausbremsen. Bist Du nicht sicher, ob es an Deinem Computer liegt, teste die Internetgeschwindigkeit ruhig mal mit einem anderen Laptop oder mit Deinem Smartphone – letzteres am besten mit der mobilen Breitbandmessungs-App der Bundesnetzagentur per App.
Auch Dein Router sollte möglichst auf den neusten technischen Stand sein. Die meisten Modelle installieren Aktualisierungen automatisch. Um auf Nummer Sicher zu gehen, kannst Du in den Einstellungen Deines Routers nachschauen. Wie genau Du diese aufrufen kannst, erfährst Du im Handbuch oder auf der Webseite des Herstellers.
Welche weiteren Maßnahmen gibt es?
Es gibt auch noch weitere Maßnahmen, die Du ergreifen kannst, zum Beispiel indem Du einen neuen Router kaufst oder Dein Netzwerk mit einem Repeater verbesserst. Wenn Du aber nicht zu 100 Prozent ausschließen kannst, dass nicht vielleicht doch Dein Internetanbieter die Probleme machst, solltest Du zuerst mit dem Abschnitt Wann solltest Du Deinen Internetanbieter kontaktieren? weitermachen. Denn sonst investierst Du schon in Hardware, die Du vielleicht gar nicht brauchst.
Neuen Router kaufen
Wenn Dein Router bereits vier bis fünf Jahre alt ist und sich Probleme und Ausfälle häufen, ist es an der Zeit für einen Neukauf. Auch wenn man es ihm nicht ansieht: Ein Router ist ein Computer, der 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr im Betrieb ist – das ist ein echter Stresstest für Computer-Hardware. Außerdem entwickelt sich die Funktechnik ständig weiter und wird leistungsfähiger – es gibt regelmäßig neue Funkfrequenzen und verbesserte W-Lan-Standards.
W-Lan-Repeater kaufen
Wenn Dein W-Lan-Netz trotz Maßnahmen wie einer besseren Platzierung Deines Routers nicht besser wird, kannst Du auch zu einem W-Lan-Repeater greifen, um Dein W-Lan-Netz zu verbessern. Ein Repeater verbindet sich per W-Lan mit Deinem Router und spannt ein weiteres, eigenes W-Lan-Netz mit gleichen Namen auf, sodass sich die Reichweite Deines kabellosen Netzwerks effektiv erhöht. Am besten platzierst Du ein solches Gerät auf der Hälfte der Strecke zwischen dem Router und dem Ort, an dem Dein Netz zuhause besonders langsam ist.
Wenn es möglich ist, kaufe möglichst einen Repeater vom selben Hersteller wie Deinem Router. So ist eine Kompatibilität auf jeden Fall gewährleistet. Mit Geräten von einigen Herstellern wie zum Beispiel Fritz kannst Du dann auch ein sogenanntes Mesh-Netzwerk aufbauen. Einfach ausgedrückt kommunizieren in einem solchen Netz Router und Repeater besser miteinander und können höhere Geschwindigkeiten anbieten sowie Deine Geräte intelligent mit dem passendsten W-Lan-Netz verbinden. Mit diesen Systemen kannst Du fast wie in einem einzigen W-Lan-Netz surfen und erreichst je nach Gerät Geschwindigkeiten von mehreren 1.000 Mbit/s.
Powerline-Adapter kaufen
Wenn Du zuhause besonders dicke Wände hast, kannst Du auch über ein sogenanntes Powerline-System nachdenken. Das sind mindestens zwei Geräte, die Du in zwei Steckdosen in Deinem Zuhause steckst. Sie senden Daten dann über die Stromverkabelung Deines
Technisch ist ein modernes Mesh-W-Lan-Netzwerk heutzutage aber überlegen. Mesh-Systeme können Geschwindigkeiten von mehreren 1.000 Mbit/s erreichen und ermöglichen einen nahtlosen Wechsel zwischen den Repeatern und Router, während Du Dich durch die Wohnung bewegst.
Wann solltest Du Deinen Internetanbieter kontaktieren?
Wenn die Lösungsvorschläge oben Dein langsames Internet nicht verbessern, ist es an der Zeit, Deinen Internetanbieter anzurufen. Du kannst einfach die Nummer des Kundendiensts aus Deinen Vertragsunterlagen oder von der Webseite des Anbieters nutzen, um Dein Problem zu schildern. Manche Anbieter wie zum Beispiel die Telekom und 1&1 haben auch eine Störungshotline, die nur für Probleme mit Deinem Internet zuständig sind.
Sowohl Service-Hotline als auch die Technik-Teams stehen immer noch im Ruf, Zeit und Nerven des Kunden ordentlich zu beanspruchen, bevor sich etwas bessert. Doch je früher Du Dich an den Störungsdienst wendest, desto schneller ist Dein langsames Internet aus der Welt. Und viele Hotlines sind mittlerweile auch besser als ihr Ruf, wie das Fachmagazin Connect getestet hat. Qualität und Leistungsbereitschaft steigt bei den meisten getesteten Anbietern, mit dem Service der Telekom an der Spitze. Lediglich die steigende Wartezeit wird bei einigen Anbietern moniert.
Oft geht der Kunden-Support die klassischen Fehlerquellen durch, ohne gleich zu wissen, wo in Deinem konkreten Fall das Problem liegt. Doch diese Ursachen gehören auch zu den häufigsten Auslösern für Internetprobleme. Wenn Du einen Mietrouter benutzt, dann lass Dir zum Beispiel ruhig einen neuen zuschicken.
Um eine Lösung zu finden, hilft es meist, wenn Du beim Störungsdienst anrufst und nicht bei der allgemeinen Kunden-Hotline.
Woran können Internetprobleme sonst noch liegen?
Wenn das Geschwindigkeitsproblem nicht an Deinen Geräten oder dem Mietrouter liegt, dann gibt es zwei weitere mögliche Fehlerquellen: Möglicherweise ist die Verkabelung im Haus oder der Anschluss unter der Straße schuld am langsamen Internet per Glasfaser, DSL oder TV-Kabel. In diesem Fall kann nur das Technik-Team helfen. Wenn das Problem im Haus liegt, musst Du Dir die Zeit nehmen, das Technik-Team in die Wohnung zu lassen und eine Weile vor sich hin werkeln zu lassen. Bei Problemen auf der Straße bekommst Du im besten Fall gar nicht mit, dass das Technik-Team vor Ort war.
Bei DSL-Anschlüssen gibt es eine Besonderheit, wenn Du Deinen Vertrag nicht bei der Telekom hast. Die Telekom besitzt nämlich die meisten DSL-Leitungen in Deutschland und verkauft Zugang dazu an andere Unternehmen weiter. Es kann dann sein, dass sich Dein Anbieter und die Telekom gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. Eine Chance solltest Du den Technikern trotzdem geben.
Wie reagierst Du bei langsamem Internet auf den Kundendienst?
Kann der Kundendienst den Fehler nicht finden oder schiebt die Schuld jemand anderen zu, lass Dich nicht zu lange vertrösten: Du kannst Deinem Anbieter auf die Sprünge helfen, indem Du einen Preisnachlass einforderst. Wie das geht, erfährst Du im nächsten Kapitel.
Hast Du ein Recht auf zeitgemäße Internetgeschwindigkeit?
Seit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes 2021 hast Du ein Recht auf schnelles Internet, das Du über die Bundesnetzagentur einfordern kannst. Das „schnelle Internet“ beschreibt allerdings eher eine gerade noch vertretbare Untergrenze für das Datentempo.
Welchen Mindestanspruch auf eine Internetverbindung hast Du?
| Geschwindigkeit | |
|---|---|
| Download | 15 Mbit/s |
| Upload | 5 Mbit/s |
| Reaktionszeit (Latenz) | 150 Millisekunden |
Quelle: Bundesnetzagentur (Stand 04. März 2026)
Ist Deine Internetverbindung langsamer als die Angaben oben, erkundige Dich über das Info-Portal der Bundesnetzagentur, wie Du konkret an einem Verfahren teilnehmen kannst, welches Anbieter dazu zwingt, Dir zeitgemäßes Internet bereitzustellen.
Richtig fix wird es aber nicht funktionieren: Denn damit das schnelle Internet bei Dir zuhause ankommt, musst Du alle Schritte des Prozesses durchlaufen. Die Bundesnetzagentur geht dabei von rund zehn bis 14 Monaten aus.
Der Bundesnetzagentur zufolge kamen im Jahr 2024 rund 1.500 Beschwerden zum Mindestanspruch zusammen. 98 Prozent davon habe die Behörde abschließend bearbeitet.
Mehr dazu im Ratgeber Internettarife
- Alte Internetverträge sind oft zu langsam oder zu teuer. Wenn Du clever vergleichst und regelmäßig wechselst, kannst Du schnell alle zwei Jahre 100 bis 200 Euro sparen.
- Die günstigsten Tarife findest Du über Vergleichsportale. Wir empfehlen Preisvergleich.de, Verivox und Check24.
- Wenn Du mit Deinem Internettarif zufrieden bist, kannst Du oft mit einem kurzen Anruf bei Deinem Anbieter einen Rabatt aushandeln.
* Was der Stern bedeutet:
Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.
Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).
Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.
Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.
Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.



