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Wer in die private Krankenversicherung wechseln will, muss einige Voraussetzungen erfüllen. Nur weil ein Wechsel möglich ist, ist er aber nicht für alle sinnvoll. In diesem Ratgeber erfährst Du, wann Du in die PKV wechseln kannst und wann Du es besser bleiben lässt.
Die Hauptvoraussetzung für einen Wechsel in die private Krankenversicherung ist Versicherungsfreiheit. Das heißt: Du darfst nicht verpflichtet sein, Dich in der gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern. Beamte und Beamtinnen, Selbstständige und Studierende sind grundsätzlich versicherungsfrei. Sie dürfen also zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen. Als Angestellter darfst Du ab einem bestimmten Gehalt in die PKV wechseln (§ 6 SGB 5).
Als verbeamtete Person darfst Du unabhängig vom Einkommen in die private Krankenversicherung eintreten. Du schließt eine Restkostenversicherung ab, weil Dein Dienstherr mit der Beihilfe mindestens 50 Prozent der Arztkosten übernimmt (§ 46 Abs. 2 BBhV). Die Restkosten deckt die private Krankenversicherung. Mehr dazu liest Du im Ratgeber zur PKV für Beamte und Beamtinnen.
Bist Du hauptberuflich selbstständig, kannst Du unabhängig von Deinem Einkommen wählen, ob Du Dich privat oder freiwillig gesetzlich versicherst (§ 5 Abs. 5 SGB 5). Du darfst sofort nach dem Beginn Deiner Selbstständigkeit in die PKV wechseln oder zu einem späteren Zeitpunkt.
Eine Ausnahme gilt für künstlerisch oder publizistisch Tätige: Sie sind über die Künstlersozialkasse versicherungspflichtig (§ 1 KSVG). Damit sie in die PKV wechseln können, müssen sie über der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienen. Für das Jahr 2025 sind das mindestens 77.400 Euro brutto jährlich oder 6.150 Euro brutto monatlich (§ 2 SVBezGrV).
Ab einem Jahresbruttogehalt von 77.400 Euro darfst Du in die private Krankenversicherung wechseln. Das entspricht rund 6.150 Euro brutto im Monat. Zum Einkommen zählen auch regelmäßige Zahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, nicht aber einmalige Sonderzahlungen wie Gewinnausschüttungen.
Die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) endet mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem Dein Gehalt erstmals diese Grenze übersteigt (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB 5). Ein Beispiel: Überschreitest Du 2025 erstmals die Grenze von 77.400 Euro brutto im Jahr, darfst Du ab Januar 2026 in die PKV wechseln. Vorausgesetzt, Dein Bruttoeinkommen liegt auch im nächsten Jahr über der Grenze. Diese soll 2026 laut Entwurf der Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung auf 77.400 Euro im Jahr steigen.
Sobald die Versicherungspflicht endet, informiert Dich Deine gesetzliche Krankenkasse über die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Du hast dann zwei Wochen Zeit, Dich privat zu versichern (§ 188 Abs. 4 SGB 5). Tust Du das nicht, wirst Du automatisch freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Solange Du die Voraussetzungen erfüllst, kannst Du auch später in die PKV wechseln. Dann gilt die reguläre Kündigungsfrist von zwei Monaten bei der gesetzlichen Krankenkasse (§ 175 Abs. 4 SGB 5).
Zu Beginn des Studiums kannst Du in die private Krankenversicherung wechseln (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB 5). Diese Entscheidung gilt in der Regel für die Dauer des Studiums.
Ob ein Wechsel in die PKV sinnvoll ist, hängt wesentlich davon ab, ob Du Beamter, Selbstständige, Angestellter oder Studentin bist.
Nach dieser allgemeinen Einschätzung zeigen wir Dir jetzt, wie Du ganz persönlich einschätzen kannst, ob ein Wechsel in die PKV für Dich Sinn ergibt. Dabei helfen Dir unsere fünf Kriterien.
Vor einem Wechsel in die private Krankenversicherung solltest Du Dir die folgenden fünf Kriterien anschauen: Einkommen, Alter, Gesundheitszustand, Familienplanung und Beruf.
Bevor wir Dir diese Kriterien gleich näher erklären, noch ein grundsätzlicher Hinweis:
Der Wechsel in die PKV ist oft eine Entscheidung fürs Leben. Zwar gibt es Wege, durch Tarifwechsel den Beitrag zu senken oder in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren, doch das ist oft nicht so einfach.
Wechsle nur in die private Krankenversicherung, wenn Du dauerhaft gut verdienst oder Vermögen hast. Nicht nur während des Berufslebens, sondern auch im Ruhestand.
Im Durchschnitt zahlen Privatversicherte laut PKV-Verband rund 623 Euro im Monat für die private Krankenversicherung. In jungen Jahren ist sie meist zunächst günstiger als die gesetzliche Krankenversicherung.
Beachte: Mit Familie kommen in der PKV unter Umständen zusätzliche Beiträge für Familienmitglieder auf Dich zu.
Die Beiträge in der PKV steigen mit dem Alter. Wenn Du in die private Krankenversicherung wechselst, musst Du daher auch die Beiträge für die private Krankenversicherung in Deine Altersvorsorge mit einplanen und ein entsprechendes Finanzpolster ansparen.
Idealerweise solltest Du nicht älter als 35 bis 40 Jahre sein, wenn Du in die PKV einsteigst. Grund dafür sind Altersrückstellungen, die dafür sorgen, dass die Beiträge im Alter nicht zu stark ansteigen. Diese Rückstellungen wirken wie eine Sparanlage: Je früher Du beginnst, desto mehr Zinsen und Zinseszinsen können sich ansammeln.
Wenn Du erst in höherem Alter in die PKV wechselst, hast Du weniger Zeit, um ausreichende Altersrückstellungen aufzubauen. Um dennoch genug für das Alter anzusparen, muss die Versicherung Deine monatlichen Beiträge von Anfang an höher ansetzen. Dies kann dazu führen, dass die PKV insgesamt deutlich teurer wird.
Ein später Wechsel in die PKV lohnt sich daher meist nur in Ausnahmefällen, etwa wenn Du finanziell sehr gut abgesichert bist, zum Beispiel durch ein Erbe. Ansonsten kann es schwierig sein, die nötigen Rücklagen für eine spürbare finanzielle Entlastung im Alter aufzubauen.
Du solltest möglichst gesund sein, wenn Du in die private Krankenversicherung wechselst. Viele private Krankenversicherungen lehnen Antragsstellende mit Vorerkrankungen ab oder verlangen Risikozuschläge, die den Beitrag erhöhen.
Um ihr finanzielles Risiko besser einschätzen zu können, schickt die PKV Dir vor der Aufnahme einen Fragenkatalog für die Gesundheitsprüfung zu. Diesen musst Du wahrheitsgemäß und vollständig ausfüllen.
Wenn Du in den vergangenen Jahren mit diesen oder anderen Erkrankungen in Behandlung warst, kann dies den PKV-Beitrag in die Höhe treiben. Die Versicherung kann einen monatlichen Risikoaufschlag auf den betreffenden Leistungsbereich berechnen.
Ein Beispiel: Bei einer Asthma-Erkrankung könnte der Aufschlag die Beitragsanteile für ambulante und stationäre Behandlungen erhöhen. Der Beitragsanteil für Zahnbehandlungen bliebe davon unberührt, da Asthma keinen direkten Einfluss auf Deine Zahngesundheit hat.
Viele Versicherungen nehmen Beamte und Beamtinnen mit Vorerkrankungen im Rahmen einer Öffnungsaktion zu erleichterten Bedingungen auf. Das bedeutet: Selbst mit Vorerkrankungen wird Dich die private Krankenversicherung aufnehmen. Risikozuschläge fallen niedriger aus als bei Selbstständigen oder Angestellten.
Als Single und ohne Kinder hast Du es bei der Entscheidung für die Privatversicherung einfacher. Deine Kosten bleiben überschaubar, weil Du keine PKV-Beiträge für Kinder und einen Ehepartner oder eine -partnerin einplanen musst.
Hast Du Familie oder planst, eine zu gründen, dann solltest Du genau rechnen: Eine kostenlose Familienversicherung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in der PKV nicht. In vielen Fällen musst Du Deine Kinder privat krankenversichern und für sie eigene Beiträge zahlen. Nur Beamte und Beamtinnen erhalten Beihilfe von ihrem Dienstherrn, wodurch ihre Beiträge für die Kinder vergleichsweise gering ausfallen.
In der Elternzeit zahlst Du Deine Beiträge ohne Pause weiter. Bist Du angestellt, entfällt in dieser Zeit der Zuschuss Deines Arbeitgebers oder Deiner Arbeitgeberin zur privaten Krankenversicherung von aktuell rund 508,59 Euro. Einige private Tarife bieten eine Beitragsbefreiung in der Elternzeit an, allerdings gelten diese meist für maximal sechs Monate. Unterstützungen wie das Kinderkrankengeld gibt es in der PKV nicht.
Machst Du Dir Gedanken über einen Wechsel in die PKV, solltest Du bei Deiner Entscheidung die möglichen Beiträge für Deine gesamte Familie mit einbeziehen. Außerdem sollten Du und Dein Partner oder Deine Partnerin überlegen, wer von Euch wie lange wegen der Kinder zuhause bleiben möchte.
Wenn Du einen Job mit einem hohen gesundheitlichen Risiko ausübst, beispielsweise als Sprengmeisterin oder Stuntman, musst Du mit hohen Risikozuschlägen rechnen. Zudem stehen Dir dann oft nur wenige private Versicherungstarife zur Auswahl.
Beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung solltest Du Dich von einem erfahrenen und spezialisierten Versicherungsmakler oder einer qualifizierten Versicherungsmaklerin beraten lassen. Wie Du Dich am besten auf die Beratung vorbereitest und alle Details zum Testverfahren erfährst Du im Ratgeber zur PKV.

Bevor Du in die Beratung gehst, solltest Du Dir unbedingt unsere Leistungsübersicht herunterladen. Darin solltest Du notieren, welche Leistungen Dir besonders wichtig sind und ob der entsprechende Tarif diese Anforderungen erfüllt.
Hier bekommst Du einen Überblick über die wichtigsten Leistungen einer privaten Krankenversicherung.
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