Tipps & Tricks
Geld für Führerschein oder Ausbildung: Dürfen Eltern dafür ans Juniordepot?
Darfst Du Geld aus dem Juniordepot entnehmen, bevor Dein Kind 18 ist? Was erlaubt ist – und was Du unbedingt wissen solltest.

Tipps & Tricks
Darfst Du Geld aus dem Juniordepot entnehmen, bevor Dein Kind 18 ist? Was erlaubt ist – und was Du unbedingt wissen solltest.


Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage:
“Kann ich aus dem Juniordepot Geld entnehmen, wenn das Kind bereits mit 16 Jahren das Geld für bspw. Ausbildung, Führerschein oder Auslandsaufenthalt benötigt, oder muss das Geld bis zum 18. Geburtstag im Depot bleiben?”
Kurzantwort vorweg: Besparst Du für Deinen Nachwuchs einen passiven Aktien-ETF, zum Beispiel auf den MSCI ACWI, kannst Du theoretisch jederzeit flexibel Geld entnehmen. Bedenk dabei aber: Das Geld gehört Deinem Kind und um den Zinseszinseffekt zu nutzen, solltest Du das Geld nur im Notfall anfassen.
Die Wertpapiere im Juniordepot gehören ab dem Kauf Deinem Kind. Eltern oder Erziehungsberechtigte haben lediglich eine Vollmacht und verwalten das Depot, bis der Nachwuchs volljährig ist. Bis dahin sind sie verpflichtet, mit dem Geld verantwortungsvoll und im Sinne des Kindes umzugehen (§ 1642 BGB).
Ihr könnt das Geld also nicht für andere Zwecke nutzen. Streng genommen sind selbst Ausgaben für Dein Kind nicht vorgesehen.
Aber: In Ausnahmefällen – etwa zur Finanzierung einer Ausbildung, des Führerscheins oder eines Auslandsaufenthalts – und wenn Dein Kind zustimmt, kannst Du Geld aus dem Juniordepot entnehmen. Wichtig dabei ist: Das Geld muss nachweislich im Interesse Eures Kindes verwendet werden.
Brauchst Du Geld aus dem Juniordepot, verkaufst Du Wertpapiere darin, z. B. ETF-Anteile. Der Depotanbieter überweist Dir den Betrag anschließend abzüglich Steuern und Gebühren auf das Verrechnungskonto. Von dort kannst Du das Geld auf Dein hinterlegtes Girokonto weiterleiten.
Wir raten Dir grundsätzlich davon ab, Geld aus dem Juniordepot zu entnehmen, wenn das Geld dem langfristigen Vermögensaufbau Deines Kindes dient. Es sollte mindestens 15 Jahre lang investiert bleiben, im Idealfall über den 18. Geburtstag hinaus.
Denn: Jeder Euro, den Du herausnimmst, schmälert die Rendite. Je länger das Geld angelegt ist, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Und je mehr Kapital investiert ist, desto größer fällt dieser Effekt aus.
Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist: Dein Kind kann eine Entnahme theoretisch sogar vor Gericht anfechten und Dich bzw. Euch als Eltern nachträglich auf Schadensersatz verklagen.
Entnehmt Geld aus dem Depot also nur im Notfall, wenn es sich nicht vermeiden lässt.
Stehst Du noch vor der Entscheidung, ein Kinderdepot einzurichten, investier nur Geld, das Du selbst nicht für den Familienunterhalt oder anderes benötigst. Und überleg Dir frühzeitig, bei welchen größeren Ausgaben Du Dein Kind unterstützen möchtest. Leg dieses Geld z. B. auf ein Tagesgeldkonto beiseite.
Willst Du Geld für Dein Kind anlegen, aber trotzdem jederzeit frei darüber verfügen können, hast Du zwei Alternativen:
Welche Vor- und Nachteile diese beiden Optionen haben und alles Wichtige rund ums Juniordepot, liest Du in unserem Ratgeber. Dort findest Du auch unsere Empfehlungen für passende Anbieter:
Dann werd Finanztip Unterstützer. Wenn Du schon Unterstützer bist, kannst Du Deine Frage hier stellen.
Deine Finanzen. Deine App.
Behalte den Überblick - jederzeit und überall. Mit der Finanztip App erhältst Du aktuelle Finanzinfos, Spartipps und wichtige Hinweise. Speicher oder teile Artikel, optimiere mit dem Finanztip Check-Up Deine Finanzen oder werde direkt per Push benachrichtigt, wenn es etwas Neues gibt. Hol Dir das gute Gefühl, nichts zu verpassen.
Mit Deinem monatlichen Beitrag stärkst Du die Finanztip Stiftung und hilfst, unser Angebot auszubauen. Als Unterstützer erhältst Du zudem exklusiven Zugang zu Expertengesprächen und zur kompletten Finanztip Academy.
Unterstütze uns* Was der Stern bedeutet:
Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.
Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).
Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.
Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.
Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.
