Das Wichtigste in Kürze
- Mit einer Solarthermieanlage kannst Du mit Sonnenenergie heizen oder Wasser erwärmen.
- Durch steigende CO2-Preise wird Solarthermie in Zukunft immer wirtschaftlicher.
- Dank staatlicher Zuschüsse von bis zu 70 Prozent lohnt sich die Investition nach unseren Berechnungen oft schon nach zehn bis 15 Jahren.
So gehst Du vor
- Prüfe, ob sich Deine Heizung oder Dein Dach für eine Solarthermieanlage eignet. Bei Unsicherheit hilft die Verbraucherzentrale oder ein Energieberater.
- Lade unsere Planungshilfe Solarthermie herunter. Sie zeigt Dir Schritt für Schritt, wie Du Deine Anlage planst, die passende Technik wählst und Förderung bekommst.
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- Stell Förderanträge, bevor Du mit der Installation beginnst – sonst verlierst Du den Anspruch.
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Inhalt
- Warum lohnt sich Solarthermie?
- Was kostet eine Solarthermieanlage?
- Welche Förderung bekommst Du für Solarthermie?
- Wie wirtschaftlich ist Solarthermie?
- Wie planst Du Deine Solarthermieanlage richtig?
- Mit welcher Heizung lässt sich Solarthermie kombinieren?
- Was musst Du beim Betrieb einer Solarthermieanlage beachten?
Mit einer Solarthermieanlage kannst Du Dein Warmwasser oder Deine Heizung mit Sonnenenergie unterstützen und damit dauerhaft Heizkosten sparen. Die Technik ist bewährt, langlebig und wird vom Staat mit bis zu 70 Prozent der Investitionskosten gefördert. Warum sich Solarthermie lohnt, wie viel Du sparen kannst und worauf Du bei der Planung achten solltest, erfährst Du in diesem Ratgeber.
Warum lohnt sich Solarthermie?
Solarthermie kann Deine Heizkosten deutlich senken und macht Dich unabhängiger von steigenden Energiepreisen.
Eine Solarthermieanlage besteht aus Kollektoren, die auf dem Dach oder im Garten installiert werden. Sie fangen Sonnenenergie ein und wandeln sie in Wärme um. Damit kannst Du im Sommer meist Dein Warmwasser vollständig solar erzeugen und im Winter Deine Heizung unterstützen. Richtig ausgelegt, spart die Anlage nach einer Finanztip-Analyse jedes Jahr mehrere Hundert Euro Heizkosten.
Wie funktioniert Solarthermie?

Quelle: Finanztip-Darstellung (Stand: März 2026)
Solarthermie produziert Wärme, aber keinen Strom. Auch wenn die Solarthermie optisch einer Photovoltaikanlage ähnelt. Die Kollektoren der Anlage enthalten eine spezielle Wärmeträgerflüssigkeit. Trifft Sonnenlicht darauf, erwärmt sich diese Flüssigkeit und gibt die Energie über einen Wärmetauscher an Deinen Warmwasserspeicher oder Heizkreislauf ab. Eine Pumpe sorgt dafür, dass die Flüssigkeit zirkuliert und immer wieder neu erhitzt wird.
Der Aufbau ist robust und langlebig: Die Internationale Energie Agentur (IEA) nennt eine Lebensdauer von 25 Jahren, oft halten sie sogar deutlich länger.
Für welche Gebäude und Haushalte ist Solarthermie geeignet?
Solarthermie lohnt sich für die meisten Ein- und Mehrfamilienhäuser, entscheidend ist, dass Dach und Nutzung passen.
Dabei gelten folgende Kriterien:
- Dein Dach sollte ein Süd-Ausrichtung haben, auch eine Südwest oder Südost-Ausrichtung ist noch in Ordnung.
- Dein Dach sollte nicht durch Bäume oder andere Gebäude verschattet sein – auch nicht stundenweise.
- Dein Dach sollte einen bestimmten Neigungswinkel haben, idealerweise zwischen 30 und 70 Grad. Der ideale Winkel ist aufgrund der unterschiedlichen Breitengrade regional unterschiedlich: Je südlicher Dein Haus, desto flacher sollte der Winkel sein.
- Dein Haushalt sollte aus mindestens drei Personen bestehen, die das erzeugte Warmwasser nutzen können.
Sind diese Anforderungen erfüllt, ist die Solarthermieanlage eine sinnvolle und wirtschaftliche Ergänzung zu Deiner bestehenden Heizungsanlage.
Wann lohnt sich Solarthermie mit Luft?
Sinnvoll sind Solarthermieanlagen, die mit Luft statt Wasser arbeiten, wenn ein Haus mit Luft beheizt wird oder wenn eine Photovoltaikanlage den Betriebsstrom liefert. Letzteres ist wichtig. Denn für die Luftzirkulation braucht es Ventilatoren und die kosten Strom. Dafür sind die Anschaffungskosten und die restlichen Betriebskosten deutlich geringer.
Diese Art solarthermischer Anlage sammelt Luft in einem Luftkollektor und erwärmt diese. Die warme Luft kann direkt ins Haus strömen und die Räume heizen. Sie sind günstiger, benötigen aber eine größere Fläche, um genauso viel Sonnenwärme nutzbar zu machen, wie die Anlagen, die mit Flüssigkeit arbeiten.
Was kostet eine Solarthermieanlage?
Eine Solarthermieanlage kostet je nach Größe und Technik nach unseren Marktbeobachtungen zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Der Preis hängt vor allem davon ab, wie viele Quadratmeter Kollektorfläche Du brauchst und welche Art von Kollektoren Du wählst.
Wie setzen sich die Kosten für Solarthermie zusammen?
Die Gesamtkosten ergeben sich aus Material, Montage und Inbetriebnahme.
Flachkollektoren sind die günstigere Variante, Vakuumröhrenkollektoren teurer, aber effizienter.
Kosten für die Solarthermieanlage
| Preis pro m² | Beispiel: 6 m² Kollektoren | |
|---|---|---|
| Flächenkollektoren | 300 – 500 Euro/m² | 600 – 800 Euro/m² |
| Vakuumröhrenkollektoren | 600 – 800 € | 3.600 – 4.800 € |
Quelle: co2online.de, Stand: 17. November 2025
Hinzu kommen Montagekosten, die laut der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online nicht mehr als ein Drittel des Gesamtpreises ausmachen sollten. Auch die Kosten für weitere Komponenten wie den Solarspeicher und Solarregler, Leitungen und Pumpen musst Du einkalkulieren. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit sechs bis zehn Quadratmetern Kollektorfläche ergeben sich so Gesamtkosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro.
Wie unterscheiden sich die Kosten nach Nutzen von Solarthermie?
Die Kosten einer Solarthermieanlage hängen stark davon ab, wie Du sie nutzen möchtest – nur für Warmwasser oder auch zur Heizungsunterstützung. Je größer die Anlage, desto höher sind die Investitionskosten. Gleichzeitig steigt mit der Größe auch das Einsparpotenzial.
Wenn Du die Solarthermie nur für Warmwasser einsetzen willst, genügt in der Regel eine kleinere Anlage mit vier bis sechs Quadratmetern Kollektorfläche. Die Gesamtkosten inklusive Speicher und Montage beginnen dann bei etwa 5.000 Euro. Diese Lösung eignet sich besonders für kleinere Haushalte, in denen hauptsächlich Dusch- und Spülwasser erwärmt werden soll.
Planst Du hingegen, zusätzlich auch Deine Heizung solar zu unterstützen, brauchst Du eine größere Anlage mit etwa acht bis zwölf Quadratmetern Kollektorfläche. Dafür solltest Du mit bis zu 10.000 Euro Gesamtkosten rechnen. Der Vorteil: Du deckst einen größeren Teil Deines Wärmebedarfs solar und sparst langfristig mehr Brennstoffkosten.
In Mehrfamilienhäusern steigen die absoluten Kosten zwar, doch der Preis pro Quadratmeter ist oft günstiger, weil die Solarwärme besser genutzt wird und sich die Fixkosten auf mehr Personen verteilen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Personen im Haushalt leben, desto besser wird die Anlage ausgelastet und desto schneller rechnet sie sich.
Welche laufenden Kosten musst Du einplanen?
Wartungskosten: Für Inspektionen fallen im Schnitt laut co2online 100 bis 150 Euro an. Die Inspektion solltest Du alle zwei bis drei Jahre durchführen lassen. Denn kleinere Teile wie Pumpen oder Regelungen müssen über die Jahre erneuert werden.
Eine Solarthermieanlage ist ansonsten nahezu wartungsfrei.
Stromkosten: Die Solarpumpe ist der wichtigste Teil einer solarthermischen Anlage, der im Betrieb Strom benötigt: Sie transportiert Wärmeträgerflüssigkeit durch die Rohre. Daher ist es wichtig, dass Du darauf achtest, besonders effiziente Pumpen einzusetzen, die nur wenig Strom benötigen. Eine moderne Hocheffizienzpumpe verbraucht nur etwa 15 Kilowattstunden im Jahr. Beim aktuellen Strompreis von 30,71 Cent pro Kilowattstunde laut Finanztip-Strompreisbarometer (Stand: 5. März 2026) sind das rund fünf Euro Betriebskosten. Außerdem wird noch etwas Strom für die Regelung der Anlage gebraucht.
Versicherungskosten: Das kostet Dich oft nichts extra. Willst Du Deine Solarthermieanlage versichern lassen, dann melde sie am besten beim Einbau Deiner Wohngebäudeversicherung. Wann eine zusätzliche Versicherung einer Solaranlage wie Photovoltaik oder Solarthermie sinnvoll ist, liest Du in unserem Ratgeber zur Photovoltaikversicherung.
Wie lange hält eine Solarthermieanlage?
Die Lebensdauer von Solarthermieanlagen liegt laut Bundesumweltamt bei etwa 25 Jahren, viele Systeme laufen aber über 30 Jahre.
Die Solarkollektoren sind besonders langlebig, nur kleinere Komponenten wie Pumpen müssen eventuell früher ausgetauscht werden.
Aus ökologischer Sicht ist die Bilanz sehr positiv: Laut einer Studie des Bundesumweltamtes sparen Solarthermieanlagen über ihre Lebenszeit deutlich mehr Emissionen ein, als sie für ihre Herstellung verbraucht haben. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online schätzt die sogenannte Energierücklaufzeit auf zwei bis drei Jahre. Das ist die Zeit, die es dauert, bis die Energie, die in die Herstellung geflossen ist, wieder eingespielt wurde.
Welche Förderung bekommst Du für Solarthermie?
Für den Einbau einer Solarthermieanlage fördert Dich der Staat mit bis zu 70 Prozent der Investitionskosten. Möglich machen das bundesweite Programme wie das KfW-Programm 458, ergänzt durch regionale Förderungen von Bundesländern und Kommunen.
Besonders profitieren Haushalte, die alte Heizungen ersetzen oder ein geringeres Einkommen haben. Auch ein zinsgünstiger Kredit für die Zwischenfinanzierung ist möglich. Alternativ kannst Du die Solarthermieanlage von Deiner Einkommenssteuer absetzen.
Welche staatlichen Zuschüsse kannst Du für Solarthermie bekommen?
Seit Anfang 2024 gibt es die Heizungsförderung im KfW-Programm 458. Sie kann auch für Solarthermieanlagen genutzt werden. Dieses Programm besteht aus einer Grundförderung und mehreren Bonusförderungen, die Du miteinander kombinieren kannst:
- 30 Prozent Grundförderung bekommst Du, wenn Du eine klimafreundliche Heizung einbaust – also auch eine Solarthermieanlage.
- 20 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus erhältst Du zusätzlich, wenn Du bis Ende 2028 eine alte fossile Heizung ersetzt.
- 30 Prozent Einkommensbonus sind möglich, wenn Dein zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen unter 40.000 Euro liegt.
Du kannst alle drei Förderungen kombinieren, aber insgesamt nicht mehr als 70 Prozent der Investitionskosten erstattet bekommen. Die maximale förderfähige Summe für ein Einfamilienhaus liegt bei 30.000 Euro.
Ob Du Dich für die Bonusförderungen qualifizierst, ist sehr individuell: Dein Haushaltseinkommen darf die Einkommensgrenzen nicht übersteigen und Du müsstest eine alte Heizung austauschen. Besonders letzteres ist bei der Installation von Solarthermie für die meisten Haushalte eher unrealistisch.
Mit der Grundförderung in Höhe von 30 Prozent der Kosten kannst Du aber rechnen und die solltest Du auch nutzen. Beachte dabei folgende Bedingungen:
- Die Solarthermieanlage muss über einen Solarregler verfügen.
- Ein hydraulischer Abgleich muss durchgeführt werden.
- Die Heizkurve für Dein Haus muss angepasst werden.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) stellt außerdem eine Liste der förderfähigen Solarthermieanlagen bereit.
Alle Infos zum Förderprogramm und dem Antragsverfahren findest Du in unserem Ratgeber zur Heizungsförderung.
Wie kannst Du Deine Solarthermieanlage finanzieren?
Da die Förderung erst nach dem Einbau ausgezahlt wird, kannst Du für die Zwischenfinanzierung einen zinsgünstigen Kredit nutzen:
- KfW-Programm 358 bietet bis zu 120.000 Euro Kredit, zinsverbilligt bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 90.000 Euro.
- Der Kredit gilt auch für andere Sanierungsmaßnahmen, etwa Dämmung oder Fenstertausch.
Wichtig: Als Voraussetzung für den Kredit gilt, dass Du parallel eine Förderung aus dem KfW- oder Bafa-Programm nutzt.
Alle Informationen zu dieser Finanzierungsmöglichkeit findest Du in unserem Ratgeber zum Ergänzungskredit.
Wird auch eine komplette Sanierung mit Solarthermie gefördert?
Wenn Du Dein Haus umfassend sanierst, zum Beispiel Dämmung, neue Fenster und Heizung, kannst Du Solarthermie auch im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG WG) einbauen lassen.
- Gefördert wird über das KfW-Programm 261.
- Die maximale Förderung hängt vom erreichten Effizienzhausstandard ab.
- Ein Energieeffizienz-Experte muss die Sanierung begleiten – dessen Kosten werden ebenfalls gefördert.
Alle Informationen zu diesem Förderprogramm findest Du in unserem Ratgeber zu KfW 261.

Förderbank im Besitz von Bund und Ländern
- Darlehen für die energetische Sanierung zum KfW-Effizienzhaus
- meist günstigere Zinssätze als marktüblich
- komplette Fremdfinanzierung von Projekten möglich
Kannst Du Solarthermie auch von der Steuer absetzen?
Ja, statt einer Förderung über die KfW kannst Du Deine Solarthermieanlage auch steuerlich geltend machen. Noch bis Ende 2029 sind energetische Sanierungsmaßnahmen von der Steuer absetzbar. Dazu zählt auch der Einbau einer Solarthermieanlage.
Voraussetzung ist, dass Du die Maßnahme nicht parallel über KfW oder Bafa fördern lässt. Du musst Dich also entweder für den Steuerbonus oder die klassische Förderung entscheiden.
Damit Du den Steuerabzug nutzen kannst, musst Du folgende Kriterien erfüllen:
- Du musst das Haus oder die Wohnung selbst bewohnen.
- Das Gebäude muss mindestens zehn Jahre alt sein.
- Die Maßnahme muss von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.
Der Steuerbonus gilt auch für selbstgenutzte Wohnungen in Mehrfamilienhäusern – aber nur anteilig für den selbst bewohnten Teil. Bei Ferienwohnungen ist der Abzug ebenfalls möglich, sofern Du sie nicht vermietest.
Wichtig: Du musst die Kosten über drei Jahre steuerlich absetzen, also drei Jahre in Folge Deine Einkommenssteuererklärung abgeben.
Insgesamt rechnet Dir das Finanzamt bis zu 20 Prozent der Investitionskosten auf Deine Einkommenssteuer an, maximal jedoch 40.000 Euro pro Objekt.
Alles, was Du zur steuerlichen Förderung wissen musst, liest Du in unserem Ratgeber Energetische Sanierung Steuer.
Welche Bundesländer und Kommunen fördern Deine Solarthermieanlage?
Einige Bundesländer und Kommunen fördern den Bau von Solarthermieanlagen, wie wir Dir an ausgewählten Beispielen zeigen. Findest Du Deinen Wohnort nicht in unserer Übersicht, informier Dich bei Deiner Kommune, ob es ein Förderprogramm gibt.
In diesen Bundesländern gibt es uns bekannte Förderprogramme:
Nordrhein-Westfalen
Über das Programm progres.nrw gibt es Zuschüsse zu einer solarthermischen Anlage. Mindestens vier Quadratmeter müssen die Kollektoren einnehmen und mindestens 525 Kilowattstunden Sonnenwärme pro Quadratmeter und Jahr erzeugen. Maximal 90 Euro pro Quadratmeter gibt dann das Land dazu. Einen Förderantrag kannst Du online über das Antragsformular der Bezirksregierung Arnsberg stellen. Den Antrag musst Du stellen, ehe Du einen Kaufvertrag für die Solarthermieanlage unterzeichnet hast. Die Fördermittel kannst Du zum Teil mit einer Förderung über das bundesweit geltende Programm BEG kombinieren.
In diesen Kommunen gibt es beispielsweise Förderprogramme:
Düsseldorf
Solarthermieanlagen für warmes Wasser als auch zur Unterstützung der Heizung bezuschusst die Stadt Düsseldorf seit April 2020. Für Anlagen zur Warmwasserbereitung auf Ein- und Zweifamilienhäusern gibt es 1.000 Euro. Auf Mehrfamilienhäusern ist die Höhe des Zuschusses abhängig von der Größe der Kollektoren: Für die ersten 20 Quadratmeter zahlt die Stadt 150 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche und 100 Euro für jeden weiteren Quadratmeter. Dient die Anlage zusätzlich auch zur Heizungsunterstützung, gibt es für alle Gebäudetypen 200 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche, ab dem 21. Quadratmeter sind es noch 120 Euro. Einen Förderantrag stellst Du beim Umweltamt der Stadt, bevor Du die Installation beauftragst. Um die Förderung zu erhalten, musst Du nachweisen, dass ein bestimmter Anteil Deines Wärmebedarfs durch Solarwärme gedeckt wird: Mindestens 525 Kilowattstunden Energie müssen pro Solarkollektor jährlich erzeugt werden. Nähere Informationen dazu findest Du in der Richtlinie zum Förderprogramm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf“ unter Punkt 5.7.1.
Freiburg
Willst Du eine alte Öl- oder Gasheizung durch eine Heizung mit erneuerbaren Energien ersetzen, gibt die Stadt Freiburg bis zu 1.000 Euro pauschal dazu. Bedingung ist, dass Du zugleich die Heizungsförderung der KfW nutzt. Da Du mit einer solarthermischen Anlage allein Dein Haus nicht beheizen kannst, musst Du Dich für eine Heizungskombination entscheiden. Anträge sind über das Förderprogramm Klimafreundlich Wohnen zu stellen. Die Stadt Freiburg fördert auch eine Energieberatung bei Dir zuhause.
München
Wenn Du eine neue solarthermische Anlage in München errichtest, profitierst Du vom Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude. Für eine solarthermische Anlage gilt in diesem Programm ein Förderzuschuss in Höhe von 15 Prozent der Investitionskosten. Der Zuschuss wird nur in Kombination mit einer staatlichen Förderung über die KfW gewährt. Außerdem musst Du über einen individuellen Sanierungsfahrplan durch einen Energieberater verfügen. Der Antrag muss grundsätzlich gestellt werden, bevor Du den Auftrag für die neue Solarthermieanlage vergibst.
Wie wirtschaftlich ist Solarthermie?
Mit Solarthermie senkst Du Deine laufenden Heizkosten, weil Du weniger Erdgas oder Heizöl für Warmwasser und je nach Anlage auch für die Heizung brauchst. In einem Berechnungsbeispiel liegen die Einsparungen bei mehreren Hundert Euro pro Jahr, das hat Finanztip anhand einer Amortisationsberechnung ermittelt. Wie schnell sich die Anlage lohnt, hängt vor allem von Anschaffungskosten, Förderung, Wärmebedarf und Energiepreisen ab. Häufig liegt die Amortisationszeit bei etwa zehn bis 15 Jahren. Danach läuft die Anlage weiter und spart Dir jedes Jahr Brennstoffkosten.
Je besser die Anlage zu Deinem Verbrauch passt, desto größer ist der Nutzen. Besonders lohnt sich Solarthermie, wenn Du hohe Warmwasserkosten hast oder mit Erdgas oder Heizöl heizt. Außerdem kann Solarthermie wirtschaftlicher sein, wenn Du sie gleich mit einem Heizungstausch oder einer Dachsanierung einbauen lässt. Dann sinken die Montagekosten, weil Gerüst und Handwerker ohnehin vor Ort sind.
Wie viel Wärme liefert Solarthermie?
Eine gut ausgelegte Anlage deckt im Durchschnitt 60 bis 70 Prozent des Warmwasserbedarfs ab. Das entspricht etwa 300 bis 600 Kilowattstunden pro Quadratmeter Kollektorfläche und Jahr. Ein typischer Sechs-Quadratmeter-Kollektor kann damit grob bis zu 3.600 Kilowattstunden Wärme pro Jahr erzeugen.
Wichtig ist: Nicht jede erzeugte Kilowattstunde kannst Du im Haus nutzen. Solarthermie liefert besonders viel Wärme im Sommer. Wenn der Warmwasserspeicher voll ist und gerade wenig Warmwasser gebraucht wird, bleiben Überschüsse ungenutzt.
Was beeinflusst die Wirtschaftlichkeit von Solarthermie?
Am wichtigsten ist, dass Dach und Nutzung zusammenpassen. Diese Punkte machen in der Praxis den größten Unterschied:
- Ausrichtung, Neigung und Verschattung: Am besten ist ein Dach mit Südausrichtung, auch Südwest und Südost sind meist gut. Der Neigungswinkel sollte idealerweise zwischen 30 und 70 Grad liegen. Entscheidend ist, dass Dein Dach nicht verschattet wird. Schon wenige Stunden Schatten können den Ertrag deutlich senken.
- Warmwasserbedarf im Haushalt: Je mehr Warmwasser Du verbrauchst, desto besser kannst Du die Solarwärme nutzen. Besonders profitieren Haushalte mit mindestens drei Personen oder höherem Warmwasserverbrauch, zum Beispiel durch häufiges Duschen und Baden.
- Größe der Anlage und Speicher: Eine zu kleine Anlage spart wenig. Eine zu große Anlage produziert im Sommer oft mehr Wärme, als Du nutzen kannst. Dann kann es zur thermischen Stagnation kommen, weil die Wärme nicht gespeichert oder verbraucht wird. Darum müssen Kollektorfläche und Speichergröße zusammenpassen.
- Energiepreise und CO2-Kosten: Je teurer Gas oder Öl sind, desto mehr sparst Du pro Kilowattstunde Solarwärme. Auch die CO2-Abgabe verteuert fossile Brennstoffe langfristig. Solarwärme bleibt dagegen kostenlos.
Wie schnell rechnet sich Solarthermie in einem Beispiel?
Wie schnell sich Solarthermie rechnen kann, haben wir für Dich an einem Beispiel-Einfamilienhaus durchgerechnet:
In unserem Beispiel bekommt ein Einfamilienhaus mit vier Personen eine Solarthermieanlage mit sechs Quadratmetern Kollektorfläche auf ein gut ausgerichtetes, unverschattetes Dach. Der Haushalt heizt mit einer Gasheizung und hat einen Warmwasserbedarf von rund 4.000 Kilowattstunden pro Jahr. Bei guter Auslegung und passender Speichergröße deckt die Anlage davon rund 70 Prozent und stellt damit etwa 2.800 Kilowattstunden Wärme pro Jahr bereit. Diese Wärmemenge muss die Gasheizung nicht mehr liefern. In der Rechnung berücksichtigen wir zur Vereinfachung weder Wartungs- und Stromkosten der Solarthermieanlage noch den Umstand, dass die Gasheizung für 2.800 Kilowattstunden nutzbare Wärme wegen ihres Wirkungsgrads etwas mehr Gas verbrauchen würde – beide Effekte würden sich teilweise gegenseitig ausgleichen.
Die Anlage kostet 6.000 Euro. Mit 30 Prozent Förderung bleiben 4.200 Euro Eigenanteil. Die jährliche Ersparnis ergibt sich aus den vermiedenen Gas- und CO2-Kosten. Dafür unterstellen wir steigende Gaspreise und CO2-Preise im mittleren Preispfad gemäß den Berechnungen des Ariadne-Forschungsprojekts. In unserem Beispiel sind die eingesparten Kosten nach rund zwölf Jahren so hoch wie der Eigenanteil – ab dann spart die Anlage netto Geld. Nach 20 Jahren liegt die Ersparnis unterm Strich bei rund 3.800 Euro.
Hinweis: Wir verwenden abgezinste Werte. Das heißt, wir rechnen zukünftige Kosten und Einsparungen auf ihren heutigen Wert um.
Wie planst Du Deine Solarthermieanlage richtig?
Bei der Planung einer Solarthermieanlage kommt es vor allem auf drei Dinge an: Deinen Wärmebedarf, die Eignung des Dachs und die passende Kombination mit anderen Heizsystemen. Diese Punkte sind entscheidend dafür, wie gut sie sich in Dein Haus integrieren lässt und ob sie sich wirtschaftlich lohnt.
Willst Du nur Warmwasser erzeugen, reicht eine kleinere Anlage mit etwa vier bis sechs Quadratmetern Kollektorfläche. Soll sie zusätzlich Deine Heizung unterstützen, brauchst Du mehr Fläche und einen größeren Speicher. Entscheidend ist, dass die erzeugte Wärme auch tatsächlich verbraucht werden kann.
Wichtig ist zudem, dass Dein Dach möglichst nach Süden ausgerichtet ist und nicht verschattet wird. Auch bei einer anstehenden Dachsanierung oder einem Heizungstausch lohnt es sich, die Solarthermie gleich mitzuplanen – das spart zusätzliche Kosten.
Die Finanztip-Planungshilfe Solarthermie führt Dich Schritt für Schritt durch die wichtigsten Punkte – von den Voraussetzungen über Technik und Größe bis zu Förderung und Umsetzung.
Lade sie Dir hier herunter:
Mit welcher Heizung lässt sich Solarthermie kombinieren?
Am besten funktioniert Solarthermie als Ergänzung zu einer bestehenden Gas-, Öl- oder Pelletheizung. In den Sommermonaten kann die Solarthermie meist den gesamten Warmwasserbedarf decken, während der Heizkessel erst im Herbst wieder einspringt.
Auch mit Wärmepumpen lässt sich Solarthermie gut kombinieren: Übernimmt die Solaranlage den Großteil der Warmwasserbereitung, muss die Wärmepumpe seltener hohe Temperaturen erzeugen – das spart Strom und macht das System effizienter.
Willst Du Deine Heizung erneuern, musst Du die 65-Prozent-Regel aus dem Gebäudeenergiegesetz beachten: Neu eingebaute Heizungen müssen aktuell noch mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien heizen. Die aktuelle Bundesregierung plant dazu aber Änderungen. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber zum Heizungsgesetz.
Eine alleinige Kombination von Solarthermie mit neuer Gas- oder Ölheizung reicht dafür nicht aus – wohl aber mit einer Biomasseheizung oder Wärmepumpe. Installierst Du die Solarthermieanlage nur zusätzlich zu Deiner bestehenden Heizung, gilt diese Regel aber nicht.
Was musst Du beim Betrieb einer Solarthermieanlage beachten?
Solarthermieanlagen gelten als wartungsarm, trotzdem solltest Du sie regelmäßig überprüfen lassen, damit sie dauerhaft effizient läuft. So fallen Funktionsfehler, die den Ertrag reduzieren, schnell auf.
Am besten lässt Du die Anlage alle zwei bis drei Jahre vom Fachbetrieb kontrollieren oder nutzt eine Fernüberwachung. Bei Abweichungen erhältst Du automatisch eine Meldung und kannst rechtzeitig reagieren.
Die Verbraucherzentrale rät dazu, im Sommer die Effizienz der Anlage überprüfen zu lassen, da viele Anlagen weniger gut laufen, als möglich wäre. Das kann an Problemen mit der Regelung oder falschen Einstellungen an den Heizungspumpen liegen. Besitzt Du keinen Zähler für die produzierte Wärmemenge, bekommst Du das vielleicht gar nicht mit. Dann empfiehlt sich ein Solarwärme-Check bei einer Verbraucherzentrale. Ein Energieberater kommt dann zu Dir und prüft die Einstellungen und die Effizienz der Anlage. Abschließend überreicht er Dir einen Bericht mit den Ergebnissen und Handlungsempfehlungen. Das kostet 40 Euro. Für einkommensschwache Haushalte ist dieser Service umsonst.
Alternativ kannst Du Dich an die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) wenden. Die Mitarbeiter sind 35 Sektionen zugeordnet, die sich über ganz Deutschland verteilen. In den Solarzentren in Hamburg und Berlin ist auch die persönliche Beratung kostenfrei.
Warum solltest Du Heizungsrohre dämmen?
Über ungedämmte Heizungsrohre geht viel Wärmeenergie verloren. Mit einer Dämmung kannst Du den Verlust um bis zu 70 Prozent verringern. Das gilt nicht nur für die Rohre, die von Deiner Heizungsanlage zu Deinen Heizkörpern führen, sondern auch für Deine Solarthermieanlage.
Dabei solltest Du darauf achten, geeignete Dämmmaterialien auszuwählen. Zum einen müssen sie sehr hitzebeständig sein, da die Solarthermie sehr hohe Temperaturen liefert. Zum anderen müssen sie für den Einsatz draußen geeignet sein, da ein Teil der Rohre Deiner Anlage außerhalb des Hauses verläuft. Wichtig ist, dass die Materialien wenig Feuchtigkeit aufnehmen, da sonst die Dämmwirkung nachlässt. Aber auch die Sonneneinstrahlung, Wärme und Kälte können das Material belasten. Es sollte also witterungsbeständig sein.
Welche Materialien es gibt, wie Du Deine Heizungsrohre selbst dämmst und wie Du so ganz schnell Hunderte Euro sparst, liest Du in unserem Ratgeber zur Dämmung von Heizungsrohren.
Was passiert bei Überhitzung im Sommer?
Vor allem in sehr sonnigen Sommerwochen, in denen Solaranlagen mehr Energie erzeugen als Du verbrauchst, heizen sich die Kollektoren besonders stark auf – es kann zur sogenannten thermischen Stagnation kommen. Mögliche Störungen durch einen solchen Wärmestau lassen sich bereits bei der Montage verhindern. Ist die Anlage mit einer sogenannten Eigensicherung installiert, reagieren die Solarkollektoren selbstständig auf die fehlende Wärmeabnahme und sind vor Mängeln geschützt. Du kannst dann auch im Sommer unbesorgt wegfahren.
Sammelt sich das Wasser im Speicher allerdings über mehrere Wochen, können sich Bakterien und Keime ansiedeln. Nutze dann das eigens dafür vorgesehene Ferienprogramm Deiner Heizung oder lass das Trinkwasser nach Deinem Urlaub für einige Minuten ablaufen.
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