Wallbox-Förderung So holst Du Dir Zuschüsse für eine Ladestation

Sandra Duy
Sandra Duy
Expertin Energetische Sanierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis zu 2.000 Euro Förderung gibt es 2026 für Wallboxen im Mehrfamilienhaus. Das neue Programm richtet sich an Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs), Vermieter oder Wohnungsunternehmen.
  • Wohnst Du im Einfamilienhaus, hast Du Chancen, dass Dein Bundesland oder Deine Kommune eine Ladestation fördert.
  • Prüf genau, ob sich ein Förderprogramm für Dich lohnt, insbesondere wenn ein teurer Stromtarif Voraussetzung ist.
  • Vergleiche Stromtarife über unseren Stromvergleich. Der Rechner enthält Werbelinks, über die Du Deinen Tarif direkt abschließen kannst. Alle Empfehlungen erfolgen rein redaktionell und zu 100 Prozent unabhängig.

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Wenn Du ein Elektroauto fährst oder über einen Kauf nachdenkst, überlegst Du vielleicht auch, einen privaten Ladepunkt bei Dir zuhause installieren zu lassen. Für die Anschaffung einer eigenen Wallbox gibt es Förderprogramme, die Deine Kosten mindern. Wo Du eine Förderung für Deine Wallbox bekommst und welche Bedingungen Du dafür erfüllen musst, liest Du in diesem Ratgeber.

Gibt es eine Förderung für Wallboxen im Einfamilienhaus?

Eine KfW-Förderung für private Ladestationen gibt es seit 2024 nicht mehr. Im Förderprogramm 442 der staatlichen Förderbank KfW konntest Du Dir bis zu 10.200 Euro als Zuschuss für ein Gesamtsystem bestehend aus einer Photovoltaik-Anlage, einem Stromspeicher und einer Wallbox sichern. 

Generell gilt: nur wer rechtzeitig den Antrag stellt, ist dabei: Als das KfW-Programm zur Förderung von Ladestationen im September 2023 freigeschaltet wurde, war das gesamte Budget in Höhe von 300 Millionen Euro bereits nach einem Tag ausgeschöpft und die Förderung musste pausiert werden. Eigentlich sollte sie 2024 weitergeführt werden, doch das Bundesverkehrsministerium musste das Programm einstellen, da kein Budget mehr verfügbar war. Seitdem gibt es keine staatliche Förderung für Wallboxen.

Es kann sich jedoch lohnen, einen Blick auf regionale und lokale Programme zu werfen, denn einige Bundesländer, Städte oder Energieversorger bieten weiterhin Zuschüsse an – diese sind aber oft an Bedingungen geknüpft. Prüfe daher jedes Programm genau, bevor Du es beantragst.

Gibt es Förderungen für Wallboxen in Mehrfamilienhäusern?

Ja, vom 15. April 2026 bis zum 10. November 2026 gibt es eine befristete staatliche Förderung für Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern mit eigenen Parkplätzen. Sie richtet sich aber nicht an einzelne Haushalte, sondern vor allem an Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs), Vermieter oder Wohnungsunternehmen. Für Einfamilienhäuser gilt sie nicht.

Wie viel Geld gibt es für Wallboxen im Mehrfamilienhaus?

Wie viel Geld der Staat dazugibt, richtet sich nach der Art der Ladeinfrastruktur: Für einen Stellplatz mit Wallbox sind es bis zu 1.500 Euro als Zuschuss. Wenn der Ladepunkt das sogenannte bidirektionale Laden unterstützt, bekommst Du bis zu 2.000 Euro. 

Da es sich um einen Zuschuss handelt, muss dieser nicht zurückgezahlt werden. 

Was wird konkret gefördert?

Gefördert wird nicht nur die einzelne Wallbox, sondern die gesamte Ladeinfrastruktur im Gebäude. Dazu gehören zum Beispiel:

  • der Netzanschluss
  • die Verkabelung im Haus
  • das Lastmanagement zur Steuerung mehrerer Ladepunkte
  • sowie die eigentlichen Ladepunkte 

Ziel ist es, Mehrfamilienhäuser so auszustatten, dass mehrere Bewohner ihre Elektroautos gleichzeitig laden können. Wichtig ist, dass die Stellplätze unmittelbar zum Wohnobjekt gehören und nur von deren Bewohnerinnen und Bewohnern genutzt werden können. 

Insgesamt müssen 20 Prozent, mindestens aber sechs der Stellplätze für eine Ladeinfrastruktur ausgestattet werden. Der genutzte Strom muss aus erneuerbaren Quellen stammen, also zum Beispiel durch einen Stromliefervertrag mit Ökostrom oder aus einer eigenen PV-Anlage

Was brauchst Du für den Antrag auf eine Wallbox im Mehrfamilienhaus?

Für den Antrag brauchst Du einen Kostenvoranschlag eines Fachbetriebs. Stellt Ihr den Antrag als WEG, ist zum Zeitpunkt der Antragstellung noch kein WEG-Beschluss notwendig, Ihr müsst diesen aber innerhalb von sechs Monaten nach der Bewilligung des Antrags nachreichen. 

Wichtig: Ihr dürft noch nicht mit dem Projekt begonnen haben, das heißt, es darf noch kein Auftrag an eine Installationsfirma oder einen Lieferanten vergeben worden sein. 

Alle Informationen zum Programm findest Du auf der Programmseite Laden im Mehrparteienhaus

Wie werden Wallboxen in Deinem Bundesland gefördert?

Wallboxen werden auf Länderebene aktuell nur in Nordrhein-Westfalen gefördert. Wir informieren Dich hier, wenn Förderprogramme in anderen Bundesländern dazukommen.

Du kennst ein Förderprogramm, das wir nicht auflisten? Dann schreib uns gerne eine E-Mail an redaktion@finanztip.de.

Wie funktioniert die Wallbox-Förderung in NRW?

Die Wallbox-Förderung in NRW richtet sich an Privatpersonen, ist derzeit pausiert und startet voraussichtlich im Februar 2026 neu.

Wichtig: Das Förderprogramm in NRW ist aktuell pausiert und wird voraussichtlich im Februar 2026 wieder anlaufen.

Das Förderprogramm ElektroMobilität NRW unterstützt Dich bei der Anschaffung von privaten Ladepunkten in NRW und richtet sich an Privatpersonen, die eine Wallbox zuhause installieren möchten.

Zuschüsse gibt es nur für Wallboxen, die ihren Strom aus erneuerbaren Energien wie zum Beispiel Ökostrom oder einer Photovoltaik-Anlage beziehen. Erfüllst Du diese Voraussetzung, dann übernimmt das Land bis zu 40 Prozent der Kosten. Die maximale Höhe der Förderung beträgt 1.000 Euro pro Ladepunkt. Zu den Kosten, die übernommen werden, zählt nicht nur die Anschaffung der Wallbox, sondern unter anderem auch die Montage und Inbetriebnahme oder die Kosten für den Netzanschluss.

Gibt es Förderprogramme für Unternehmen?

In einigen Bundesländern gibt es auch spezielle Programme für Gewerbetreibende, wie zum Beispiel WELMO in Berlin oder Charge@BW in Baden-Württemberg. Diese Programme richten sich jedoch an Unternehmen oder sind für öffentlich zugängliche Ladestationen gedacht. Weitere solcher Programme gibt es auch in Bayern und Niedersachsen.

Welche Kommunen fördern Wallboxen?

Einige Städte und Kommunen bieten ihre eigenen Förderprogramme für Wallboxen an. Die Konditionen unterscheiden sich dabei je nach Stadt. Meistens geben die Städte auf ihrer Website genaue Infos zu den Rahmenbedingungen der Förderungen.

Grundsätzlich ist es immer sinnvoll zu prüfen, ob Deine Stadt oder Kommune Förderprogramme anbietet. Häufig gibt es lokale Initiativen, die Dir den Umstieg auf Elektromobilität erleichtern sollen.

Wallbox-Förderung in Stuttgart

Wichtig: Dieses Förderprogramm ist aktuell ausgesetzt, soll aber voraussichtlich ab Mai 2026 weitergeführt werden.

Wenn Du in Stuttgart gleichzeitig eine Photovoltaik-Anlage und die Ladeinfrastruktur für eine geplante Wallbox installierst, kannst Du das Förderprogramm Solaroffensive nutzen. Die Kosten für die Wallbox an sich kannst Du im Programm nicht geltend machen. Für jede Ladeeinrichtung, die mit einer Wallbox oder Ladesäule ausgestattet und durch die PV-Anlage versorgt wird, bekommst Du pauschal 1.000 Euro. Übrigens wird in dem Programm auch die Anschaffung und Installation der PV-Anlage gefördert. 

Mehr zu Finanzierungsmöglichkeiten von PV-Anlagen liest Du in unserem Ratgeber zur Photovoltaik-Förderung.  

Planst Du den Einbau ohne eine Photovoltaikanlage, kannst Du das Programm Privates Laden der Stadt Stuttgart nutzen. Auch hier wird nur die vorgelagerte Ladeinfrastruktur gefördert, zu der zum Beispiel die Errichtung eines Netzanschlusses oder Wanddurchbrüche zählen, nicht aber die Wallbox selbst. 

Stuttgart übernimmt bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten, dabei maximal 1.000 Euro pro neu errichtetem Ladepunkt und 250 Euro pro Stellplatz, der in der Zukunft potenziell mit Strom versorgt werden kann. Das Programm gilt nur für Vorhaben, bei denen eine Verbindung mit Photovoltaik nicht möglich ist.

Wallbox-Förderung in Heidelberg

Wenn Du eine private Wallbox für Dein E-Auto im Stadtgebiet von Heidelberg anbringen möchtest, kannst Du hier mit einer Förderung rechnen. Die Stadt übernimmt 50 Prozent der Anschaffungskosten bis maximal 1.000 Euro. Allerdings gibt die Stadt auf ihrer Website zum Förderprogramm an, dass die Fördermittel für 2024 bereits ausgeschöpft sind und Förderungen erst wieder nach der Haushaltsfreigabe 2025 beantragt werden können.

Wallbox-Förderung in Düsseldorf

Auch die Landeshauptstadt Düsseldorf greift Dir bei den Anschaffungskosten für die Wallbox unter die Arme. Im Rahmen des Programms Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf kannst Du Dir bis zu 50 Prozent der Anschaffungs- und Installationskosten zurückerstatten lassen – maximal jedoch 2.000 Euro pro Wallbox. 

Gefördert werden Wallboxen für private Wohngebäude unter der Voraussetzung, dass ein Elektroauto genutzt wird und der Betrieb der Ladestation auf Basis einer Photovoltaikanlage oder Ökostrom stattfindet.

Wallbox-Förderung in Limburg

In Limburg werden Wallboxen und Ladesäulen mit einem Zuschuss in Höhe von 25 Prozent, aber maximal 500 Euro gefördert. Du kannst Kosten für die Anschaffung und Installation im Antrag angeben. Besitzt Du einen Limburgpass, steigt der Fördersatz auf 50 Prozent der Kosten, aber weiterhin maximal 500 Euro. Die Wallbox oder Ladesäule muss anschließend mit Ökostrom betrieben werden. 

Wallbox-Förderung in Grünwald?

Die Gemeinde Grünwald bei München fördert die Anschaffung und Installation von Ladepunkten und die elektrische Vorrüstung für Wallbox oder Ladesäule mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Maximal bekommst Du hier sogar 1.500 Euro zurück. Die Voraussetzung ist, dass die Ladestation eine Leistung von maximal elf Kilowatt hat und die Anlage mit Ökostrom betrieben wird – entweder über einen entsprechenden Tarif oder eine Photovoltaik-Anlage. 

Lohnt sich eine Förderung durch Stadtwerke oder Energieversorger?

Eine Förderung durch Stadtwerke oder Energieversorger lohnt sich nur, wenn der damit verbundene Stromtarif im Vergleich günstig ist. 

Einige Energieversorger und Stadtwerke bieten ebenfalls Förderprogramme für Wallboxen an. Hier ist die Liste auch deutlich länger als bei Bundesländern oder Städten. Doch es ist Vorsicht geboten: Die Zuschüsse sind an einen festen Stromtarif gebunden und sollen die Kunden und Kundinnen an den jeweiligen Versorger binden. 

Das bedeutet, dass Du den Strom von den jeweiligen Stadtwerken zu einem festgelegten Preis und für eine bestimmte Laufzeit beziehen musst. Rechne vorher nach, ob sich das für Dich lohnt. Vergleiche dazu den Tarif mit günstigen Tarifen  aus unserem Stromvergleichsrechner. Achte außerdem darauf, wie lange Du Dich dem Anbieter verpflichten musst – oft sind zwölf oder 24 Monate vorgeschrieben. Lass Dich nicht von ein paar Hundert Euro Förderung dazu verleiten, einen teuren Stromtarif abzuschließen, der Dich am Ende mehr kostet als ein günstigerer Tarif ohne die Förderung. 

Welche Beispiele gibt es für Förderprogramme von Energieversorgern?

Stadtwerke Mainz

Die Stadtwerke Mainz fördern den Kauf einer privaten Wallbox mit 400 Euro, wenn Du Ökostrom der Stadtwerke nutzt. Die Mainzer Stadtwerke zahlen beim Kauf einer privaten Wallbox 400 Euro Fördergeld aus. Vorausgesetzt wird die Stromversorgung mit Ökostrom durch die Stadtwerke.

Stadtwerke Konstanz

Bei den Stadtwerken Konstanz bekommst Du bis zu 150 Euro Förderung, wenn Du die Wallbox dort kaufst und den Tarif „SeeEnergie ÖkostromPlus“ nutzt. Hier erhältst Du eine Förderung von bis zu 150 Euro, wenn Du Deine Wallbox über die Stadtwerke kaufst. Das gilt allerdings nur, wenn Du zum Zeitpunkt der Installation den Stromtarif „SeeEnergie ÖkostromPlus“ nutzt oder in diesen Tarif wechselst. Lässt Du Deine Wallbox über einen anderen Anbieter als die Stadtwerke anbringen, beträgt die Förderung nur bis zu 100 Euro.

Stadtwerke Dachau

Die Stadtwerke Dachau fördern Deine Ladestation mit insgesamt 125 Euro, verteilt auf fünf Jahresgutschriften. Kaufst Du eine private Ladestation über die Dachauer Stadtwerke, werden Dir fünf Jahre lang jährlich 25 Euro auf Deine Stromrechnung gutgeschrieben, was einem Förderbetrag von 125 Euro gleichkommt.

Dürfen Mieter eine Wallbox installieren?

Mieter dürfen eine Wallbox grundsätzlich installieren, brauchen dafür aber immer die Zustimmung der Vermietenden. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) schreibt vor, dass der Einbau einer Wallbox von Deinem Vermieter oder Deiner Vermieterin nicht ohne Grund einfach abgelehnt werden darf (§ 554 BGB). Auch wenn Du zur Miete wohnst und nicht Eigentümerin des Hauses oder der Wohnung bist, kannst Du also in den meisten Fällen von den besagten Förderprogrammen profitieren. 

Hast Du allerdings keine Erlaubnis vorab eingeholt, riskierst Du nicht nur, dass Du die Wallbox auf Deine Kosten wieder zurückbauen musst, Du bekommst auch in der Regel keine Zusage zu einem Förderprogramm.

Sandra Duy

Wohnst Du zur Miete, sprich mit den Eigentümern Deines Wohnhauses, um eine Wallbox zu bekommen: Sie steigert den Wert des Hauses und ist daher auch im Interesse der Hauseigentümer.

Sandra Duy
Unsere Finanztip-Expertin für Energetische Sanierung

Werden Wallboxen steuerlich gefördert?

Nicht direkt, allerdings können die Handwerkerkosten, die mit der Installation verbunden sind, steuerlich geltend gemacht werden. Dabei kannst Du bis zu 20 Prozent der Handwerkerkosten (maximal 1.200 Euro im Jahr) von der Steuer absetzen (§ 35a EStG), die im Rahmen der Installation anfallen. Bewahre am besten alle Rechnungen auf und achte darauf, dass alles ordnungsgemäß aufgeschlüsselt ist, damit es bei der Absetzung von der Steuer nicht zu Schwierigkeiten kommt. 

Welche steuerlichen Vorteile hast Du beim Laden beim Arbeitgeber?

Lädst Du Dein Auto kostenlos beim Arbeitgeber, entsteht Dir keine höhere Steuerlast für Dein Einkommen. Die Ladekosten werden nicht als ein sogenannter geldwerter Vorteil eingestuft. 

Voraussetzung ist jedoch, dass Du den Strom zusätzlich zu Deinem Gehalt erhältst und das Laden nicht Teil Deines Arbeitslohns ist. Grund dafür ist, dass die Bundesregierung steuerliche Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen geschaffen hat, um die Elektromobilität zu fördern (§ 3 Abs. 46 EStG). 

Solltest Du kein geeignetes Förderprogramm finden und Dich gegen eine Wallbox entscheiden, kannst Du also prüfen, ob Du Dein Auto an Deinem Arbeitsort laden kannst.