Tipps & Tricks

Reichen ETFs? Wie Du Deine Geldanlage mit 7 Assets ergänzen kannst

Du wünschst Dir mehr Abwechslung beim Vermögensaufbau? Hier sind sieben Möglichkeiten, wie Du das Vier-Töpfe-Prinzip erweitern kannst.

Nadine Graf
Nadine Graf Geldanlage
Ergänzungen Vier-Töpfe-Prinzip

Das Finanztip-Prinzip macht Deine Finanzen einfach. Vier Töpfe sind die Basis: Girokonto, Kreditkarte, Tagesgeldkonto und ETF-Depot

Dieses Prinzip musst Du nicht, aber kannst Du auch noch erweitern – je nach Deiner persönlichen Situation:

Weitere Möglichkeiten für Deine Altersvorsorge

1. Geldmarkt-ETFs

Sie sind neben Tagesgeldkonten eine relativ sichere Möglichkeit, Dein Geld zu parken. Aber im Gegensatz zu Letzteren bekommst Du dort langfristig gute Zinsen (im Bereich der besten Tagesgeldkonten) – ohne Tagesgeld-Hopping

Das ist möglich, weil ein Geldmarkt-ETF auf dem Geldmarkt unterwegs ist, also dort, wo sich vor allem Banken, Staaten und Unternehmen untereinander Geld leihen. Dort steckt er Dein Geld in sichere Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit. 

Ein Geldmarkt-ETF kann also Deinen Sicherheitsbaustein sinnvoll ergänzen. Trotzdem solltest Du Deinen Notgroschen weiterhin auf dem Tagesgeldkonto lassen, denn da kommst Du sofort ran.

2. Festgeld

Wenn Du weißt, dass Du eine bestimmte Summe für einen bestimmten Zeitraum, in der Regel 12, 24 oder 36 Monate, nicht brauchst und danach vielleicht sogar eine größere Ausgabe ansteht, dann kann ein Festgeldkonto ebenfalls eine gute Idee für Deinen Sicherheitsbaustein sein. 

Es gibt Dir Planungssicherheit, weil Du über den vereinbarten Zeitraum mit einem festen Zinssatz rechnen kannst und – anders als bei ETFs – keine Schwankungen hast. 

Dafür kommst Du aber während der Laufzeit auch nicht an Dein Geld ran. Welche Vorteile eine Festgeldtreppe hat und worauf Du bei Festgeld generell achten solltest, erfährst Du im Ratgeber.

3. Gold

Gold wird wohl nie komplett an Wert verlieren und gilt deshalb als ältester Geldspeicher der Welt. Trotzdem hat es einige Nachteile: Erstens schwankt sein Wert stark, denn der hängt allein von der Nachfrage ab. Ein wichtiger Unterschied zu anderen Geldanlage-Formen ist außerdem, dass Gold Dir keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden bringt. 

Gold kann sich lohnen, wenn Du die Schwankungen Deines Aktien-Portfolios etwas abmildern willst. Das hat nach Finanztip-Berechnungen zumindest in der Vergangenheit meist funktioniert. Außerdem sind Gewinne zwölf Monate nach Kauf steuerfrei. 

Trotzdem sollest Du höchstens 10 % Deines Vermögens in Gold investieren, damit Du mit dem Rest die Renditen am Aktienmarkt mitnehmen kannst. Welche Möglichkeiten Du beim Gold-Kauf hast, liest Du in unserem Ratgeber.

4. Photovoltaik-Anlage

Auch sie kannst Du als Geldanlage verstehen. Du investierst Geld in langfristige Einsparungen, weil Du Deinen Strom selbst erzeugen und den Rest gegen Entgelt ins Stromnetz einspeisen kannst. Nebenbei tust Du auch noch etwas Gutes für die Umwelt. 

In Deine Kauf-Überlegungen miteinfließen sollte auf jeden Fall Dein oder Euer zukünftiger Stromverbrauch. Planst Du in den nächsten Jahren z. B. E-Auto oder Wärmepumpe, kann PV sich besonders lohnen. Zusätzlich bist Du dadurch unabhängiger von steigenden Strompreisen. Worauf Du neben den Anschaffungskosten beim Kauf achten solltest, liest Du in diesem Ratgeber

Auch auf kleinerer Ebene (z. B. wenn Du zur Miete wohnst) kann sich Photovoltaik für Dich lohnen. Alles zum Thema Balkonkraftwerk liest Du hier.

5. Betriebliche Altersvorsorge

Mit einer bAV baust Du Dir mithilfe Deines Arbeitgebers eine Zusatzrente auf. Ob Du diese Leistung in Anspruch nehmen solltest, hängt vor allem davon ab, wie viel Dein Arbeitgeber beiträgt. 

Der Zuschuss muss mindestens 15 % Deines Sparbeitrags betragen. Aber eine bAV, bei der Du nur den Mindestzuschuss bekommst, lohnt sich in der Regel nur, wenn der Vertrag besonders günstig ist. 

Außerdem solltest Du überlegen, wie lange Du bei Deinem aktuellen Arbeitgeber bleiben möchtest. Denn die bAV an sich kannst Du mitnehmen, gute Konditionen nicht immer. Außerdem ist die Auszahlung weniger flexibel als bei einem ETF-Depot.

6. Vermögenswirksame Leistungen

Auch damit kann Dir Dein Arbeitgeber beim Vermögensaufbau helfen. Es handelt sich anders als bei der bAV um eine freiwillige Leistung und geht z. B. auch in Form eines ETF-Sparplans

Vermögenswirksame Leistungen (VL) können sich für Dich vor allem dann lohnen, wenn Du unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegst. Denn dann bekommst Du vom Staat noch einen Zuschuss. In jedem Fall solltest Du einen eigenen Vertrag für Deine VL anlegen, dann bleibst Du flexibler.

7. Altersvorsorge-Depot

Ab 2027 kannst Du damit privat, aber staatlich gefördert am Kapitalmarkt anlegen, also z. B. auch in Aktien-ETFs investieren. Wichtig für Deine Entscheidung ist, ob Du die Förderung bekommst. 

Derzeit gibt es noch keine konkreten Produkte für das AV-Depot, Du solltest das Thema aber schonmal gehört haben um 2027 zu entscheiden, ob es zu Dir passt. Wir halten Dich auf dem Laufenden. 

Wichtig: Alles nur zusätzlich zu Deinem ETF-Sparplan.

Möchtest Du Deine Finanzen nach dem Finanztip-Prinzip einfach machen, solltest Du alle obigen Möglichkeiten nur als Ergänzung zu Deinem ETF-Sparplan sehen. Eine Ausnahme bildet ggf. das AV-Depot – hier werden wir Dir eine Einordnung geben, sobald die ersten Produkte auf den Markt kommen.

In spekulative Anlagen wie Kryptowährungen oder einzelne Aktien kannst Du investieren – wir empfehlen es Dir aber nur mit Geld, auf das Du im Notfall komplett verzichten könntest. Denn das Risiko, alles zu verlieren, ist hoch.

Überholte Produkte wie eine fondsgebundene Rentenversicherung solltest Du heute gar nicht mehr abschließen. Hast Du noch Verträge am Laufen, erfährst Du hier, ob es sich für Dich lohnen kann dabeizubleiben oder ob Du besser kündigst. 

In seinem Buch Finanzen ganz einfach erklärt Finanztip-Chefredakteur Saidi die obige Liste noch ausführlicher. Außerdem geht er mit Dir in zehn Kapiteln Schritt für Schritt den Weg, um Deine Finanzen von Grund auf solide aufzustellen – immer mit klaren Handlungsempfehlungen und persönlichen Anekdoten. 

Wenn auch Du Dir noch mehr Unterstützung beim Thema Finanzen wünschst oder jemanden kennst, der eine Hilfestellung gebrauchen kann, bestell das Buch doch gleich hier

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Von Larissa Glas
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