Jahresarbeitszahl Wärmepumpe Wie effizient ist Deine Wärmepumpe?

Sandra Duy
Sandra Duy
Expertin Energetische Sanierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Jahresarbeitszahl zeigt, wie effizient Deine Wärmepumpe über ein Jahr arbeitet, indem sie Stromverbrauch und erzeugte Wärme ins Verhältnis setzt.
  • Je höher die Jahresarbeitszahl ist, desto niedriger sind Stromverbrauch und Heizkosten.
  • Eine Jahresarbeitszahl von mindestens drei gilt als effizient und ist meist Voraussetzung für Fördergelder.

So gehst Du vor

  • Planst Du eine Wärmepumpe, kann Dir Deine Heizungsfachfirma die JAZ der Wärmepumpe im Voraus theoretisch berechnen.
  • Miss im Betrieb Wärmemenge und Stromverbrauch über ein Jahr, um die tatsächliche Jahresarbeitszahl zu überprüfen.
  • Du kannst die Jahresarbeitszahl verbessern, indem Du Dein Haus sanierst, das Heizsystem optimierst oder Dein Verbrauchsverhalten anpasst. Bei den meisten Maßnahmen ist es sinnvoll, sie vor dem Einbau der Wärmepumpe umzusetzen. Ein individueller Sanierungsfahrplan kann Dir helfen, mit einer Sanierung zu starten. Wie empfehlen dafür die Energieberater Enwendo, Fuchs & Eule, Novo und Senercon.

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Mit einer Wärmepumpe kannst Du klimafreundlich heizen und langfristig Kosten sparen. Entscheidend dafür ist eine Kennzahl: die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ. Sie zeigt, wie effizient Deine Wärmepumpe wirklich arbeitet und wie hoch Dein Stromverbrauch ausfällt.

In diesem Ratgeber erfährst Du, was die Jahresarbeitszahl bedeutet, wie Du sie berechnest und welche Werte realistisch sind. Wir erklären den Unterschied zum Coefficient of Performance und zeigen Dir, welche Faktoren die Effizienz beeinflussen. Außerdem liest Du, wie Du die Jahresarbeitszahl gezielt verbessern kannst.

Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ)?

Mit der Jahresarbeitszahl (JAZ) wird die Effizienz einer Wärmepumpe gemessen: Wie gut läuft Deine Wärmepumpe? Sie beschreibt das Verhältnis von eingesetztem Strom zu erzeugter Wärme. Erzeugt eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme, beträgt die Jahresarbeitszahl drei. 

Dafür wird die Effizienz über ein gesamtes Jahr betrachtet und nicht nur für den Moment. Das ist wichtig, da Wärmepumpen je nach Außentemperatur mehr oder eben weniger effizient sind. Würdest Du nur auf die Effizienz im Winter oder nur im Sommer schauen, wäre das Bild verzerrt. Während der Planung einer neuen Wärmepumpe kann die voraussichtliche JAZ aufgrund der Bedingungen vor Ort schon berechnet werden. Wie gut die Berechnung passt, zeigt sich dann nach einem Jahr Betrieb.

Je höher die Zahl ist, desto wirtschaftlicher ist Deine Wärmepumpe. Für Dich bedeutet eine höhere JAZ einen geringeren Stromverbrauch der Wärmepumpe und damit niedrigere Heizkosten

Was ist der Unterschied zwischen Jahresarbeitszahl und CoP?

Der Coefficient of Performance, kurz CoP, misst die Effizienz einer Wärmepumpe unter festen Laborbedingungen, während die Jahresarbeitszahl die Effizienz im echten Betrieb über ein Jahr zeigt.

Beide Kennzahlen beschreiben das Verhältnis von Strom zu erzeugter Wärme. Der Unterschied liegt in den Bedingungen. Der CoP wird bei genau definierten Temperaturen gemessen. Diese Testbedingungen sind standardisiert, entsprechen aber oft nicht der Realität in Deinem Haus. Deshalb fällt der CoP in der Regel höher aus als die Jahresarbeitszahl.

Die JAZ berücksichtigt dagegen schwankende Außentemperaturen, Dein Heizsystem und Dein tatsächliches Nutzungsverhalten. Sie zeigt Dir, wie effizient Deine Wärmepumpe wirklich arbeitet.

Wenn Du Dir die Datenblätter unterschiedlicher Wärmepumpenmodelle anschaust, ist darin ausgewiesen, unter welchen Bedingungen welcher CoP ermittelt wurde. 

Beispiel eines Wärmepumpen-Datenblattes 

Quelle: Stiebel Eltron (Stand: Februar 2024)

Was bedeuten Angaben wie A2/W35?

Für Luft-Wärmepumpen findest Du häufig die Angabe A2/W35, für Erdwärmepumpen ist es B0/W35. Was bedeuten diese Zahlen?

Dahinter verstecken sich feste Bedingungen, unter denen die Leistung der Wärmepumpe gemessen wurde, sogenannte Betriebspunkte. Dabei steht A2/W35 für eine Außentemperatur von zwei Grad Celsius und eine Vorlauftemperatur von 35 Grad Celsius. Bei Erdwärmepumpen steht die Angabe B0/W35 für eine Bodentemperatur von null Grad und eine Vorlauftemperatur von 35 Grad. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der Dein Heizsystem arbeitet, um Deine Räume ausreichend zu heizen. So heiß muss also das Heizwasser in den Heizungsrohren sein.

In einem Neubau ist diese im Labor angenommene Vorlauftemperatur realistisch. In einem Altbau wird sie aber vermutlich nicht ausreichen, sodass der berechnete CoP nicht realistisch ist. Daher findet man inzwischen immer öfter in den Datenblättern der Wärmepumpenmodelle auch noch einen weiteren geprüften Betriebspunkt, nämlich A-7/W55. Dieser Betriebspunkt wird mit einer Außentemperatur von minus sieben Grad Celsius und einer Vorlauftemperatur von 55 Grad gerechnet. 

Wichtig: Der CoP zeigt nur Momentaufnahmen für eine ganz bestimmte Situation. Damit die Leistungszahl CoP noch etwas realistischer ist, wurde der SCoP eingeführt. Das ist der Seasonal Coefficient of Performance. Beim SCoP werden saisonale Unterschiede in der Temperatur berücksichtigt und noch weitere Betriebspunkte für unterschiedliche Außentemperaturen ermittelt.

Wann brauchst Du den CoP und wann die JAZ?

Den CoP brauchst Du für den Vergleich von Modellen unterschiedlicher Hersteller, die JAZ für die Einschätzung des Stromverbrauchs in Deinem Haus. Der CoP sagt Dir nichts darüber aus, wie effizient das Modell in Deinem Haus laufen wird.

Achtung: Du kannst über den CoP nicht unterschiedliche Wärmepumpenarten vergleichen, also Luftwärmepumpen mit Erdwärmepumpen. Da je nach Wärmequelle Luft und Erde von unterschiedlichen Betriebspunkten ausgegangen wird, ist kein direkter Vergleich möglich. 

Möchtest Du einschätzen können, wie hoch der Stromverbrauch einer Wärmepumpe sein wird, brauchst Du die JAZ. Nur sie sagt aus, wie die Wärmepumpe unter den individuellen Bedingungen Deines Hauses arbeitet.

Merk Dir einfach: Der CoP ist eine theoretische Kennzahl für den Produktvergleich. Die JAZ ist hingegen eine praktische Kennzahl, die die Effizienz der Wärmepumpe in Deinem Haus anzeigt.

Wie wird die JAZ berechnet?

Bei der Planung berechnet die Heizungsfachfirma die voraussichtliche Jahresarbeitszahl auf Basis technischer Annahmen.

Dabei fließen mehrere Faktoren ein. Dazu gehören die Vorlauftemperatur des Heizsystems, die Temperatur der Wärmequelle, der CoP oder SCoP des gewählten Modells und die Heizlast Deines Hauses. Aus diesen Daten ergibt sich eine prognostizierte Jahresarbeitszahl.

Diese berechnete JAZ findest Du häufig im Angebot oder in den Planungsunterlagen. Sie ist wichtig, um die Wirtschaftlichkeit einzuschätzen und Förderbedingungen zu erfüllen.

Wichtig ist jedoch: Diese Zahl bleibt eine Prognose. Ob sie realistisch war, zeigt sich erst nach einem vollständigen Betriebsjahr unter echten Bedingungen.

Wie berechnest Du die JAZ selbst im laufenden Betrieb?

Im Betrieb berechnest Du die Jahresarbeitszahl, indem Du die erzeugte Wärmemenge durch den verbrauchten Strom teilst.

Du brauchst dafür zwei Werte aus einem vollständigen Jahr. Erstens die erzeugte Wärme in Kilowattstunden (kWh) und zweitens den Stromverbrauch der Wärmepumpe, ebenfalls in kWh.

Wo findest Du die Wärmemenge und den Stromverbrauch?

Manche Wärmepumpen bieten Funktionen an, die diese Werte messen und über das Display abrufbar machen. Häufig sind die Daten aber nicht einfach auslesbar oder eher ungenau. Einfacher und exakter geht das mit einem Wärmemengenzähler und einem Stromzähler für die Wärmepumpe. Wenn Du den günstigen Wärmepumpenstrom nutzen möchtest, braucht Deine Wärmepumpe ohnehin einen separaten Stromzähler. Wenn Deine Wärmepumpe über den Haushaltsstromzähler läuft, kannst Du darüber nachdenken, einen Zwischenzähler setzen zu lassen. Dieser wird zwischen Deinem Hausstromzähler und der Wärmepumpe installiert und misst so nur den Strom, den die Wärmepumpe bezieht. Da Du diesen privat betreibst und er keine offizielle Messstelle ist, muss er nicht angemeldet werden und kostet auch keine jährliche Gebühr. Ein Wärmemengenzähler misst die erzeugte Wärme und wird in das Rohrsystem des Heizwasserkreislaufs integriert. Er misst den Durchlauf des Heizungswassers und die Temperatur und zeigt so an, wie viel Wärme produziert wurde.

Hast Du beide Werte nach einem Jahr abgelesen, kannst Du daraus die JAZ für das vergangene Jahr berechnen. Die Formel dafür ist ganz einfach:

Wärmemenge in kWh : Stromverbrauch in kWh = Jahresarbeitszahl.

Ein Beispiel:

Der Wärmemengenzähler zeigt für das vergangene Jahr eine Wärmemenge von 20.000 Kilowattstunden an. Gleichzeitig zeigt der Stromzähler der Wärmepumpe einen Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden.

20.000 kWh : 5.000 kWh = 4

In diesem Beispiel kommt also eine Jahresarbeitszahl von vier raus. Das bedeutet, dass übers Jahr betrachtet aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme erzeugt wurden.

Was beeinflusst die Jahresarbeitszahl?

Den größten Einfluss auf die Jahresarbeitszahl hat der Temperaturunterschied zwischen der Temperatur der Wärmequelle – also der Luft oder dem Erdreich – und der Vorlauftemperatur Deines Heizsystems. Das nennt man auch Temperaturhub: Um wie viel Grad muss die Wärmepumpe die Temperatur anheben?

Je größer dieser Temperaturhub ist, desto mehr Strom benötigt die Anlage. Die Jahresarbeitszahl sinkt und Deine Heizkosten steigen.

Wie hoch der Temperaturhub ist, wird wiederum von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören:

  • die Wahl der Wärmequelle
  • die Art Deines Heizsystems
  • die Wärmedämmung Deines Hauses
  • die Einstellungen an Deiner Wärmepumpe
  • die Erzeugung von Warmwasser
  • das Heizverhalten in Deinem Haushalt

Wie wirkt sich die Wärmequelle auf die JAZ aus?

Die Wahl der Wärmequelle entscheidet maßgeblich darüber, wie hoch die Jahresarbeitszahl ausfällt. Du kannst als Wärmequelle für Deine Wärmepumpe die Außenluft, das Erdreich oder auch das Grundwasser nutzen. 

Der Grund ist die Temperatur der Quelle. Das Erdreich hat über das Jahr hinweg eine relativ konstante Temperatur von etwa zehn Grad Celsius. Die Außenluft schwankt dagegen stark und ist im Winter deutlich kälter. Je kälter die Wärmequelle, desto größer ist der Temperaturhub und desto mehr Strom benötigt die Wärmepumpe. Da Grundwasser-Wärmepumpen hauptsächlich für größere Bauprojekte geplant werden, betrachten wir diese hier nicht weiter.

Erdwärmepumpen erreichen aufgrund der stabileren Bedingungen in der Regel eine höhere JAZ als Luftwärmepumpen. In einer Studie des Fraunhofer Instituts aus dem Jahr 2025 zu Wärmepumpen in Bestandsgebäuden erreichten Luftwärmepumpen im Mittel eine JAZ von 3,4. Erdwärmepumpen kamen in der gleichen Studie auf eine JAZ von 4,3 und waren somit um rund 26 Prozent effizienter. Gleichzeitig sind Erdwärmewärmepumpen in der Anschaffung teurer als Luftwärmepumpen – die Effizienz hat also ihren Preis.

Sandra Duy

In vielen Einfamilienhäusern ist die Luftwärmepumpe aufgrund des Gesamtpakets aus Investitionskosten, baulichen Voraussetzungen und laufenden Betriebskosten unterm Strich die wirtschaftlichere Lösung.

Sandra Duy
Unsere Finanztip-Expertin für Energetische Sanierung

Wie beeinflusst Dein Heizsystem die Jahresarbeitszahl?

Dein Heizsystem beeinflusst die Jahresarbeitszahl vor allem über die notwendige Vorlauftemperatur. Flächenheizungen wie Fußboden- oder Deckenheizungen arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Dadurch bleibt der Temperaturhub gering und die Wärmepumpe arbeitet effizient. 

Klassische Heizkörper benötigen oft höhere Temperaturen, um einen Raum ausreichend zu erwärmen. Das erhöht den Stromverbrauch und senkt die Jahresarbeitszahl. 

Der Grund: Wird die Wärme in den Räumen über eine größere Fläche abgegeben, muss die Temperatur im Heizsystem nicht so hoch sein. Denn: Mehr Fläche kann mehr Wärme abgegeben. Einzelne Heizkörper, die im Raum verteilt hängen, müssen stärker heizen, also heißer sein, um die gleiche Temperatur zu erzeugen, weil sie eben weniger Fläche haben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Wärmepumpe mit Heizkörpern grundsätzlich ungeeignet ist. Entscheidend ist, wie hoch die Vorlauftemperatur tatsächlich sein muss. In vielen Bestandsgebäuden reicht es aus, einzelne Heizkörper durch größere oder sogenannte Niedertemperaturheizkörper zu ersetzen. Dadurch kann die benötigte Temperatur sinken. 

So kann eine Wärmepumpe auch im Altbau ohne Fußbodenheizungen effizient heizen. 

Wie beeinflusst die Wärmedämmung die JAZ?

In einem Haus mit guter Wärmedämmung wird die JAZ einer Wärmepumpe in der Regel höher sein als in einem unsanierten Altbau.

Verliert Dein Haus viel Wärme über Dach, Fassade oder Fenster, muss das Heizsystem höhere Temperaturen liefern, um die Räume warm zu halten. Dadurch steigt der Temperaturhub und die Wärmepumpe benötigt mehr Strom. Die Jahresarbeitszahl sinkt.

Um die Wärme in Deinem Haus auf dem gewünschten Level zu halten, muss so viel Wärme erzeugt werden, dass die Temperatur in den Innenräumen auch bei hohem Wärmeverlust einigermaßen gleichbleibt. Um das zu erreichen, sind höhere Vorlauftemperaturen nötig – das Heizsystem muss also heißer sein. 

Das sorgt wieder für einen größeren Temperaturhub. Kommen Faktoren wie ungenügende Dämmung und zu kleine Heizkörper zusammen, kann die Wärmepumpe womöglich nicht effizient und wirtschaftlich arbeiten und erreicht nur eine sehr niedrige JAZ von unter 2,5. 

Wie wichtig sind Planung und Einstellung Deiner Wärmepumpe?

Eine falsche Planung oder fehlerhafte Einstellungen können die Jahresarbeitszahl deutlich verschlechtern und den Stromverbrauch Deiner Wärmepumpe massiv in die Höhe treiben. 

Bereits bei der Auslegung entscheidet sich, wie effizient die Wärmepumpe später arbeitet. Wird sie zu klein dimensioniert, muss an kalten Tagen häufig der Heizstab einspringen. Das erhöht den Stromverbrauch stark. 

Im laufenden Betrieb ist vor allem die Heizkurve entscheidend. Sie steuert, wie hoch die Vorlauftemperatur bei welcher Außentemperatur ist. Ist sie zu hoch eingestellt, arbeitet die Wärmepumpe unnötig mit hohen Temperaturen. Das vergrößert den Temperaturhub und senkt die Effizienz.

Deshalb sollten Planung und Inbetriebnahme sorgfältig erfolgen. Nach dem ersten Betriebsjahr solltest Du die Einstellung von Deiner Heizungsfachfirma überprüfen und gegebenenfalls anpassen lassen. 

Wie beeinflusst das Warmwasser die JAZ?

Die Warmwasserbereitung für das Duschen oder Kochen senkt die Jahresarbeitszahl, weil dafür höhere Temperaturen benötigt werden als für die Heizung. Je höher die erforderliche Temperatur und je mehr Wasser Du verbrauchst, desto geringer ist die JAZ Deiner Wärmepumpe.

Das Heizungswasser sollte für Wärmepumpen auf maximal 55 Grad geheizt werden, um die Effizienz nicht zu starken zu senken. Warmwasser hingegen wird auf 60 Grad oder mehr erhitzt. Das ist vor allem wichtig, um Bakterien wie Legionellen vorzubeugen.

Was trägt Dein Heizverhalten zur JAZ bei?

Dein Heizverhalten beeinflusst die Jahresarbeitszahl, weil es die notwendige Vorlauftemperatur mitbestimmt. Bevorzugst Du sehr warme Räume, wird die JAZ sinken. Das gilt besonders für unsanierte Altbauten, da die Heizung immer gegen die Wärmeverluste ankämpfen muss, um die gewünschte Temperatur zu halten.

Durch eine höhere Raumtemperatur muss auch die Vorlauftemperatur höher sein. Die höhere Vorlauftemperatur führt auch hier wieder zu einem höheren Temperaturhub und einer geringeren JAZ.

Umgekehrt gilt: Moderate Raumtemperaturen, freistehende Heizkörper und ein bewusster Umgang mit Warmwasser verbessern die Effizienz. Kleine Anpassungen können über ein ganzes Jahr spürbar Wirkung zeigen.

Die Jahresarbeitszahl hängt also nicht nur von der Technik ab, sondern auch von Deinem Alltag.

Alle diese Punkte beeinflussen den notwendigen Temperaturhub. Das heißt aber auch, dass es mehrere Stellschrauben gibt, an denen Du drehen kannst, um die JAZ und damit die Effizienz Deiner Wärmepumpe zu verbessern.

Wie verbesserst Du die JAZ Deiner Wärmepumpe?

Du verbesserst die Jahresarbeitszahl Deiner Wärmepumpe, indem Du den Temperaturhub reduzierst. Das erreichst Du entweder durch eine niedrigere Vorlauftemperatur oder durch bessere Bedingungen für die Wärmequelle. Praktisch bedeutet das: Gebäude verbessern, Heizsystem optimieren und Einstellungen prüfen.

Je früher Du diese Punkte berücksichtigst, desto größer ist der Effekt. Am sinnvollsten ist es, Maßnahmen vor dem Einbau der Wärmepumpe umzusetzen. Bei bestehenden Anlagen kannst Du die Effizienz aber ebenfalls noch steigern.

Worauf solltest Du bei der Auswahl Deiner Wärmepumpe achten? 

Das richtige Modell wählst Du aus, indem Du Geräte mit vergleichbaren Bedingungen anhand ihres CoP vergleichst. Der CoP eignet sich, um Modelle derselben Wärmepumpenart miteinander zu vergleichen. Wichtig ist, dass Du auf identische Betriebspunkte achtest, also zum Beispiel A2/W35 bei Luftwärmepumpen. Nur dann sind die Werte wirklich vergleichbar.

Der CoP hilft Dir bei der Vorauswahl. Die endgültige Effizienz entscheidet sich jedoch in der Planung.

Warum ist eine korrekte Planung wichtig für die JAZ?

Die richtige Planung und Dimensionierung Deiner Wärmepumpe entscheidet darüber, ob Deine Wärmepumpe effizient und wirtschaftlich arbeitet. Wärmepumpen, die nicht richtig auf Dein Haus ausgelegt sind, laufen weniger effizient und haben dadurch eine schlechtere JAZ. 

Du solltest daher darauf achten, dass die Wärmepumpe vorher sorgfältig geplant wird und die Leistung nicht nur anhand von Daumenregeln abgeschätzt wird. Worauf Du dabei achten musst und was Du tun kannst, wenn Deine Wärmepumpe wegen falscher Planung nicht gut läuft, liest Du in unserem Ratgeber Stromverbrauch Wärmepumpe

Da die Wärmepumpe genau für Dein Haus ausgelegt werden soll, ist es sinnvoll, vorab über Möglichkeiten nachzudenken, die Vorlauftemperatur zu senken und so den Temperaturhub zu minimieren, der die JAZ direkt beeinflusst.

Wie verbessert eine Sanierung die JAZ?

Eine energetische Sanierung verbessert die Jahresarbeitszahl, weil sie die notwendige Vorlauftemperatur senkt. 

Dazu gehören größere Maßnahmen wie etwa die Dämmung der Fassade, des Dachs oder der Tausch von Fenstern. Aber auch kleine und günstigere Maßnahmen wie die Dämmung von Heizungsrohren oder der Tausch einzelner Heizkörper auf sogenannte Niedertemperaturheizkörper machen einen großen Unterschied.

Es ist sinnvoll, diese Maßnahmen anzugehen, bevor die Wärmepumpe ins Haus kommt. Da sie die Vorlauftemperatur und damit die JAZ stark beeinflussen können, führen sie dazu, dass eine davor geplante und eingebaute Wärmepumpe anschließend weniger effizient läuft – weil sie eben nicht mehr zum Haus passt.

Was tun, wenn Du nicht direkt sanieren kannst?

Willst Du auf eine Wärmepumpe setzen, eine umfangreiche oder teilweise Dämmung Deiner Immobilie ist aber gerade keine Option, gibt es trotzdem Möglichkeiten. Weise die Heizungsfachfirma oder die Energieberatung, die die optimale Wärmepumpenlösung für Dich plant, auf jeden Fall darauf hin, dass eine Sanierung erst später infrage kommt. Bis dahin könntest Du auf eine Hybridheizung setzen, bei der eine Wärmepumpe mit Deiner bestehenden Heizung kombiniert wird. Die Leistung der Wärmepumpe wird etwas geringer angesetzt und reicht an den kältesten Tagen nicht aus – dann schaltet sich aber Deine bestehende Heizung dazu und heizt mit. Sanierst Du später, kann die alte Heizung ausgebaut werden und die Wärmepumpe schafft das Heizen allein.

Wie kannst Du Dein Heizsystem optimieren?

Du verbesserst die Jahresarbeitszahl, indem Du Dein Heizsystem hydraulisch abgleichen und korrekt einstellen lässt. 

Beim hydraulischen Abgleich werden die Durchflussmengen an den Heizkörpern oder Heizkreisen so eingestellt, dass alle Räume gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Ohne Abgleich werden manche Räume zu warm, andere zu kalt. Die Wärmepumpe arbeitet dann mit unnötig hohen Temperaturen. Das senkt die Effizienz.

Auch die Heizkurve sollte überprüft werden. Ist sie zu hoch eingestellt, steigt die Vorlauftemperatur stärker als nötig. Das erhöht den Stromverbrauch. Nach dem ersten Betriebsjahr ist eine Kontrolle besonders sinnvoll, weil dann reale Erfahrungswerte vorliegen.

Wurde am Gebäude oder an der Heizung etwas verändert, sollte ebenfalls neu abgeglichen werden.

Mit vergleichsweise geringem Aufwand kannst Du so die Effizienz deutlich steigern.

Wie kannst Du mit Deinem Heizverhalten die JAZ verbessern?

Du verbesserst die Jahresarbeitszahl, indem Du Warmwassertemperatur und Raumtemperatur bewusst niedrig hältst. 

Je niedriger die eingestellte Warmwassertemperatur ist, desto geringer ist der Temperaturhub. Prüfe, welche Temperatur in Deinem Haushalt wirklich notwendig ist. In vielen Fällen reicht eine niedrigere Einstellung aus, sofern hygienische Vorgaben eingehalten werden. Auch Dein Warmwasserverbrauch spielt eine Rolle. Ein Sparduschkopf oder kürzere Duschzeiten senken den Energiebedarf messbar. 

Lebst Du in einem Neubau oder einem sanierten Altbau, wird die Anpassung der Wassertemperatur einen größeren Einfluss auf die JAZ haben als in einem unsanierten Altbau. Das liegt daran, dass der Bedarf an Heizwärme bei gut gedämmten Häusern deutlich geringer ist, sodass das Warmwasser einen größeren Anteil am gesamten Wärmebedarf hat.

Du kannst außerdem darüber nachdenken, das Warmwasser noch auf anderem Wege zu erzeugen. Beispielsweise über eine Solarthermieanlage. Diese kann mithilfe der Sonnenenergie bis 60 bis 70 Prozent des Energiebedarfs für Warmwasser decken. Eine Warmwasser-Wärmepumpe ist ebenfalls eine Option. 

Bei der Raumheizung gilt: Jeder Grad weniger reduziert den Stromverbrauch. Besonders in unsanierten Gebäuden wirkt sich eine hohe Wunschtemperatur stark auf die Effizienz aus. Zusätzlich solltest Du darauf achten, dass Heizkörper nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt werden. Eine gute Wärmeverteilung hilft, die Vorlauftemperatur niedrig zu halten.

Kleine Anpassungen im Alltag können über ein Jahr hinweg eine spürbare Wirkung entfalten. Mehr Tipps, um Deinen Verbrauch zu verbessern, findest Du auch in unserem Ratgeber Heizkosten senken

Was sind typische JAZ-Werte unterschiedlicher Wärmepumpen?

Typische Jahresarbeitszahlen liegen bei Luftwärmepumpen meist zwischen drei und vier, bei Erdwärmepumpen häufig darüber. Ab einer Jahresarbeitszahl von drei gelten Wärmepumpen als effizient. 

Wärmepumpen in Neubauten mit guter Dämmung und entsprechend niedriger Vorlauftemperatur im Heizsystem haben in der Regel eine höhere JAZ als Bestandsgebäude mit schlechter Dämmung. In einer mehrjährigen Schweizer Studie von Wärmepumpen-Anlagen durch das Institut für Energiesysteme der Interstaatlichen Hochschule für Technik hat sich für Luftwärmepumpen in Neubauten eine JAZ von bis zu vier ergeben. Für Erdwärmepumpen lag sie sogar bei über sechs. Wird neben der Heizung auch das Warmwasser von der Wärmepumpe erwärmt, lag die JAZ bei beiden Wärmepumpenarten etwas niedriger.

Für ältere Einfamilienhäuser hat das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme ebenfalls in einer mehrjährigen Feldstudie die Jahresarbeitszahlen von Wärmepumpensystemen untersucht. Das Ergebnis war, dass die Luftwärmepumpen in der Studie im Mittel eine JAZ von 3,4 erreicht haben. Die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9. Die Erdwärmepumpen kamen im Mittel auf eine JAZ von 4,3 bei einer Spanne von 3,6 bis 5,4. In den untersuchten Bestandsgebäuden konnten in der Regel die Wärmepumpen also auch effizient betrieben werden.

Wie gut eine Wärmepumpe in Deinem Haus läuft, ist allerdings von den individuellen Gegebenheiten Deines Eigenheims abhängig. Wie gut Dein Haus auf eine Wärmepumpe vorbereitet ist, kannst Du in drei Schritten prüfen. Wie das geht, liest Du in unserem Ratgeber zu Wärmepumpen im Altbau

Wofür ist die Jahresarbeitszahl wichtig?

Die Jahresarbeitszahl sagt Dir, wie viel Strom Deine Wärmepumpe verbraucht und wie hoch damit Deine Heizkosten sind. Du kannst an ihr grundsätzlich ablesen, wie effizient sie arbeitet. 

Je höher die Jahresarbeitszahl, desto mehr Wärme erzeugt Deine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom. Eine JAZ ab drei gilt als effizient und wirtschaftlich. Du verbrauchst dann nämlich eine Kilowattstunde Strom für drei Kilowattstunden Wärme. 

Wie verändert der Strompreis die Effizienz der Wärmepumpe?

Das Verhältnis von Strompreis zu Erdgas- und Heizölpreisen hat einen direkten Einfluss darauf, wann eine Wärmepumpe als wirtschaftlich gilt. Heizt Du bisher mit Erdgas oder Heizöl, weißt Du, dass diese Brennstoffe pro Kilowattstunde weniger kosten als Strom, der lange etwa dreimal so teuer war. Je mehr Wärme Du also aus einer Kilowattstunde Strom gewinnst, desto besser.

Doch das Verhältnis von Strompreis zum Gas- und Ölpreis wird sich vermutlich in Zukunft weiter verschieben. Die fossilen Brennstoffe werden durch den CO2-Preis teurer, während Tarife mit Strom aus erneuerbaren Energien heute nicht mehr teurer sind als mit herkömmlichem Strom. So werden auch niedrigere Jahresarbeitszahlen zunehmend wirtschaftlich.

Welchen Einfluss hat die JAZ auf die Heizungsförderung?

Um die Heizungsförderung der staatlichen Förderbank KfW zu nutzen, muss Deine Wärmepumpe zumindest laut Berechnung in der Planung eine JAZ von drei erreichen. Das ist Voraussetzung, damit Du die Zuschüsse erhältst. 

Auch viele regionale Programme, die Du mit der staatlichen Förderung kombinieren darfst, fordern eine Mindest-Jahresarbeitszahl. In der Regel liegt diese zwischen 2,5 und 3,5. Willst Du ein Förderprogramm Deiner Stadt oder Kommune nutzen, informiere Dich vorab zu den Bedingungen und sprich auch Deine Heizungsfachfirma oder Energieberatung darauf an.

Alles, was Du zu den Voraussetzungen und Möglichkeiten der Zuschüsse wissen musst, liest Du auch in unserem Ratgeber zur Förderung von Wärmepumpen.

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