Loslegen mit ETFs: So schaffst Du den Anfang
Expertengespräch am 09.07.2026
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Inhalt
Beim Umzug eines Wertpapierdepots finden Deine ETFs, Aktien und Wertpapiere ein neues Zuhause. So ein Übertrag zwischen zwei Banken ist zwar keine Astrophysik, kann aber an einigen Stellen haken. Eine gute Vorbereitung hilft, damit der Wechsel zügig klappt.
Ein Depotwechsel lohnt sich, wenn Du bei Deinem aktuellen Anbieter hohe Gebühren zahlst, denn hohe Verwahr- und Transaktionskosten schmälern Deine Rendite. Gerade bei Filialbanken sind die Kosten oft hoch.
Mit einem Depot bei einer Direktbank oder einem Online-Broker fährst Du meist deutlich günstiger. Legst Du zum Beispiel 10.000 Euro für zehn Jahre an, kannst Du durch die Wahl des richtigen Depotanbieters mehrere Hundert Euro sparen; die Berechnung liest Du im Ratgeber zum Depot-Vergleich.
Allein wegen einer Prämie wie einem Gratisanteil an einem ETF solltest Du nicht Dein Depot wechseln. Entscheidender sind Preise und Leistungsumfang. Eine Prämie kann aber ein netter Bonus sein, wenn Du eh Dein Depot wechseln willst.
Prüfe auf jeden Fall die Bedingungen für die Prämie genau. Oft musst Du in einem Zeitraum nach der Eröffnung Geld einzahlen oder ein Wertpapier kaufen, sonst entfällt die Prämie. Lohnende Neukundenangebote findest Du bei Finanztip-Deals.
Auch eine Prämie wie Gratis-Anteile an einem ETF musst Du versteuern, denn sie zählt zu den sonstigen Einkünften nach Paragraf 22 Nr. 3 des Einkommensteuergesetzes. Du musst sie deshalb in der Anlage Sonstige Einkünfte der Steuererklärung angeben.
Es gilt eine Freigrenze von 256 Euro im Jahr. Liegst Du mit diesen Einkünften einschließlich Prämie über 256 Euro, fällt auf den gesamten Betrag Steuer an. Zu dieser Einkunftsart gehören zum Beispiel auch eine Girokonto-Prämie, Einnahmen aus gelegentlicher Autovermietung oder aus vermittelten Versicherungen.
Ja, Du kannst auch mehrere Depots gleichzeitig führen. Du musst Dein altes Depot also nicht unbedingt kündigen. Du solltest dies aber in jedem Fall tun, wenn Du dort hohe Gebühren für die Depotführung zahlst.
Einzelne Wertpapiere lassen sich dann jederzeit zwischen den Depots übertragen, zum Beispiel weil der Verkauf in einem Depot günstiger ist.
Mit einem zweiten Depot kannst Du beim ETF-Verkauf außerdem unsere 3x10-Strategie umsetzen und so Deine Steuern in der Auszahlphase optimieren. Wie diese Strategie funktioniert, erklären wir im Ratgeber ETF verkaufen.
Consorsbank: 200 € Depotwechsel
Comdirect: 100 € Bonus
S-Broker: 55 € ETF-Prämie
Smartbroker+: 80 € ETF-Anteil
Traders Place: 60 € ETF-Anteil
Flatex: 20 Trades ohne Gebühr
Du kannst Deine Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder ETFs in ein neues Depot übertragen lassen. Denn Deine bisherige Bank ist in Deutschland verpflichtet, sie an einen anderen Anbieter zu übergeben. Du musst Wertpapiere für einen Übertrag also nicht verkaufen.
Allerdings gibt es diese Ausnahmen:
Je nach Depotanbieter funktioniert der Verkauf von Bruchstücken etwas anders: Bruchstücke sind ein Service Deines Brokers und nicht frei an der Börse handelbar. Meist verkaufst Du sie daher direkt an den Fondsanbieter.
Manche Broker lassen Bruchstücke erst verkaufen, wenn keine ganzen Stücke mehr im Depot sind – dann musst Du bis nach dem Depotübertrag warten.
Wichtig: Wertpapiere, die Du zeitnah verkaufen willst, solltest Du nicht übertragen. Denn der Depotübertrag kann mehrere Wochen dauern und Du hast zwischenzeitlich keinen Zugriff.
Beachte außerdem: Auch wenn der bisherige Anbieter Dir den Übertrag ermöglichen muss, Dein neuer Anbieter muss nicht jedes Wertpapier annehmen.
Die meisten Banken und Broker akzeptieren nur Wertpapiere, die bei ihnen handelbar sind; andernfalls könntest Du sie beim neuen Anbieter nicht verkaufen. Prüfe daher vor dem Depotwechsel, ob Deine Wertpapiere beim neuen Anbieter handelbar sind. Viele Banken und Broker bieten dazu auf ihrer Website eine Suchmaske an. Dort kannst Du ganz einfach nach der Wertpapiernummer suchen.
Zu manchen Depotanbietern kannst Du zudem keine Zertifikate oder Derivate übertragen; beide dienen oft kurzfristiger Spekulation und werden meist nur wenige Tage gehalten.
Lässt sich ein Wertpapier nicht ins neue Depot übertragen, hast Du drei Möglichkeiten:
Ein Depotübertrag ist kostenlos, denn der Bundesgerichtshof hat 2004 entschieden, dass Banken dafür keine Gebühren verlangen dürfen.
Allerdings darf der Depotanbieter Gebühren an Dich weitergeben, die er von Dritten in Rechnung gestellt bekommt. Das können zum Beispiel Gebühren von der Verwahrstelle sein, in der ein Wertpapier bisher gelagert wurde.
Die meisten Banken schließen aber aus, solche Kosten an ihre Kunden weiterzureichen. Dass solche Kosten entstehen, kommt zudem sehr selten vor. Wenn Du unsicher bist und beispielsweise viele exotische Wertpapiere hast, frag lieber vor dem Umzugsauftrag bei der alten Bank nach.
Wie Du Schritt für Schritt den Depotwechsel vollziehst und Wertpapiere in Dein neues Depot überträgst, erfährst Du in unserer Checkliste für den Depotwechsel. Darin erfährst Du auch, welche Besonderheiten es bei einem Wechsel zu oder von den von Finanztip empfohlenen Depotanbietern gibt.
Um den Übertrag Deiner Wertpapiere zu beauftragen, verwendest Du am besten das Formular Deines neuen Depotanbieters.
Bei manchen Banken oder Brokern gibt es dafür eine Online-Eingabemaske. Hier kannst Du den Antrag zum Schluss digital unterschreiben. Die neue Bank sendet ihn dann an Deinen bisherigen Depotanbieter.
Oft erhältst Du den Antrag aber als PDF-Datei, die Du selbst ausfüllen, unterschreiben und dann an die alte Bank senden musst. Informiere Dich bei Deinem bisherigen Anbieter, ob Du das Formular per Post oder Mail schicken sollst.
Manche Depotanbieter wie Trade Republic bestehen darauf, dass Du ihr eigenes Formular nutzt, wenn Du Wertpapiere von ihnen weg übertragen willst. Das solltest Du machen, um den Vorgang zu beschleunigen.
Um den Sparplan zu übertragen, musst Du ihn zunächst bei Deinem alten Depot beenden. Anschließend kannst Du ihn direkt bei Deinem neuen Depot wieder erstellen.
Dafür musst Du nicht warten, bis das Wertpapier dort eingebucht wurde. Denn ein Wertpapiersparplan bezieht sich immer auf zukünftige Käufe in den nächsten Monaten und Jahren.
Was Du bisher im Rahmen des Sparplans gekauft hast, gilt als Dein normaler Wertpapierbestand und wird wie andere Wertpapiere übertragen.
Beim Wechsel von oder zu einem ausländischen Depot kann der Übertrag komplizierter sein, weil es keine international einheitlichen Regeln gibt. Informiere Dich in so einem Fall vorab sowohl bei der alten als auch der neuen Bank über das genaue Prozedere.
Es können Gebühren anfallen und manche Banken schließen Überträge aus bestimmten Ländern aus. Bei einem grenzüberschreitenden Depotübertrag werden insbesondere steuerliche Daten vom Kauf nicht weitergegeben.
Wie lange der Depotübertrag dauert, hängt sehr stark vom Einzelfall ab. Du solltest dafür in jedem Fall mehrere Wochen einplanen.
Die Aufsichtsbehörde Bafin hat bekannt gegeben, dass sie von den Banken erwartet, dass ein Depotübertrag nicht länger als drei Wochen dauert. Die Bafin ist auch ein Ansprechpartner, wenn es bei Deinem Übertrag zu Problemen kommt.
Damit es möglichst schnell geht, solltest Du die Angaben in Deinem Wechselantrag sorgfältig prüfen und vorab kontrollieren, ob die Wertpapiere bei der neuen Bank handelbar sind. So stellst Du sicher, dass der Grund für eine Verzögerung nicht bei Dir liegt.
Frag nach drei Wochen bei der abgebenden Bank nach, wenn Du zu Deinem Depotübertrag noch nichts gehört hast.
Das Hauptproblem: Es gibt für den Übertrag von Wertpapieren kein einheitliches digitales System. Die Banken müssen jeden Übertrag einzeln kommunizieren.
Wie lange Dein Depotwechsel dauert, ist zudem davon abhängig, wo Deine Wertpapiere gelagert werden. Die Banken übernehmen die digitale Aufbewahrung der Wertpapiere nämlich nicht selbst. Diese liegen stattdessen bei darauf spezialisierten Verwahrstellen.
Wo genau sie nach einem Kauf hinterlegt werden, kannst Du aber nicht beeinflussen. Für die Depotführung und einen späteren Verkauf spielt das auch keine Rolle. Teilweise erfährst Du die genaue Verwahrstelle gar nicht. Manche Banken geben auf der Abrechnung des Wertpapierkaufs immerhin das Land der Verwahrstelle an.
Die größte deutsche Verwahrstelle ist Clearstream, ein Tochterunternehmen der Deutschen Börse AG. Ist ein Wertpapier dort hinterlegt, klappt der Übertrag in der Regel sehr schnell, denn auch Deine neue Bank behält dann Clearstream als Lagerstätte.
Manchmal sind die Wertpapiere eines Depots aber über verschiedene digitale Verwahrstellen verteilt, die sich zum Teil auch im Ausland befinden. Mit all diesen Stellen muss der Depotübertrag dann kommuniziert werden. Das zieht den Übertragungsprozess in die Länge.
Hinzu kommt, dass die abgebenden Depotanbieter wenig Interesse haben, viel Arbeit in einen schnellen Übertrag zu stecken. Schließlich ist dies eine Dienstleistung, bei der sie Kunden verlieren.
So kam es in der Vergangenheit oft zu Verzögerungen, wenn eine Bank oder ein Broker die Preise geändert hatte und deswegen viele Kunden gleichzeitig zu einem anderen Anbieter wechseln wollten.
Beim Depotübertrag fallen keine Steuern an, weil sich nur der Lagerort ändert.
Du solltest aber darauf achten, dass die steuerlichen Einstandskurse Deiner Wertpapiere korrekt übertragen werden. Die Banken sind dazu verpflichtet, die Einstandskurse bei einem Depotübertrag an die neue Bank mitzuteilen. Trotzdem passieren dabei immer wieder Fehler.
Wichtig: Der Übertrag der Einstandskurse geschieht getrennt von den Wertpapieren. Es kann daher passieren, dass die Bank die Kurse erst ein paar Tage nach den Papieren in Dein Depot einbucht.
Ist der Einstandskurs falsch, kann es passieren, dass Du zu viel Steuern bezahlst. Denn wenn Du ein Wertpapier verkaufst, berechnet die Bank mithilfe des Einstandskurses Deinen steuerlichen Gewinn oder Verlust und zieht entsprechend die Abgeltungssteuer ab. Ist sogar kein Einstandskurs hinterlegt, kann es richtig teuer werden: Die Bank nimmt dann pauschal 30 Prozent des Verkaufspreises als Einstandskurs an (§ 43a Abs. 2).
Zunächst solltest Du vor dem Übertrag alle Kaufabrechnungen Deiner Wertpapiere sichern. Zum Beispiel, indem Du sie aus dem Postfach Deines Online-Bankings herunterlädst. Nach der Kündigung Deines Depots hast Du nämlich oft keinen Zugriff mehr auf Dein Postfach.
Nachdem die Wertpapiere in Dein neues Depot eingebucht sind, solltest Du prüfen, ob die Einstandskurse übertragen wurden. Bei vielen Banken erhältst Du einen Buchungsbeleg, in dem die Einstandskurse explizit festgehalten sind.
Gibt es so etwas nicht, können Dir zum Beispiel die Angaben in der Depotübersicht im Online-Banking weiterhelfen. Bist Du Dir unsicher, ob die Daten korrekt sind, kannst Du Dich an den jeweiligen Kundenservice wenden. Dabei können Dir die Kaufabrechnungen als Belege dienen.
Stellst Du erst nach dem Verkauf eines Wertpapiers fest, dass der Einstandskurs falsch war, kannst Du Dir die zu viel gezahlte Steuer erst mit der nächsten Steuererklärung zurückholen.
Ja, wenn Du mit dem Übertrag Dein altes Depot kündigen willst, kannst Du auch die steuerlichen Verlustverrechnungstöpfe übertragen lassen. Auch hier solltest Du nach dem Wechsel prüfen, ob alle Angaben korrekt sind.
In einem Verlustverrechnungstopf speichern die Depotanbieter, wenn Du ein Wertpapier mit einem Verlust verkauft hast. Spätere Gewinne verrechnen sie dann automatisch mit diesem Verlust, sodass weniger Steuer anfällt.
Loslegen mit ETFs: So schaffst Du den Anfang
Expertengespräch am 09.07.2026
Sichere Dir als Finanztip Unterstützer für 8 €/Monat regelmäßig Deinen direkten Draht zu unseren Experten im Finanztip-Expertengespräch.
Wenn es hakt, frag nach drei Wochen bei der abgebenden Bank nach. Sie muss Dir erklären, woran es liegt und ist auch erster Ansprechpartner, wenn etwas nicht korrekt übertragen wurde.
Erhältst Du weiterhin keine Antwort, kannst Du Dich an die Bafin wenden – am einfachsten übers Online-Beschwerdeformular zu Banken. Beschreibe Dein Problem möglichst genau und füge Belege an. Die Bafin bittet Deine Bank um Stellungnahme und kann sie zur Beschleunigung auffordern.
Alternativ kannst Du Dich an eine Schlichtungsstelle wenden. Welche zuständig ist, erfährst Du bei Deiner Bank. Mehr dazu liest Du im Ratgeber Schlichtungsstellen.
Entsteht Dir durch Verzögerungen oder Fehler ein finanzieller Schaden, kann ein Anwalt sinnvoll sein. Eine Rechtsschutzversicherung kann helfen – wann sie sich lohnt, erfährst Du im Ratgeber Rechtsschutzversicherung.
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